#031 - Das Weihnachtsspecial! Gurke, Rudolf und Kevin

Shownotes

Heiligabend steht vor der Tür – und Zahltag rechnet die Weihnachtswoche durch. Eine neue 45-Minuten-Doku rollt den spektakulären Louvre-Raub noch einmal auf, inklusive harter Kritik eines ehemaligen Juwelendiebs. Währenddessen zeigt ein Blick in die Statistik: An Heiligabend werden in Deutschland nur 1.470 Kinder geboren – weniger als an fast jedem anderen Tag. Auch ein angeblich deutscher Weihnachtsbrauch entpuppt sich als Mythos: 91 % kennen die berühmte Weihnachtsgurke gar nicht. Dazu die überraschend traurige Entstehungsgeschichte von Rudolph mit 2,4 Millionen gedruckten Malbüchern – und ein großes Weihnachtsfinale mit „Kevin – Allein zu Haus“: Das Haus in der 671 Lincoln Avenue wurde kürzlich für mehrere Millionen verkauft, begleitet von wilden Fan-Theorien, Drehrekorden und der Frage, wie oft Harry und Marv diesen Film eigentlich nicht überlebt hätten. Ein Weihnachtsspecial voller Zahlen, Geschichten und Popkultur.

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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)

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00:00:00: Ho, ho, ho!

00:00:01: Endspurt, morgensheilig Abend.

00:00:04: Und ich hab ja versprochen, dass ich dich über die Falltage nicht alleine lasse, also los geht's.

00:00:20: Es ist Dienstag der Dreiundzwanzigste, Zwölfte, Zweitausendfünfundzwanzig.

00:00:23: Hier ist Daniel Boschmann mit Zahltag.

00:00:25: Wir rechnen mit der Woche ab.

00:00:27: Ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter.

00:00:30: Erst die Meldung, dann das Abschweifen, das ist hier der Auftrag.

00:00:34: Heute, sag ich gleich vorweg, eine Weihnachtsspezial-Sendung.

00:00:38: Es gibt viele anste Themen gerade, die viele Zahlen geliefert hätten, hab ich drüber nachgedacht.

00:00:43: und dann hab ich gesagt, nee, für meine eigene seelische Gesundheit und auch wahrscheinlich für deine, will man jetzt so kurz vor Heiligabend nochmal komplett hier in dem Podcast alles Schlimme der Welt hören und auch die richtig krassen wichtigen Themen, weiß ich nicht.

00:00:56: Kann sein, ich hab mich dagegen entschieden.

00:00:58: Was es aber auf jeden Fall gibt, ist das Louvre Update.

00:01:05: Ich hatte kurz Angst, es kommt nichts mehr um die Feiertage.

00:01:08: Aber iwo!

00:01:10: Ich hab noch mal hier auf eine kleine Goldader gestoßen.

00:01:13: forty-fünf.

00:01:14: Eine neue, forty-fünf-minütige Doku analysiert das Verbrechen aus dem Louvre mit einem Juwelendieber als Experten.

00:01:21: Und der teilt mal richtig aus.

00:01:24: Ha, ha, ha, ha!

00:01:24: Eintausend vierhundertsiebzig.

00:01:26: Eintausend vierhundertsiebzig Kinder kommen in Deutschland als Christkind zur Welt.

00:01:30: Statistisch gesehen.

00:01:31: Eintag hatten noch weniger Geburten.

00:01:33: und wann kommen eigentlich die meisten Kinder im Jahr zur Welt?

00:01:36: Einenundneunzig Prozent der Deutschen kennen diese Traditionen nicht, die aber eigentlich total Deutsch sein soll.

00:01:43: Die Weihnachtsgurke finden viele Amerikaner cool und denken, sie hätten da was Deutsches im Baum.

00:01:49: Stimmt aber gar nicht.

00:01:50: Wo kommt die Weihnachtsgurke her?

00:01:52: Zwei Komma sieben Millionen Mal Bücher.

00:01:55: Dank zwei Komma sieben Millionen Mal Bücher Haben wir heute.

00:01:58: Rudolph the Red Nose Reindeer.

00:02:00: Rudolph the Red Nose, du weißt schon.

00:02:02: Den gibt's, weil eine Kaufhauskette Geld sparen wollte.

00:02:05: Die ganze Geschichte dahinter ist richtig rührend.

00:02:08: Und das hier.

00:02:10: Sechshundertseinundsiebzig.

00:02:12: Sechshundertseinundsiebzig Lincoln Avenue ist möglicherweise die berühmteste Adresse der Filmgeschichte.

00:02:19: Es ist das Haus von Kevin allein zu Haus.

00:02:23: Herzlich willkommen in diesem absurd großen Spezial zu Kevin Allein zu Haus.

00:02:28: Machen wir uns nichts vor.

00:02:29: Ich liebe den Film.

00:02:30: Wir alle lieben den Film.

00:02:32: Ich sage dir, was kostet das Haus heute?

00:02:35: Was ist die Streichstatistik?

00:02:36: Also, wie gefährlich sind die Streicher eigentlich da wirklich, die Kevin gespielt hat?

00:02:40: Was sind die wildesten Fantheorien zu Kevin Allein zu Haus?

00:02:43: Und welche verrückten echten Geschichten gibt's wirklich vom Set?

00:02:47: Ein nicht versiegener Quell der Freude.

00:02:50: Und damit herzlich willkommen zu dieser Episode.

00:02:54: Eine Folge-Zahltag ist keine Folge-Zahltag ohne den Louvre.

00:02:57: Es ist eine Geschichte, die mir sehr viel geschenkt.

00:02:59: Seit Oktober kriege ich eigentlich alle zwei Tage was geschenkt.

00:03:03: Ist schön.

00:03:21: Ja, und da knallt's ordentlich.

00:03:23: Die Sicherheitskameras sind schlechter als bei einem Staubsaugerroboter, heißt es, und vor allem eine Frage wird wieder heiß diskutiert.

00:03:31: Hatten die Einbrecher doch Hilfe von innen?

00:03:34: Gab es einen Insider?

00:03:37: Die besagte Dokumentation lief am Samstag bei Discovery Plus, kann man jetzt auch noch auf HBO Max und so sehen, und die großen Nachrichtensender wie CNN haben natürlich auch darüber berichtet.

00:03:47: Alles in derselben Gruppe.

00:03:49: Was passiert da?

00:03:50: In dem Film wurden im übertragenen Sinn allen beteiligten Noten gegeben.

00:03:55: Und das hat ein Profi übernommen.

00:03:57: Der ehemalige Juwelendieb Larry Lawton.

00:04:00: Einer, der weiß, wovon er spricht, wenn er von einem Juwelenraub spricht.

00:04:04: Und das ist eine superspannende Person.

00:04:06: Ich habe recherchiert.

00:04:07: Wer ist das?

00:04:08: Larry Lawton gilt als erfolgreicher, berüchtigter Juwelendieb, weil er seine Taten mit einer für kriminelle, ungewöhnlichen Professionalität und Planung angegangen ist.

00:04:19: Es wird geschätzt, dass er in den Neunzigern und Neunzigerjahren Schmuck und Diamanten im Wert von fünfzehn bis achtzehn Millionen US-Dollar erbeutet hat.

00:04:27: Er soll dabei rund zwanzig bis fünfundzwanzig Juwiliergeschäfte entlang der US-Küste ausgeraubt haben.

00:04:33: Das war sowas wie ein Wandernder Dieb, kann man so sagen.

00:04:36: Was ihn von Amateuren unterscheidet, war sein methodisches Vorgehen.

00:04:41: Er hatte viel Fachwissen.

00:04:42: Lorden investierte sogar, also sowas wie in den Ausbildungsberuf Dieb.

00:04:47: Er hatte laut eigenen Angaben über Zehntausend Dollar eine professionelle Ausbildung im Juwelierhandwerk ausgegeben, um Diamanten selbst perfekt bewerten zu können und um zu wissen, welche Stücke sich am besten weiterverkaufen lassen.

00:04:59: Bei der Planung war er auch richtig gewitzt.

