#032 - Welthit wider Willen, Spinnennetze im Krieg und John McClane

Shownotes

Zahltag zwischen Feiertagen und harter Realität: Ein Weihnachtslied wird wider Willen zum Welthit – geschrieben in nur 5–10 Minuten, obwohl sein Urheber es eigentlich nie veröffentlichen wollte. Währenddessen rüstet der Louvre nach dem Raub weiter auf und installiert gerade einmal ein neues Gitter. In der Ukraine zeigen Bilder von über 430 Drohnen, wie moderner Krieg ganze Landstriche in künstliche Spinnennetze verwandelt. Die Politik diskutiert 500 Millionen Euro gegen Einsamkeit – gerade an Weihnachten ein sensibles Thema. Und zum Abschluss gibt’s das große Fest für Action-Fans: „Stirb langsam“ gilt für viele als Weihnachtsfilm, obwohl Bruce Willis erst die 10. Wahl für John McClane war. Eine Folge zwischen Popkultur, Kopfschütteln und Yippie-Kay-Yay.

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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)

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00:00:00: Yippie-ka-yay, Schweinebacke.

00:00:02: Auch an den Feiertagen lass ich dich nicht im Stich wie versprochen.

00:00:16: Es ist Freitag, der sechsohnzwanzigste zwölfte Zweitausendfünfundzwanzig.

00:00:20: Hier ist Daniel Boschmann mit Zahltag.

00:00:22: Wir rechnen mit der Woche ab.

00:00:24: Ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter.

00:00:27: Erst die Meldung, dann das Abschweifen, das ist hier der Auftrag.

00:00:30: Und gleich mal vorweg, nach der doch sehr besinnlichen Weihnachtsfolge kommt heute wieder ein bisschen mehr Realität.

00:00:37: Also nicht erschrecken.

00:00:38: Von lustig und romantisch über traurig schrecklich bis zu Action geladen ist heute alles mit dabei.

00:00:44: Also, let's go!

00:00:46: Eins.

00:00:47: Eins Gitter wurde installiert.

00:00:50: Also ein Gitter wurde installiert.

00:00:51: Das Louvre Update zum zweiten Feiertag.

00:00:56: In fünf bis zehn Minuten während der Autofahrt hat Chris Rear den legendären Weihnachtsklassiker Driving Home for Christmas geschrieben.

00:01:03: Jetzt ist der Sänger, das hast du mitgekriegt, kurz vor Weihnachten gestorben.

00:01:07: Die Entstehungsgeschichte ist aber so filmreif wie der Song selbst und die Anekdoten drumrum auch gleich mehr.

00:01:21: Resultat, Teile der Ukraine sind quasi mit Spinnennetzen bedeckt, über den Schutz durch alte Fischernetze und die schaurigen Bilder durch Glasfaserkabel.

00:01:31: Fünfhundert Millionen gegen die Einsamkeit.

00:01:34: Kann man erkaufen, dass es keine Einsamkeit mehr gibt?

00:01:37: Die Politik erkennt endlich mal, dass es ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist und wir schauen dann doch mal neidisch nach England.

00:01:43: Die haben sogar ein Einsamkeitsministerium.

00:01:45: Schon mal gehört?

00:01:46: Und?

00:01:47: Nach dem großen Erfolg vom Kevin Allein Zuhause-Spezial, heute stirb langsam.

00:01:53: Zehn.

00:01:54: Bruce Willis war für die Rolle von John McClain in stirb.

00:01:57: langsam, also die Achtung, die Zehnte Wahl.

00:02:02: Die Zehnte?

00:02:04: Ja, ich mach dich heute zum Diehard-Profi.

00:02:06: Die besten Geschichten, Fakten und Fantheorien zu stirb langsam.

00:02:10: Heute im Zeiltag.

00:02:13: Eins.

00:02:14: Auch an den Feiertagen unterm Rum gibt's Neues aus dem Louvre.

00:02:17: Gott sei Dank, ein Gitter wurde jetzt angebracht, immerhin eins.

00:02:20: Der Louvre will noch bis Ende des Jahres weiter aufrüsten.

00:02:23: Einhundert neue Kameras werden wohl gerade installiert und, kurz vor Heiligabend, ist am berühmten Fenster des Einbruchs vom neunzehnten Oktober ein massives Gitter angebracht worden.

00:02:34: Ja, bevor die Fragen kommen, erst mal nur eins.

00:02:37: Interessante Info übrigens, das Fenster hatte schon mal ein Gitter.

00:02:41: Die wurden nur vor zwanzig Jahren bei der Restaurierung entfernt.

00:02:45: Man hat sich also aus optischen Gründen damals unsicherer gemacht.

00:02:49: Die Direktorin des Louvre, der Name sollte hier schon bekannt sein, Loranz

00:02:53: D.K.,

00:02:54: hat bei einer Anhörung vor den französischen Abgeordneten Madaran erinnert, dass ein ähnliches Gitter zwischen dem Jahr und dem Jahr war entfernt.

00:03:03: Damals ging es darum, die architektonische Offenheit und Helligkeit der Galerie zu verbessern.

00:03:10: Äh, ich wusste jetzt nicht, dass ein Gitter so massiv die Helligkeit beeinflusst, aber weggenommen haben sie es alle mal.

00:03:16: So, und am frühen Morgen des Dreiundzwanzigsten Zwölften, also kurz vor Heiligabend, hat ein Themen von Technikern auf dem Balkon vor der Galerie mit einem Kran ein großes Metallgitter angehoben und dann an den hohen Fenstertüren angebracht.

00:03:29: Immerhin jetzt ein Gitter.

00:03:31: Der stellvertretende Direktor des Louvre, auch hier bekannt, Francis Steinbock, sagt übrigens, wir hatten uns ja verpflichtet, dies vor Ende des Jahres zu tun und betont auch noch, dass die Wiederanbringung der Gitter rechtzeitig geplant war.

00:03:45: Glückwunsch.

00:03:46: Er weist übrigens auch daraufhin, und das noch ein Baumot zum Schluss der Meldung, dass derzeit sogar Gespräche über die Sicherung weiterer Fenster in den Komplex geführt werden.

00:03:56: Wow.

00:03:58: Das ist ein Desimbräand.

00:04:00: Die denken jetzt darüber nach, noch mal Gitter zu installieren.

00:04:03: Das ist also Wahnsinn!

00:04:05: Ja, da haben die richtigen, haben die wichtigen Positionen da am Lufre.

00:04:14: Aber trotzdem, danke Lufre.

00:04:15: Wenn ihr nicht so wert, dann hätt ich nicht so viel Spaß.

00:04:18: Fünf bis zehn.

00:04:19: Das ist tatsächlich eine traurig schöne Geschichte und ich habe mich bei der Recherche richtig amüsiert, obwohl der Grund ja eigentlich eher ein Trauriger ist.

00:04:27: In fünf bis zehn Minuten.

00:04:29: hat er es geschafft.

00:04:29: Er hat nur so kurz gebraucht, dann war sein epischer Weihnachtsit geschrieben.

00:04:33: Die Entstehungsgeschichte von Driving Home for Christmas von Chris Ria ist fast so filmreif wie der Song selbst.

00:04:40: Ein Song, den er selbst nie veröffentlichen wollte.

00:04:44: Du hast es bestimmt schon mitbekommen, zwei Tage vor Weihnachten, wenn gerade alle zum Weihnachtsfest nach Hause fahren, ist Chris Ria im Alter von seventy-vier gestorben.

