#037 - Louvre-Aufschlag, Passwort-Panik und der Deutschland-Korb
Shownotes
Ab morgen führt der Louvre ein Zwei-Klassen-System ein: Besucher von außerhalb Europas zahlen 45 % mehr Eintritt. Nach dem großen Schließfach-Einbruch in Gelsenkirchen sorgt ein angeblich 8-stelliger Code für neue Fragen – und liefert eine unangenehme Erkenntnis über unsere eigenen Passwörter. Bei den Golden Globes bekommen Superstars Goodies im Wert von 1 Million Dollar, von denen am Ende vieles einfach verfällt. Außerdem geht es um 35 Jahre Unwort des Jahres und um die Tatsache, dass Lebensmittel seit 2020 um 35 % teurer geworden sind – mit der Idee eines sogenannten Deutschland-Korbs als politischer Antwort.
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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)
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00:00:00: Achtung, Achtung!
00:00:01: Heute fliegen die Nordmantanen aus dem Fenster.
00:00:03: Heute ist der Sankt Knutstag!
00:00:06: Knut!
00:00:07: Das ist der zwanzigste und letzte Tag der Weihnachtszeit in Schweden, Norwegen und Finnland.
00:00:11: Also nicht, dass dir heute irgendwie eine Tanne auf die Ommel fällt.
00:00:14: Ich hatte eben noch ein Pfefferminste.
00:00:16: Und mit diesen lebensverändernden Infos geht's los, will ich sagen.
00:00:19: Hallo!
00:00:32: Es ist Dienstag der dreizehnte erste, zwei tausend sechsundzwanzig.
00:00:35: Hier ist Daniel Boschmann mit Zahltag.
00:00:38: Wir rechnen mit der Woche ab.
00:00:39: Ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter.
00:00:43: Erst die Meldung, dann das Abschweifen.
00:00:45: Das ist hier der Auftrag.
00:00:47: So, neues Jahr, alte Probleme.
00:00:49: Ab nach Frankreich.
00:00:56: Ab morgen gibt es offiziell eine Zweiklassengesellschaft im Louvre.
00:01:00: Und andere Museen wollen da auch mitsurfen auf der Preiswelle.
00:01:04: Wir hangeln uns hier von Verbrechen zu Verbrechen.
00:01:07: Acht!
00:01:08: Einen achtstelligen Code sollen die Einbrecher bei der Sparkasse in Gelsenkirchen gebraucht haben, um durch eine Sicherheitstür zu kommen.
00:01:15: Da gibt es nämlich keine Einbruchsspuren.
00:01:18: Was können wir von dem Einbruch über unsere eigenen Passwörter lernen?
00:01:21: Stellt sich raus, sehr viel und heiße These von mir.
00:01:25: Nachdem du das jetzt gleich gehört hast, wirst du sofort deine Passwörter ändern.
00:01:30: Bitte.
00:01:31: Eins.
00:01:32: Eine Million.
00:01:33: Eine Million Dollar.
00:01:35: Die Giveaway-Tüte hat es wirklich in sich.
00:01:37: Goodies und Erlebnisse im Wert von einer Million Dollar gab es für die Superstars bei den Golden Globes am Sonntag.
00:01:43: Wir schauen zusammen in die Tüte rein und ich verrate dir, warum fast alle Gutscheine immer verfallen.
00:01:50: Seit thirty-fünf Jahren gibt es das Unwort des Jahres.
00:01:54: Heute wird es verkündet für das letzte Jahr.
00:01:57: Wo kommt dieser Brauch eigentlich her?
00:01:59: Ich schaue in die Geschichte dieser Tradition und präsentiere dir die Flop-Drei der letzten thirty-fünf Jahre.
00:02:05: Und nochmal thirty-fünf, was für ein Zufall.
00:02:08: Seit zwei tausend zwanzig sind die Lebensmittelpreise in Deutschland um thirty-fünf Prozent gestiegen.
00:02:13: Deutschland soll deswegen einen Korb bekommen.
00:02:16: Den Deutschlandkorb, wie sie nicht.
00:02:18: Was soll das bringen?
00:02:19: und bei wem haben wir diese Idee mal wieder abgeschrieben.
00:02:22: Nein, nein, nein, nein.
00:02:23: Auf geht's.
00:02:24: Jetzt geht's los.
00:02:26: Gewinde, gewinde, gewinde.
00:02:29: Gewinne, Gewinne, Gewinne.
00:02:31: Machen die hier.
00:02:32: Fünfundvierzig, Fünfundvierzig Prozent und sie machen es wirklich.
00:02:35: Du hast es hier in Zeittag längst gehört.
00:02:37: Du weißt es eigentlich schon, aber ab morgen ist es Realität.
00:02:40: Fünfundvierzig Prozent mehr.
00:02:43: Nicht-Europäer müssen im Louvre ab Mittwoch mehr Eintrittszahlen als wir Europäer.
00:02:49: Auf der einen Seite denke ich so, jawoll.
00:02:51: Und auf der anderen Seite denke ich so, nee, warum?
00:02:55: Der Louvre zieht die Preise für Nicht-Europäer an.
00:02:58: Ab Mittwoch kostet ein Ticket statt zweiundzwanzig Euro, jetzt zweiunddreißig Euro.
00:03:03: Und Achtung, fünf weitere französische Museen ziehen da gleich mal mit.
00:03:08: Man weiß ja nie.
00:03:11: Damit haben wir offiziell zwei Klassensystemen.
00:03:13: Die französische Regierung will die Mehreinnahmen, die dann da generiert werden, vor allem in die kostspielige Renovierung des Louvre stecken.
00:03:21: Wir zahlen den Bums jetzt, weil die Missmanagement betrieben haben.
00:03:24: Also nicht wir, weil wir wohnen ja in der EU.
00:03:26: Wir zahlen immer noch den gleichen Preis, so wie die Leute aus Island, Liechtenstein und Norwegen.
00:03:31: Da bleiben die Ticketpreise gleich.
00:03:32: Alle anderen, also die Super Touris aus USA, China, Japan, die blechen jetzt mehr.
00:03:39: So, und das machen die auch im Schloss Chambord, im Schloss Versailles, da wird es drei Euro teurer.
00:03:45: Und in dem prunkvollen Pariser Bauten Conciergerie St.
00:03:48: Chapelle und Operat Garnier.
00:03:50: Die haben sich gedacht, auch wenn der Lufo erhöht, dann machen wir das auch gleich.
00:03:55: Die haben wahrscheinlich alle eine Sammelbestellung von Kameras und Bewegungsmeldern.
00:03:59: Könnte sein, man muss den Bums ja zahlen können.
00:04:02: Diese zwei Klassengesellschaft gibt es übrigens nirgendwo sonst.