00:05:02: Er kundschaftete ziele tagelang aus, das nennt er Casing, nutzte Mietwagen unter fremden Namen dafür und achtete darauf, keine Spuren wie Fingerabdrücke zu hinterlassen.

00:05:11: Er behauptet bis heute über Jahre hinweg, keine einzige verwertbare Spur am Tatort hinterlassen zu haben.

00:05:18: Und er hatte eine massive Disziplin.

00:05:20: Seine Überfälle dauerten oft nur wenige Minuten und folgten einem exakten Zeitplan, um der Polizei eben immer einen Schritt voraus zu sein.

00:05:29: Das alles klingt doch irgendwie nach dem Louvre-Überfall, oder?

00:05:34: Fragt man sich, wie ist er dann geschnappt worden, wenn er denn so perfekt war?

00:05:38: Er hat den einen entscheidenden Fehler gemacht.

00:05:41: Beim Casing, also beim Ausspionieren.

00:05:43: Kurz nach einem erfolgreichen Raubüberfall im Jahr nineteen- sechsen- neunzig hat er gleich das nächste potenzielle Ziel ausgespät.

00:05:50: Er war wohl zu gierig.

00:05:52: Eine Mitarbeiter eines Jubilägeschäfts ist dann ein verdächtiger Mann aufgefallen, der sich auffällig lange in der Nähe des Ladens aufgehalten hat und das Gebäude beobachtete.

00:06:03: Der Mitarbeiter hat sogar das Kennzeichen vom Wagen notiert, in dem er unterwegs war, also Lorden, und rief die Polizei.

00:06:11: Das Kennzeichen.

00:06:11: dann führte die Ermittler zu einer Autovermietung und da hat er das allererste Mal wohl in seiner Diebkarriere den einen großen Fehler begangen.

00:06:19: Er war im Mietvertrag als zweiter Fahrer, wird seinem echten Namen registriert.

00:06:24: Er hat bis heute nicht eingestanden, warum er den Fehler gemacht hat.

00:06:27: Einfach vielleicht ein Lapsus, einmal nicht nachgedacht.

00:06:30: Und damit hatte das FBI zum ersten Mal eine konkrete Spur zu dieser Diebes-Serie.

00:06:36: Der Mittler konnten Lorten nun mit einem Überfall in Verbindung bringen, der kurz zuvor stattgefunden hatte und beinahe sogar tödlich geendet wäre.

00:06:44: Bei diesem Raub hatte sich der Ladenbesitzer gewährt und mit einer Pistole das Feuer auf die beöffnet, also mehr als nur ein.

00:06:51: Eine Kugel, verfehlte Lorten nur knapp, traf aber seinem Bruder, der ebenfalls an dem Raub beteiligt war.

00:06:58: Die Tatsache, dass sein Bruder medizinische Hilfe gebraucht hat, auch wenn sie nicht in ein offizielles Krankenhaus gebracht haben, Hinterließ zusätzliche Spuren im Umfeld und das FBI recherchierte.

00:07:11: Am zweiten Dezember,九zehnundsechsohneunzig, schlug das FBI schließlich in Flori dazu.

00:07:16: Durch Fingerabdrücke konnte Lorden ein Raubüberfall zweifelsfrei nachgewiesen werden.

00:07:21: Obwohl ihm dann ein Deal angeboten wurde.

00:07:24: Nur drei Jahre Haft, wenn er seine Komplizen verrät, blieb er seinen Codextreu und schwieg.

00:07:31: Das Ergebnis, anstatt drei Jahren Haft, bekam er zwölf.

00:07:36: Wahnsinn.

00:07:37: Er wurde wegen organisierter Kriminalität und Raubes verurteilt und erhielt die Strafe von zwölf Jahren in einem Bundesgefängnis mit maximaler Sicherheitsstufe.

00:07:47: Nach seiner Haftstrafe hat er seine Expertise dann in eine legale Karriere umgewandelt.

00:07:53: Er ist heute ein gefragter Berater für Sicherheitsfirmen und die Polizei.

00:07:56: Er analysiert für Medien wie jetzt für die Nouverraub weltweit spektakuläre Einbrüche.

00:08:02: Er ist übrigens auch Der einzige ehemalige Heftling in den USA, der zum Ehrenpolizisten ernannt wurde, nennen die Honorary Police Officer.

00:08:13: Und er wurde sogar vor dem US-Kongress für seine Arbeit mit gefährdeten Jugendlichen anerkannt.

00:08:19: Er hat ein eigenes Programm auf die Wege gebracht.

00:08:22: Lawton hat insgesamt elf Jahre abgesessen in einem der härtesten Bundesgefängnisse der USA.

00:08:28: Er erlebte dort massive Gewalt, Korruption auch bei den Wachen und Isolation.

00:08:33: Und während dieser Zeit begann er, über den Schaden nachzudenken, den er angerichtet hatte.

00:08:38: Eben nicht nur finanziell, sondern auch emotional für die Opfer und seine eigene Familie.

00:08:43: Er entschied, das, was er nach seiner Entlassung machen wollte.

00:08:46: Er wollte sein Insiderwissen nutzen, um Jugendliche vor dem selben Weg zu bewahren.

00:08:51: Nach seiner Entlassung hat er dann das Reality-Check-Programm entworfen und im Gegensatz zu vielen anderen Programmen, die immer nur auf Abschreibkungen setzen, hat er dann seine kriminelle Vergangenheit genutzt, um authentisch zu sein, um einfach zu erzählen, das klingt verlockend alles mit dem Geld, aber jetzt zerstört euch.

00:09:07: Er hat den Jugendlichen nicht nur die Angst vor dem Gefängnis gezeigt, sondern eben auch die totale Zerstörung des Selbstwertgefühls und den Verlust der Freiheit.

00:09:15: Er erklärt ihnen die Psychologie des Verbrechens und wie man stattdessen eigene soziale Kompetenzen entwickelt.

00:09:22: Sein Programm war so erfolgreich, dass er im August, zwei Tausend, dreizehn offiziell dann vom US-Kongress für seine Arbeit mit gefährdeten Jugendlichen gewürdigt wurde.

00:09:31: Ein beispielloser Schritt für einen verurteilen Straftäter.

00:09:36: Die vielleicht spektakulärste Anerkennung dann, ich habe es eben schon gesagt, erfolgte dann in Lake Ozark in Missouri.

00:09:42: Übrigens genau wie die Serie Ozark.

00:09:45: Ich wollte es nun mal sagen.

00:09:46: Die dortige Polizeibehörde war so beeindruckt von seinem Einsatz für die Gemeinschaft und von seinem Expertenwissen, dass sie ihn zum Honorary-Police-Office gemacht haben, also zum Ehrenpolizisten.

00:09:57: Heute hat er mit über ¼ Millionen Abonnenten auf YouTube eine riesige Plattform geschaffen, auf der er die Psychologie und Fehler von Kriminellen erklärt, was ihm den Status eines Pop-Kultur-Experten für Raub-Überfälle eingebracht hat.

00:10:11: Und deswegen haben die die noch angerufen für diese Doku.

00:10:15: Und diese Analyse liebe ich, angeschnallt und hingesetzt.

00:10:20: Dieser Joviendieb und ihrem Polizist bewertet den Einbruch im Louvre vom neunzehnten Oktober so.

00:10:26: Er ist fest davon überzeugt, dass die Diebe Hilfe von innen hatten.

00:10:33: Er begründet dies mit zwei entscheidenden Details.

00:10:37: Erst mal die Wahl des Fensters.

00:10:39: Die Diebe wussten exakt welches Fenster im ersten Stock der Galerie d'Apollant eben nicht durch Alarmsensoren gesichert war oder an diesem Morgen eine Schwachstelle aufwies.

00:10:48: Und zweitens das Glas.

00:10:50: Die haben ja Trennschleifer benutzt, wissen wir alle, ne?

00:10:53: Aber die waren genau auf die dicke und den Typ des Panzerglasses der Vitrien abgestimmt.