00:04:53: Und er hinterlässt uns ein wundervolles Stück Weihnachtskulturgeschichte.

00:04:57: Wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, und wir schreiben das Jahr, Also fährt seine Frau Joan los, um ihn in ihrem alten Austin Mini abzuholen.

00:05:32: Aus den Abbey Road Studios übrigens, da hat er noch eine Aufnahme gehabt.

00:05:35: Auf der ca.

00:05:35: dreihundertfünfzig Kilometer langen Rückfahrt geraten sie in einen heftigen Schneefall und in extreme Vorweihnachtsstaus.

00:05:44: Sie bleiben immer wieder im Verkehr stecken und Chris Rear stellt fest, die anderen Fahrer sehen alle so unglücklich aus.

00:05:51: Aus Spaß fängt er an, Notizen zu machen.

00:05:54: Er singt ein bisschen rum und findet den Einsatz.

00:05:57: We're driving home for Christmas.

00:06:00: Und immer, wenn das Licht der Straßenlatern ins Innere des Wagens fällt, notiert er Textzeilen auf Papierfetzen, die er dabei hat.

00:06:07: Er bezeichnet das Lied später als eine Art Auto-Version eines Weihnachts-Lieds.

00:06:12: Zu dieser Situation hat er mal gesagt, es ist einer dieser Momente, die Songwriter erleben.

00:06:17: Manchmal kann man Jahre und Jahre damit verbringen zu schreiben.

00:06:21: Da ging's in fünf bis zehn Minuten.

00:06:23: Wenn du ne folgreichen Song hast, erinnerst du dich nicht daran, darüber nachgedacht zu haben.

00:06:27: Es kommt einfach so aus dir heraus.

00:06:29: Ja, so wie hier.

00:06:31: Als die beiden dann in der Nacht um drei Uhr völlig erschöpft und desillusioniert zu Hause ankommen, wartet ihr ganz eigenes Weihnachtswunder auf sie.

00:06:40: Ein Brief liegt im Briefkasten.

00:06:42: Es ist ein Tandjemen-Check aus den USA, mit dem er nicht gerechnet hat.

00:06:46: Über fünfzehntausend Pfund für seinen Song Fool.

00:06:49: If you think it's over.

00:06:51: Dieses Geld rettet das Padern finanziell und ist das Fundament ihrer Zukunft.

00:06:57: Das war Weihnachten, und das Lied bleibt dann aber noch fast zehn Jahre in der Schublade liegen.

00:07:05: Free-Cris Rea war das Lied damals ja nur ein Spaß.

00:07:07: Aus der einen Nacht hatte ich irgendwie ein bisschen beschäftigt bei der Heimfahrt.

00:07:11: Und obwohl der Text, und er war fertig war, lag der Jahre lang in der Kiste mit unfertigen Material rum.

00:07:21: Da Rhea sich aber in diesem Zeitpunkt für einen ernsthaften Blues-Musik erhält, ist er ja auch.

00:07:37: Aber das war ihm schon sehr wichtig, will er in diesem Moment auf gar keinen Fall einen Weihnachts-Hit rausbringen.

00:07:43: Also Hit, mal dahingestellt, aber er will kein Weihnachts-Hit rausbringen.

00:07:47: Er hat gesagt, ich brauchte zu diesem Zeitpunkt auf gar keinen Fall irgendein Weihnachtslied.

00:07:53: Ich habe alles getan, was ich konnte, um mein Label dazu zu bringen, diese Platte nicht zu veröffentlichen.

00:07:59: Zum Glück haben sie es trotzdem getan.

00:08:01: Nineteinundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:08:17: Der kann von Glück reden, dass ein paar clevere Leute in seiner Gegenwart waren.

00:08:20: Aktuelle Schätzungen sagen, dass er durch dieses eine Lied jährliche Einnahmen und das ja nur zu Weihnachtszeit, weil warum soll man das im Sommer hören, also dass er durch dieses eine Lied jährliche Einnahmen von zweihundertvierzichttausend bis zweihundertfünfundsebzigtausend Euro an Tantiemen hatte.

00:08:38: Jedes Jahr!

00:08:40: Seit der Veröffentlichung im Jahr, so in den letzten Jahren, hat das Lied Schätzungen zur Folge insgesamt sieben Millionen Pfund generiert.

00:08:49: Sieben Millionen!

00:08:50: Und das hört man ja nur ein paar Tage im Jahr.

00:08:53: Ah, was für ein Geschenk.

00:08:55: Es gibt noch eine schöne Anekdote um dieses Lied.

00:08:57: Chris Rear, der alte Motskop, hat das Lied ewig nicht live gespielt.

00:09:01: Das war ihm zu profan oder was, wollte er nicht machen auf seinen Konzerten.

00:09:05: Wollte halt nicht.

00:09:06: Künstler halt, ne?

00:09:08: Aber.

00:09:09: Als er ist dann im Hammer Smith Odeon, das ist eine berühmte Location in London, dann doch macht, will er es richtig machen und mietet zwölf Schneekanonen.

00:09:22: Beim Lied steht das Publikum dann hüft hoch in fast einem Meter Kunstschnee und er singt das Lied.

00:09:29: Ja, und die Moral von der Geschichte, die anschließende Reinigung der Konzerthalle kostet ihn stolze zwölftausend Pfund.

00:09:37: Hat er dann nicht nochmal gemacht.

00:09:39: Driving Home for Christmas.

00:09:41: Ein melancholes schönes Lied mit einer wirklich skurrilen Entstehungsgeschichte, wie ich finde.

00:09:45: Und jetzt ist Chris Ria ein letztes Mal nach Hause gefahren.

00:09:49: So kurz vor Weihnachten, sage ich doch.

00:09:52: Danke für die Musik, gute Reise und Ruhe in Frieden.

00:09:57: Jetzt kommt ein ernstes Thema.

00:09:58: Wenn dir das zu schwer ist, was ich verstehen kann, dann würde ich einfach einen Kapitel weiter skippen.

00:10:02: Aber ich habe erstmal die Nachricht, die mich bedrückt und bekümmert und dann habe ich was rausgefunden, was ich vorhin noch nicht wusste.

00:10:09: Und das kann ich einfach nicht fassen.

00:10:11: Achtung.

00:10:12: Vierhundertdreißig.

00:10:14: Es ist wirklich unmenschlich.

00:10:15: In der Ukraine war die heilige Nacht alles andere als friedlich.

00:10:19: Russland oder die russischen Truppen haben in den Achtundvierzig Stunden rund um Weihnachten einen der massivsten Luftangriffe des Jahres geflogen.

00:10:27: Den ist echt gar nix heilig.

00:10:28: Meine Fresse eh.

00:10:30: Also.

00:10:31: Die Drohnen, die da geflogen sind, bringen überall Leid und sorgen dafür, dass Teile der Ukraine wie von Spinnennetzten bedeckt sind.

00:10:40: Spinnennetze des Angriffs und Spinnennetze der Verteidigung.

00:10:44: Das habe ich jetzt erst mitbekommen und ich kann es kaum glauben.

00:10:47: Mehr dazu gleich.

00:10:49: Erst mal zu den Angriffen.

00:10:51: Laut Berichten aus Kiew sind über vierhundertdreißig Drohnen, Dutzende Raketen und Marschflugkörper zum Einsatz gekommen rund um Weihnachten.

00:11:00: Besonders die Energieinfrastruktur in Kremenchuk ist schwer getroffen, was in der winterlichen Kälte die humanitäre Lage natürlich noch verschärft, ne?