00:04:07: Weder in Europa noch in den USA.
00:04:09: Na ja gut, bis der Moment den orangefarbenen Hahn davon Wind bekommt.
00:04:13: It's the best museum blah.
00:04:16: So.
00:04:17: Ehe am Gegenteil.
00:04:18: tatsächlich, im britischen Museum in London ist der Eintritt für alle frei, bei der Acropolis in Athen und dem Kolosseum in Rom gilt für Europäer unter-von-zwanzig Jahren freier Eintritt.
00:04:29: Ich sage ja sowieso, Kultur für alle muss der Staatshaushalt finanzieren können.
00:04:34: Jetzt sollen aber die Ausländer außerhalb von Europa für den Umbau der Museen in Frankreich zahlen.
00:04:40: Könnte man meinen, dass die Gewerkschaften das gut finden, weil das ja vielleicht die Arbeitsbedingungen verbessert, aber iwo.
00:04:46: Wie auch angekündigt in der letzten Folge schon, die Gewerkschaften rund um die Louvre streiken ja immer noch und wollen das auch durchziehen.
00:04:53: Und die finden das mit der Zwei-Klassengesellschaft, Zitat, schockierend.
00:04:59: Die doppelte Bepreisung tritt die republikanische Geschichte und den Universalismus des Louvre-Museums mit Füßen, sagen die Gewerkschaften.
00:05:08: Die finden das also eher kaki.
00:05:10: Na, Louvre, super.
00:05:13: Ich freue mich auf ein schönes gemeinsames Jahr.
00:05:16: Acht.
00:05:17: Es gibt Neues von der Soko Kärmbora.
00:05:20: Die Einbrecher in Gelsenkirchen sollen einen achtstelligen Kot genutzt haben, um in den Archivraum zu gelangen, von dem sie sich in den Tresorraum gebohrt haben.
00:05:31: Nach Informationen aus Sicherheitskreisen steht der Verdacht im Raum, also im Tresorraum, dass die Täter Insider wissen halten.
00:05:39: Demnach soll die Alarmanlage im Tresorbereich nicht mehr aktiviert gewesen sein.
00:05:43: Selbst Nordrhein-Westfalen-Innenminister Herbert Reul hat gesagt, die Täter wussten offenbar genau, wonach sie suchen und sie wussten auch, wie und wo sie es bekommen.
00:05:53: Hatten ja angeblich auch genug Zeit mit über vierzig Stunden im Tresor.
00:05:57: Die Sparkasse soll sich derweil auffallend unkooperativ gegenüber den Ermittlern verhalten haben.
00:06:04: Das klingt doch alles super unauffällig, oder?
00:06:08: Aber nehmen wir mal an.
00:06:10: Die Einbrecher müssten die Tür irgendwie selbst knacken, weil es gab ja keine Einbruchsspuren an der Tür, insider.
00:06:18: Was müsste man da wissen, wenn man einen achtstelligen Kot knacken will?
00:06:22: Und was lernen wir für unsere eigenen Passwörter?
00:06:24: Achtung.
00:06:26: Die Anzahl der Möglichkeiten für einen achtstelligen Kot hängt davon ab, wie viele verschiedene Zeichen benutzt werden dürfen, also Ziffern, Buchstaben oder Sonderzeichen.
00:06:34: Wenn wir jetzt mal nur Ziffern nehmen, also die Zahlen null bis neun, Dann gibt es zehn Möglichkeiten pro Stelle.
00:06:41: Ist ja klar, ne?
00:06:42: Null bis neun sind zehn Möglichkeiten.
00:06:44: Und die Rechnung der Möglichkeiten ist dann ganz einfach.
00:06:47: Wir haben ein achtstelligen Kot und wir haben zehn Möglichkeiten.
00:06:50: Dann würde man das folgendermaßen rechnen.
00:06:52: Zehn Möglichkeiten hoch acht.
00:06:55: Also hoch Kotlänge.
00:06:57: Insgesamt wären das bei den Ziffern, nur bei den Ziffern, also hundert Millionen Möglichkeiten.
00:07:02: Wenn der Kot jetzt aus den sechsundzwanzig Buchstaben des Alphabetes bestehen würde, wäre das sechsundzwanzig hoch acht, während zweihundert acht Milliarden Möglichkeiten.
00:07:12: Und wird ein Passwort aber erstellt, dass sowohl Ziffern als auch Buchstaben enthalten darf, ergeben sicher sechsunddreißig Möglichkeiten pro Stelle, das wären dann sechsunddreißig hoch acht, wären zwei Komma acht Billionen Möglichkeiten.
00:07:26: Sagen wir mal so, das zu versuchen würde dauern.
00:07:30: Und bei einer Sicherheits-Tür mit einem Tastenfeld würde das ungefähr so aussehen.
00:07:34: Ich habe es durchgerechnet.
00:07:35: Ja, komm.
00:07:37: Erstes Szenario.
00:07:38: Das Manuelle ausprobieren.
00:07:40: Gehen wir mal davon aus, dass die Tür keine Sperrzeit hat, was ja sehr unsicher wäre.
00:07:44: Und die Sprachkasse war ja nicht so sicher.
00:07:46: Ein Einbrecher braucht ungefähr zwei Sekunden, um einen achtstelligen Kot einzutippen.
00:07:51: Geht ja ganz schnell, tap, tap, tap, tap, fertig.
00:07:53: Bei einhundert Millionen Möglichkeiten, nur aus Zahlen, braucht er dafür also zweihundert Millionen Sekunden.
00:07:59: Das wären ungefähr sechs Komma drei Jahre.
00:08:02: Ununterbrochenes Tippen.
00:08:04: Rein statistisch gesehen aber, wäre der Einbrecher schon ungefähr nach der Hälfte durch, nach circa drei Jahren.
00:08:10: Da würde er statistisch gesehen Erfolg haben.
00:08:12: In der Zeit, aber muss man sagen, hätte sich selbst in der Sparkasse Gelsenkirchenbur mal ein Sicherheitsdienst in den Tresorraum verirrt.
00:08:21: Würde ich behaupten.
00:08:22: Zweites Szenario.
00:08:24: Die Tür hat sogar eine Sperrfunktion.
00:08:27: Und das ist ja, kennen wir ja vom Handy, ne?
00:08:28: Drückst du auf den falschen Knopf, wird gesperrt.
00:08:31: Manchmal für drei, manchmal für fünf, manchmal für mehr Möglichkeiten.
00:08:35: Und dann wird das ja für eins, fünf oder fünfzehn Minuten unblockiert.
00:08:38: Wenn also jeweils nach drei Versuchen eine Sperre von nur einer Minute erfolgen würde, bräuchte man, um alle Möglichkeiten zu testen, dreiundsechzig Jahre.