00:10:58: Laut Lorten kann man das nur wissen, wenn man entweder die Baupläne oder Informationen von einem Insider hat, also einem von der Sicherheitsfirma oder ein Techniker.

00:11:08: Und dann gab es natürlich noch das Versagen der Technik.

00:11:10: Lorten sagt, Der Status, technisch gesehen, ist im letzten Jahrhundert stecken geblieben beim Lufere, also total peinlich.

00:11:16: Der tote Winkel war auch ein Problem.

00:11:19: Die einzige Außenkamera, die den Balkon hätte filmen können, war auch noch falsch ausgerichtet.

00:11:24: Lorden witzelt in einem Video, dass ein Rumba-Staubsauger, also so ein Staubsaugerroboter, mehr Orientierung im Raum gehabt hätte als die Kameras da.

00:11:35: Ich find's sensationell.

00:11:37: Und es gibt keine Innenaufnahmen.

00:11:38: Zum Zeitpunkt des Einbruchs gab es keine funktionierenden Videoaufzeichnungen aus dem Inneren der Galerie.

00:11:44: Ja, und genau deshalb wusste die Polizei erstmal gar nicht, wo sie hinfahren soll.

00:11:48: Und deswegen haben sie die Liebe verpasst.

00:11:50: Er hat aber nicht nur den Museumnoten gegeben, sondern eben auch den Tätern.

00:11:54: Trotz der Beute von über einhundert Millionen Euro macht Lorten sich ein bisschen lustig, sagen wir mal.

00:11:59: Zum Beispiel die feingelassen Krone, wissen wir ja, ne?

00:12:01: Dass die Diebe bei der Flucht die Krone der Kaiserin Eugenie haben fallen lassen, ist für den Profi wie Lorden das ultimative Zeichen dafür, dass die Panik hatten und eine mangelnde Disziplin.

00:12:12: Also keine Profis.

00:12:13: Zitat, Lorden, ich habe fünfundzwanzig Jubilier rausgeraubt und nie auch nur einen O-Ring verloren.

00:12:20: So sein Urteil.

00:12:22: Jetzt muss man fairerweise aber auch sagen, das sagt er nicht, sondern ich.

00:12:26: Der hat ja irgendwelche Land- und Wiesenjuveliere einer Ostküste von Amerika ausgeraubt und nicht das berühmte Museum der Welt.

00:12:32: Das sagt er natürlich jetzt nicht.

00:12:34: So.

00:12:34: Zur Spurensicherung sagt er auch was.

00:12:36: Er bezeichnet es als lächerlich, dass die Täter über einhundertfünfzig DNA Spuren- und Fingerabdrücke hinterlassen haben.

00:12:42: Ein Profi würde den Tatort laut Lorten klinisch rein hinterlassen, sagt er.

00:12:48: Er vermutet, dass sie die Bekeimplanen für den Weiterverkauf haben, übrigens, weil wir immer noch alle raten, wo sind die ganze Schmuckstücke.

00:12:54: Die Schmuckstücke sind so bekannt, dass man die nicht am Stück verkaufen kann.

00:12:57: Echte Profis hätten laut Lorden den Käufer bereits vor dem Raub fest am Haken gehabt.

00:13:03: Und zum Zeitfenster sagt er auch noch was.

00:13:05: Lorden analysiert, dass die Diebe genau wussten, dass die Wachleute im Louvre primär darauf geschult sind, nur Besucherströme zu lenken und eben nicht einem bewaffneten oder technisierten Blitzüberfall zu stoppen.

00:13:18: Die acht Minuten reichten also komplett aus, weil die Kommunikation zwischen den Sicherheitskräften und der Pariser Polizei in den ersten Momenten ein völliges Chaos war.

00:13:28: Um seine abschließende Einschätzung, die Diebe hatten mehr Glück als verstand, also bis zu dem Zeitpunkt, weil sie auf ein veraltetes Sicherheitssystem getroffen sind, das einen so direkten Angriff schichtfähig nicht auf dem Schirm hatte.

00:13:39: Am Ende war es eine Mischung aus extrem gut vorbereiteten Planern, das sagt er schon, und stümperhaften Amateuren, weil sie so viele Fehler gemacht haben.

00:13:48: Die Dokumentation von Samstag erklärt übrigens auch, warum das Personal jetzt in den letzten Tagen gestreikt hat.

00:13:53: Das finde ich spannend, also sehr aktuell.

00:13:56: Die gezeigten Sicherheitslücken bestätigen nämlich genau die Befürchtung der Mitarbeiter, dass das Museum chronisch unterbesetzt und technisch veraltet ist.

00:14:03: Und man muss sagen, ich habe es in den letzten Folgen schon gesagt, dass die Franzosen vor allem eins können, Streik, und der Streik hat auch schon wieder geholfen.

00:14:10: Der aktuelle Streik ist jetzt vorbei, also die Beschäftigten im Pariser Louvre haben drei Tage gestreikt, der Louvre ist jetzt wieder geöffnet, Aber muss sagen, der Arbeitskampf hat sich gelohnt, gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Einsparungen.

00:14:23: Seit Beginn des Streiks hat sich nämlich das Kulturministerium verpflichtet, auf die Streichung von fünf Komma sieben Millionen Euro zu verzichten.

00:14:31: Äh, ich sag mal so, wäre vielleicht auch nicht ratsam, jetzt in der Situation nochmal Geld einzustreichen.

00:14:37: Läuft ja schon nicht so gut.

00:14:39: Außerdem sind vom Kulturministerium Neueinstellung und höhere Gehälter in Aussicht gestellt worden.

00:14:45: Nice.

00:14:46: Voll ins Zufrieden sind die Streikenden aber nicht.

00:14:48: Ihnen fehlen weiterhin Antworten auf die dringenden Sicherheitsfragen und deswegen hat man kurz vor Weihnachten doch nochmal ein Aussicht gestellt, wenn die Vorstritte bei dem Verhandlung nicht gut genug werden, dann, metern sie messieurs, würden Viere mit der Gewerkschaft direkt ab fünften Januar wieder mobil machen.

00:15:04: Und dann wäre der nächste Streik da.

00:15:06: Ich liebe diese Geschichte!

00:15:09: Ah, merci bien.

00:15:11: Danke für das Jahr, zwei tausendfünfundzwanzig liever Louvre.

00:15:14: Mitte hoffen, dass immer mehr kommt.

00:15:15: Danke, danke, danke.

00:15:17: Morgen ist heilig Abend, Weihnachten.

00:15:20: Das Christkind kommt.

00:15:20: Hattet ihr auch so einen Brauch mit so einer Glocke?

00:15:22: Also das ist eine Kindheitsänderung, die ich habe.

00:15:24: Ich musste immer erst auf mein Zimmer und dann wurden da die Geschenke unter dem Baum gelegt im Wohnzimmer und dann, wenn die Glocke geklängelt hat, also mein Vater, dann war das Christkind da und dann durfte ich aus meinem Zimmer ins Wohnzimmer und anfangen Geschenke auszupacken.

00:15:37: Diese Änderung ist manifestiert in meinem Kopf.

00:15:40: Hattet ihr das auch?

00:15:41: Apropos Christkind, da hab ich recherchiert.

00:15:44: Ein-tausend vierhundert-siebzig Kinder kommen in Deutschland durchschnittlich an Heiligabend zu Welt.

00:15:51: Das Statistische Bundesamt hat das als Zahl der Woche veröffentlicht.

00:15:54: Das ist deutlich weniger als im Jahresdurchschnitt, da Geburten an Feiertagen grundsätzlich seltener eingeleitet werden ist ja verständlich.

00:16:01: Damit ein Kind übrigens rein rechnerisch genau an den Weihnachtstagen zur Welt kommt, muss die Empfängnis also die Befruchtung zum folgenden Zeitpunkt stattfinden.

00:16:10: Für Heiligabend, April, muss die Empfängnis am zweiten April erfolgen.

00:16:16: Roundabout, also an Ostern!

00:16:20: Diese Jesusnummer läuft ja richtig, also von der Auferstehung zur... Na ja, du weißt schon, was ich mein, ne?