00:11:07: Die wollen vor allem also das Licht ausknipsen und für Kälte sorgen.

00:11:11: Ist das widerlich, meine Fresse, ey.

00:11:16: In der Ukraine wird der Angriff als Weihnachtsterror bezeichnet, was man ja verstehen kann.

00:11:20: Präsident Zelenski betont in seiner Ansprache, dass Russland selbst antagen, die weltweit für Frieden stehen.

00:11:26: Keine Pause beim Töten einlegt.

00:11:29: Macht er recht, finde ich jedenfalls.

00:11:31: Es hätte insgesamt aber noch viel schlimmer kommen können.

00:11:34: Grundsätzlich sagen nämlich westliche Meditärexperten, dass es nur dank der hohen Effektivität der ukrainischen Luftabwehr gelungen ist, das richtige Drama abzuwehren.

00:11:43: Trotz der schieren Masse ist ein Großteil der Drohnen neutralisiert worden.

00:11:46: Also, das ist die eine gute Nachricht.

00:11:49: Die Angriffe, aber dass man das mal versteht, wenn man sich nicht so auskennt, die Angriffe werden immer perfider.

00:11:54: Mit rund über vierhundertdreißig eingesetzten Drohnen innerhalb von achtundvierzig Stunden handelt es sich um einen der massivsten Angriffe des gesamten Jahres.

00:12:02: Nur mal zum Vergleich.

00:12:03: Im Juni wurden Angriff mit ungefähr vierhundertsiebzig Drohnen geflogen.

00:12:07: Der galt bis dahin, als der größte Seitkriegsbeginn.

00:12:10: Und die Takticken sind auch... ...verrückt.

00:12:13: Neu ist nämlich die Kombination aus einer extrem hohen Anzahl von, ich sag mal, billigen Drohnen.

00:12:18: Die heißen Schahheit oder Gherbera.

00:12:20: Die werden als Schwarm eingesetzt... Um dann die teuren westlichen Luftabwehrsysteme, die heißen Iris Tee oder Patriot und so, zu zättigen, sagt man, also zu überlasten.

00:12:32: Währenddessen gleichzeitig präzisere Hyperscheirraketen, die heißen dann so Zircon oder so, gegen strategische Ziele eingesetzt werden.

00:12:40: Also da fliegt quasi eine Wolke an Drohnen, soll die Abwehr irritieren und dann ballert da noch eine Hyperscheirrakete durch.

00:12:47: Das ist so eine Taktik.

00:12:48: Es ist unfassbar an Weihnachten, man.

00:12:51: So, und jetzt zu den Spinnennetzen.

00:12:53: Ich habe Bilder in Social Media gesehen, schon vor der letzten Folge, wollte es eigentlich dann machen und habe es dann nochmal verschoben wegen Heiligabend.

00:13:00: Die ist ja selbst, ich rede nicht drüber und die greifen an, so muss man mal, naja.

00:13:05: Spinnennetze.

00:13:06: Es gibt aktuell Bilder aus der Ukraine, die sehen so aus, als wäre da eine rieseln große Spinne drüber gelaufen.

00:13:13: Ich habe viele Bilder gesehen, beruflich auch privat.

00:13:16: Und die ersten Bilder habe ich gar nicht erst verstanden, wenn ich ehrlich bin.

00:13:20: Da fährt einer durch den Dorf und die sind dann von Netzen bedeckt.

00:13:23: Von Baumkronen über Dächer.

00:13:25: Und ich dachte erst, das hätte irgendwas mit Ungeziefer zu tun.

00:13:27: Weiß ich nicht, Fledermäuse abwehren oder keine Ahnung, Vögel oder so.

00:13:31: Es ist aber wegen der Drohne.

00:13:33: Einmal durch die Drohne und einmal gegen die Drohne gibt es diese Spinnennetze.

00:13:38: Erst mal die Netze gegen die Drohne.

00:13:41: Weil man es vielleicht besser verstehen kann, sonst.

00:13:43: Immer mehr Dörfer in der Ukraine haben so was wie eine effektive, weiß ich nicht, Low-Tech-Verteidigung.

00:13:50: Die nennen die tatsächlich Operation Spindennetz.

00:13:53: Aus vor allem ausrangierten Fischernetzen, das sind oft Spenden aus den Niederlanden, Dänemark oder Polen, werden oder wird ein Netzschutzschirm gespannt über die Dörfer.

00:14:04: Die Netze werden über Straßen, Schützengräben oder eben militärisches Gerät gespannt.

00:14:09: Und die Drohnen dann verfangen sich mit ihren Propellern mit den Kleinen in den Maschen und stürzen ab, bevor die überhaupt ihr Ziel treffen können.

00:14:16: Bei Drohnen mit Sprengladung bewirkt das oft, dass der Zünder im sicheren Abstand zum eigentlichen Ziel ausgelöst wird, wodurch der Schaden dann minimal bleibt oder minimaler ist.

00:14:27: Also die haben tatsächlich, ich baute das Gelände einer aus dem Fenster rausgefilmt und dann sieht man so gefühlten Spindennetz, das ist gruselig.

00:14:35: Entstehten wie Resson werden Netze sogar über Gehwege aufgespannt, um Zivilisten vor sogenannten Menschen-Safaris zu schützen.

00:14:42: Ja, der Begriff ist ekelhaft und bedeutet genau das, was du glaubst, was er bedeuten soll.

00:14:48: In der Region Donjetzk wurden sogar kilometerlange Tunnel, so kann man das ja dann sagen, aus Netzen über Versorgungswegen errichtet.

00:14:55: Also Netze retten Menschenleben, gegen Drohnen.

00:15:00: Das ist wie aus einer schrecklichen dystopischen Novelle oder so.

00:15:04: Aber immerhin helfen sie, Menschenleben zu retten.

00:15:08: Das sind also die Netze zum Schutz.

00:15:10: Jetzt kommen wir zu dem völlig wahnsinnigen Spinnnetzen der Neuzeit.

00:15:14: Und die habe ich jetzt erst verstanden.

00:15:16: Wenn ich von Drohnen spreche, dann denkt man doch eigentlich erstmal, wie jedenfalls ging mir das so, die sind halt ferngesteuert und die fliegen da halt bei Funk irgendwo rum.

00:15:23: und dann, weil sie nicht schießen die oder haben Sprengstoff dabei.

00:15:27: Funk ist aber anfällig und deswegen, und das konnte ich erst gar nicht glauben, liegen Tausende Kilometer Glasfaserkabel über der Ukraine.

00:15:37: Und wenn da Rauchreif dran ist und man da drüber fliegt, sieht es aus wie ein Spinnennetz.

00:15:41: Ansonsten erkennst du die Fäden gar nicht, weil die so dünn sind.

00:15:44: Es handelt sich dabei, nämlich nicht um die Zerstörung von Internetleitung im Boden und die liegen dann irgendwo.

00:15:50: Nein.

00:15:51: Kilometerlange Kabel, die von speziellen Drohnen im Flug abgerollt werden, liegen überall.

00:15:57: Über Bäume, Sträuchern, über Feldern in der Ukraine rum.

00:16:02: Warum genau gibt es diese Verschmutzung?

00:16:05: Um der elektronischen Kriegsführung, also Jamming zu entgehen, wir sagen Funkstörung, setzen sowohl die ukrainischen als auch die russischen Streitkräfte vermehrt auf Glasfaser gesteuerte FPV-Dronen.

