#097 - 23 Drachen, Screenshot-Drama und die Gamescom als dritter Ort
Shownotes
23 Drachenarten gibt es inzwischen in einer thailändischen Echsen-Gattung, und die neueste trägt tatsächlich den Namen eines Drachen aus „House of the Dragon“. Daniel schaut darauf, warum Wissenschaftler Popkultur für den Artenschutz nutzen und wie man für 2.600 Euro sogar Namenspate einer neu entdeckten Art werden kann. Außerdem geht es um Screenshots und Fotos, die uns eigentlich beim Erinnern helfen sollen, laut Forschung aber genau das Gegenteil bewirken können. Und auf 233.000 Quadratmetern wird die Gamescom zum gesellschaftlichen Thema: Warum Gaming längst mehr als Unterhaltung ist, weshalb Bundespräsident, UN, Rotes Kreuz und Europol nach Köln kommen und was digitale Räume mit Gemeinschaft, Demokratie und Radikalisierung zu tun haben.
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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)
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00:00:00: Kleingelb viereckig mit so einer Klebekannte.
00:00:03: Postezettel, kennst du das nicht?
00:00:05: Da habe ich gerade in der Hand hier so ein kleines Stapel.
00:00:08: und jetzt die Frage was meinst Du?
00:00:10: wie viele Wörter auf einen so ein Postet passen?
00:00:13: aber nur auf eine Seite?
00:00:15: Wieviele Wörtern passen da drauf?
00:00:17: Ein so ein Zettel.
00:00:19: Ich kann es dir sagen Hundertfünfzig Neuer Weltrekord.
00:00:23: Der erste seiner Art!
00:00:25: Eine neunundzwanzig Jahre alte Frau arbeitet in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Senior Cloud Manager, also IT-Abteilung.
00:00:33: Sie hat sich so ein Haftzettel als Hobby genommen und hat ganz viele Posts zu Hause und hat darauf jetzt einen Hundertfünfzig verschiedene Wörter geschrieben von Hand, lesbar.
00:00:44: Und damit ist sie jetzt im Geniss Buch der Rekorde.
00:00:47: Sie ist Weltrekorderin.
00:00:49: Ihr Trick wohl, sie hat sich vor allem drei Buchstabenwörter ausgesucht.
00:00:53: Das ist clever!
00:00:54: Wir gratulieren an dieser Stelle von hier aus also ganz herzlich.
00:00:59: Push-Paiotio-Tiravikuma.
00:01:04: Schon lustig?
00:01:05: Mit ihrem eigenen Namen wäre der Zettel voll gewesen.
00:01:10: Naja... Es is Dienstag der ... Hier ist Dani Boschmann für Zahltag.
00:01:30: Wir rechnen mit der Woche ab, ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter!
00:01:35: Erst die Meldung dann das Abschweifen.
00:01:37: da es hier der Auftrag.
00:01:38: Schön dass du zuhörst vielen Dank.
00:01:40: Ich hab mir ähm... Mal wieder so die Welt angeguckt und stelle fest, Wissenschaft gibt gerade richtig Gas.
00:01:46: Ich bin heute in einem Wissenschaftsloch gelandet.
00:01:48: Stelle aber währenddessen dann fest, während ich mich da an so Themen reinnörde... Das meiste kann man gar nicht erzählen weil viel zu kompliziert.
00:01:54: Da steigt es ja sofort aus!
00:01:55: Aber irgendwie komme ich da am meisten nicht raus.
00:01:57: also ich habe heute locker zweieinhalb Stunden meines Tages verschwendet indem ich in irgendwelchen komischen Wissenschaftszeitung rumgegangen habe.
00:02:04: So kann man seine Zeit auch sehr gut investieren Daniel.
00:02:07: Trotzdem kommt was Gutes dabei raus und ich möchte dich jetzt entführen in folgende drei Themen an diesem Speed-Dienstag.
00:02:16: Das ist die Anzahl der Drachenarten, die es auf der Welt gibt – offiziell wissenschaftlich anerkannt mit latanischen Namen und allem drum und dran ZIP und ZAPP!
00:02:26: Und Nr.
00:02:28: Die wurde gerade erst entdeckt in Thailand und sie heißt uns kein Witz, Syrex.
00:02:33: Wieder Drache aus House of the Dragon.
00:02:36: also Game Of Thrones weißte ja.
00:02:38: Warum Wissenschaftler eine echte Echse nach einem Fantasy-Drachen benennen?
00:02:41: Und wie für zwei tausend sechsund Euro ein Tier nach dir benannt wird?
00:02:45: Darum geht's heute!
00:02:46: Zwei Tausend!
00:02:48: Ja schlimm genug, Screenshots fressen dein Gedächtnis auf ist jetzt wohl bewiesen.
00:02:52: Auf einem Smartphone liegen heute im Durchschnitt zweitausend Fotos.
00:02:58: Halt dich für wenig!
00:03:00: Also, für den Durchschnitt jetzt.
00:03:02: Und die allermeisten davon wirst du nie wieder ansehen.
00:03:04: Das ist ja schon traurig genug aber eine neue Studie aus New York sagt es ist noch viel schlimmer.
00:03:09: Jedes Mal wenn Du etwas fotografierst oder screenshotest um es Dir zu merken dann vergisst Du es eher als wenn Du es dir einfach nur angeschaut hättest.
00:03:19: Screenshot?
00:03:20: Fressen dein Gedächtnis auf und außerdem verrate ich dir gleich wie viele Fotos ich auf meinem Handy habe.
00:03:26: Und diese Zahl, die ist erschreckend und beschämend!
00:03:29: Kannst du mal tippen wie viel sind?
00:03:38: Und diese Woche zum ersten Mal restlos ausgebucht.
00:03:40: Die Gamescom in Köln ist so groß, dass sie nicht mehr größer werden kann!
00:03:44: Die UN also die Vereinten Nationen das Rote Kreuz sind dabei und selbst der Bundespräsident kommt persönlich vorbei.
00:03:50: Warum das?
00:03:52: Gaming, also die Gaming-Welt ist der dritte Ort der Zukunft.
00:03:56: Was ist das und wie gehen wir damit am besten um?
00:03:59: Im Sinne der Demokratie und im Sinne der guten Unterhaltung, hier ist die Dientagsfolge von Zeitag.
00:04:04: Herzlich willkommen in diesem kleinen Bot d'Arst!
