#038 - Goldversteck, KI-Schlafanalyse und Gesundheit als Schulfach
Shownotes
Neue Hinweise im Louvre-Raub: Innerhalb von 48 Stunden verdichten sich die Spuren zu einem möglichen Zwischenlager der Täter. Danach nach Gelsenkirchen, wo der Einbruch in eine Sparkasse ein extremes Bild hinterlassen hat: Rund 500.000 Gegenstände lagen verstreut im Tresorraum und machen die Ermittlungen zu einer monatelangen Aufgabe. Anschließend geht es um Schlaf und Medizin: Eine neue KI kann aus den Daten einer Nacht das Risiko für über 130 Krankheiten berechnen. Zum Schluss die Bildungsdebatte: 71 Prozent der Befragten wünschen sich das Schulfach Gesundheit – doch über die Umsetzung wird gestritten.
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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)
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00:00:00: Na, du, ich bin ein bisschen euphorisch, aber auch ein bisschen durchgerockt.
00:00:04: Man kann es auch ein bisschen hören.
00:00:05: Ich bin gerade von der Autobahn hier ins Büro gefallen, also quasi von der A-Zwei direkt ans Mikro, damit du pünktlich ein Podcast kriegst.
00:00:13: Wir haben die letzten vier Tage in Köln die besten Comedians Deutschlands aufgenommen und ich bin ein bisschen durchgenudelt.
00:00:18: Ja, jetzt Podcast und danach geht es für mich sofort hier in Berlin in die U-Bah-Arena.
00:00:24: NBA Basketball mit den beiden Wagnerbrüdern.
00:00:28: Dirk Nowitzki ist auch da.
00:00:29: Ja, ich bin heimt.
00:00:32: Ja, jetzt aber erst mal Podcast.
00:00:46: Es ist Freitag der sechzehnte erste, zweitausend, sechsundzwanzig.
00:00:49: Hier ist Daniel Boschmann mit Zahltag.
00:00:51: Wir rechnen mit der Woche ab.
00:00:53: Ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter.
00:00:57: Erst die Meldung, dann das Abschweifen, das ist jeder Auftrag.
00:01:00: Kurzer Nachtrag noch zum Dienstag.
00:01:03: Die Folge kam ja Asche auf mein Haupt.
00:01:07: Ja, es stimmt, es kam ja nicht wie pünktlich sonst.
00:01:11: Um fünf Uhr morgens die Episode zu dir.
00:01:13: Das geht gar nicht.
00:01:14: Das liegt daran, dass das alles ein bisschen viel war die letzten Tage, wenn ich ganz ehrlich bin.
00:01:18: Die Proben für die TV-Show waren so ein bisschen umfangreicher wegen Krankheit und tausende anderen Sachen.
00:01:23: Und also nicht bei mir, sondern bei Künstlern, die absagen mussten.
00:01:26: Und da ich ja hier alles alleine mache, habe ich es einfach schlichtweg nicht geschafft.
00:01:31: Ich wollte die Folge dann noch in der Umkleide aufnehmen, aber da war der Kopf so matschig und man muss sich auch froh bereiten für den eigentlichen Job.
00:01:36: Insofern, ich bitte um Verzeihung, der Anspruch ist hier natürlich verlässlich abzuliefern, wie der Bufrostmann.
00:01:42: So, dann auch ein inhaltlichen Nachtrag.
00:01:45: Das Unwort des Jahres ist Sondervermögen.
00:01:48: Hat ich ja angetießen in der letzten Folge, da war es aber noch nicht raus.
00:01:52: Sondervermögen, weil irreführend und verdeckt die wahre Bedeutung, nämlich Schuldenaufnahme.
00:01:57: Wie unverschämt auch einfach, ne?
00:01:59: Wir nehmen doch hundert Milliarden Euro auf und sagen, das ist ein Sondervermögen.
00:02:04: Ist aber nur ein Berg Schulden.
00:02:06: Ja, im öffentlich-politischen Sprachgebrauch wurde das ja nun wirklich vermehrt verwendet und hat eigentlich nur, sagen wir mal, verzerrt, was es eigentlich wirklich ist.