00:16:17: FPV heißt also FPV First Person View.

00:16:21: Also, dass man quasi aus der eigenen Brille guckt, wie die Drohne da so fliegt.

00:16:24: Nur, dass ich es einmal gesagt habe.

00:16:26: So, und die sind über ein hauchdünnes Kabel auf zehn bis fünfzig Kilometer lang physisch mit den Piloten verbunden.

00:16:33: Also hier hat einer eine Fernbedienung in der Hand, da ist ein Kabel dran und dann rattert die Drohne los.

00:16:39: Da diese Kabel dann nach dem Einsatz oder nach dem Abschutz der Drohne einfach in der Landschaft liegen bleiben, sammelt sich jetzt an der Front eine gigantische Menge von diesem Material an.

00:16:48: Die Frage ist doch, warum hört man davon so wenig?

00:16:51: Ich habe mal recherchiert.

00:16:52: Wichtig zu wissen, bevor man das Ganze irgendwie weiter analysiert, die Drohne selbst trägt die Spule an Bord quasi und lässt das Kabel hinter sich auslaufen.

00:17:02: Also quasi wirklich eine Spinne, die hinten so einen Garn absondert.

00:17:06: Würde das Kabel vom Boden ausgezogen, wäre der Reibungswiderstand nach wenigen Metern viel zu groß und würde das reißen und die würde abstürzen.

00:17:13: Interessant auch übrigens das Gewicht.

00:17:15: So ein zwanzig Kilometer Kabel wiegt inklusive Spule ungefähr anderthalb bis zwei Kilo.

00:17:20: Je länger das Kabel natürlich, desto schwerer die Last für die Drohne und wegen Akku und so.

00:17:25: ist dann die Akkulaufzeit auf massiv irgendwie eingeschränkt.

00:17:28: Und deswegen muss das Kabel extrem dünn sein, circa Null Komma zwei Millimeter, um überhaupt in diese Spule zu passen, aber auch gleichzeitig stabil genug, damit die Geschwindigkeiten von über ein Hundert Kilometer pro Stunde hinkriegen und damit das Kabel dann nicht reißt.

00:17:42: Also völlig verrückt.

00:17:43: Jetzt habe ich zum Thema Reichweite gelesen.

00:17:46: So ein Standard Einsatz von so einer Drohne ist tatsächlich jetzt schon so zehn bis zwanzig Kilometer.

00:17:51: Das ist Standard.

00:17:52: Seit Mitte von Jahrzehnten werden jetzt vermehrtsysteme gesichtert, die stabilen Distanzen von von dreißig bis vierzig Kilometer easy überbrücken können.

00:18:01: Und jetzt ganz aktuell, Ende des Jahres hört man von neuen Spulensystemen, die Kabel mit einer Länge von bis zu fünfundsechzig Kilometer tragen können.

00:18:10: Fünfundsechzig Kilometer an einem Kabel.

00:18:13: Ja, stellen wir uns doch als Leider die Frage, warum diese Reichweite so entscheidend ist.

00:18:17: Im Gegensatz zu Funkdrohnen sinkt die Signalqualität bei Glasfaser einfach nicht.

00:18:22: Also du hast ein permanentes Gefühl, das Ding fliegt genau neben dir.

00:18:26: Also während die anderen quasi mal Funkprobleme haben, keine gute Bildqualität oder vielleicht sogar beim Steuern Probleme haben, mit dem Kabel überhaupt nicht.

00:18:34: Es ist nicht leicht zu stören, du hast ein kristallklares VK-Bild, also als ob du neben dir ein Bildschirm aufbaust.

00:18:41: Es ist wirklich verrückt.

00:18:43: Ja und der aktuelle Stand der Diskussion im Militär wird das gefeiert, weil voll cool, voll der Game-Changer im Krieg, Präzisionschläge hinter den feinlichen Linien und sowas.

00:18:52: Ja, weil die einfach die teuren elektronischen Schutzschirme der Panzer ignorieren können.

00:18:56: Die fliegen dahin und fertig.

00:18:58: Jetzt, wir normale Menschen, die eben nicht in Kriegsdenke sind, finden das natürlich bewiesnermaßen schrecklich.

00:19:05: Und die Ausmaße und die Gefahren sind groß.

00:19:08: Berichte und Aufnahmen aus Drohnen- und Helikopterperspektive zeigen Felder, die wie von riesigen glitzernen Spinnennetzen überzogen sind.

00:19:15: Experten und Organisationen, wie zum Beispiel das Conflict in Environmental Observatory, COPS genannt, Warnengleich vor mehreren Problemen.

00:19:24: Was kommt ja noch oben drauf?

00:19:26: Plastik und Mikroplastikbelastung.

00:19:28: Die Kabel bestehen aus einem Glaskern, der mit Polymeren beschichtet ist.

00:19:33: Und die zersetzen sich in der Natur extrem langsam und zerfallen zum Mikro- oder Nanoplastik.

00:19:38: Also Belastung.

00:19:40: Dann chemische Rückstände.

00:19:41: In den Beschichtungen können bedenkliche Stoffe wie so Ewigkeitschemikalien drin sein.

00:19:46: Die heißen PFAS.

00:19:49: Und die können den Boden und das Grundwasser langfristig belasten.

00:19:51: Na herzlichen Glückwunsch.

00:19:53: Dann die Gefahr für die Tierwelt.

00:19:55: Vögel und Fledermäuse können sich in den reißfesten Fäden natürlich verfangen und verenden dann da.

00:20:01: Es wurden bereits Fotos von Vogeln ist dann veröffentlicht, die fast vollständig aus Glasfaserkabeln gewebt wurden.

00:20:07: Das heißt, die Tiere sehen das schon so normal an, wie so Äste und bauen selber Netze draus.

00:20:11: Und dann natürlich noch die Hürde für die Landwirtschaft und für die Mineräumung.

00:20:15: Die Kabel verhält an sich in der landwirtschaftlichen Maschine und erschweren die ohnehin schon gefährliche Suche nach Landmien.

00:20:21: Und wie räumen wir das jetzt auf?

00:20:22: Weil das Drama muss ja weg.

00:20:25: Das Aufräumen dieser kilometerlangen hauchdünnen Fetnes, eine der größten ökologischen und logistischen Herausforderungen, vor denen die Ukraine nach dem Krieg stehen wird.

00:20:33: Jetzt schon klar, da es sich um völlig neues Phänomen handelt, gibt es bisher auch gar kein standardisiertes Verfahren.

00:20:39: Das hat man da jetzt hingeworfen, weil es ja erst mal wichtig ist, im Krieg zu sein und der Rest wollen wir mal gucken.

00:20:43: Die aktuelle Situation und künftige Lösungsansätze lassen sich, sagen wir mal, in drei Phasen unterteilen.

00:20:49: Aktuell gibt es sowas wie Behelfslösung an der Front.

00:20:52: Da wird auch gar nicht aufgeräumt, sondern lediglich versucht die Kabel im Flug zu unterbrechen, um Angriffe abzuwehren.

00:20:59: In der Ukraine haben die jetzt rotierende Stacheldrate aufgebaut.

00:21:03: Also die Ukraine setzt motorisierte Stacheldrahtbarrieren ein, sieht so ein bisschen aus wie hier so eine Waschbürste in der Waschanlage.

00:21:11: Die sind hundertfünfzig oder hundertfünfzig Meter lang, drehen sich ständig und fangen die Kabel fliegender Drohnen ein.