00:04:08: Der gute Laune und der geselligen Bildung zum Zwecken der Diskussion und des sinnigen Austausches und ... ja okay... Der Drache von Mei Wong.
00:04:21: Schau mal, ist das schon kulturelle Aneignungen?
00:04:24: wenn ich hier als Nicht-Köllner Also radebrechend versuche, Kölsch nachzumachen.
00:04:32: Darf man das?
00:04:32: Oder ist hat er es... Nee ernst gemeint jetzt mal!
00:04:35: Weil international würde man ja sagen, schwierig.
00:04:39: Ist das in Deutschland dann gut oder so wenn du aus dem Kölner Raum kommst?
00:04:44: Weil ihr seid immer so lustig schon mit wie t'einander.
00:04:47: Ihr müsst auch lustig sein weil eure Stadt ist ja botten hässlich.
00:04:53: Ja also Ich glaube da haben wir Konsens, oder?
00:04:56: Also selbst Kölnerinnen und Kölners müssen feststellen.
00:04:59: Die eigene Stadt ist wumsässlich!
00:05:01: Und kommen jetzt nicht mit dem Dom.
00:05:03: Andere steht haben auch eine Kirche.
00:05:05: So also ich mag Kölnnerin und Köllner.
00:05:08: Ich finde es gut.
00:05:09: Ich bin da sehr oft beruflich.
00:05:11: Es ist alles schön da aber hübsch ist die Stadt nun wahrlich nicht.
00:05:16: Also Frage ist wenn man einen Kölsch nachmacht ist das kulturelle Aneignung oder nicht?
00:05:25: So, Ruhe jetzt.
00:05:26: Erstes Thema hier.
00:05:27: Hallo Konzentration!
00:05:29: Der Drache von May Wong?
00:05:31: Dreiundzwanzig.
00:05:32: Wir haben jetzt dreiundzwansich Drachenarten auf der Erde.
00:05:36: Das dürfte hier mein ehemaligen Gast Timon Krause, unserem Mentalisten bei ProSieben Brennend interessieren.
00:05:42: Seine Lieblingszahl ist Drei und zwanzig, er steht auf Dinos.
00:05:44: Dinos sind quasi Drache.
00:05:45: Timon liebe Grüße schreibt mal ab.
00:05:47: Also die Meldung West-Tailand May Wong National Park.
00:05:51: über ein Tausend Dreihundert Meter Höhe Da oben, in einem immer grünen Bergwald haben Forscher jetzt eine Echsenart gefunden.
00:05:58: Eine neue!
00:05:59: Sie gehört zu einer Gruppe die tatsächlich so heißt – Bergnackendrachen.
00:06:04: Kleine Argame mit Stachelkämmen am Nacken und auf dem Rücken sehen aus wie Drachen, die in der Wäsche eingelaufen sind.
00:06:13: Kich kich Und diese Neue Art haben die Forscher Akanto-Saurer Cyrex getauft.
00:06:20: Cyrex, also Vyrax geschrieben.
00:06:23: Das ist in House of the Dragon der Drache von Königin Rhaenja...nee ich mach den Namen mal falsch.
00:06:32: Oh meine Gott!
00:06:33: Ich hoffe das war richtig.
00:06:34: Und bevor jetzt jemand sagt klar Wissenschaftler wollen auch mal viral gehen Der Name ist erstaunlich gut begründet.
00:06:41: CyreX in der Serie ist gelb vergleichsweise klein und legt auffällig viele Eier.
00:06:47: Die neue Echse ist gäblich grün, eine der kleinsten Arten ihrer Gattung und legt für ihre Körpergröße ungewöhnlich große Gelege.
00:06:54: Also eier!
00:06:56: Das ist keine Namensvergabe das ist ein Kassin.
00:06:59: quasi kann man sagen die Rolle war ausgeschrieben dass Tierarzt bekommen.
00:07:03: herzlichen Glückwunsch also in der echten Welt.
00:07:05: Die Gene wurden auch geprüft.
00:07:07: zwei Genanalysen zeigen das Tier ist eine eigenständige Art Klage trennt, von allen Zweiundzwanzig verwandten.
00:07:15: Damit steht die Gattung jetzt bei Dreiundzwzig Arten!
00:07:18: Drei und zwanzig Drachen haben wir jetzt.
00:07:20: Und jetzt der Teil, der sich hinter der niedlichen Schlagzeile versteckt Die kleinen Drachen gibt es nur da.
00:07:26: Deshalb sagen die Forscher auch ganz offen Wir wollen dass dieses Tier ein Aushängeschild wird Ein Flaggschiff also eine Flaggschifffahrt für den Schutz dieser Bergwälder genau dort in Thailand Neben dem hindurchinesischen Tiger, der da noch umlebt.
00:07:40: Und genau dafür haben die sich diesen Namen ausgesucht.
00:07:43: und genau das ist der Punkt an dem ich jetzt mal abbiege.
00:07:46: Hier wird wieder abgeschwiffen, abgeschwoft weil dieser Serienname eben kein Zufall ist sondern Strategie.
00:07:52: Taxonomen also Leute die Arten beschreiben und benennen haben längst verstanden wie es mit der Aufmerksamkeit funktioniert in der Welt.
00:08:00: Es gibt ja eine Springspinne namens Baggira Wie der Panther aus dem Dschungelbuch.
00:08:05: Es gibt ne Wespe aus Neuseeland Die heißt Luusius Malfoyi nach Lucius Malfoy aus Harry Potter, weil sie ein besseres Image verdient hatte als ihr Ruf.
00:08:14: Und es gibt eine Spinne namens Heteropoda David Bowie!
00:08:19: Kein Witz und erschreckend genug... Es gibt eine kleine Motte mit auffällig blonden Kopfschuppen Die heißt Neopalpa Donald Trumpy.
00:08:31: Dazu sage ich erstmal nix weiter.
00:08:34: Man kann das Albern finden Aber wenn man überlegt, was dahinter steckt ist das richtig clever.
00:08:38: Wir reden in einem deutschen Podcast jetzt ja hier über eine vier Zentimeter kleine Echse aus dem thailändischen Bergwald und das machen wir nicht weil ich so ein Drachen-Experte bin oder weil die so ökologisch wichtig isst sich vermutlich aber weiß sie nicht!
00:08:53: Wir tun das weil sie Syrax.
00:08:55: also Cyrax heißt wegen der Aufmerksamkeit weil irgendwie aufs Game of Thrones oder in diesem Fall House Of The Dragon.