00:08:49: Fazit.
00:08:51: War ein Insiderjob.
00:08:54: Das ist meine heiße These hier.
00:08:56: Das kann man nicht knacken durch Busesraten.
00:08:59: Bei acht Stellen praktisch unmöglich.
00:09:01: So, dann habe ich kurz geguckt, wie würden Einbrecher das wirklich machen?
00:09:05: Das sind jetzt tatsächlich echte Möglichkeiten, die Einbrecher ausloten würden, wenn sie einen Code knacken wollen.
00:09:11: Obwohl hundert Millionen Möglichkeiten ja richtig viel klingt.
00:09:13: für so ein achtstelligen Code, gibt es Möglichkeiten mit modernen Computern und kein Witz, Bei hundert Millionen Möglichkeiten geht es trotzdem innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde.
00:09:23: Das ist ein Brutforce-Angriff mit Computern, der geht und bei einem Offline-Angriff, also wenn du da so wie beim Binauratory-Port oder so ein Kabel in den Computer steckst, schafft bei Hackhans so ein Verbund von Grafikkarten, einhundert Milliarden Versuche pro Sekunde.
00:09:39: Die rattern das durch und sind in null.
00:09:42: Komma nix drin.
00:09:43: Wäre möglich.
00:09:44: So.
00:09:45: Wie die Einbrecher es aber wahrscheinlich wirklich machen, wenn man irgendwo rein will, gibt es folgende Möglichkeiten.
00:09:51: Es gibt die Möglichkeit, die Abnutzung der Tasten zu anzuschauen.
00:09:54: Also wenn die Tür seit Jahren benutzt wird, sind ja vielleicht nur vier oder fünf Tasten abgenutzt, so abgewetzt oder glänzend.
00:10:01: Das kennst du von der Fernbedienung von zu Hause.
00:10:02: Wenn man immer dieselben Sender guckt, dann sind die abgegrabbelt die Tasten.
00:10:05: Und laut und leiser ja sowieso.
00:10:07: Wenn es also nur vier bekannte Ziffern sind, die abgewetzt sind, dann sinkt die Zahl der Kombination ja von hundert Millionen auf.
00:10:14: Achtung!
00:10:15: Zweihundertsechsemfünfzig, weil vier Möglichkeiten, mal vier, verstehst du, vier Möglichkeiten hoch.
00:10:23: vier, weil ja nur vier Ziffern bekannt sind.
00:10:26: Das ist im wenigen Minuten Tipper mit zweihundertsechsemfünfzig Möglichkeiten.
00:10:29: Was Einbrecher auch machen, wenn sie in solche Räume rein wollen, die gucken mit speziellem Licht, mit so einer speziellen Taschenlampe, welche Tasten zuletzt gedrückt wurden, wegen Fettabdrücken und Fingerprints und so was.
00:10:40: Und es gibt sogar Wärmebildkameraoptionen.
00:10:44: Wenn du direkt nach dem Nutzen von dem Pinpad mit der Wärmekamera auf so ein Ding hältst, dann siehst du sogar nach der Wärme, welche Taste wann gedrückt wurde.
00:10:54: Gut, würde voraussetzen, dass man genau dahinter steht oder schnell ran kann.
00:10:58: Das war's wohl nicht.
00:11:00: Sind wir wieder dabei?
00:11:01: War wahrscheinlich ein Insider-Job.
00:11:03: Aber jetzt mal im Ernst, was lernen wir jetzt für unsere Passwörter daraus, wenn man diese ganze Logik dazu grunde liegt?
00:11:10: Die Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen ist für Passwörter super entscheidend.
00:11:16: Noch viel mehr, aber ja, ich weiß, die Länge.
00:11:21: Und das ändert jetzt alles.
00:11:22: Jedenfalls bei mir, denn ich habe gerade eben schon Passwörter geändert.
00:11:26: Eine der wichtigsten Erkenntnisse in der IT-Sicherheit ist die folgende.
00:11:29: Der Grund liegt in der Mathematik hinter der Formel für Kombinationsmöglichkeiten.
00:11:33: Haben wir ja gerade eben schon durchgerechnet.
00:11:35: N ist die Anzahl.
00:11:37: von Zeichen pro Stelle und k ist die Länge, also die Anzahl der Stellen.
00:11:44: Da k im Exponenten steht, also das hoch, hat das einen viel stärkeren Einfluss auf das Ergebnis.
00:11:51: Ich erkläre es mal ganz einfach, falls du das jetzt verloren hast.
00:11:54: Jedes Mal, wenn du die Länge von einem Passwort um nur eine einzige Stelle erhöhst, multiplizierst du die gesamte bisherige Anzahl an Möglichkeiten mit allen Zahlen.
00:12:04: Beispiel noch einfacher.
00:12:07: Wenn wir im Passwort mit Ziffern von null bis neun haben, also zehn Ziffern mit sechs Stellen, hast du zehn hoch sechs, also eine Million Möglichkeiten.
00:12:15: Bei sieben Stellen schon machst du diese eine Million mal zehn, sind schon zehn Millionen.
00:12:21: Bei acht Stellen sind es zehn Millionen mal zehn, hast du schon hundert Millionen.
00:12:27: Also jede Stelle mehr macht das Passwort unfassbar viel komplexer und schwieriger zu knacken.
00:12:32: Eine Stelle mehr.
00:12:34: Der direkte Vergleich, gucken wir uns mal an, was passiert.
00:12:36: Wenn ein Passwort stärker gemacht werden soll.
00:12:39: Also, nehmen wir mal acht Stellen und du erhöhst den Zeichensatz von den Ziffern auf alles Mögliche.
00:12:46: Also, da kommt noch groß und Kleinschreibung dazu, Sonderzeichen und so.
00:12:49: Das sind da insgesamt wirundneunzig Zeichen.
00:12:52: Wenn du zahlen und groß und Kleinschreibung und Sonderzeichen hast, wirundneunzig Zeichen, das wären dann wirundneunzig hoch acht, weil wir acht Stellen im Passwort haben, dann werden das ungefähr sechs Billarden Möglichkeiten.
00:13:06: Wenn wir jetzt aber mehr Länge nehmen, wird es noch viel besser.
00:13:11: Angenommen, du bleibst nur bei klein Buchstaben, das sind sechsundzwanzig Zeichen, erhöhst die Länge aber auf vierzehn Stellen, dann sind es vierundsechzig Trillionen Möglichkeiten.
00:13:22: Also, obwohl das zweite Szenario einfach nur Buchstaben benutzt, ist es über zehntausendmal sicherer als das kurze, ich sag mal, hochkomplexe Passwort mit so einer Zeichen.