00:16:26: Ärzte rechnen ja oft mit vierzig Wochen, also insgesamt mit zweihundertachzig Tagen ab dem ersten Tag der letzten Periode.

00:16:33: Die tatsächliche Schwangerschaft ab dem Eisprung bzw.

00:16:36: der Befruchtung dauert ja, wie wir wissen, nur so zweihundertsechzechzig Tage.

00:16:40: Also etwa achtunddreißig Wochen.

00:16:42: Wenn man also planen wollte, dass es ein Christkind wird, ungefähr zweiter April.

00:16:47: Aber Vorsicht!

00:16:49: Nur vier bis fünf Prozent aller Kinder kommen ja tatsächlich am errechneten Stichtag zur Welt.

00:16:53: Die meisten Babys werden ja in so einem Zeitfenster von zwei Wochen vor bis nachher irgendwie geboren.

00:16:58: Grundsätzlich aber ist der Heiligabend nicht der mit dem wenigsten Geburten, sondern der erste Feiertag.

00:17:03: Der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, der feiertag, feiertag, feiertag, feiertag, feiertag, feiertag, feiertag, feiertag, feiertag, feier Planbare Eingriffe wie Kaiserschnitt oder Eindeitung oder sowas.

00:17:26: Zum Vergleich übrigens, der Geburten reichste Monat ist der Juli.

00:17:31: Indem werden oft über zwei tausend dreihundert Kinder pro Tag geboren, also fast neunhundert mehr als am Weihnachten.

00:17:36: Aktueller Spitzenreiter, wenn man sich einen Tag aussucht, der jüngsten Vergangenheit, dann war das der zehnte Juli.

00:17:43: Dann ist das der mit den meisten Geburten.

00:17:45: An dem Tag kamen zwei tausend dreihundertzehn Babys zur Welt.

00:17:49: Das sind Daten von zwei tausend dreiundzwanzig.

00:17:51: Schaut mal ein bisschen auf einen längeren Zeitraum, liegt der geburtenreichste Tag oft im September.

00:17:57: Viele Statistiken nennen den einundzwanzigsten September oder irgendwas so in der Mitte.

00:18:02: Das liegt wieder rum und da sind wir wieder bei Weihnachten an der Zeugung.

00:18:06: Rechnet man nämlich neue Monate zurück, landet man in der Weihnachtszeit und, wie wir so schön sagen, zwischen den Jahren.

00:18:14: Und so wird Weihnachten eben zum Fest der Liebe, weil dann das Christkind gemacht wird.

00:18:21: Und das kommt dann im September.

00:18:50: Amerikaner finden das nämlich super typisch Deutsch und super cool, die German Christmas Pickle.

00:18:57: Nur zwei Prozent der Deutschen geben an, das überhaupt jemals gehört zu haben.

00:19:00: Oder sogar eine Gurke im Baum zu haben.

00:19:02: Es ist die Geschichte der Weihnachtsgurke.

00:19:05: Und diese Geschichte ist eines des grilsten Beispiel dafür, wie ein Brauch entsteht, obwohl wir gar nichts davon wissen.

00:19:11: Während viele US-Amerikaner, also felsenfest davon überzeugt sind, dass es sich um eine uralte deutsche Tradition handelt, ist das in Deutschland fast völlig unbekannt.

00:19:20: Die wahrscheinlichste Theorie ist die folgende.

00:19:22: Ein Marketinggenie.

00:19:24: Die plausibelste historische Erklärung führt zurück ins neunzehnte Jahrhundert.

00:19:29: FW Woolworth, oder wie wir sagen, Wohlwort, ist der Gründer der berühmten US-Kaufhorskette.

00:19:37: Der hat damals begonnen, gläsernen Christbaumschmuck aus Deutschland zu importieren, nach Amerika, genauer gesagt aus Lauscha in Thüringen.

00:19:46: Grüße.

00:19:47: Die Glasbläser dort stellten nicht nur Kugeln, sondern auch Formen von Früchten, Nüssen und Gemüse her.

00:19:53: Darunter eben auch Gurken.

00:19:55: Und die haben im großen Stil importiert.

00:19:57: Und da sich eine grüne Glasgurke fast gar nicht verkauft hat, im Vergleich zu roten Äpfeln oder goldenen Nüssen, hat man etwas erfunden.

00:20:06: Denn es war erst mal Ladenhüter, die blieben einfach liegen.

00:20:08: Und man lag auf Kosten rum.

00:20:10: Was macht ein guter Verkäufer?

00:20:11: Er schwindelt.

00:20:13: Also.

00:20:14: So ganz genau festgehalten ist es nicht, wenn man der Theorie folgt.

00:20:18: Aber entweder war es ein Marketing-Genie oder Wohlwort, Bullworth selber, und hat die Geschichte vom alten deutschen Brauch einfach erfunden, um so den Absatz anzukurbeln.

00:20:27: Und zack, waren die Gurken weg.

00:20:28: Gute alter europäischer Brauch, zack, da hat der Amerikaner Bock drauf.

00:20:32: Es gibt aber auch eine zweite große Legende, die es ein bisschen bettelt.

00:20:36: Es ist eine Soldaten-Legende.

00:20:38: Die handelt von John C. Lauer oder Lauer.

00:20:42: Ursprünglich wohl Hans Lauer, einem angeblich bayerischen Auswanderer der US-Bürgerkrieg gekämpft haben soll.

00:20:49: Er gried in Gefangenschaft und wurde im berüchtigten Lager Andersonville in Georgia interniert.

00:20:56: Kurz vom Verhungern soll er an Heiligabend einen Wachmann um eine letzte Mahlzeit gebeten haben und das war eine saure Gurke.

00:21:04: Diese Gurke gab ihm angeblich die Kraft zu überleben und nach seiner Freilassung kehrte er heim und begründete die Tradition, eine Gurke als Glückssymbol in dem Baum zu hängen.

00:21:14: Ist natürlich ein bisschen ernster, aber auch eine schöne Geschichte.

00:21:17: So, jetzt kennen wir den Brauch hier alle nicht, aber wir können damit anfangen, oder?

00:21:21: Klingt ja ganz süß.

00:21:21: Wie funktioniert der Brauch eigentlich?

00:21:23: Falls ihr den ausprobieren möchtest, hier die Regeln.

00:21:26: Eine gläsende Gurke wird tief im Innern des Weihnachtsbaums versteckt, da sie grün ist.

00:21:32: ist sie zwischen den ganzen Tanzweigen und den anderen Kugeln schwerer zu finden.

00:21:35: Und am Weihnachtsmorgen, so ist der Brauch, weil die Feinde immer erst am ersten Feiertag, suchen die Kinder vor allem den ganzen Baum ab.

00:21:43: Wer die Gurke zuerst entdeckt, erhält ein zusätzliches Geschenk oder hat im nächsten Jahr besonders viel Glück.

00:21:50: Na dann, hängen wir uns auch mal eine Gurke in den Baum und dann entdecken wir die selber und dann haben wir alle zusammen im nächsten Jahr mehr Glück.

00:21:56: Finde ich gut, wie eine erfundene Tradition zum Marketingknaller wird.

00:22:00: Schwindeln musste.

00:22:02: Diese Geschichte ist großartig, weil sie ein Wesen betrifft, das wir alle kennen.

00:22:07: Rudolf, die Rotnase.

00:22:10: Zwei Komma vier Millionen Mahlbücher.

00:22:13: Zwei Komma vier Millionen Mahlbücher haben uns Rudolf das Rentier geschenkt.

00:22:16: Die Geschichte von Rudolf ist heute ein Milliarden-Franchise.

00:22:19: Damit wird Geld gedruckt.

00:22:21: Aber geboren wurde dieser Charakter aus einem Grundsauber von Kosten ersparen ist.

00:22:26: Das US-Kaufhaus Montgomery Ward kaufte jedes Jahr zu Weihnachten Malbücher ein, um sie Kindern als Werbegeschenk zu geben.

00:22:34: Einfach so gratis, wenn die Mutter gerade was eingekauft hat, so im Klischee.