00:09:03: Aufmerksamkeit ist eine Währung und der Artenschutz hat gelernt, genau in dieser Währungen zu arbeiten.
00:09:08: Eine Echse die keiner kennt, die schützt keine, einer Echsee, die so klingt wie aus Game of Thrones Die kriegt erst mal ein bisschen Fame ab Und vielleicht kümmert man sich dann auch um den Erhalt dieser Art Funktioniert offenbar Beweisstück A Dieser Podcast hier hat diese Folge.
00:09:23: Jetzt habe ich mal nachgeguckt.
00:09:24: Was kostet denn so einen Arztname?
00:09:27: Es gibt in Deutschland Ein gemeinnützigen Verein Der heißt Biopat oder Biopad gegründet, und der vermittelt Namenspartnerschaften für neu entdeckte Arten.
00:09:38: Ab einer Spende von mindestens zwei tausendsechsundert Euro darfst du eine frische entdecken Tier- oder Pflanzenart einen Namen deiner Wahl geben!
00:09:47: Bei besonders spektakulären Arten wird es dann natürlich ein bisschen teurer.
00:09:50: Knapp dreihundert Arten sind so schon benannt worden – fast eine Million Euro kam dabei schon zusammen.
00:09:55: Es gibt auch eine Orchidee namens Maxilaria Gorbachevi nach Michael Gorbachov genannt.
00:10:01: Es gibt einen Ananasgewächs, namens Pouya Loki-Schmitee.
00:10:05: Nach Loki Schmidt der ehemaligen Frau von unserem Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt und die Firma Danfoss hat sich mal eine Mausmarke aus Madagaskar benennen lassen.
00:10:16: Mikrocebus dan Fossi.
00:10:18: Find ich gar nicht blöd!
00:10:19: Also was wie ein Lemur als Firmenwagen sozusagen... So ist das jetzt Ablasshandel?
00:10:23: Was soll
00:10:24: das?!
00:10:24: Der Verein selbst legt darauf, dass es kein Verkauf ist.
00:10:28: Das Recht der Namensgebung bleibt formal beim Wissenschaftler und das Geld fließt dann zur Hälfte in die taxonomische Forschung und zur hälfte den Artenschutzprojekte in den Herkunftsländern.
00:10:38: Und ehrlich gesagt von allen Dingen, die sich sehr reiche Menschen kaufen, denen ich wissen wohin mit ihrem Geld um unsterblich zu werden, ist ein Käfer mit dem eigenen Namen vermutlich die harmloseste Variante – meine Meinung!
00:10:49: So eine Yacht kostet ja irgendwo rum und kostet auch sehr viel Sprit.
00:10:52: So ein Artenahme gilt für immer, man kann dann hoffen dass die Art nicht ausstirbt wenn sich dann die reiche Person dafür einsetzt.
00:10:59: alles andere wäre ja ein schlechtes Investment!
00:11:02: So kurzer Realitätsabgleich.
00:11:05: Auf der Erde gibt es Schätzungen zufolge weit über zwanzig Millionen Tier- und Pflanzenarten Beschrieben und benannt sind davon gerade mal Eins Komma.
00:11:15: Acht Millionen Also Nicht Mal Jede Zehnte.
00:11:18: Der allergrößte Teil des Lebens auf diesem Planeten hat keine Namen, keine Arkte, kein Lobby.
00:11:22: Also keinen der es schützt – per Name!
00:11:25: Und gerade in den Tropen sterben jedes Jahr Arten aus bevor sie überhaupt irgendwann mal wissenschaftlich beschrieben werden konnten.
00:11:31: Die verschwinden nicht von der Liste?
00:11:32: Die haben's einfach nie auf eine Liste geschafft und das finde ich schon traurig.
00:11:36: Wir können sogar heute nicht mal wirklich beziffern was wir verlieren weil wir nie gezählt haben was schonmal da war.
00:11:41: Und genau vor diesem Hintergrund versteht man erst was die Forscher in Thailand da gemacht hab.
00:11:45: Die hatten genau einen Schuss, um aus einer anonymen Bergexer ein Tier zu machen über das die Welt kurz spricht.
00:11:51: Clever gemacht Freunde!
00:11:52: Die Nummer drei und zwanzig kämpfen wir jetzt.
00:11:54: Cyrex wurde entdeckt, wurde benannt – Jetzt googelt man danach.
00:11:59: Cool!
00:12:00: In der Serie übrigens ist CyreX eine Drache der Königin groß gefährlich Feuerdrama.
00:12:04: Der echte Cyrexx ist ein Tier von der Größe einer Handfläche Maximal Und er sitzt auf ein Tausend Traunermetern im thailändischen Wald und hofft dass ihn niemand nervt und einfach nicht stört.
00:12:16: Das ist ein Wunsch, den würde ich gerne respektieren.
00:12:19: Zwei Tausend!
00:12:20: Der Screenshot der dein Gedächtnis frisst.
00:12:23: auf dem durchschnittlichen Smartphone liegen ungefähr zwei tausend Fotos.
00:12:29: Halte ich für super wenig?
00:12:31: Kannst ja schon mal überlegen wie viel du hast.
00:12:33: Jeden Tag kommen da etwa zwanzig dazu heißes im weltweiten Durchschnitt Und die allermeisten davon wird sich nie jemand wieder ansehen auch du nicht.
00:12:43: Eine Forschungsgruppe aus der Binghampton University im US-Bundesstaat New York hat sich jetzt mal angeschaut, was diese ständige Abfotografieren eigentlich mit uns macht.
00:12:53: Inklusive Screenshots – also Bildschirmfotos!
00:12:57: Die Studie heißt Digital Amnesia The Aftermath of a Screenshot Also digitale Amnesie, was passiert nachdem du ein Bildschirmpfoto gemacht hast?
00:13:07: Und die ist im Fachjournal Memory in Cognition erschienen.
00:13:10: Der Aufbau ist denkbar simpel von diesem Versuch.
00:13:12: Menschen bekommen Kunstwerke auf Wildschirmen gezeigt, einen Teil beachtet sie nur ein anderer Teil macht ein Screenshot oder ein Foto.
00:13:20: Danach wird abgefragt wer sich an was erinnert und das Ergebnis ist unangenehm eindeutig und sehr entlarvend.
00:13:28: Wer einen screenshot macht erinnern sich schlechter nicht bisschen schlechter sondern messbar sehr viel schlechter Und über die versuchsreine weg stabil schlechter also bestätigt screenshot frisst Gedächtnis und zwar nicht nur an das Bild selbst.