00:02:15: Und da viele Bürgerinnen und Bürger, so die offizielle Sprech von der Verleihung von dem Unwort des Jahres, eben nicht mit der Speziellen vertraut sind und sich darin orientieren, was es normalerweise im Alltag bedeutet.
00:02:26: Vermögen heißt, ich habe was gut.
00:02:28: Ist da eine riesengroße Diskrepanz zwischen euphemistischer Bedeutung und dem eigentlichen Wortsinn.
00:02:35: Und deswegen ist das das Unwort des Jahres.
00:02:36: Ich dachte, das trage ich mal nach.
00:02:38: Aber heute!
00:02:40: Ich habe gerade laut geklatscht, weil ich mich sehr auf diese Episode freue.
00:02:45: Ausnahmsweise heute am Freitag ohne Gast.
00:02:47: Das ist nicht wegen der Tatsache geschuldet, dass aktuell alle schön und reichen nach dem Winterurlaub sind.
00:02:52: Und ich bin weder noch.
00:02:53: Also bin ich für dich da.
00:02:57: Ja, siehst du immer, alle anderen fahren irgendwie schier oder sind auch in der Sonne und ich bin hier für dich hier in Preußen am Mikro.
00:03:04: So, nee, aber jetzt mal ganz im Ernst.
00:03:06: Ich feier gleich, wie eben erwähnt, zum NBA-Spiel und ich wollte auf gar keinen Fall eine Variable einbauen, die es noch komplizierter macht.
00:03:12: Deswegen jetzt das Top-Angebot für diese Folge.
00:03:17: Oui, oui, oui.
00:03:18: Ich bin so begeistert.
00:03:19: Es gibt ein brandneues Kapitel zum Louvre-Raube.
00:03:24: Weil langsam ein bisschen langweilig damit nur Streik und Schnarch.
00:03:27: Nein, nein, nein.
00:03:28: Achtung, die Juwelen sind außerhalb des Museums gesehen worden in einem Versteck der Räuber.
00:03:35: Man könnte meinen eine Goldgarage.
00:03:37: Fünfhunderttausend.
00:03:38: Fünfhunderttausend Gegenstände lagen in der Sparkasse in Gelsenkirchen rum.
00:03:43: Das schlimmste Puzzle von ganz Deutschland.
00:03:46: Wie die Polizei jetzt vorgeht, was die genau untersuchen und was da eigentlich das Problem ist, das habe ich gleich für dich.
00:03:52: Ist auch spektakulär.
00:03:53: Hundertdreißig.
00:03:55: Es ist Forschern gelungen, Hundertdreißig Krankheiten mit den Daten von nur einer Nacht.
00:04:01: Von einmal schlafen, mit einer KI zu bearbeiten, um dann vorher zu sagen, welche Hundertdreißig Krankheiten im Fall der Fälle dir drohen.
00:04:11: What?
00:04:11: Eine Krankheitenvorhersage nur durch schlafen.
00:04:14: Da müssen wir rein.
00:04:14: Ich habe heute das große Schlaf-Spezial hier in Zahltag.
00:04:18: Ich liebe es!
00:04:19: Und?
00:04:20: Und?
00:04:20: Und?
00:04:21: Und?
00:04:21: Und?
00:04:22: Und?
00:04:23: Und?
00:04:23: Und?
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00:04:24: Und?
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00:04:25: Und?
00:04:28: Und?
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00:04:29: Und?
00:04:30: Und?
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00:04:31: Und?
00:04:32: Und?
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00:04:33: Und?
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00:04:34: Und?
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00:04:35: Und?
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00:04:36: Und?
00:04:36: Und?
00:04:39: Und?
00:04:39: Und?
00:04:40: In den letzten achtundvierzig Stunden haben Le Parisien, TFA, Info und andere französische Medien zusammengefasst, was die Ermittler über eine Garage oder so ein Boxlager ein angebliches Versteck also gefunden haben wollen.
00:04:54: Die Ermittler haben im Ort Ober-Villiers, das ist da, wo man immer schon gesucht hat, Saint-Saint-Denis und Nord-Paris einen Garagen-Box-Raum identifiziert, also sowas wie eine Goldgarage.