00:22:38: Das war der Geschäftsleitung, neunzehntneununddreißig, dann aber zu treuer.

00:22:42: Die Anweisung an die Marketingabteilung war, hier erstell mal selber ein Heft, das machen wir hier schön selber, da ist es ja ein schön günstiger, als das dazu kaufen.

00:22:51: Der Auftrag für dieses Malbuch ging dann an den damals, vierunddreißigjährigen Werbetechster Robert L. May.

00:22:58: Sein Chef hat ihn ganz konkret gebeten, eine Geschichte über ein Tier zu schreiben, das ein Außenseiter ist, am Ende aber zum Helden wird.

00:23:05: Das war die Bestellung.

00:23:06: Robert L. May war also mit diesem Auftrag unterwegs und die Geschichte dahinter ist wirklich traurig schön, muss man sagen.

00:23:13: Das ist eine Geschichte von Trauer und Hoffnung.

00:23:16: Der nehme ich diese ganze Rudolf-Rotnasennummer.

00:23:19: war von privatem Leid geprägt.

00:23:21: Während Robert L. May an der Geschichte arbeitete, war seine Frau Evelyn schwer an Krebs erkrankt.

00:23:26: Er beobachtete dabei seine kleine Tochter Barbara, die traurig darüber war, dass ihre Mama anders, also krank war und nicht wie andere Mütter mit ihr spielen konnte.

00:23:36: May identifizierte sich selbst mit dem Außenseiterthema, da er als Kind klein und schüchtern war und oft gehänselt wurde.

00:23:43: Seine Frau verstarb im Juli neunzehnunddreißig noch bevor das Buch fertiggestellt war.

00:23:48: Also wirklich traurig.

00:23:50: Aber trotz des Verlustes arbeitete May weiter, um seiner Tochter eine Freude zu machen.

00:23:56: Und so entstand die Geschichte von Rudolf.

00:23:58: Rudolf hieß übrigens nicht von Anfang an so.

00:24:01: May hat mit vielen Namen gespielt, der erste, der ihm im Kopf kam, war Rollo.

00:24:06: Witzel, wer so klassisch Deutsch, ey.

00:24:08: Das ist Rollo.

00:24:10: Rollo, der droht Nasen, rennt hier.

00:24:12: Das wäre lustig gewesen.

00:24:13: Nee, wurde aber abgelehnt.

00:24:14: Klang zu fröhlich, laut Auftraggeber.

00:24:17: Dann gab es noch originalt, wurde abgelehnt, weil klang zu britisch, auch nachvollziehbar.

00:24:23: Und am Ende kam irgendwann der Name Rudolf ins Spiel und der setzte sich durch.

00:24:27: Die rote Nase übrigens war anfangs auch umstritten.

00:24:30: Können wir uns denken, warum?

00:24:31: Die Geschäftsführung von Montgomery Ward hat befürchtet, dass eine rote Nase mit Alkoholismus assoziiert werden könnte und daher für ein Kinderbuch eher unpassend wäre.

00:24:41: Ja, ihm klingt das mal nachvollziehbar.

00:24:43: May hat aber dann sein befreundeten Illustrator, Denver Gillen, so heißt er, gebeten Skizzen anzufertigen von einem kleinen süßen Rentier im Zoo, um die Chefs zu überzeugen.

00:24:53: Und das hat geklappt.

00:24:55: Montgomery Ward also drückt zwei Komma vier Millionen Hefte.

00:24:59: Ein riesiger Erfolg.

00:25:00: Alle wollten diese Hefte haben.

00:25:02: Aber das Kaufhaus sah darin erstmal nur so ein kurzfristiges Werbemittel, also nichts Größeres.

00:25:07: Und dann kam aber der Durchbruch als Bestseller.

00:25:09: Also erst mal, neunzehnunddreißig, zwei Komma vier Millionen Exemplare kostenlos verteilt.

00:25:15: Neunzehnzechsundvierzig dann, weil das Datum klingt ja ein bisschen auffällig, ne?

00:25:19: Neununddreißig und sechsundvierzig.

00:25:22: Nach dem Weltkrieg war das Interesse an Rudolf so groß, dass nochmal weitere drei Komma sechs Millionen Exemplare gedruckt wurden.

00:25:30: Und so wurde Rudolf vom Buch zum Welthit.

00:25:33: Obwohl er die Geschichte erfunden hatte, gehörten die Rechte ursprünglich seinem Arbeitgeber.

00:25:38: Aber, und das ist das wunderschöne und das weihnachtliche daran, in einer wirklich ungewöhnlich großzügigen Geste überschrieb der Chef vom Kaufhaus, also vom Montgomery Ward, die Urheberrechte, nineteenhundertundvierzig an den verschuldeten Robert L. May, damit dieser in Zukunft finanziell abgesichert war.

00:25:57: Was für eine wundervolle Geste.

00:25:59: Weil, machen wir uns nichts vor, damit hat das Unternehmen richtig viel Geld weggeworfen.

00:26:04: Und jetzt wird es noch schöner.

00:26:05: Weil es das ganze Ding noch zu einer großen Familiengeschichte wird.

00:26:09: Maze Schwager, also der Schwager vom Erfinder von Rudolf, heißt Johnny Marx.

00:26:15: Der ist Songautor und der schrieb daraufhin den berühmten Song Rudolf the Red Nosed Reindeer.

00:26:22: Heißt übrigens Red Nosed, der Benasste oder der Nasende.

00:26:27: Also nicht nur Red Nosed, sondern Red Nosed Reindeer.

00:26:31: So, und mit diesem Song hat man dann Gene Autrey gefunden.

00:26:33: Das war ein bekannter singender Cowboy zu der Zeit und der hat das Lied dann, und es wurde zur zweiterfolgreichsten Weihnachts-Single aller Zeiten.

00:26:43: Was für eine Geschichte, oder?

00:26:46: Eine Geschichte von Familie und von Nettigkeiten.

00:26:49: Und von Zusammenhalt, finde ich, eine richtig schöne Geschichte.

00:26:58: Und jetzt kommen wir zum Spezial.

00:27:01: Ich habe gewöhnt.

00:27:03: Ich habe geguckt.

00:27:04: Ich habe recherchiert.

00:27:06: Wir gucken ihn alle.

00:27:08: Und deswegen sollten wir uns vorbereiten.

00:27:09: Endlich mal.

00:27:10: Sechshundertseinundsiebzig.

00:27:12: Sechshundertseinundsiebzig Lincoln Avenue.

00:27:15: Das ist die berühmte Adresse von Kevin Allein zu Haus.

00:27:20: Diesen Januar, also im Jahr twenty-fünfundzwanzig, wurde genau das Haus, was es wirklich gibt, für etwa fünf Komma fünf Millionen US-Dollar verkauft.

00:27:29: deutlich über dem ursprünglich verlangten Preis von fünf Komma zwei fünf Millionen US-Dollar.

00:27:35: Entspricht ungefähr je nach Kurs, grob zwischen vier Komma acht und fünf Komma sechs Millionen Euro.

00:27:41: Je nachdem.

00:27:42: Im Film wird die Adresse übrigens fälschlicherweise für Chicago gehalten.

00:27:45: Das Haus liegt aber in einem noblen Vorort von Chicago in Winnetka, Illinois.

00:27:51: Heißt eigentlich Illinois oder Illinois?

00:27:53: Ich dachte immer Illinois, aber ich letztens Illinois gehört.

00:27:55: Egal.

00:27:57: So.

00:27:57: Jetzt kommen wir zum Spezial.

00:27:58: Kevin Allein Zuhause.

00:28:00: Zahlen spielen bei Kevin Allein Zuhause eine überraschend große Rolle.

00:28:05: Vom mickrigen Gehalt von Kevin bis zu astronomischen Einspielergebnissen, von der Lebensgefährlichkeit der Streicher und die verrücktesten Fantheorien.

00:28:15: All das habe ich zusammengetragen.

00:28:18: Hier kommt der Deep Dive, der große Ausflug, alles und mehr zu Kevin Allein Zuhause von有一undneunzig.