00:13:43: Die Teilnehmenden wussten hinter er auf nicht mal mehr, ob sie ein bestimmtes Werk überhaupt fotografiert oder nur angesehen hatten.
00:13:48: weird oder?
00:13:49: Das Phänomen ist nicht neu.
00:13:50: es heißt in der Forschung seit über einem Jahrzehnt photo taking impairment effect also der Effekt der Gedechnisschwächung durch fotografieren.
00:13:59: ungefähr so zwei Erkenntnisse sind aktuell neu.
00:14:01: erstens der screenshot beeinträchtigt das Gedächnis offenbar sehr stark Obwohl er weit weniger Aufwand macht als ein Foto, da musst du ja mal gucken was du fotografierst.
00:14:10: und zweitens die naheliegendste Erklärung fällt weg.
00:14:13: Man könnte ja annehmen das Gehirn lagert die Information einfach aus also nach dem Motto Das Handy merkt sich das schon für mich.
00:14:20: aber der Effekt trat auch dann auf wenn die Leute wussten dass ihr Bild sofort wieder gelöscht wird.
00:14:25: Also sie hat nicht mehr die Sicherheit dass die information fortwährend bestend hat.
00:14:30: Die Forschenden haben deshalb noch geprüft, ob das Gehirn die frei gewordene Kapazität wenigstens irgendwo anders einsetzt.
00:14:35: Wäre ja sinnvoll dann!
00:14:36: Er hätte mal was Sinnvolles gemacht... Dafür mussten Teilnehmende parallel Rechenaufgaben lösen.
00:14:42: Aber auch da?
00:14:43: Kein erkennbarer Gewinn hat nix gebracht.
00:14:45: Das Fazit der Arbeit lautet sinngemäß dass digitales Festheiten erhebliche Gedächtniskosten verursacht ohne dass dem irgendeinen Nutzen gegenübersteht.
00:14:55: Screenshots sind also scheiße auf den Punkt gebracht Und hier wird es interessant, weil das eine sehr moderne Form von Selbstbetrug ist.
00:15:01: Wir machen den Screenshot ja nicht aus Faulheit!
00:15:03: Wir machen denen aus dem Gefühl von Sorgfalt.
00:15:05: jedenfalls mache ich das so... Der Screenshot ist die Geste vom verantwortungsvollen Menschen dem Inhalt gegenüber, finde ich.
00:15:12: Weil man hält das ja fest Da kümmert man sich drum, ich hab das jetzt ja eingespeichert.
00:15:17: Also der Kalendereintrag die Adresse Das Foto, das Regal was ich zeigen will Der kluge Satz aus dem Podcast irgendwie ab Fotografie von der Kache Die Grafik die man mal irgendwem präsentieren will Da zuckst du nur kurz mit Zeigefinger und Daumen Und macht Klick und dann fühlt man sich irgendwie Gut Weil da was erledigt ist oder nicht?
00:15:36: Wie geht es so?
00:15:38: Und genau in diesem Moment sagt die Studie Hörste auf hin zu sehen!
00:15:43: gar nichts.
00:15:43: und ich weiß auch, dass sich so viel Müll auf meinem Handy habe.
00:15:47: Eine der Erklärungen die die Forscher dann mitdiskutieren heißt attentional disengagement also sowas für Aufmerksamkeitsablösung.
00:15:54: man klingt sich quasi innerlich aus weil man vom erleben zum dokumentieren kommt.
00:16:00: Du guckst nicht mehr drauf und nimmst es nicht wirklich wahr du sagst nur klick wird schon klappen!
00:16:05: Man ist nicht in der Situation drin, man archiviert sie einfach nur.
00:16:08: Und da wissen wir noch genau, woran wir alle denken.
00:16:10: Wer schon mal ein Konzert durch ein hochgehaltenes Fremd-Handy gesehen hat weiß wie scheiße das aussieht und wie viel Sinn es macht festzuhalten.
00:16:20: Der Rat übrigens den die Universität selbst gibt ist von einer fast beleidigenden Schlichtheit könnte man meinen Aufschreiben!
00:16:27: Mit der Hand Weil man beim Aufschreiben sortieren und verkürzen muss und weil genau das Sortieren das ist was dir Erinnerung erzeugt.
00:16:35: Der Screenshot verlangt nur eine einzige Entscheidung, du machst einmal diesen Kneifgriff.
00:16:41: Und dieser Komfort ist ein riesengroßes Problem und da bin ich jetzt wirklich begeistert!
00:16:46: Meine Oma hat mir schon immer gesagt danach handel ich seitdem ich denken kann schreib's mit der Hand auf noch heute mit dem Kugelschreiber wenn ich einen Skript mache fürs Fernsehen oder so.
00:16:57: und sie hat dazu immer gesagt über die Hand in den Verstand Freunde is das clever.
00:17:03: Meine Oma war damals also schon so clever wie die Leute jetzt bei der Wissenschaft.
00:17:07: Oma love you!
00:17:09: Es gibt übrigens nur das noch kurz als Abbinder, es gibt eine Ausnahme und die ist wichtig wer seine Bilder später tatsächlich wieder anschaut, der profitiert wirklich davon.
00:17:18: Also du mit der bewussten Entscheidung nochmal ins Fotoalbum zu gehen.
00:17:22: Fotos sind gute Erinnerungsanker wenn man sie benutzt.
00:17:26: Das Problem ist nicht die Kamera, das Problem sind die zweitausend Bilder die da im Schnitt auf unserem Handy rum liegen weil niemand die jemals wieder anguckt.
00:17:34: Wir vergessen es einfach!
00:17:36: So und jetzt kommen wir zum Moment der Wahrheit, ich habe sie ja versprochen.
00:17:39: Ich gucke jetzt in meinen Fotoordner Und verrate dir wie viele Fotos... Oh Mann Also ich weiß nicht wie das bei dir aussieht ob du ein Android oder einen Apple gerät hast?
00:17:52: Ich hab hier so'n Apple Gerät.
00:17:54: Ich hab jetzt auf Mediathek gedrückt Und Mediatek, so wie ich das verstanden habe bezieht ihr Alle Fotos mit ein und auch mit Videos, glaube ich.
00:18:04: Ich glaube das ist mir ein bisschen unangenehm aber wir sind ja unter uns.
00:18:08: Meine Mediathek hat... Und ich mache da einen Screenshot von und poste das noch... Meine Mediateek hat insgesamt... ...einundsebzigtausendneunhundertdreißig Objekte!