00:13:33: Und das ändert wirklich bei mir in der Wahrnehmung von Passwörtern alles.
00:13:37: Wenn wir unsere Passwörter ja sicher machen wollen, ne?
00:13:40: Ich weiß ja, ob du das schon gemacht hast, dann versucht man ja so mit einem Dollarzeichen, groß und klein, Schreibung und Ausrufezeichmangel, die meisten eigentlich.
00:13:48: Oder ein Hashtag oder sowas.
00:13:50: Also angenommen, ich schreibe das Wort Albatross als Passwort, hab ich jetzt nicht gehabt, aber so.
00:13:55: Albatross und er setze A durch Vier und die Null durch O. Also angenommen, ich schreibe das Wort Albatross als Passwort.
00:14:03: den Vogel.
00:14:04: Und die As werden durch die Vier ersetzt, das O durch eine Null und die S durch eine Fünf.
00:14:09: Einfach nur weil es dann irgendwie mit groß und klein.
00:14:12: Das ist aus dem Schwert zu merken, ist aber in Minuten gehackt, weil viel zu kurz.
00:14:17: Was viel besser wäre, vier Wörter nacheinander, vier stumpfe Wörter, die kann man sich super merken, ist aber viel schwieriger zu knacken.
00:14:26: Angenommen, das Passwort wäre Sparkasse, Tresoraum, Geld weg.
00:14:33: Das ist erstmal sehr einfach zu merken, aber für ein Computer, aufgrund der schieren Länge von über sechsundzwanzig Zeichen, fast unmöglich zu knacken.
00:14:40: Und das kannst du super merken.
00:14:43: Also für deine Passwörter bedeutet das, ein Passwort aus, weiß ich nicht, vier zufälligen deutschen Wörtern ist viel sicherer als ein kryptisches Passwort, wie Hashtag Spaß eins Ausrufe zeichen.
00:14:55: Ja, würde ich mal sagen.
00:14:57: Viel Spaß beim ändern.
00:15:01: Seit thirty-fünf Jahren gibt es den Brauch das Unwort des Jahres.
00:15:06: Heute wird in Marburg genau das für zwei-tausend-fünfundzwanzig vorgestellt.
00:15:10: Ich weiß es noch nicht, also ich nehme jetzt auf, ohne es zu kennen.
00:15:13: Diese Aktion wurde in nineteen-neinzig vom Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser ins Leben gerufen und ihm ging es damals um den kritischen Umgang mit öffentlicher Sprache.
00:15:24: Die Jury entscheidet übrigens nicht nach der Häufigkeit von Einsendung.
00:15:27: Das wäre ja sehr einfach, dann könnte man sich ja absprechen.
00:15:29: Nein, nein, nein, es geht nach inhaltlichen Kriterien.
00:15:32: Und ein Unwort des Jahres muss vier Sachen erfüllen.
00:15:35: Es muss gegen die Menschenwürde verstoßen, gegen die Prinzipien der Demokratie gerichtet sein, gesellschaftliche Gruppen diskriminieren und beschönigend oder verschleiern sein.
00:15:44: Das sind die vier Kategorien.
00:15:46: Es gibt übrigens auch, jetzt nicht wie beim Jugendwort oder so oder bei anderen Filmpreisen, so was wie eine Shortlist oder eine Nominierungsliste, sondern es geht über Vorschläge aus der Bevölkerung.
00:15:58: Also man kann da was einschicken und diese Vorschläge werden dann von einer unabhängigen Jury aus Sprachwissenschaftlerin und Journalisten bewertet.
00:16:07: Die Jury bekommt übrigens jedes Jahr so ungefähr circa zwei tausend dreihundert Einsendungen.
00:16:11: So, ich hätte gedacht, das wären mehr.
00:16:13: Und aus denen wird dann ausgewählt.
00:16:16: Das Unwort des Jahres übrigens gibt es schon seit nineteeninundneunzig, also seit fünfunddreißig Jahren.
00:16:21: Und das allererste Unwort des Jahres war ausländerfrei.
00:16:26: Man könnte meinen, wir lernen aus der Geschichte überhaupt nicht, könnte heute auch wieder so ein Wort sein.
00:16:30: Es ist doch nicht zu glauben.
00:16:32: Ausländerfrei.
00:16:33: Der Begriff wurde von der Jury damals gewählt, weil er im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Heuerswerda, in Sachsen und in anderen Orten verwendet wurde.
00:16:42: Rechtsextreme haben damals gefordert, dass Menschen Mit Migrationsgrund aus bestimmten Gebieten oder Wohnkomplexen einfach vertrieben werden.
00:16:51: Könnte genauso heute eine Scheißansage sein.
00:16:54: Unfassbar oder wir lernen einfach nicht.
00:16:56: Die Jury kritisierte das Wort damals als zu tiefstmenschenverachtend, dass Menschen wie eine Art Ungeziefer oder einen Schandfleck behandelt, den man beseitigen müsse, um einem Bereich sauber in Klammern frei zu bekommen.
00:17:10: Ist super schrecklich.
00:17:12: Und jetzt gehen wir mal in die Geschichte.
00:17:13: Ich habe mir die FLOP III rausgesucht.
00:17:15: Bevor wir jetzt das neue Unwort kennen, was ja wieder ein Aufrohr geben wird, habe ich mir mal angeschaut, was ist denn in den letzten thirty-fünf Jahren da so rausgekommen?
00:17:23: Hier sind die FLOP III.
00:17:26: Eines der bekanntesten Unwörter überhaupt ist Achtung, sozialverträgliches Frühableben von.
00:17:40: Und der meinte das als ironische Warnung.
00:17:44: Eigentlich wollte er kritisieren, dass die Sparpolitik in der Gesundheit dazu führen könnte, dass Patienten nicht mehr ausreichend versorgt werden können.
00:17:51: Die Jury hat dann aber gesagt, ja, das nehmen wir, weil die Ironie im öffentlichen Diskurs komplett verloren gegangen ist.
00:17:57: Und dieser Begriff plötzlich als Fachbegriff für das Sterben aus Kostengründen kursierte.
00:18:03: Grußelig.
00:18:04: Sozialverträgliches Frühableben.
00:18:06: Flop drei.
00:18:07: Flop zwei, haste mit sich.
00:18:09: halt auch in Erinnerung, die Dönermorde.
00:18:12: Ja, das ging richtig in die Hose.
00:18:13: Das ist eine bittere Lektion für Medien.
00:18:16: Die Wahl des Begriffs Dönermorde war wirklich ein Wendepunkt in der ganzen Geschichte.
00:18:21: Jahrelang hatten deutsche Medien und die Polizei genau diesen Begriff für die Mordserie des NSU verwendet.