00:28:25: Ich rede vor allem vom ersten Teil.

00:28:27: Der zweite war, finde ich, geht so.

00:28:29: Und der dritte ist natürlich der Valker.

00:28:30: Das hoffen wir uns ja nix vor.

00:28:33: Fun Fact gleich mal vorweg.

00:28:35: Nur mal neun Tage.

00:28:36: Genau so lange hat der Drehbuchautor John Hughes angeblich gebraucht, um den ersten Entwurf des Skripts zu schreiben.

00:28:41: Neun Tage für Film- und Fernsehgeschichte.

00:28:45: Er hat es übrigens aus Angst so runter gerattet, weil er Angst hatte vor einer wichtigen Reise alles zu vergessen.

00:28:49: Deswegen hat er es einfach so runter gescribbelt.

00:28:52: Eine wunderschöne Geschichte ist auch die von John Candy.

00:28:55: John Candy ist der ein bisschen korpulentere Schauspieler, der Polka-König, Gaspolinsky, mit dem die Mama am Lieferwagen nach Hause fährt, weißt du.

00:29:04: John Candy war ein schon sehr angesagter Schauspieler und hatte nur einen Tag Zeit.

00:29:09: Und an diesem einen Tag hatte er in legendären, dreiundzwanzig Stunden am Stück in einem Marathon alle seine Szenen abgedreht und er hat fast alles improvisiert.

00:29:21: Fast seinen gesamten Text hat er einfach so aus Jugs und Dollerei gefühlt und geschauspielert.

00:29:27: Deswegen sagen heute noch ganz, ganz viele John Kenny aus einer der größten Schauspieler gewesen.

00:29:31: Kommt mal zum Geld.

00:29:33: Der Film ist und bleibt ein absoluter Erfolg.

00:29:35: Hatte achtzehn Millionen Dollar Budget.

00:29:38: Das ist für Hollywood Verhältnisse total migrisch.

00:29:41: Hat damals aber vierhundertsechsund siebzig Millionen eingespielt.

00:29:46: Das war das weltweite Einspielergebnis.

00:29:48: Damit ist Kevin allein zu Hause.

00:29:50: Der erste Teil, fast zwanzig Jahre lang, dann die erfolgreichste Live-Action-Komödie aller Zeiten.

00:29:57: Der Film, der ihn erst abgelöst hat, war Hangover II.

00:30:00: Wie krass erfolgreich kann ein Film sein?

00:30:04: Der Film hat sich übrigens zwölf Wochen ununterbrochen damals auf Platz eins der US-Kino-Charts gehalten.

00:30:10: Wir sagen, dieser Weihnachtsfilm lief im Kino noch als Ostern-Wahl in Amerika.

00:30:14: Also, du guckst ein Schneefilm, während Ostern ist.

00:30:17: Ich find's super.

00:30:18: Macaulay Kirkland, also Kevin, hat nicht viel Geld dafür den Film geko... also er war ja ein Kind, klar, und hat für den ersten Film einhunderttausend Dollar bekommen als Gage.

00:30:28: Das ist natürlich viel Geld, aber für so ein Riesenerfolg gar nix.

00:30:32: Die Gage für den zweiten Teil war dann happig.

00:30:35: Für den zweiten Teil hat er vier Komma fünf Millionen Dollar bekommen als Kind.

00:30:41: Er hat sein Gehalt also verviert sich facht.

00:30:45: Ist nicht schlecht.

00:30:46: Im Film übrigens ist Kevin acht Jahre alt, falls da Fragen aufkommen.

00:30:50: Und ein paar andere Zahlen finde ich auch spannend.

00:30:52: Wenn man den Film immer wieder und immer wieder guckt, dann fallen so ein paar Zahlen auf.

00:30:57: Hundertzwanzig-Dollar-Fünfzig übrigens ist die Rechnung für alle Pizzen am Anfang des Films.

00:31:02: Die bestellen ja zehn Pizzen.

00:31:04: Und selbst schon neunzehntneunzig ist das ein beachtlicher Betrag.

00:31:07: Weil inflationsbereinigt wären das heute zweihundertachzig Euro.

00:31:12: Also für einen normalen Lieferdienst, und die Pizzen seien jetzt nicht wirklich geil aus, haben die quasi pro Pizza, achtundzwanzig Euro bezahlt.

00:31:20: Okay.

00:31:21: Und jetzt kommen wir zu einem sehr großen Thema.

00:31:24: Die Streichschmerzstatistik.

00:31:26: Kevin spielt den beiden Einbrechern Streiche.

00:31:29: Leben wir.

00:31:30: Und auch wenn wir Kevin allein zu Hause alle lieben, weil er so unschuldig aussieht und die Streichelustig inszeniert sind, Also, was im Film wie ein lustiger Slapstick aussieht, ist bei genauerer Betrachtung wirklich mehr als brutal.

00:31:43: Ärzte, Physiker und Fans haben deswegen den Film mehrfach analysiert und sind sich einig, Harry und Marv, die beiden Einbrecher, hätten die Nachtstichweg nicht überlebt.

00:31:57: Ich schick vorweg, ich werd jetzt nicht zu detailreich, weil als.

00:32:00: die Analysen, die man im Internet findet, sind also richtig krass brutal.

00:32:04: Ich brech's mal nur runter.

00:32:06: Die detaillierte Analyse der berühmtesten Fallen habe ich jetzt aufgeteilt in was wir im Film sehen und die medizinische Realität, ohne zu schlimm zu werden.

00:32:15: Vorweg, die Studien haben ermittelt, wie oft die Einbrecher eigentlich hätten sterben müssen.

00:32:21: Entschuldigung.

00:32:22: Genau, dreiundzwanzigmal.

00:32:25: Wow!

00:32:26: Harry und Marv, und jetzt sind beide Teile gemeint, also der im Haus und der in New York.

00:32:30: Harry und Marv hätten im ersten und zweiten Teil zusammen etwa dreiundzwanzigmal sterben müssen.

00:32:35: Harry, der kleine Dicke.

00:32:36: Äh, also, ne?

00:32:38: Du weißt, neuntödliche Verletzung.

00:32:41: Marv, vierzehn.

00:32:42: Der bekommt ja auch die schweren Gegenstände ab, ne?

00:32:44: Wie zum Beispiel das Bügleisen.

00:32:46: Achtung.

00:32:47: Ich hab mir jetzt die Streiche rausgeholt.

00:32:49: Gucke, was kann man im Film sehen?

00:32:51: Was wäre die Realität?

00:32:52: Und wie sieht die Diagnose aus?

00:32:54: ohne zu brutal zu werden.

00:32:56: Fangen wir mit dem Dampfbügeleisen an.

00:32:57: Wie Eiern.

00:32:59: Kevin lässt ein schweres Dampfbügeleisen durch den Wäschelschacht fallen.

00:33:04: Das trifft ja Marv-Frontal im Gesicht.

00:33:07: Im Film sieht man folgendes.

00:33:08: Marv fällt um, hat einen roten Abdruck im Gesicht und steht nur ein bisschen benommen wieder auf.

00:33:13: Fanden wir lustig.

00:33:15: Die Realität... Ein klassisches Bügeleisen wiegt ungefähr einen bis zwei Kilo und aus einer Fallhöhe von vier bis fünf Metern trifft das mit immenser kinetischer Energie und mit einer deutlichen Wucht auf.

00:33:26: Diagnose mindestens.

00:33:29: Schweres Schädelhirntrauma.

00:33:31: Mindestens.

00:33:33: Eigentlich sogar eine Blowout-Fraktur.

00:33:35: Kannst ja selber mal googeln, was eine Blowout-Fraktur ist, will ich jetzt nicht im Detail, also da ist vom Gesicht nicht so viel übergeblieben, sagen wir mal so.

00:33:43: Zweitens.

00:33:44: Der glühende Türknopf haben wir alle vor Augen.

00:33:48: Kevin erhitzt den Türknopf mit einem elektrischen Grillzünder auf der Innenseite, bis der rot glüht.