00:18:31: Also so selbstverliebt bin ich gar nicht.
00:18:32: Vielleicht ein Ticken, aber so schlimm ist es jetzt nicht!
00:18:35: Aber ich screenshotte wirklich alles und sehe das auch hier... Alles mögliche.
00:18:39: Ich weiß gar nicht ob ich das als Beweis immer sichern will oder was?
00:18:43: Ich guck mir das auch alles nicht an.
00:18:45: Die meisten Sachen... Oh meine Güte Ja also... Und jetzt wird gespielt Die Messe, die nicht mehr größer werden kann.
00:19:07: Das ist die gesamte Bruttufläche von der Köln-Messe inklusive Flur und Freifläche usw.
00:19:12: Und in dieser Woche ist sie zum ersten Mal in der Geschichte der Gamescom vollständig belegt – nicht fast sondern vollständigt!
00:19:19: Die Gamescom bis wieder da, die größte Spielemessel überhaupt.
00:19:23: Die Games Coms come im Jahr für die Mitte des Jahres läuft jetzt von Mittwoch bis Sonntag vom sechsenzwanzigsten also bis dreißigsten August.
00:19:29: Und am Dienstagabend, wir sagen heute Abend wenn du es im ersten Tag hörst ist die große Opening Night Live.
00:19:35: Mehr als ein-tausend sechshundert Ausstellende Unternehmen aus siebenundsechzig Ländern sind dabei.
00:19:39: Das ist ein neuer Rekord!
00:19:40: Der Außlandseinteil auf der Messe liegt bei ungefähr seventy Prozent.
00:19:43: In der Business Area stehen da in sieben und vierzig Länder Pavillons darunter erstmals Zypern, Ungarn, Bulgarien, Marokko und Nigeria.
00:19:49: dabei.
00:19:50: Überall werden Spiele erfunden.
00:19:52: Die Besucherprognose geben die Veranstalter aktuell noch nicht ab aber der Allzeitrekord liegt bei dreihundertdreiundsiebzig tausend Im Jahr.
00:19:59: zwei tausend neunzehn ist.
00:20:00: sollten dieses Jahr vielleicht sogar ein paar mehr werden.
00:20:03: Ja, und dann gibt es ja noch das Detail was in der Gaming Berichterstattung eben normalerweise eher so nebenbei läuft weil interessiert vielleicht nicht zu viele.
00:20:11: Frank Walter Steinmeier kommt unser Bundespräsident.
00:20:15: er öffnet am Donnerstag den Gamescom Kongress In Köln auf einer Videospiele-Messe.
00:20:22: Ist Frank Walter vielleicht ein halblicher Zocker?
00:20:25: Wahrscheinlich nicht.
00:20:26: Aber warum sitzt die Spitzenpolitik plötzlich in den ersten Rhein, jetzt sogar also auch das höchste politische Amt in diesem Land?
00:20:32: Das hängt erstmal mit der Größe von diesem Wirtschaftszweig zusammen.
00:20:35: Der Jahresreport vom Branchenverband GAME weist für zwei Tausendfünfundzwanzig ein deutschen Markt von rund neun Komma vier Milliarden Euro aus.
00:20:44: Deutschland ist damit der größte Absatzmarkt der Europäischen Union.
00:20:48: Rund forty-millionen Menschen spielen in Deutschland regelmäßig Sechs von zehn Personen zwischen sechs und neunundsechzig Jahren.
00:20:57: Also wenn du jetzt das Klischee von so einem isolierten Teenager in seinem kleinen Zimmer hast, abgedunkelt irgendwie mit Eistee in der Hand dann ist es eigentlich schon längst korrigiert!
00:21:08: Das Durchschnittsalter der Zockenden ist nämlich achtunddraßigkommadrei Jahre alt.
00:21:12: Interessant vor allem ist ja auch dass die größte und stärkste Einzelgruppe Menschen über sechzig sind Und wir sind auch gut aufgeteilt.
00:21:19: Sechsundvierzig Prozent sind Frauen So Der deutsche Durchschnittscamer, also ist älter als die meisten Tatortkommissare bei ihrer Premiere.
00:21:27: Stellen wir für uns alle fest Gaming ist die unangefochene Leid- und Mehrheitskultur unserer Gegenwart.
00:21:34: Das Krass!
00:21:35: das hat sich verändert.
00:21:37: Früher bis seit Erwachsener ausgelacht worden.
00:21:39: Ich bin ja mit Mario Kart groß geworden.
00:21:42: Zelda Moorhoon zum Beispiel Kannst dich da noch erinnern?
00:21:46: Also für alle die vielleicht ein bisschen jünger sind als ich Und vielleicht die das nicht gesehen Google mal MoorHoon.
00:21:51: Das war ein geiles Spiel, das ganz Deutschland gefeiert hat.
00:21:54: Unangenehm genug!
00:21:56: Ich habe aber auch so was gespielt wie Day of the Tentacle, Zagmack Cracking und sowas die ganzen Click-Adventure.
00:22:00: Habe ich geliebt in Indiana Jones?
00:22:02: Alles!
00:22:03: Damit bin ich groß geworden.
00:22:04: Das war vor allem aber alleine zocken oder eben mit dem gleichen Kumpel im selben Raum.
00:22:10: da waren wir zu Hause nebeneinander.
00:22:13: Es war so limitiertes Digitales miteinander.
00:22:15: Man musste ja zusammen auf einen Monitor gucken... James Bond gespielt.
00:22:23: Wahnsinn!
00:22:24: Immer die gleiche Map, ist ein bisschen nerdkram jetzt aber wir waren immer in der Bibliothek.
00:22:28: wenn du zockst weißt was ich meine.
00:22:29: kommen wir jetzt aber zu einem ganz anderen Phänomen.
00:22:32: warum sollte das unsere ganze Gesellschaft interessieren dass so viel gezockt wird?
00:22:37: Die Spielewelt ist der neue dritte Ort.
00:22:39: Dritter Ort was meint der Mann?
00:22:42: Der Begriff dritter Ort also Third Place stamm vom US-amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg Und da beschreibt er soziale Räume, die einen Ausgleich zu den beiden wichtigsten Lebensbereichen unseres Lebens bieten.
00:22:58: Der erste Ort unseres Lehmens ist das Zuhause unser privater Rückzugsort Die Familie also all das was intim ist.
00:23:05: der zweite ort der Arbeitsplatz oder Schule Uni.