00:18:27: Erst als sie rechtsextremen Hintergründe überhaupt bekannt wurden, hat die Jury den Begriff gerügt, weil die Opfer auf einen Imbissgericht reduziert wurden und sie auf ihre Herkunft schickmatisiert wurden.
00:18:39: Die Anekdote dazu übrigens, Die Wahl von Dönermorde hatte einen so massiven Lerneffekt, dass sich viele Redaktionen aus den Medien öffentlich entschuldigt haben.
00:18:49: Deswegen gilt es als das Unwort, das den Journalismus in Deutschland am nachhaltigsten verändert hat.
00:18:54: Dönermorde, Flop II, aus den letzten Jahren.
00:18:59: Und jetzt Flop I, das eine, das Riesenunwort, das alle kennen.
00:19:06: Gut, Mensch!
00:19:09: Die Wahl von Gutmensch hat damals einen riesigen Sturm der Entrüstung ausgelöst, aber aus allen Richtungen.
00:19:14: Die Kritiker haben nämlich auch der Jury vorgeworfen, selbst politisch supergutmenschlich sein zu wollen.
00:19:20: Achtung.
00:19:21: Die Jury hat damals die Wahl begründet damit, dass sie ein eigentlich positiver Wert, also ein guter Mensch zu sein, als Schimpfwort missbraucht wurde, um Hilfsbereitschaft vor allem in der Flüchtlingskrise lächerlich zu machen.
00:19:33: Das Wort ist seitdem immer noch ein Paradebeispiel dafür, wie ein Unwort Titel die gesellschaftliche Spaltung noch sichtbarer macht, anstatt sie zu heilen.
00:19:43: Also, Gutmensch, Flop I bei Unwort des Jahres.
00:19:48: Übrigens, es gibt Rekordeinsendungen und eine der größten Rekordeinsendungen und das sagt viel über die deutsche Gesellschaft aus, wie ich finde, ist Gendersternchen.
00:19:57: Ganz oft wird das Wort Gendersternchen eingeschickt.
00:20:00: Dann denk ich mir so, Alter, wenn das unser Problem ist, in der Gesellschaft ein Gendersternchen zum Thema zu machen, ist das egal.
00:20:07: Ja, also ich bin im Grundsätzlichen der Meinung, wenn jemand Gendern will, soll er Gendern.
00:20:12: Aber nicht alle anderen nerven, dass man Gendern muss.
00:20:14: Das ist meine Meinung.
00:20:16: Ich finde, das würde den Diskurs ein bisschen entspannter machen.
00:20:18: Also nicht immer permanent mit einem Zeigefinger durch die Gesellschaft laufen.
00:20:22: Du musst jetzt aber das machen, was ich mache.
00:20:24: Das gilt übrigens für alles, ne?
00:20:26: Für Religion, für Ernährung, für Politik.
00:20:29: Übrigens auch für Sport.
00:20:30: Ich will eigentlich gar nicht wissen, wer Bayern Fan ist.
00:20:33: Spaß.
00:20:35: Übrigens, abschließend zu dem Thema.
00:20:37: Die Syri betont immer wieder, es geht nicht darum, welches Wort die Menschen am meisten nervt, sondern welches die Menschen würde am schlimmsten verletzt hat.
00:20:45: Und das wird dann das Unwort des Jahres.
00:20:46: Wir werden es erfahren.
00:20:49: Eins.
00:20:50: Eine Million in einer Tüte.
00:20:52: Es ist die One Million Dollar Gift Bag.
00:20:55: Die gab es jetzt bei den dreieinachtzigsten Golden Globes am Sonntag.
00:20:59: Und das war wieder eine der exklusivsten Sammlungen von Luxusgütern und Erlebnissen weltweit.
00:21:05: Ja, kriegen aber nicht alle.
00:21:06: Also nicht alle, die du da siehst im Publikum, kriegen diese Tüte, sondern nur die Gewinnerinnen und Gewinner und Präsentatoren haben eine edle Reisetasche bekommen aus Wildleder.
00:21:17: Und in dieser Tasche war das Ultimate Giftbook.
00:21:20: Mit insgesamt thirty-fünf High-End-Angeboten, wie es heißt.
00:21:24: Gucken wir doch mal in die Tüte rein.
00:21:25: Ich hab die Liste.
00:21:26: So, es ist, wenn man ganz ehrlich ist, ist das ein Coupon-Heft für die Schöne und Reichen.
00:21:31: Mehr ist es eigentlich nicht.
00:21:33: Hier sind die spektakulärsten Inhalte aus der Giftback-swei-tausend-sechsten-zwanzig, also meine Meinung.
00:21:38: Der Großteil von diesem Millionenwert übrigens stammt aus ultraluxirösen Gutschein für Reisen.
00:21:44: Teilweise aber nur für eine Person verfügbar, mehr dazu gleich.
00:21:48: Hier, der Olob, der war richtig teuer.
00:21:51: Es geht um ein Malediven-Unterwasser-Erlebnis.
00:21:54: Mit dem Couponheft ist ein Aufenthalt im The Muraka auf den Conrad Maldives in Rangali Island.
00:22:01: Es ist die weltweit erste Residenz mit Unterwasserschlafzimmern.
00:22:05: Auf gar keinen Fall würde ich das machen.
00:22:10: Habe ich gerade im Foto gesehen.
00:22:11: Da ist ein Schlafzimmer und rumherum nur Glas und du bist unter Wasser.
00:22:16: Das finde ich aus mehreren Gründen.
00:22:18: Bekloppt.
00:22:19: Also erst mal, wenn da einer hinschnorchelt, kann der dich ja quasi der Dachbar beim Pen angucken oder was, was soll das denn?
00:22:25: Und ich traue dem einfach nicht, wenn da die Dichtung irgendwie flöten geht oder das Glas bricht, dann ist Feierabend.
00:22:31: Ich will, nee, ich will nicht unter Wasser schlafen.
00:22:34: Sieht spektakulär aus, für mich nix.
00:22:36: Kostet aber, siebzigtausend Dollar!
00:22:39: Mhm, okay.
00:22:40: Dann gab's noch eine Luxus-Wille auf dem Malediven, wir bleiben auf der Inselkette.
00:22:43: Drei Nächte in einer Sechs-Zimmer-Wille im Hilton Maldives.
00:22:48: Amingiri, so heißt das Hotel.
00:22:50: Achtzigtausend Dollar.
00:22:51: Drei Nächte.
00:22:51: Achtzigtausend.
00:22:52: Natürlich.
00:22:54: Eine Yacht kann man auch noch mal schadern in Indonesien.
00:22:56: Die heißt Celestia Finisi.
00:22:58: Ist ein Seegeschiff, habe ich geguckt.
00:23:00: Kostet für fünf Tage.