00:05:06: Und in diesem Raum hat man vieles, vieles gefunden, was darauf hindeutet, dass das als Zwischenlager für die gestohlenen Schmuckstücke und für die Fluchtfahrzeuge benutzt wurde.
00:05:16: Der Raum soll auch nach dem Kuh am neunzehnten Oktober sehr schnell genutzt worden sein, um die Fahrzeuge unmöglicherweise Teile der Beute zu parken, zu sichern, um dann weiter zu verschiffen.
00:05:27: Und es gibt davon Bildmaterial.
00:05:30: Das ist bisher der heißeste Hinweis darauf, wie die Täter vor und nach dem Raub operiert haben.
00:05:36: Diese Garage, also in Obervilier, war wohl der Umschlagplatz der Bande.
00:05:41: Die haben den Ort genutzt, um Zeit zu gewinnen, die Beute zu sortieren, sich zu sammeln und dann mutmaßlich die Rollen neu zu verteilen.
00:05:48: Und eben schon angesprochen, es gibt davon Videos!
00:05:52: Französische Medien, insbesondere Parisian und TFA-Info, berichten übereinstimmt über Videosequenzen, die Ermittler als absoluten Schlüsselfund bewerten, also einen Riesensprung in den Ermittlungen.
00:06:03: Auf dem Videos sieht man folgendes.
00:06:06: Die Ankunft der Täter.
00:06:07: kurz nach dem Raub, offenbar ohne Verfolger, haben sie also abgeschüttelt.
00:06:11: Es sind mehrere Personen zu sehen, die nicht identisch mit dem Kernkommando Emulsion sein sollen.
00:06:17: Also die Bande wird größer.
00:06:19: Und man sieht Taschen mit kompakten und schwerem Inhalt, die geöffnet, begutachtet und wieder verschlossen werden.
00:06:25: Da spricht schon eine klassische Arbeitsteilung.
00:06:28: Nicht alle, die stehlen, transportieren und nicht alle, die transportieren, wissen, was die da transportieren.
00:06:33: Das sieht nach Nageng aus.
00:06:35: Kurze Nebengeschichte übrigens, es wird manchmal wirklich bizarr.
00:06:38: Le Parisien schreibt in Frankreich, gerade unter Berufung auf Ermittlungsquellen, dass im Verhör einer der Verdächtigen gestanden haben soll, dass zwei Männer, die mit einem slavischen Akzent gesprochen haben sollen, ihm fünfzehntausend Euro angeboten haben sollen, um diesen Diebstahl zu begehen.
00:06:56: Achtung, jetzt wird es richtig lustig.
00:06:59: Zum Zeitpunkt des Verbrechens wusste der Verdächtige, wie er behauptet, nicht, dass er das berühmte Museum Frankreichs ausraubt, aber er dachte, er würde ein bestimmtes Gebäude betreten, in dem es am Sonntag keine Besucher geben sollte.
00:07:18: What?
00:07:19: Was ist das denn für Quatsch?
00:07:21: So, zurück zu der Garage.
00:07:23: Die Verdächtigen sollen anschließend in dieser Garage oder um die Garage herum mehrere Tage hintereinander rein und raus sein.
00:07:31: Auch mit einem elektromagnetischen Strahlungsdetektor, weil sie wohl Angst hatten vor einer möglichen Überwachung.
00:07:38: In der Nacht vom zwanzigsten bis dreinzwanzigsten Oktober nämlich, nachdem sie die Überwachungskameras in und um die Garage entdeckt haben, haben sie erst dann ihre Gesichter verdeckt.
00:07:49: Würde ich sagen, bisschen spät, weil du warst ja schon ohne verdecktes Gesichter.
00:07:55: Unclever Fehler.
00:07:57: BFM TV, das ist Nachrichtencenter in Paris, der berichtet, in dem Lager war Ausrüstung zum Aufspüren von Trackinggeräten und zum Stören der Funkkommunikation auch gewonnen worden.
00:08:09: In diesem Versteck sind angeblich auch Teststeine und Flaschen mit Flüssigkeiten gefunden worden, die die Qualität des Goldes überprüfen sollten.
00:08:18: Krass, ne?
00:08:19: Also eine richtige Werkstatt eigentlich.
00:08:22: Am XXIII.
00:08:22: und XXV.