00:21:16: Dann verheddern die hoffentlich und bringen sie zum Reißen.

00:21:20: Das löst zwar das militärische Problem, aber lässt letztlich noch mehr zerstückete Kabelreste in der Natur zurück.

00:21:25: Auch scheiße.

00:21:27: Soldaten übrigens berichten, dass die Kabel in der Nähe ihrer Stellung einfach nur mit einer Schere oder einem Messerkappen.

00:21:31: Hauptsache, die können nicht weiterfliegen.

00:21:33: Wenn man sie denn überhaupt sehen kann.

00:21:35: Ja, und warum das Räumen so schwierig ist, ist genau das.

00:21:38: Die Fasern sind ja oft nur auf null Komma zwei Millimeter dick unfahrblos.

00:21:42: Die siehst du nur, wenn da Raureif dran ist, ansonsten sind die quasi durchsichtig.

00:21:46: Ach so, und weiteres Problem ist übrigens auch das Recycling, ne?

00:21:49: Da diese Kabel ja aus einem Mix aus Glas und Kunststoff bestehen.

00:21:53: können die nicht einfach eingeschmolzen werden, die müssen als Sondermüll behandelt werden.

00:21:58: Interessanter Fakt übrigens, in einigen Regionen haben Bauern bereits begonnen, die Kabel mit ihren Pflügen einzusammeln, aber eher unfreiwillig.

00:22:06: Die wollen ihre Felder bestellen, nur dass die Fasern sich dann so fest um die Achsen der Traktoren wickeln, dass die Maschinen stoppen und die Kabel mühsam mit Schneidbrennern entfernt werden müssen.

00:22:15: Über was die arme Schweine sich Gedanken machen müssen, die erleben schon Krieg und haben dann das auch noch, Kilometer weit hinter der Front.

00:22:22: Aber da siehst du es mal wieder, ne?

00:22:25: Bauern helfen uns bei Naturkatastrophen, ernähren das Land und räumen sogar den Krieg weg.

00:22:30: Ein Hoch auf die Landwirtschaft.

00:22:31: Wirklich mal.

00:22:33: Auf in das nächste Thema.

00:22:35: Sehr ernst klingt.

00:22:35: Ich finde den Weg exakt richtig.

00:22:37: Und deswegen habe ich es auch mit in diese Folge genommen.

00:22:40: Fünfhundert Millionen.

00:22:42: Fünfhundert Millionen Euro für dritte Orte gegen die Einsamkeit.

00:22:46: Und mehr.

00:22:46: Während wir heute in vielen Wohnzimmern ja abschließend Weihnachten feiern, zeigt die Realität draußen mal ein anderes Bild.

00:22:53: Weihnachten ist ja für viele Menschen nicht so die Zeit der Besinnlichkeit, sondern eben die Zeit, in der die Stille am lautesten dröhnt.

00:23:00: Wenn man niemanden hat?

00:23:02: Die Telefonseesorge arbeitet heute zum Beispiel im Dauereinsatz.

00:23:05: Jetzt will die Politik genau dieses Thema, das Thema Einsamkeit, endlich aus der privaten Ecke rausholen und zu einer strukturellen Aufgabe machen.

00:23:13: Und ich persönlich finde, das wird Zeit.

00:23:16: Einsamkeit ist ein riesiges Problem.

00:23:18: Die Zeit, die mich heute also am zweiten Weihnachtsfeiertag beschäftigt, lautet fünfhundert Millionen Euro.

00:23:23: Das ist genau die Summe, die der deutsche Städte und Gemeindebund aktuell für einen neuen Fonds gegen Einsamkeit fordert.

00:23:30: Und da geht es nicht mehr nur um nette Worte oder mal eine Aktionswoche oder so, sondern einfach ganz klar und konkret um harte Investitionen, um unser Soziales Miteinander.

00:23:39: Daher geht es.

00:23:40: Einsamkeit ist längst keine reine Seniorenkrankheit mehr.

00:23:43: Das wissen wir schon.

00:23:44: Spätestens seit Corona wissen wir, dass viele Jugendliche und Kinder einsam waren, weil sie nicht in die Schule konnten, weil sie nicht auf Spielplätze konnten, nicht in den Sportvereinen, was weiß ich.

00:23:54: Einsamkeit ist ein generelles menschliches Problem.

00:23:57: Das zeigen auch Studien.

00:23:59: Immer mehr junge Menschen und junge Eltern fühlen sich isoliert.

00:24:02: Deswegen kommen jetzt die Leute vom Städte- und Gemeindebund um die Ecke.

00:24:06: Finde ich gut.

00:24:07: Der Hauptgeschäftsführer Andre Bergheger warnt, Einsamkeit gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sogar unsere Demokratie.

00:24:15: Und ich finde, da hat er einen Punkt.

00:24:17: Sobald du einsam bist und mit deinen Sorgen nur ganz alleine und du dich immer nur um dich selber drehst und kein Hass der dich da rausholt, dann bist du auch anfällig für dumme politische Ideen.

00:24:26: Dann bist du auch anfällig dafür, zu einfache radikale Ideen gutzufinden.

00:24:30: Weil es geht ja nur um dich, du hast ja sonst keinen.

00:24:33: Und das kann ich total nachvollziehen.

00:24:34: Und genau deswegen sollten wir da dran bleiben.

00:24:36: Das ist so wichtig.

00:24:38: Aber die Frage ist ja, was kauft man mit so einer halben Milliarde Euro?

00:24:42: Wer mal schon Schulden genug für Krieg und Wirtschaft und so, helfen fünfhundert Millionen gegen das Alleinsein?

00:24:49: Das Geld soll in dritte Orte fließen, so heißt es.

00:24:54: Das sind Orte jenseits von Zuhause und Arbeit, deswegen dritter Ort, an dem man sich vor allem, und das ist wichtig, ohne Konsumzwang begegnen kann.

00:25:03: Das kommt ja auch noch dazu.

00:25:04: Du kannst ja nicht ein Angebot liefern, sagst du ja, dann gehst du mal hier shoppen oder da mal was essen oder trinken.

00:25:09: Nein, das kostet ja alles Geld und Geld haben so viele Menschen nicht einfach locker.

00:25:14: Deswegen ist das schön, Orte zu haben, wirklich, indem man sich zusammensetzen kann, ohne das Gefühl zu haben, hier kann ich nur mitspielen, wenn ich Geld habe.

00:25:21: Das sind moderne Bibliotheken als Nachbarschaftstreff, Volkshochschulen, die mehr Raum für Austausch bieten oder einzelne Positionen wie so ein Quartiersmanager.

00:25:31: Die sollen dann gezielt Menschen zusammenbringen, die sonst unter dem Radar verschwinden würden.

00:25:35: Die eben vielleicht nicht gesehen werden.

00:25:37: Also als Anlaufperson.

00:25:39: Jetzt die Frage aus einem politischen Vorschlag kommt ja auch eine politische Debatte dann zurück.

00:25:44: Die Kritiker fragen jetzt natürlich, ja, kann man Einsamkeit wirklich weg kaufen?

00:25:50: Und die Befürworter sagen, ja, zumindest die Rahmenbedingungen dafür.

00:25:53: Und da gehöre ich doch ganz klar zu den Befürworter.

00:25:56: Immer nur CETA und Mordio schreien, kostet wieder Geld, ja, aber das ist mein Thema, was wirklich der Gesellschaft hilft.