00:23:01: Sechzigtausend Euro.
00:23:03: Aus der Kategorie Wein-Spiritosen und Genuss habe ich das hier gefunden.
00:23:08: Die Lieber-Pater-Weinkollektion.
00:23:10: Ein Set aus neun ultra seltenen Flaschen französischer Weine, aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen aus den Jahrgängen.
00:23:38: Der CurrentBuddy LED-Helm zur Lichttherapie gegen Haarausfall.
00:23:41: Kostet's eighthundertsechzig Dollar.
00:23:43: Ja, ist ja ein Schnapper.
00:23:44: Kriegen übrigens alle.
00:23:45: Alle Empfänger kriegen das.
00:23:47: Und hier, das ist mein nachzunehmendes Highlight, die Skincare von Brad Pitt.
00:23:52: Brad Pitt hat eine eigene Skincare.
00:23:54: Die komplette Pflegeserie, also Serum und Creme, gibt's im Wert von zweihundertsechzig Dollar.
00:24:02: Bretter, ein bisschen billig im Paket.
00:24:05: Ein bisschen schämen.
00:24:07: Jetzt kommen wir zu der Besonderheit.
00:24:09: Nicht jeder Star erhält automatisch alles aus dieser Tasche.
00:24:13: Also Hautpflege und LED-Helm und so was, das bekommen alle.
00:24:16: Das sind ungefähr so thirty bis vierzig Leute dieses Jahr.
00:24:19: Gewinnerinnen und Präsentatoren.
00:24:21: Die teuren Sachen, die Reisen und Weine, die werden nach dem Prozip vergeben, wer zuerst kommt, mal zuerst.
00:24:28: Es gibt auch kein festes Limit.
00:24:30: Also, es gibt kein Limit, wie viele Gutscheine ein Star aus diesem Buch nutzen darf.
00:24:34: Wenn einer richtig zuschlagen will, sagt er, ja, nehm ich.
00:24:38: Solange das jeweilige Kontingent für das Geschenk noch nicht erschöpft ist, kann man das buchen.
00:24:42: Ich stelle mir das so vor, wie die alle aus der Halle rausrennt und auf dem Heimweg in der Limbo sofort hektisch anrufen und eine WhatsApp schreiben.
00:24:50: Ja, hallo, einmal alles bitte.
00:24:52: Dachte ich.
00:24:54: Also ein Star könnt ihr theoretisch fünf Reisen, drei Wellnessbehandlungen und sowas buchen.
00:25:00: Aber so ist es nicht.
00:25:01: Im Gegenteil sogar.
00:25:02: Nur warum?
00:25:04: Die Steuern.
00:25:05: In den USA gelten diese Giftbacks rechtlich nicht als Geschenk, sondern als Steuerpflichtiges Einkommen.
00:25:12: Die Stars müssen also den Marktwert von jedem geeingelösten Gutschein bei ihrer Steuererklärung angeben.
00:25:18: Bei einem Spitzensteuersatz von siebenundradzig Prozent übrigens und bei Bundesstaatssteuern wie in Kalifornien, müsste ein Star beispielhaft Für eine hunderttausend Dollar Reise etwa vierzig bis fünfzigtausend Dollar an Steuern zahlen.
00:25:32: Und da haben die natürlich kein Bock drauf.
00:25:35: Am Ende musste dann ja, wenn du da irgendwie so ein Gutschein für ein Hotel einlöst, mit dem Hoteldirektor und seiner buckligen Familie noch ein Foto machen.
00:25:42: Weil bist du ja eingeladen?
00:25:44: Nee, lass mal.
00:25:45: Also denken sich die Superstars.
00:25:47: Nicht ich.
00:25:48: Und genau deswegen verfallen die meisten Gutscheine jedes Jahr und die Hotels freuen sich, dass sie weltweit von führendem Podcast genannt wird.
00:25:57: Ja, wie von dem hier.
00:25:58: Also ich sag mal, gern geschehen, hielten, malediven und so.
00:26:03: Also mich könnt ihr übrigens einladen, versteht ihr da?
00:26:05: Also ich will schon nochmal.
00:26:06: Jetzt nicht unter Wasser das Ding, aber das mit dem, diese Strandfinale, ihr nehmt, meldet euch.
00:26:26: Alter, thirty-fünf Prozent.
00:26:29: Viele Haushalte haben am Monatsende, und das jetzt der ernste Aspekt, kaum noch Geld für frische Produkte, wie Obst, Gemüse oder Butter.
00:26:37: Und genau deswegen soll Deutschland jetzt einen Korb bekommen.
00:26:41: Der Begriff Deutschlandkorb geht gerade durch die Nachrichten, das ist ein Vorschlag von der SPD.
00:26:45: Hab ich mich kurz erschrocken, so ein Rock'n'Roll-Vorschlag von der SPD?
00:26:49: Das war der Kabarett-Teil, war ein Spaß.
00:26:53: Warum und was soll dieser Vorschlag?
00:26:56: Die Inflation bei Lebensmitteln ist oft deutlich über der allgemeinen Inflationsrate, also bei Lebensmitteln ist es schlimmer als bei anderen Sachen.
00:27:04: Das heißt, Einkommensschwache Haushalte trifft diese Teuerung ganz besonders hart, weil sie prozentual einen viel größeren Teil ihres Geldes für Essen ausgeben, ist ja klar.
00:27:15: Und genau da soll der Korb helfen.
00:27:17: Es werden Produkte des täglichen Bedarfs definiert, das ist der Plan, so wie Brot, Milch, Obst, Gemüse und irgendwelche Teigwaren.
00:27:25: Die Preise dieser Produkte sollen dann entweder durch staatliche Eingriffe gedeckelt oder durch eine strengere Aufsicht des Bundeskartellamts stabil gehalten werden.
00:27:34: Und zusätzlich wird darüber nachgedacht, die Mehrwertsteuer auf gesunde Grundnahrungsmittel auf null Prozent zu senken.
00:27:40: Was soll das bringen?
00:27:42: Erst mal eine Entlastung.
00:27:44: Es ist eine direkte finanzielle Hilfe für Gringverdiener und Rentner.
00:27:48: Ich finde, gute Idee.
00:27:49: Dann ist soll soziale Gerechtigkeit herstellen.
00:27:53: Sicherstellen vor allem, dass gesunde Ernährung kein Luxus gut wird.
00:27:57: Und darauf sollten wir aufpassen.
00:27:58: Und es soll Transparenz ergeben.
00:28:00: Also quasi Druck auf den Lebensmittel-Einzelhandel, um ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu verhindern.
00:28:05: Ähm, täusche ich mich, oder, äh, das klingt doch gut oder nicht.
00:28:09: Also, wenn ich den Vorschlag höre, finde ich den gut.