00:33:54: Harry greift dann von draußen mit der vollen Hand zu.

00:33:58: Im Film, Harry schreit, verbrennt sich die Hand und hat ein eingebranntes M auf der Handfläche.

00:34:05: Er kühlt sich im Schnee die Hand und macht einfach weiter.

00:34:08: Das ist im Film.

00:34:09: Die Realität, damit metall rot glüht, muss es etwa vierhundert bis fünfhundert Grad Celsius haben.

00:34:18: Also nicht nur warm oder heiß, sondern super heiß.

00:34:22: Die Diagnose?

00:34:23: Harrys Hand würde eigentlich sofort verkohlen.

00:34:26: Er würde wahrscheinlich in einen Schockzustand fallen und vor allem würde er nicht seine Hand kurz danach wieder benutzen können, um eine Waffe zu halten.

00:34:33: Und während ich verkohlen sage, die medizinische Analyse ist ein bisschen drastisch, als wirklich versucht es wirklich zu verklausulieren.

00:34:41: Kommen wir zum Lötbrenner.

00:34:43: Harry öffnet ja die Hintertür und löst damit die Lötlampe aus, die oben an der Decke hängt, die ihm mehrere Sekunden lang direkt auf den Kopf feuert.

00:34:52: Im Film sehen wir Folgendes.

00:34:54: Harry schreit wütend, seine Mütze und Haare brennen.

00:34:57: Er taucht den Kopf in vermeintliches Wasser, was aber nun Kerosin ist, was zu einer Explosion führt.

00:35:04: Die Realität.

00:35:05: Der Kopf ist nun mal sehr empfindlich, Haut und Schädelknochen sind sehr dünn.

00:35:09: Und so eine Lötlampe erreicht Temperaturen von über tausend Grad.

00:35:13: Äh, wie komme ich jetzt zur Diagnose?

00:35:16: In der Zeit, in der Harry Dort steht, das sind circa sieben Sekunden, wäre nicht mehr viel da.

00:35:21: Also, so, sagen wir mal so, er müsste für eine neue Haarlinie mindestens einmal in die Türkei fliegen.

00:35:28: Mindestens.

00:35:30: Der Farbeimer übrigens, das ist die wohl die ikonische Falle, oder?

00:35:33: Die haben wir alle vor Augen.

00:35:35: Kevin lässt volle Farbeimer an Seilen das Treppenhaus hinunterschwingen.

00:35:39: Und die beiden treffen die Einbrecher direkt im Gesicht.

00:35:43: Im Film werden Marv und Harry dann die Treppe runtergeschleudert, verlieren ein Goldzahn, also Harry, und sind kurz bewusstlos, den dann aber wieder auf.

00:35:52: Die Realität, ein voller Farb einmal, wiegt in der Größenordnung ungefähr vier bis sechs Kilo.

00:35:58: Durch den Schwungradius entwickelt sich eine enorme kinetische Energie, also Bewegungsenergie, vergleichbar mit dem Schlag von einem Vorschlaghammer.

00:36:06: Die Diagnose, das wäre nix mehr geworden.

00:36:09: Die Zähne wären alle weg und nicht nur der Gold sahen.

00:36:11: Und der Aufbrei würde den Kopf so stark nach hinten schleudern, dass eine gewisse Überdienung stattgefunden hätte.

00:36:18: Oh mein, das ist so brutal.

00:36:20: Und dann haben wir noch den Schlag mit der Schaufel, ne?

00:36:22: Wenn der Old Man Mali um die Ecke kommt, der Nachbar.

00:36:25: Am Ende kommt ja der alte Nachbar, Mali, und will Kevin helfen mit den Einbrechern.

00:36:29: Und da hat die Schneeschaufel in der Hand und knüppelt ihn auf den Hinterkopf.

00:36:32: Beide werden sofort bewusstlos und werden später von der Polizei abgeführt.

00:36:37: Realität, der Schlag auf den Hinterkopf ist so der Maßenlebensgefährlich, dass es knallt.

00:36:41: Also eine Hirnblutung oder ein Bruch wäre das Mindeste.

00:36:45: Zusammenfassend kann man sagen, Kevin McAllister wäre nach heutigen Strafrecht vermutlich wegen versuchten Totschlags oder schwerer Körperverletzungen in mehreren Fällen angeklagt worden.

00:36:56: Not wäre hin oder her, dass wir nicht mehr zum Gründen gewesen.

00:37:00: Und das ist unser Lieblingskinderfilm an Weihnachten.

00:37:03: Aber der Film ist gut.

00:37:04: Und wenn man das alles ausbindet, ist er einfach sehr, sehr gut gemacht.

00:37:07: Es gibt sogar noch richtig schöne Hintergrundinformationen zu den Stunts.

00:37:11: Weil genau diese Brutalität muss man ja filmisch umsetzen und da muss sie ja irgendwie lustig aussehen.

00:37:16: Und deswegen hatten die hart gesordene Stuntmen dafür.

00:37:18: Um mit Kali Kalken und die anderen beiden natürlich nicht zu gefährden.

00:37:23: Der Stuntman für Harry war ein kleinerer Mann namens Troy Brown, habe ich rausgefunden.

00:37:26: Und der Stuntman für Marv, der längere war Leon Delaney.

00:37:30: Besonders krass, ich hab's eben schon angesprochen, der stürzt die Treppe hinunter, nach den Farbeilmann, der war echt.

00:37:38: Die beiden Stuntmen haben sich tatsächlich die Treppen runtergeworfen.

00:37:43: Regisseur Chris Kolumbus hat später gesagt in Winterviews, er habt nach jedem Take gebetet, laut, dass die überhaupt noch leben.

00:37:51: Was ist das für eine Drehsituation?

00:37:53: Wo ist da die Gewerkschaft?

00:37:55: Er kann sich nicht nachvollziehen.

00:37:57: Übrigens, äh ... Zu dieser Federnummer noch mal, ne?

00:38:01: Nachdem Harry damit Kleber übergossen wird, bläst ja ein Ventilator Federn auf den drauf, ne?

00:38:05: Das sieht im Film super lustig aus, alle Kinder lachen.

00:38:08: War am Set ein absoluter Albtraum.

00:38:10: Die Federn haben überall geklebt und Joe Pesci musste stundenlang stillhalten, während sie ihm einzeln die Federn wieder vom Kopf gezogen haben, damit die Anschlussszenen funktionieren.

00:38:20: Sonst kann es ja nicht weiter drehen.

00:38:24: So, und von den Fakten kommen wir zu den wildesten Fantheorien.

00:38:27: Und es gibt ja wirklich Filme, da toben sich die Fans richtig aus.

00:38:30: Und Kevin Alleinshaus ist eine Goldgrube an guten Fantheorien.

00:38:33: Das ist jetzt irgendwo zwischen Verschwörungstheorie und einfach nur irgendwas erzählt, aber ich finde alle Theorien irgendwie richtig gut.

00:38:40: Kevin Alleinshaus ist ja ein popkulturelles Phänomen und nicht nur ein Film, deswegen hier die bizarrsten Hintergrundgeschichten.

00:38:48: Es gibt die Elvis-Theorie.

00:38:50: Eine der hartnäckigsten Mythen besagt, dass Elvis Presley, der schon neunzeits siebenundsiebzig gestorben ist, noch am Leben war und als Statist im Film aufgetreten ist.

00:38:59: Wo seht ihr den?

00:39:00: Die Szene als Kevins Mutter am Flughafen verzweifelt versucht, einen Ticket zu bekommen, dann sieht man im Hintergrund einen bärtigen Mann mit einem Jackett, der ungeduldig wartet.

00:39:10: Das Indiz!

00:39:11: Fans behaupten, seine Kopfbewegung sei typisch für Elvis gewesen.

00:39:16: Regisseur Chris Columbus hat das natürlich in einem Kommentar mal dementiert, aber die Legende hält sich wacker.

00:39:21: Und ich sag mal so, wenn Chris Columbus wüsste, dass Elvis noch am Leben war, dann würd ich das auch nicht erzählen.