00:26:01: Und weil wir hier in Deutschland gerne ja mal den Klugscheißer raushängen lassen, finde ich, sollten wir doch noch mal von den Nachbarn lernen, zum Beispiel von England.

00:26:11: Kurzer Exkurs habe ich mich schlau gemacht.

00:26:14: England gilt international als der absolute Pionier im Kampf gegen die Einsamkeit.

00:26:20: England war weltweit das erste Land, das schon im Jahr ein Ministerium für Einsamkeit ins Leben geofen hat.

00:26:28: Der Ansatz, es geht nicht darum, dass das Ministerium Freunde vermittelt oder sowas, sondern dass jedes neue Gesetz, egal ob Bau von Parks, Nahverkehr oder Digitalisierung, genau darauf geprüft wird, ob es Einsamkeit fördert oder verhindert.

00:26:45: Und das ist doch ein brillanter zukunftsweisender Ansatz oder nicht.

00:26:49: Das ist mal ein richtig moderner Politikansatz und den vermisse ich in Deutschland.

00:26:54: Deutschland ist immer so wie von früher.

00:26:57: Hier kommt immer nur der gleiche Vorschlag, ohne mal Rock'n'Roll.

00:27:00: Damit man immer weiter kommt in der Gesellschaft.

00:27:03: Das ist das, was ich unserer Politik vorwärfe.

00:27:06: Das Herzstück vom englischen Modell, also von diesem Erfolgsmodell des britischen Weges, ist das Social Prescribing.

00:27:14: Also so was wie ein, ja, ganz wortwörtlich übersetzt, soziale Verschreibung.

00:27:18: Man kriegt so was wie ein Einsamkeitsrezept, ungefähr so.

00:27:22: Hausärzte verschreiben eben nicht nur Medikamente, sondern leiten Patienten an sogenannte Link-Workers weiter, also Verbinder.

00:27:30: Und diese Berater nehmen sich Zeit und finden heraus, was dem Menschen fehlt.

00:27:34: Ist es ein Chor, ist es ein Gartenprojekt oder vielleicht eine Rechtsberatung, weil sie Geld sorgen haben?

00:27:41: Ist das nicht toll?

00:27:42: Ich finde es großartig.

00:27:44: Laut aktuellen Daten des Gesundheitsdienstes NHS wurden allein im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr.

00:28:15: Dann blockieren die aber das Wartezimmer eigentlich mit ihrer Einsamkeit und nicht mit einer Krankheit.

00:28:19: Deutsch ist die Frage, ist England jetzt ein super Vorbild?

00:28:22: Ich sage erstmal ja.

00:28:24: Warum?

00:28:25: Es ist eine Entstigmatisierung.

00:28:27: Durch die politische Benennung ist Einsamkeit kein Tabu mehr.

00:28:30: Wenn man sich nicht traut zu sagen, ich bin einsam oder man spricht über Einsamkeit.

00:28:34: Was auch gut ist, eine gewisse Ganzheitlichkeit, weil nämlich alle Leute einbezogen werden.

00:28:39: Alle Altersgruppen, auch Jugendliche.

00:28:41: Also jetzt nicht so, dass nur eine Altersgruppe ab Ü-Sechzig oder sowas.

00:28:45: Mit ihnen Fokus rückt, sondern, nein, Einsamkeit geht uns alle an.

00:28:49: Also mein Fazit, England ist ein Bestcase für die Infrastruktur.

00:28:53: Kein anderes Land hat das Problem Einsamkeit so tief in seine staatlichen Institutionen verankert.

00:28:59: Das finde ich toll.

00:29:01: Interessant übrigens, Japan kopiert das schon.

00:29:04: Seit Jahrzehnte haben die ebenfalls sowas wie ein Einsamkeitsminister ernannt.

00:29:09: Dort liegt der Fokus allerdings massiv auf der Prävention von Suiziden durch soziale Isolation.

00:29:14: Aber auch das modernes Phänomen.

00:29:16: Wir müssen uns als Gesellschaft umeinander kümmern.

00:29:19: Und das ist im Fall der Fälle auch Aufgabe für die Politik.

00:29:22: Und nicht immer nur privat, privat, privat.

00:29:24: Weil die Politik auch für Vereinsamungen sorgt.

00:29:27: So, was bleibt jetzt?

00:29:28: Ob das Geld, also die fünfhundert Millionen in Deutschland jetzt kommen, das wird sich leider erst im kommenden Haushaltsjahr zeigen.

00:29:34: Aber die Debatte zeigt schon jetzt, Einsamkeit ist kein privates Versagen, sondern, und das meinte ich eben, eine politische Herausforderung.

00:29:43: Wir als Gesellschaft müssen uns das Buchstäblich was kosten lassen.

00:29:47: Wir müssen helfen.

00:29:48: Und bis dahin, vielleicht das beste Mittel gegen Einsamkeit und heute immer noch völlig kostenlos, ein kleiner Anruf oder ein kurzes Klopfen an der Tür vom Nachbarn oder von der Nachbarin.

00:29:59: Einfach mal fragen, wie es geht.

00:30:01: Den Nachbarn die Nachbarin wahrnehmen, zuzwinkern, zulächeln.

00:30:05: Dann ist viel getan, Leute sehen, wahrnehmen.

00:30:08: Na ja, das kostet nicht fünfhundert Millionen, sag ich nur mal.

00:30:12: So, ich weiß, das sind ernste Themen, aber die lagen wir irgendwie auf der Seele.

00:30:15: Und ich glaube, da kommen wir auch durch.

00:30:17: Und wir müssen auch über die wichtigen Sachen sprechen.

00:30:19: Deswegen dachte ich mir jetzt am Ende, gehen wir mit einem lustigen Thema raus.

00:30:23: Aber nicht weniger relevant.

00:30:26: Zehn.

00:30:27: Yippie-ka-yay, Schweinebacke.

00:30:30: Nach dem großen Erfolg von meinem Kevin Allein zu Haus Spezial kommt hier auf Nachfrage, vielen Dank für eure Zuschriften, das Spezial zu Stürbelangsam von Und der war für die Rolle vom John McLean nur die zehnte Wahl.

00:30:47: Die zehnte.

00:30:48: Wow.

00:30:50: Stürb langsam.

00:30:51: Für viele der inoffizielle Weihnachtsfilm.

00:30:54: Tatsächlich.

00:30:54: Übrigens, Spoiler Alarm.

00:30:56: Solltest du, warum auch immer, diesen Film noch nicht gesehen haben, du musst jetzt einfach auf eigene Verantwortung weiterhören.

00:31:03: Ich kann jetzt nicht gucken, ob das was verrät oder nicht.

00:31:05: Also, es verrät auf jeden Fall was.

00:31:08: Stirb langsam, im Original.

00:31:10: Die Hard ist ein Meilenstein des Action-Kinos.

00:31:14: Es ist ein kulturelles Phänomen und es ist eine wahre Fundgrube für Filmanektoten.

00:31:19: Es gibt kaum einen Film, um den so leidenschaftlich seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten debattiert wird und um den so viele skurrile Hintergrundgeschichten ranken.

00:31:28: Festhalten.

00:31:30: Viele der Geschichten rund um genau diesen Film sind tatsächlich wahr und tragen dann natürlich auch zum Charme des Films bei.

00:31:36: Ich habe gewühlt, wie ein Trüffelschwein.

00:31:40: Let's go.

00:31:41: Als allererstes doch mal gleich der Spruch.

00:31:44: Yippie-ka-yay!