00:28:12: Ist natürlich die Frage, wie wird diese Idee aufgenommen?
00:28:15: Erst mal, und das vorweg, die Idee ist nicht ganz neu, die gab es im Jahr Da war ja die FDP auch in der Koalition, da fand die nicht so geil die FDP.
00:28:25: Nee, da wollte man freien Markt und so.
00:28:28: Der FDP ist übrigens eine Partei gewesen früher, falls er dich nicht mehr erinnern kann.
00:28:30: Die gibt's wahrscheinlich nicht mehr, ich weiß nicht.
00:28:32: Lange nicht gehört.
00:28:34: Heute ja keine Red-Time.
00:28:36: Aber genau jetzt ist es wieder Thema mit dem Korb, weil die SPD einen neuen Aktionsplan gegen hohe Lebensmittelpreise vorgestellt hat.
00:28:45: Auch das, wie ich finde, ist meine gute Idee.
00:28:47: Der aktuelle Vorschlag ist noch ein bisschen detaillierter als früher und er umfasst drei Hauptzäulen, damit ihr mitreden kannst.
00:28:54: Erstmal den Deutschlandkorb gerade eben angesprochen.
00:28:56: Große Handelsketten sollen auf freiwilliger Basis einen wahren Kopf mit gesunden Grundnahrungsmitteln zu stabilen günstigen Preisen anbieten.
00:29:05: Zweite Säule, eine staatliche Preisbeobachtungsstelle soll eingeführt werden.
00:29:11: Eine Behörde, die Preisbildung transparenter machen soll, um diese Gierflation, schreckliches Wort, aber naja, es geht um höhere Gewinnmagen der Konzerne.
00:29:20: Die Konzerne soll nicht auf unseren Schultern mehr Gewinner einfahren.
00:29:24: Und dritte Säule, Kampf gegen Mogelpackung.
00:29:27: Das habe ich selber schon erlebt.
00:29:28: Du packst in die gleiche Verpackung, ist aber weniger drin.
00:29:31: Das ist im Regal gerade, also es wirkt gerade im Regal beim Einkaufen sehr luftig in Vier Verpackung.
00:29:36: Und das wäre dann eine verpflichtende Kennzeichnung für Produkte, bei denen der Inhalt schrumpft, der Preis aber gleich bleibt.
00:29:43: Das müsste gekennzeichnet werden.
00:29:45: Finde ich auch gut!
00:29:47: Jetzt aber, wie sind die Reaktionen dazu?
00:29:49: Die Debatte ist natürlich superhitzig wieder, weil Wirtschaft und Handel natürlich komplett alles ablehnen.
00:29:54: Also Ernährungsindustrie und Handelsverbände sagen, nein.
00:29:58: Die argumentieren, dass der Wettbewerb in Deutschland durch die starke Stellung der Discounter, wie Aldi und Lidl und Konsorten, Der sorgt schon, also der Wettbewerb, für die niedrigsten Preise in ganz Europa, sagt der Wettbewerb, sagt der Handel.
00:30:13: Ein künstlicher wahren Korb wäre also nur so etwas wie Symbolpolitik.
00:30:17: Find ich, ehrlich gesagt, ein erwartbarer Gegenmeinung.
00:30:20: Der Bauernverband sagt, nee, finden wir auch nicht gut, wir sind skeptisch, die befürchten, dass der Druck für den Deutschlandkorb am Ende auf die Erzeugerpreise durchlegt und die dann noch weniger für ihre Produkte bekommen.
00:30:32: Das heißt, dann hätten die Bauern weniger davon.
00:30:35: Und die Linke sagt, das kommt alles viel zu spät.
00:30:38: Wir sollten eigentlich nur die Mehrwertsteuer auf Grundnahungsmittel runterbringen.
00:30:42: Gut, ist jetzt nicht so kreativ der Einwand.
00:30:44: Läuft ja wieder.
00:30:45: Jetzt die große Frage, ist das ein Ding, was in Deutschland funktionieren könnte?
00:30:49: Denn diese Idee ist abgeschrieben.
00:30:52: Die haben wir bei unseren Nachbarn abgeschrieben.
00:30:53: Es gibt schon viele europäische Nachbarn, die haben sowas ähnliches schon.
00:30:57: Diesen Korbansatz.
00:30:58: Und unser Korbansatz, das sieht ein bisschen so aus, ist von unseren französischen Nachbarn abgeschrieben.
00:31:04: Folgende staatliche Eingriffe in Preise von Grundnahrungsmitteln gibt es schon in Europa.
00:31:09: Es gibt lockere Modelle und es gibt richtig harte Modelle.
00:31:13: Fangen wir beim lockeren Modell an und das ist eigentlich unser Modell.
00:31:17: Frankreich gilt da als Vorbild beim deutschen Ding.
00:31:20: Die Regierung hat eine freiwillige Vereinbarung getroffen, die die großen Supermarktketten dazu verpflichtet einen Korb aus Produkten des täglichen Bedarfs zum niedrigsten möglichen Preis anzubieten.
00:31:33: Welche Produkte das waren, können die Händler selber entscheiden, das war die Sonderheit.
00:31:37: Die Produkte werden dann aber mit einem einheitlichen Logo in den Landesfarben blau, weiß und rot markiert.
00:31:43: Gutes Marketing, wie ich finde.
00:31:44: Ergebnis?
00:31:45: Es gab keinen harten Preisdeckel, also keinen Eingriff in den Markt, aber der Wettbewerb zwischen den Ketten führte dann dazu, dass die Preise für genau diese Basisprodukte stabil geblieben ist oder sogar gesunken.
00:31:58: Erst mal gut.
00:31:59: Das ist das lockere Modell.
00:32:01: In Griechenland gibt es ein hartes Modell, das ist der Haushaltswarenkorb.
00:32:06: Ich versuche gar nicht erst das auf griechisch auszusprechen.
00:32:10: Griechenland war übrigens eines der ersten Länder, das ein sehr strukturiertes System eingeführt hat, das Modell auf folgendermaßen.
00:32:16: Größere Supermärkte sind gesetzlich verpflichtet, einen Warenkorb mit rund fünfzig Produktkategorien, darunter Reis, Brot, Fleisch, Milch und Reinigungsmittel sogar anzubieten.
00:32:28: Die Händler müssen dann wöchentlich die Preise für diese Produkte anders im Entwicklungsministerium melden.
00:32:33: Ziel ist es, dass in jeder Kategorie mindestens ein Produkt zum günstigsten Preis im Markt vorhanden ist.
00:32:40: Und das führt zur Transparenz.
00:32:41: Die Preise werden auf einer staatlichen Online-Plattform für die Bürger vergleichbar gemacht.