00:39:27: Eine richtig spannende und auch düstere Fantheorie ist die mit dem Old Man Mali, mit dem Nachbarn.

00:39:32: Ja, schon fast ein philosophischer Ansatz.

00:39:34: Der alte Nachbar Mali, vor dem Kevin ja Angst hat, ist eigentlich Kevin selbst, der aus der Zukunft zurückgereist ist.

00:39:44: Der Grund, er will sein jüngeres Ich, also Kevin will Kevin davor bewahren, den gleichen Fehler zu machen, also den Kontakt zu Familie zu verlieren.

00:39:52: Und deshalb betont Mali in der Kirche, als er sich mit Kevin trifft, wie wichtig Versöhnung ist.

00:39:57: Wow, oder?

00:39:59: Was für eine Theorie.

00:40:00: Eine große Frage, die sich ja alle stellen.

00:40:02: Wie kann die Familie sich das alles leisten?

00:40:04: Dieses Riesenhaus, die Familie von siebzehn Leuten da komplett nach Paris fliegen.

00:40:08: Das ist ja der Ausflug.

00:40:10: Wie kann Peter McAllister, also der Vater, Das Haus, den Flug und alles überhaupt bezahlen.

00:40:16: Eine Theorie.

00:40:17: Er ist ein hochrangiges Mitglied der Mafia.

00:40:20: Oder zumindest ein organisierter Krimineller.

00:40:22: Das würde auch erklären, warum Harry und Marv genau dieses Haus in so einer reichen Gegend ins Visier genommen haben.

00:40:28: Weil da waren ja noch viele andere Häuser, ne?

00:40:30: Vielleicht haben die auch nach was ganz speziellem gesucht.

00:40:33: Und so würde man auch Kevins brutale Verteidigungsmethoden vielleicht erklären können, weil die ihm quasi genetisch vererbt wurden.

00:40:40: Also es Kriminelle geben.

00:40:45: Dann gibt es noch eine, ich habe eben schon von John Candy gesprochen, als Gaspolinski, der Mann mit seiner Banta im Wagen, das ist eine, wie sagt man, metaphysische Theorie, als Kevin's Mutter am Flughafen ihre Seele verkaufen will.

00:40:59: Sie sagt ja ziemlich wortwörtlich, ich würde meine Seele an den Teufel verkaufen, wenn ich heute noch zu meinem Sohn komme.

00:41:05: Und genau in dem Moment taucht Gaspolinski auf und bietet ihr eine Mitfahrgelegenheit an.

00:41:10: Sag ich nun mal so, könnte sein.

00:41:13: Neben den ganzen Fan-Theorien gibt es auch richtig, sagen wir mal, teils bizarre Hintergrundgeschichten, die den Film noch besser machen.

00:41:20: Der Film im Film, zum Beispiel, der existiert gar nicht.

00:41:23: Der schwarz-weiß-gengster Film.

00:41:24: Angels with filthy... noch mal.

00:41:28: Angels with filthy souls.

00:41:30: Wow, Zungenbrecher.

00:41:32: Aus dem der Satz kommt, den Rest kannst du behalten, du Dreckschwein.

00:41:36: Also den Film, den Kevin benutzt, um den Pizzaboden, um die Einbrecher zu erschrecken, ist kein echter Film.

00:41:40: Die Szenen wurden eigens für Home Alone, also für Kevin allein zu Hause gedreht, als Parodie auf einen echten Klassiker namens Angels With Dirty Faces.

00:41:49: Verrückt für die Sinjasten von unter uns.

00:41:52: Übrigens, im Film hat es ja geschneit, es war viel Schnee.

00:41:55: Da fragt man sich, wie hat man das damals gemacht?

00:42:00: Der Schnee am Ende des Films war größtenteils künstlich, da CGI, also die ganzen Grafikeffekte, noch teuer und unausgereift waren, hat man Kartoffelflocken, also sowas wie Püripulver genommen.

00:42:12: Das Problem, als der Schnee dann bei wärmeren Temperaturen geschmolzen ist, hat das Set angefangen nach Kartoffeln zu stinken, und zwar nach verfreuten Kartoffeln, und das war gar nicht so lecker.

00:42:21: Und dann gibt es ja noch die zwei absolut ikonischen Sachen, die man klären muss.

00:42:26: Wie ist es zu dem Schrei vom Spiegel gekommen?

00:42:28: Und warum hat die Familie eigentlich nie gerafft, dass Kevin fehlt.

00:42:31: am Anfang?

00:42:33: Erst mal den Aftershave, Schrei.

00:42:35: Kevins Pose auf dem Filmplakat, also Hände an den Wangen und der Schrei.

00:42:40: Jeder kennt dieses Bild.

00:42:42: Das ist eine Improvisation.

00:42:44: Eigentlich sollte Macaulay Kalken die Hände wegnehmen, nachdem er das brennende Aftershave aufgetragen hat.

00:42:49: Offenbar war es auch ein richtiges Aftershave, hat er aber vergessen.

00:42:53: und liest die Hände einfach im Gesicht kleben, was Regisseur Kolumbus so gut gefiel, dass es im Film geblieben ist.

00:42:58: Es ist quasi eine Hommage an etwa Mungs gemildeter Schrei für die Kulturellen unter uns.

00:43:03: Also es hat tatsächlich wohl ein bisschen gezwiebelt bei Kevin.

00:43:07: Und dann noch, warum raffen die eigentlich nicht, dass Kevin nicht da ist?

00:43:11: Weil ein Ticket fehlt.

00:43:13: Und das ist tatsächlich im Film zu sehen.

00:43:15: Also wenn du das, wir senden den Film ja wieder in Sat.

00:43:18: Eins, wenn du den Film guckst.

00:43:20: Das ist tatsächlich im Film zu sehen, aber man muss ganz genau hinschauen.

00:43:23: Am Anfang, als Kevin und Bas seinem Bruder sich streiten und die Milch über die Pässe und die Tickets verschüttet wird, wischt der Vater, Peter, alles mit roten Servietten auf und wirft diesen ganzen nassen Klumpen in den Mülleimer.

00:43:36: Der Beweis?

00:43:37: In einer kurzen Einstellung sieht man im Mülleimer das Ticket mit dem Namen Kevin drauf.

00:43:43: Und deshalb geht die Zählung ganz am Anfang nicht auf, wenn sie in die beiden Busse streigen.

00:43:47: Und deswegen wissen die am Anfang nicht, dass Kevin immer noch zu Hause ist.

00:43:51: Wenn ihr jetzt nicht vorbereitet, bis für Kevin allein zu Hause war, weiß ich auch nicht.

00:43:54: Mehr gibt die Recherche einfach schlichtweg nicht her.

00:43:57: Eigentlich wollte ich noch stirb langsam machen, weil das ja der andere Weihnachtsfilm ist, kulturell gesehen.

00:44:02: Aber vielleicht mache ich das einfach in der nächsten Folge.

00:44:04: Passt aber heute nicht mehr rein.

00:44:06: Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.

00:44:07: Danke, dass du deine Zeit mit mir geteilt hast.

00:44:09: So kurz vor Weihnachten.

00:44:11: Ich wünsche dir ein wunderschönes Fest.

00:44:13: Eine besinnliche Zeit.

00:44:15: Schöne Einkehr, Freude, Glück und alles, was du dir selber wünscht.

00:44:20: Und vor allem, wenn man ganz ehrlich ist, vor allem wünsche ich mir, dass du nächstes Mal wieder hörst.

00:44:25: Ich wünsche mir fünf Sternen, ich wünsche mir nette Bewertung.

00:44:29: Schreib doch mal was Nettes.

00:44:30: Hier ist Spotify, da können wir doch chatten.

00:44:32: Schreib doch mal was Nettes und dann hören wir uns am Freitag wieder.

00:44:35: Das ist Zeittag für heute.

00:44:37: Tschüss, tschüss, tschüss.

00:44:38: Ah nee, ho, ho, ho, ho, ho.

00:44:40: Deine Weihnachtsgruppe.

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