00:23:09: Da geht es um Produktivität und vor allem um Pflichten.
00:23:13: dass sich heute ein bisschen verwäscht ist klar aber so ist es damals gewesen.
00:23:17: Und der dritte Ort, um den es jetzt geht sind Orte vom zwanglosen Freiwilligen zusammen sein.
00:23:23: Cafés, Kneipen, Bibliotheken, Parks, Resursalons, Vereinsheime – Name it!
00:23:28: So was.
00:23:29: Die Merkmale von einem klassischen Drittenort ist ein neutraler Boden also niemandes Gastgeber mit Pflichten.
00:23:35: jeder kann kommen und gehen wann er will außer wer knallt hier vielleicht.
00:23:40: Soziale Gleichmacher Status, Beruf, Einkommen spielen keine Rolle.
00:23:44: alle begegnen sich auf Augenhöhe.
00:23:46: Gespräche sind Hauptaktivität, der Austausch und das Miteinanderstehen im Mittelpunkt.
00:23:52: Diese Orte sind leicht zugänglich also es gibt niedrige finanzielle und physische Hürden Und Stammgäste prägen die Atmosphäre.
00:23:59: Also in immer wiederkehrender Kern am Menschen sorgt für eine gewisse Vertrauteid.
00:24:04: Am Ende ist vor allem aber ein spielerischer unaufgeregter Ton wichtig.
00:24:08: Die Grundstimmung ist heiter informell und entspannt.
00:24:12: Jetzt kommen wir zur Kernenfrage.
00:24:14: Kann die Gaming-Welt jetzt auch ein dritter Ort sein, so wie die Kneipe hier an der Ecke vielleicht?
00:24:20: Ja absolut!
00:24:21: In der modernen Mediensoziologie wird dieses Konzept längst auf digitale Räume übertragen.
00:24:26: Heißt dann Virtual Third Places – also der virtuelle Dritte Platz oder dritte Ort.
00:24:31: Für viele Generationen jetzt insbesondere Jensy und millennials haben Online-Spiele unzugehörige Plattformen physische Treffpunkte teilweise oder manchmal sogar schon vollständig ersetzt.
00:24:42: Spiele wie Roblox, Fortnite, Minecraft oder sowas.
00:24:46: Wer Nachwuchs hat weiß wovon ich spreche oder vielleicht selbst spielt... Diese Spiele dienen meist nur als Kulisse!
00:24:53: Der eigentliche Zweck ist das gemeinsame Abhängen.
00:24:55: Wir sind im gleichen virtuellen Raum und treffen uns da Und auf diesen Servern also Discord und so was Die funktionieren wie ein digitales Stammlokal Du betrittst an den Sprachkanal, hast keinen festen Termin, kannst kommen und gehen bei dir willst.
00:25:09: Quatscht ein bisschen.
00:25:10: Schaust andern beim Spielen zu oder tauscht dich über einen Alltag aus?
00:25:12: Das machen die Leute virtuell!
00:25:15: Und jeder hat ein Avatar – also so'n alter Ego von dir selbst.
00:25:18: Das wird selber Design.
00:25:19: Wer macht jeder so wie er gerade Bock
00:25:20: hat?!
00:25:21: Alter, Beruf, sozialer Status spielen eigentlich kaum eine Rolle.
00:25:24: Entscheidend sind das gemeinsame Interesse untes Miteinander Und in dieser Welt gibt es dann sogar virtuelle Events, also In-Game-Konzerte.
00:25:33: Gemeinsame Filmabende oder virtuelle Bars in Chats und die sind dann die direkte digitale Adaption von klassischen sozialen Treffpunkten.
00:25:42: Also ja Gaming ist ein klassischer dritter Ort nur eben der dritte Ort der Zukunft.
00:25:48: Kritiker übrigens sagen immer dass digitale Räume auf vom Plattformalgorithmen und Paywalls usw.
00:25:53: geprägt sein können und von toxischem Verhalten Und die ganzen Zufallsbegegnungen mit völlig fremden Gesellschaften und Schichten, wie im Park oder am Café, werden weggefiltert.
00:26:03: Das stimmt auch!
00:26:04: Aber Gaming erfüllt dennoch für Millionen Menschen exakt diese psychosoziale Funktion, die Oldenburg, also der Autor dem dritten Ort zugeschrieben hat damals – Gemeinschaft, Identifikation und Entlastung vom Alltag.
00:26:20: Das ist ein Sehnsuchtsort für viele.
00:26:22: Virtuelle und physische Dritte Orte erfüllen zwar das gleiche Grundbedürfnis nach Gemeinschaft, Formen und sozial Miteinander machen das aber nur auf unterschiedliche Art und Weise.
00:26:33: Es gibt Vor- und Nachteile.
00:26:34: Ein wesentlicher soziologischer Vorteil von virtuellen Treffpunkten liegt in der niedrigen Zugangschwelle – Das war und ist das größte Argument!
00:26:43: Es gibt keine Distanz mehr es völlig egal wo du sitzt.
00:26:45: Du kannst hier in Deutschland sitzen und dein bester Kumpel gerade in Kolumbien oder China ist völlig egal.
00:26:49: Menschen mit körperlichen Einschränkungen können mitmachen, chronische Erkrankung spielen keine Rolle.
00:26:54: Soziale Angst auch nicht!
00:26:56: Menschen mit sozialer Angst finden hier oft einen sehr guten geschützten Raum für Interaktion.
00:27:01: Digitale Räume ermöglichen eine beispiellose Spezialisierung.
00:27:04: also Personen mit spezifischen Interessen, Subkulturen oder marginalisierten Identitäten die in einem echten physischen Umfeld isoliert werden weil sie vielleicht anders aussehen und sich anders kleiden als der Schnitt Finden online mühelos weltweit Anschluss.
00:27:18: Das ist ein Riesenmehrwert!
00:27:21: Und so hier klassische Hürden wie Kleidervorschriften und sowas, feine Metze eigentlich weitgehend weg.
00:27:25: Die meisten sitzt ja wahrscheinlich in der sprichwörtlichen Unterhose.
00:27:29: vom Screen Ist ein Witz aber kann sein.
00:27:32: Auf der anderen Seite gibt es aber auch erhebliche sociologischen Nachteile und die muss man auch benennen.
00:27:37: Virtuelle Räume neigen strukturell zu Homophilie.
00:27:42: Was is das?