00:31:45: Beep!

00:31:46: Ähm, also, das, was ich jetzt gleich sage, ist ein Zitat.

00:31:50: Solche Schimpfwörter stehen wir ja gar nicht, würde ich gar nicht benutzen, aber es ist jetzt nur ein filmisches Zitat, deswegen... Jippie Kaye Motherfucker.

00:32:00: Das ist das Original.

00:32:03: Der Spruch verurssprünglich gar nicht mal als großes Markenzeichen geplant und das ist super lustig.

00:32:08: Bruce Willis wollte mit dieser Zeile eigentlich nur die Crew am Set zum Lachen bringen.

00:32:12: Folgendes.

00:32:13: Der Spruch ist eine Anspielung auf einen singenden Cowboy, der heißt Roy Rogers.

00:32:18: Der hat seine Sendungen oft mit Jippie Kaye Kids beendet.

00:32:22: Bruce Willis und der Drehbuchautor Steven E. de Souza haben in dem Drehpausen viel miteinander abgehangen und haben vor allem über alte Westernhelden gesprochen.

00:32:30: So.

00:32:31: Bruce Willis also hat sich dann spontan entschieden, diesen unschuldigen Cowboy-Ruf mitten im derben Fluch zu kombinieren.

00:32:39: Und dabei ist rausgekommen, Yippie-ka-yay, Motherfucker.

00:32:43: Stand so nicht im Drehbuch.

00:32:46: In Deutschland ist es dann die Schweinebacke geworden.

00:32:49: In der deutschen Synchronisation wurde daraus das berühmte Yippie-ka-yay-Schweinebacke.

00:32:54: Das ist mir scheuert.

00:32:56: Die Versetzer haben sich damals natürlich gegen Motherfucker entschieden, da das im deutschen Kino ein bisschen zu vulgär war und nicht zum Lippenbild passte.

00:33:04: Schweinebacke, Klangstand dessen freche und originell, wie es heißt, und wurde so im deutschsprachigen Raum zum Kult.

00:33:12: Kult, ja, aus heutiger Sicht ein bisschen niedlich, aber auch cringe.

00:33:18: Schweinebacke, ist dir nichts Besseres eingefallen?

00:33:20: Ihr BKL Schweinebacke.

00:33:25: Aber wo das herkommt, gibt's noch mehr.

00:33:32: Wir machen weiter.

00:33:33: Der falsche Sturz.

00:33:35: So, Achtung, noch mal Spoiler-Alarm, falls du bis jetzt gehört hast.

00:33:38: Die Szene in der Hansgruber, der Bösewicht vom Nakatomi-Plaser in den Tod stürzt, also vom Turm, von diesem Büro-Turm, ist deshalb so realistisch, weil der Schauspieler Alan Rickman wirklich richtig Panik hatte.

00:33:52: Ja?

00:33:53: Alan Rickman ist Severus Snape aus Harry Potter, falls die Frage gerade aufkam.

00:33:58: Folgendes ist damals passiert, beim Dreh, der Standkoordinator hatte ihm versprochen, bei drei Los zu lassen, hat ihn aber schon bei eins fallen lassen.

00:34:06: Der Gesichtsausdruck, völligen Schocks, ist also genau der, den man sieht, der ist echt... Alan Rickman hatte tatsächlich Angst, weil der sieben bis acht Meter runtergefallen ist in so einen Kissen.

00:34:16: Und genau in diesem Moment dachte er, das wären Fehler und hätte richtig panische Angst.

00:34:21: Deswegen... Tatsächlich Reaktion auf einen unerwarteten Fall.

00:34:25: So, jetzt kommen wir zu Bruce Willis.

00:34:27: Ich habe es eben ja schon angedeutet, der war für die Rolle des John McClain die zehnte Wahl.

00:34:31: Das ist auch nicht so ein Kompliment, ne?

00:34:34: Ja, gut.

00:34:34: Aber heute kaum vorstellbar.

00:34:36: Bruce Willis war damals eigentlich ein TV-Komidien.

00:34:41: Ich erinnere an den Film zum Beispiel das Model und der Schnüffler.

00:34:43: Zum Beispiel.

00:34:45: Er war auf jeden Fall alles andere als ein Actionstar, die man sofort genommen hätte.

00:34:49: Vor ihm haben fast alle großen Namen Hollywoods diese Rolle abgelehnt.

00:34:54: Pecheabt, Arneuth Schwarzenegger wollte nicht, Sylvester Stallone, Harrison Ford, Mel Gibson, Richard Gere und sogar, Achtung, Frank Sinatra.

00:35:04: Die mussten Frank Sinatra als allerersten diese Rolle anbieten.

00:35:07: Der war damals dreiundsiebzig.

00:35:09: Und sagen wir mal, nicht verdächtig noch einen großen Actionfilm zu spielen.

00:35:12: Aber der Film ist technisch gesehen eine Fortsetzung eines Sinatra-Films aus den Sechzigern.

00:35:19: Und deswegen musste man ihn folgerichtig erstmal diese Rolle anbieten.

00:35:22: Er hat abgelehnt zum Glück.

00:35:24: Ja und irgendwann am Platzzehnen haben so Bruce angerufen und der sagt so, ich habe gerade nichts zu tun, lass mal machen.

00:35:30: Guter Moment für ihn.

00:35:32: Ein nicht so guter Moment für Bruce Willis war eine ganz bestimmte Szene im Film.

00:35:36: Regisseur John McTiernan wollte, dass die Schüsse im Film extrem laut und realistisch klingt, war ihm wichtig.

00:35:43: In der Szene, in der John McClain unter einem Tisch liegend auf einen Terroristen schießt und den er schießt, war die Waffe so nah an seinem Kopf, dass die Lautstärke der Platzpatron bei Bruce Willis einen permanenten Hörverlust von zwei Dritteln auf dem linken Ohr verursachte.

00:36:00: Der war also nach dem Film für sein ganzes Leben auf dem linken Ohr zwei Drittel taub.

00:36:05: Nee, hörgeschädigt.

00:36:06: Entschuldigung, nicht taub.

00:36:07: Hörgeschädigt.

00:36:09: Dann noch das Thema mit den Hobbit-Füßen.

00:36:11: Lieben wir in Herr der Ringe?

00:36:12: In dem Action-Film vielleicht nicht so.

00:36:15: John McClain ist ja gerne mal barfuß durch Glasscherben gelaufen.

00:36:18: Und die Füße von Bruce Willis mussten geschützt werden.

00:36:21: Und bitte schau ganz genau hin, wenn ihr das nächste Mal im Film guckt.

00:36:24: In vielen Szenen trägt er deshalb spezielle Gummischuhe, die wie nackte, schmutzige Füße aussehen.

00:36:29: Wenn man in der Szene, in der er durch das Glasrennt, genau hinsieht, wirken die Füße seltsam groß und unnatürlich, fast wie harige Füße von einem Hobbit.

00:36:38: Ein Action-Hobbit quasi.

00:36:40: Dann kommen noch die Terroristen.

00:36:42: Schieß dem Fenster!

00:36:45: Man muss das auch im Original gucken.

00:36:46: Die Terroristen im Film sollten ja alle Deutsche sein.

00:36:49: Aber die meisten Schauspieler, einschließlich Alan Rickman, sprechen kein Wort Deutsch.

00:36:54: Das führte zu teils bizarren, grammatikalisch komplett falschen Sitzen wie dem legendären Satz.