00:32:46: Du kannst also nachgucken, wo ist es verbrieft am günstigsten.
00:32:50: Das ist das harte Modell, weil verpflichtend.
00:32:53: Portugal macht es ganz anders und das wäre vielleicht auch das Zukunftsmodell.
00:32:58: Portugal hat anstatt die Preise zu deckeln, die Mehrwertsteuer einfach auf Null gesetzt.
00:33:03: Null!
00:33:03: Auf forty-sechs essentielle Lebensmittel.
00:33:06: Die Regierung hat ein Abkommen geschlossen mit den Erzeugern und dem Einzelhandel, um sicherzustellen, dass die Steuersenkung dann auch wirklich beim Kunden, also bei uns ankommt und nicht irgendwo als Gewinn bei den Konzernen bleibt.
00:33:16: Und die meisten Experten und Politiker in der EU bevorzugen genau diesem portugiesischen Weg.
00:33:21: Also Steuersenkung kombiniert mit strenger Kontrolle.
00:33:25: Von mir aus.
00:33:27: Jetzt mal ganz im Ernst, ich habe, und das habe ich letzte Folge, glaube ich, schon gesagt, ich habe bei den meisten Sachen, die unsere Bundesregierung gerade vorschlägt und übrigens auch die davor, habe ich den Eindruck, das sind so aufgewärmte Ideen aus einer alten Bundesrepublik.
00:33:41: Das nervt mich richtig.
00:33:42: Ich habe nicht das Gefühl, dass wir eine richtige Rock'n'Roll-Idee haben, um unsere Idee, um unsere Gesellschaft mal so ein bisschen nach vorne zu bringen.
00:33:49: Also, wie werden wir richtig viel digitaler?
00:33:52: Wie holen wir richtig viele Talente aus dem Ausland zu uns in nach Deutschland?
00:33:56: Was haben die hier?
00:33:57: Wie machen wir unser Steuersystem einfacher?
00:34:00: Wo sind die Rock'n'Roll Ideen?
00:34:02: Ich will mal was Neues haben.
00:34:03: Ich will mal nicht nur... Das hatten wir in den Achtzigern schon.
00:34:06: Wir versuchen es nochmal.
00:34:08: Das ist mir zu wenig.
00:34:10: Und ganz ehrlich, ich weiß auch nicht.
00:34:13: Wenn man sich den Politikbetrieb so anguckt, dann ist man manchmal so ein bisschen decilisoniert.
00:34:16: Geht dir das auch so?
00:34:18: Ich hab das Gefühl, andere Länder sind ein bisschen schneller.
00:34:21: Was meinst du, brauchen wir so einen Deutschlandkorb?
00:34:23: Aus dem Gefühl sage ich, und das sage ich jetzt nicht, weil die SPD das gesagt hat.
00:34:27: Ist mir egal, welches Lager das vorschlägt.
00:34:29: Ich finde so einen Deutschlandkorb wäre gut.
00:34:31: Dann wüsste man, dass Nahrungsmittel oder überhaupt sich ernesen kein Luxus gut ist.
00:34:38: Wohnen ist ja schon viel zu teuer in Deutschland.
00:34:40: Wenn jetzt auch permanent die Lebensmittelpreise steigen, wer soll denn dann irgendwo noch eine Teilhabe haben?
00:34:46: Eine Sache habe ich übrigens auch gesehen, das noch als abschließenden Gedanken.
00:34:49: Wir müssen mehr die Möglichkeiten geben, dass man sich im öffentlichen Raum trifft.
00:34:54: Ich glaube, das habe ich letzte Folge schon mal gesagt.
00:34:56: Es gibt so viele Möglichkeiten im Ausland.
00:34:58: Da werden dann Museen aufgemacht oder große Hallen und da kann sich dann die Jugend treffen und sich aufhalten kann, Sachen spielen, Musikinstrumenten ausprobieren oder einfach nur rumhängen.
00:35:09: Bei uns hängt die Jugend ja vor allem in Akaden und Galerien rum.
00:35:13: Und da musst du aber trotzdem dann irgendwie so ein Chai-Latte kaufen oder so ein Bubble Tea oder so.
00:35:19: Es muss die Möglichkeit geben, dass sich Leute treffen, ohne den Konsumzwang zu haben.
00:35:23: Es kann nicht sein, dass man sich nirgendsommer treffen kann, es gibt nichts.
00:35:27: Museen werden teurer, Jugendangebote werden geschlossen, weil wir angeblich für gar nichts mehr Geld haben.
00:35:32: Aber wir legen Milliarden an Euro für Kriegsmaterial zurück.
00:35:35: Gute Entscheidung.
00:35:37: Das sind Sachen, die mich nerven.
00:35:39: Manchmal fällt es ein bisschen schwer, die beste Laune zu wahren, aber deswegen gibt es ja diesen Zeittag.
00:35:44: Wir wollen mit Fröhlichkeiten in Zukunft gucken.
00:35:46: Und das machen wir dann am Freitag wieder.
00:35:48: Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.
00:35:49: Vielen Dank, dass du heute zugehört hast.
00:35:51: Ich bin übrigens im Außendienstgrasität.
00:35:53: Ich bin hier im Hotelzimmer in Köln.
00:35:55: Ich nehme die besten Comedians Deutschlands für Sat.
00:35:57: Eins und Join auf.
00:35:58: Deswegen habe ich hier auf... Oh, ich habe hier mein Laptop auf so einem kippeligen Tisch stehen.
00:36:04: Oh... Wie aggressiv macht dich ein kippeliger Tisch?
00:36:08: Mich macht der Wahnsinn nicht.
00:36:10: Wenn ich eins hasse, dann sind es kippelige Tische.
00:36:14: im Restaurant oder so.
00:36:16: Boah, Hass.
00:36:17: Sofort, Andratisch.
00:36:18: Ja, okay.
00:36:19: Ein bisschen abweifeln, dass ihr das Thema in Zeit habt.
00:36:24: Schreibt du mir mal, ob wir so einen Deutschlandkorb brauchen in die Kommentare.
00:36:27: Ich antworte auf jeden Fall.
00:36:28: Les ich gerne.
00:36:29: Und ansonsten gerne Tausend Sterne, weil ich ernähre mich ja hier von dem Podcast.
00:36:33: Also, jedenfalls von, also emotional.
00:36:36: Rein emotional ernähre ich mich von deiner Zuneigung.
00:36:40: Also her damit.
00:36:41: Ich hab Hunger.
00:36:42: Vielen Dank.
00:36:43: Wir hören uns am Freitag wieder.
00:36:44: Tschüss.
00:36:44: Tschau.
00:36:45: Tschüssi.
00:36:45: Tschüssi.
00:36:45: Tschau.
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