00:27:43: Homophilie ist die Neigung von Menschen, Freundschaften oder soziale Kontakte bevorzugt mit Personen zu knüpfen, die ihnen ähnlich sind.
00:27:51: Also gleich und gleich gesät sich gern!
00:27:53: Das ist die Übersetzung eigentlich.
00:27:55: Wäre man in einem physischen Park oder einer Bibliothek oder so ja unweigerlich auf Menschen trifft, die eine andere Altersgruppe haben, eine anderen sozialen Geschichte angehören, andere politische Ansichten haben, begegnest du in deinen eigenen digitalen Räumen vor allem den Leuten, die du selber vors selektiert hast?
00:28:13: Also Zufallsbegegnung mit dem gesellschaftlich, ich sag mal fremden sind super essenziell um Empathie und Toleranz aufzubauen im gesamtgesellschaftlichen Gefüge.
00:28:24: Das muss er trainiert werden.
00:28:25: aber das fällt dann im Netz her weg weil du ja nur noch mit den Leuten redest die du ja vorher schon irgendwie aussortiert hast oder dazu sortiert hast.
00:28:35: Und genau das passiert da jeden Tag.
00:28:36: jeder hängt in seiner eigenen Blase ab kriegt immer nur das gleiche erzählt.
00:28:39: Und wenn du nur mit Leuten abhängst, die dich nicht einmal kritisieren.
00:28:42: Nicht hinterfragen!
00:28:43: Nicht mal eine neue Idee haben sondern gleich gleich gleich leicht dann könnte das zum großen Problem werden.
00:28:49: und am Ende kommt noch das problem der fehlenden.
00:28:51: ich sag mal Verkörperung Körpersprache Blick-Kontakt nonverbale Signale wirken in einer analogen Welt natürlich komplett anders als digital.
00:29:01: Da gibt es natürliche Konfliktdämpfer da gibt's vielleicht gegenseitiges Vertrauen weil man sich mal berührt hat oder so ein Schulterklopfer.
00:29:08: In der virtuellen Umgebung wird das komplexer.
00:29:11: Da ist man eher anonym mehr und man leigt schneller zu toxischen Verhalten, wie man so schön sagt und trolling also soziale Bindung sind dann doch in der Erfahrung die Wissenschaft flüchtiger auch wenn mir jetzt natürlich viele Leute widersprechen würden und sagen ich habe digital meine besten Freunde kennengelernt oder vielleicht sogar meine Frau mein Mann mag alles sein?
00:29:32: Die Wissenschaft sagt noch etwas anderes weil Nicht zuletzt sind diese virtuellen Orte ja fast ausnahmslos kommerzielle Orte.
00:29:40: Und ich muss das Wort einmal sagen, proprietäre Plattform heißt nichts anderes als dass ein Bieter alles entscheidet.
00:29:48: Ein Anbieter kontrolliert die Technik und die Nutzer sind alle an diesen einen Hersteller gebunden.
00:29:52: Wenn der was entscheidet müssen alle mit den Konsequenzen umgehen.
00:29:55: Das heißt im Falle du musst mehr zahlen oder dich einfach neuen Gesetzmäßigkeiten anpassen weil der Herrscheller meint da es ist jetzt so!
00:30:02: Während also ein öffentlicher Platz im echten Leben so ein echtes Allgemeingut darstellt, unterliegen digitale Räume, Geschäftsmodellen, Datenerfassung und den lauenen privater Großkonzerne.
00:30:15: Du hast also quasi digitale Zuflucht und eine maßgeschnadete Vernetzung aber demokratiefernde Funktion sowie im analogen Raum die gibt es kaum noch.
00:30:27: Und genau deswegen kommt Frank Walter Steinmeier nach Köln.
00:30:31: lange Klammer Aber wichtig, unser Bundespräsident reist deswegen nach Köln auf die Gamescom mutmaßig nicht weil er gerne Counter-Strike zockt oder Minecraft also ermöge mir das Gegenteil beweisen.
00:30:44: Ich würde mich freuen für ihn.
00:30:46: Er geht dahin mit Institutionen wie Die Vereinten Nationen, Das Internationale Rote Kreuz und Europol, die stehen alle auf der Rednerliste Weil Videospiele kein isolierter Unterheitungssektor mehr sind sondern ein zentraler gesellschaftspolitischer Raum.
00:31:03: Und diese Erkenntnis wird immer wichtiger!
00:31:05: Ich meine, machen wir uns nix vor... Wir haben drei wichtige Wahlen in diesem Jahr an Deutschland vor uns und es wird immer richtiger wie man Menschen im Internet erreicht.
00:31:13: Die etablierten Parteien haben das ein bisschen verkackt wenn ich das so sagen darf und haben's verschlafen.
00:31:17: andere Parteien macht das sehr viel cleverer und dann muss man eben gucken wie man heutzutage mit Wahrheiten umgeht und wie man menschen informiert und Menschen einbindet in einen gesellschaftlichen Prozess.
00:31:28: Das Problem ist nämlich eine hybride Öffentlichkeit und damit eine entstehende Radikalisierung.
00:31:34: Gaming-Plattform, also eine mögliche Radikalisierung, Gaming-Platform und diese ganzen Kommunikationsräume da drin – also in Game, Chats
00:31:41: usw.,
00:31:42: und Plattformen wie Discord – die sind heute schon – und das ist schon festgestellt worden – Primärkanäle sozialer Interaktionen.
00:31:49: Das nutzen extremistische Gruppierungen geballt aus!
00:31:53: Die nutzen angeschlossene Lobbys und Gaming-Chats Und damit wird dann Recruiting betrieben und eine Desinformationskampagne.
00:32:02: Weitgehend unbemerkt von traditionellen Medienaufsichtsbehörden, also die für Inhaltskontrolle zuständig werden.
00:32:08: Dann kommen wir zur Völkerrecht- und Wertevermittlung.
00:32:11: Wenn das rote Kreuz auf der Gamescom debattiert, geht es um handfeste Moral- und Regelmechaniken in unserer Welt.
00:32:18: Wie wird humanitäres Völkerrecht in Kriegssimulation zum Beispiel abgebildet?
00:32:22: Welche ethischen Normen werden über Belohnungssysteme in die Köpfe von Millionen reingepresst?
00:32:28: Ich bin keiner, der jetzt schreit Zeta und Morgio ihr dürft keine Schießspiele spielen um es ganz einfach auszudrücken.
00:32:34: Habe ich selber gemacht mache ich im Fall selber noch.