00:37:00: Schieß dem Fenster!

00:37:02: Der hat wirklich Schieß dem Fenster geschrieben.

00:37:05: In der ursprünglichen deutschen Kinofassung wurden die Terroristen deshalb dann kurzerhand in eine europäische Untergrundorganisation umgeschrieben und bekamen Namen wie Jack statt Hans, um so die Sprachfehler zu kaschieren.

00:37:17: Boah, okay, kann man machen.

00:37:19: Geldspan war damals übrigens auch schon Thema, nicht erst heute.

00:37:22: Nakatomi Plaza, der Ort von diesem riesengroßen Büroturm, war in Wirklichkeit das Hauptquartier von Twentieth Century Fox, also von dem Studio, Das Gebäude befand sich damals noch im Bau, weshalb die Crew viele Etagen quasi umsonst als Z nutzen konnte.

00:37:38: Finde ich nice, Geld gespart und cooler Drehort.

00:37:41: Ich möchte dir noch zwei Sachen schenken.

00:37:44: Eine Fantheorie und die Antwort, warum es eigentlich ein Weihnachtsfilm ist.

00:37:48: Ich habe ganz viele Fantheorien zu dem Film gelesen, die eine finde ich aber wirklich gut, weil ich auch die Serie geguckt habe.

00:37:54: Karl Winslow ist traumatisiert.

00:37:57: Also muss ich erklären.

00:37:59: Der Polizist Al Powell, gespielt von Reginald Val Johnson, erschießt am Ende den letzten Terroristen und überwindet quasi seinen Trauma, keine Waffe mehr abfeuern zu können.

00:38:10: Val Johnson spielte dann später den berühmten Fernsehvater Karl Winslow in alle unter einem Dach.

00:38:15: Das ist die Serie mit, war ich das etwa?

00:38:18: Mit Steve Öckel, hast du bestimmt schon gesehen.

00:38:21: Die Theorie also, es ist derselbe Charakter.

00:38:24: Nach den Ereignissen von Stürb Langsam ist er nach Chicago gezogen, um dem Wahnsinn in L.A.

00:38:29: zu entkommen und ist deshalb als Vater oft so streng und beschützend in der Fernsehserie.

00:38:35: Allein auf die Idee kommen.

00:38:36: Ich find das lustig.

00:38:38: Ich hab lange nicht geguckt.

00:38:39: Karl Winster mit Steve Urkel, der Hosenträger Dully.

00:38:42: Na ja.

00:38:43: So, und jetzt noch die letzte allesentscheidende Frage.

00:38:46: Warum gilt der Film eigentlich als Weihnachtsfilm?

00:38:48: Seit Jahren tobt im Internet die Debatte.

00:38:50: Ist da hart, also Stürb Langsam wirklich ein Weihnachtsfilm?

00:38:54: Mittlerweile lautet der Konsens für die meisten Fans und Kritiker ja absolut.

00:38:59: Hier die Gründe.

00:39:00: Erstens mal die Struktur der Geschichte.

00:39:02: Weihnachten ist da nicht nur Dekoration, es ist der Auslöser der Handlung.

00:39:07: Ohne die Weihnachtsfeier wäre das Gebäude nicht leer und ohne Weihnachten wäre McClain nicht in L.A.

00:39:12: um seine Frau zu besuchen.

00:39:13: Der Plot funktioniert also an keinem anderen Datum.

00:39:16: Ergo Weihnachtsfilm.

00:39:18: Dann Thema der Erlösung.

00:39:20: Klassische Weihnachtsgeschichten handeln ja oft von einem Mann, der Fehler gemacht hat und die Feiertage dann endlich nutzt, um sich zu ändern oder zu seiner Familie zurückzufinden.

00:39:28: Und genau das ist der McClainbogen.

00:39:30: Er startet als getrennt lebender Ehemann, der seinen Stolz nicht runterschlucken kann und endet vereint mit seiner Familie.

00:39:37: So schön.

00:39:37: Ergo Weihnachtsfilm.

00:39:39: Und natürlich Soundtrack.

00:39:42: Der Film ist voller Weihnachtsmusik.

00:39:43: Von Winter Wonderland über Let It Snow oder sogar oder an die Freude.

00:39:48: Kritik an Kapitalismus haben wir auch noch.

00:39:50: Weihnachten hat ja oft eine antikapitalistische Botschaft.

00:39:53: Liebe ist wichtiger als Geld.

00:39:55: Während Hans Gruper, der Bösewicht, also die Gier repräsentiert, ist McClain derjenige, der für die menschlichen Werte kämpft.

00:40:02: Also Weihnachtsfilm.

00:40:05: Und dann noch das offizielle Machtwort.

00:40:07: Der Regisseur John McTierney und der Drehbuchautor Steven E. de Souza haben beide öffentlich bestätigt.

00:40:13: Ja.

00:40:14: Wir haben Die Hard, also stirb langsam, als Weihnachtsfilm konzipiert.

00:40:18: Und deswegen sind Kevin Allein zu Hause und stirb langsam.

00:40:22: für mich die absoluten Weihnachtsfilme Nummer eins.

00:40:26: Das ist die Folge Zahltag für heute.

00:40:27: Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.

00:40:29: Ich weiß zwischendurch ein bisschen düster, aber soll ich dir was sagen?

00:40:33: Auch an solchen Tagen wie heute müssen wir auch über die düsteren Sachen reden.

00:40:35: Dann sind die schönen Sachen noch schöner, weil man sich vielleicht noch bewusster wird, was man da hat.

00:40:40: Cool, dass du hörst.

00:40:41: Freu ich mich wirklich sehr.

00:40:42: Ich habe versprochen, dass ich dich über die Feiertage nicht alleine lasse.

00:40:45: Das gilt übrigens nächstes Jahr genauso.

00:40:47: Am ersten Januar werde ich aufnehmen, also eine Neujahrsfolge.

00:40:51: Und die hörst du dann natürlich wieder hier, bei Zeittag.

00:40:54: Schreibt mir doch gerne mal, wenn du gerne als Gast hättest oder schreib mir mal ein Thema, das dich interessiert, was ich mal recherchieren sollte und dürfte.

00:41:01: Ansonsten freue ich mich über fünf Sterne und ein nettes Wort.

00:41:04: Ich antworte fast immer.

00:41:06: Da eigentlich antworte ich immer, dauert nur manchmal.

00:41:08: Beste Grüße.

00:41:09: Wir hören uns dann am Dienstag wieder.

00:41:11: In einer neuen Folge-Zeitag.

00:41:14: Bis dahin, ja, tschüss, ne?

00:41:16: Dein Daniel.

00:41:17: Tau, tau, tau, tau, tau.

00:41:19: Wie sagen wir immer, tau, tau, tau, tau.

00:41:22: Dann hören wir uns am Dienstag wieder.

00:41:25: Yippie-ka-yay, Schweinebacke.

00:41:28: Oh, ist das peinlich.

00:41:30: Ist jetzt doch irgendwas Besseres, als Schweinebacke finden können, ne?

00:41:33: Naja.

00:41:35: Hast du ein... Hier, das als abschließende Frage.

00:41:37: Hast du einen Vorschlag, was man anstatt von Schweinebacke hätte sagen können?

00:41:41: Yippie-ka-yay!

00:41:43: Drecksack, Schweinebacke, Schweinebacke, vier.

00:41:47: Drecksack, klappt nicht.

00:41:49: Siehst du, ich scheitere schon.

00:41:50: Tschüss.

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