00:32:37: Darum geht's nicht.
00:32:38: Kriege gab es immer schon und Kriege wurden immer schon gespielt.
00:32:41: Früher halb mit Holzgewehren, da gab's die digitale Umsetzung noch nicht mit Räuber und Standame oder wie man's genannt hat.
00:32:47: heute halt digital.
00:32:48: das ist brutal und wird es auch immer bleiben.
00:32:50: war es damals schon in der Kinderfantasie?
00:32:53: aber trotzdem ist es nicht grundsätzlich zu verteufeln.
00:32:56: meine Meinung.
00:32:57: nur muss genau diese Grauzone irgendwie reguliert werden.
00:33:01: du kannst nicht Leuten einfach überall die Möglichkeit geben ganz geheimlich auszutauschen.
00:33:06: Jedenfalls sehe ich das so.
00:33:07: Nirgendwo sonst verschwimmen nämlich Monetarisierungen, Datensammelwut und Verhaltenspsychologie so nahtlos wie im Gaming – vor allem auf dem Handy!
00:33:16: Die kannst du ja noch gucken wo du gerade rumläufst….
00:33:19: Und dann gibt's noch diese glücksspielähnlichen Beute-Mechaniken …und KI generierte Interaktionen.
00:33:25: Wir stellen also heute fest kurz von der Gamescom die Videospiele sind das Testlabor für die Regulierung der digitalen Welt von morgen.
00:33:32: Damit müssen wir uns auseinandersetzen.
00:33:33: Wir brauchen Gesetze auch für den digitalen Raum und ich bin nicht für Kontrolle überall!
00:33:39: Ich habe mich gerade im Video gesehen, glaube ich gesehen das in einem neuen Golf ist eine Kamera drin im Spiegel, im Rückspiegel die kontrolliert ob du angeschneid bist also richtig ob du quasi nicht nur den Gurt hinter dir in die Klinke rein gemacht hast weil du kein Bock drauf hast.
00:33:55: Natürlich schneide ich mich an, aber ich finde es absurd dass eine Kamera mir sagt.
00:33:59: Ich muss mich anschneiden und das macht vor wenig weil die uns kontrollieren wollen sondern war Die europäische Union das als regelvorgegeben hat.
00:34:07: Und dann übrigens spannend wenn du die kamera abklebst im spiegel oder den spiegl wegdrückst Sagt die software dir du solltest den spiegel wieder zurückstellen weil sie dich nicht sehen kann.
00:34:16: krass Das nur am branden.
00:34:20: Also digitaler raum im gaming ist für viele ein ganz wichtiger Ort, für die persönliche Entwicklung.
00:34:27: Für das Ausleben bestimmter Interessen und soll ein geschützter Raum sein.
00:34:31: aber es darf kein Raum sein dem wir uns nicht genau angucken wenn sagen wir mal Die falschen Akteure die dies mit der pluralistischen Gesellschaft Mit dem miteinander gar nichts so wirklich haben Genau diese Orte ausnutzen um Leute radikal zu machen.
00:34:46: Dafür brauchen wir Regeln oder wenigstens einen Austausch.
00:34:51: Der hat hier eine Heimat in meinem Podcast und der hat die nächsten Tage eine Heimart in Köln.
00:34:56: Bei der Games kommt es im Jahr zwanzig.
00:34:58: Und jetzt versuche ich, Hundertfünfzig Wörter auf den Posten zu schreiben.
00:35:02: Das ist für meine Sauklaube meiner Linke einfach das gar nicht schaffen.
00:35:06: Jesus!
00:35:07: Ich bin äh...interessiert.
00:35:10: Zockst du?
00:35:11: Zocken
00:35:12: sie?!
00:35:12: Sind Sie ein Zockerich, eine Zockerinah?
00:35:15: Spielt so was?
00:35:16: Und wenn ja was, das würde mich interessieren.
00:35:17: Und vor allem ob Du dafür schon mal gezahlt hast Das ist die große Gewissensfrage.
00:35:24: Weil, dass man sich mal so ein Spiel fürs Handy runter lädt, das machen die meisten von uns vor allem die über sechzigsten wir bereits kennengelernt haben.
00:35:32: Aber die Frage ist ob man auch bereit ist dafür zu zahlen weil dann wird es ja sportlich bei Dann ist es ja da meint man's ja ernst Da machten sie sich das nicht nochmal angucken.
00:35:39: dann ist einem das sehr wichtig was da passiert.
00:35:42: also ich habe schon für games gezahlt auf dem händi so ist es leider Wahrscheinlich auch zu viel und das war wahrscheinlich irgendwie so einen zeitvernichtungsspiel.
00:35:51: Aber manchmal muss man sich einfach mal kurz ein bisschen runter beamen, raus beam.
00:35:55: Also was stockst du?
00:35:56: Und haste da Fisch und Geld ausgegeben!
00:35:58: Und wenn ja wieviel... So, sagt er mal!
00:36:03: Mach dich doch mal transplant!
00:36:07: Und damit machen wir hier bei der Gamescom Ostgullen jetzt Feierabend für die Episode!
00:36:15: Freit doch habe ich schon super Just!
00:36:18: Der kann's mit Stimmen noch besser.
00:36:20: Ich habe mir angewöhnt, die Namen nicht mehr zu sagen weil ich nicht jinxen will.
00:36:23: Ich will ja dass die Gäste wirklich kommen und dass da nichts dazwischen kommt.
00:36:25: deswegen sage ich nicht wer es ist aber die Person die am Freitag zu Gast sein wird hier bei Zeitakt Die kann perfekt mit ihrer Stimme umgehen.
00:36:34: Die Person ist unfassbar komisch sehr clever sehr schnell im Kopf Und noch einmal sei es gesagt richtig gut damit die eigene Stimme Zu verzerren zu verändern und bestimmte Dialekte oder Geräusche rauszuholen.
00:36:50: Das soll als interessante Rampe für heute reichen.
00:36:53: Ich wünsche dir einen schönen Dienstag, einen schöneren Mittwoch und ein schöner Donnerstag und dann hören wir uns am Freitag schon wieder!
00:36:58: Es ist doch quasi morgen!
00:37:00: Danke für die Aufmerksamkeit!
00:37:02: Gehabe dich wohl!
00:37:04: Abiantol tschüss!
00:37:13: Und du sagst Leuten Bescheid, dass das hier ein guter Brotgas ist.
00:37:22: Dass sie die eben haben.
00:37:23: Tschüss!
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