00:08:23: Oktober dann jedenfalls kehrte eine der Verdächtigen auch noch zurück, um seinen Roller zu holen.
00:08:27: Mann, du hast gerade achtundachtzig Millionen Kronjowee geholt, lass doch dein scheiß Roller da stehen.
00:08:32: Denkt man sich so.
00:08:33: Nicht meine Mal, denkt man sich so.
00:08:35: So, und obwohl die Jovelen immer noch nicht wiedergefunden wurden, sehen die Ermittler in genau diesem Boxraum oder dieser Goldgarage einen wichtigen Knotenpunkt im Ablauf des Raubes.
00:08:45: Obervilier nämlich, der Ort, der ja schon sehr lange in den Schlagzeilen ist, ist wohl als Auswahl für diesen Schlager gar nicht zufällig.
00:08:53: Der Ort liegt strategisch super clever, nördlich von Paris direkt an der Peripherie, dass diese Ringautobahn einmal um Paris rum und nahe an der A-Eins.
00:09:02: Wer hier ein paar Minuten nach dem Kuh abtaucht, der kann eigentlich in alle Richtungen verschwinden.
00:09:08: Und jetzt werden gerade drei plausible Weiterwege der Beute diskutiert.
00:09:11: In den französischen Medien, das finde ich superspektakulär.
00:09:15: Erste Möglichkeit, schneller Export über Norden.
00:09:18: Von Oberwillier nämlich aus ist man super schnell mit der A-I in Belgien oder in den Niederlanden.
00:09:24: Da ist es wahrscheinlich auch das Geld von der Sparkasse.
00:09:26: Machen wir uns nix vor.
00:09:27: Diese Route ist bei organisierten Verbrechern und bei Kunstiebstahl super beliebt.
00:09:32: Da ist nämlich viel Verkehr und wenig Aufmerksamkeit.
00:09:35: Zweite Chance.
00:09:36: Es gibt ein zweites Lager irgendwo auf der Ilte France, also mitten in Paris.
00:09:41: Das ist für viele Experten sehr wahrscheinlich.
00:09:43: Nämlich hochwertige Schmuckstücke reisen selten sofort, wenn die geklaut werden.
00:09:48: Eigentlich ruhen die erst ein bisschen rum, werden neu verteilt, werden teilweise zerlegt, eingeschmolzen.
00:09:54: Und dafür braucht man eben ein Lager.
00:09:56: Könnte also sein, vielleicht einfach auf der anderen Seite der Sähe direkt gegenüber vom Dufruh ist irgendwo so eine kleine Garage und dann liegt der Schmuck rum.
00:10:03: Wer weiß?
00:10:04: Und dritte These, Fragmentierung der Beute.
00:10:08: Das ist sehr wichtig.
00:10:09: Viele französische Kommentatoren weisen nämlich gerade darauf hin, dass ein Teil der Juwelen möglicherweise schon getrennt wurde, also voneinander und auch auseinander genommen.
00:10:18: Damit kann man den Gesamtwert schwerer nachvollziehen.
00:10:21: Einzehensstücke sind auch viel einfacher zu bewegen als ein ikonischer Gesamtschatz in so einer Tüte.
00:10:25: Weißt du, im Lidlbeutel hier, übrigens, hier sind die Kronkohligen.
00:10:28: Hier sind die Kronjuwelen.
00:10:29: So macht man es nicht.
00:10:31: Warum diese Garage jetzt aber trotzdem ein Durchbruch ist, obwohl das diebesgut hier immer noch weg ist?
00:10:37: Es verbindet die Tat, die Täter und die Zeitachse, also man kann nachvollziehen, wer wann, wo, wie war.
00:10:43: Er zeigt auch, dass mehr Beteiligte als zunächst angenommen mitgemacht haben.
00:10:46: Es war also nicht nur ein coolener, kleiner Freundeskreis, sondern da gibt es noch einen Rückgrat, da gibt es eine Hintermannschaft.
00:10:54: Und es liegt nicht mehr nur nahe, sondern beweist eigentlich, dass der Raub jetzt nicht improvisiert mal eine schnelle Nummer war, sondern minutiös geplant.
00:11:02: Passt also zu einem professionellen Netzwerk und nicht zu einer spontanen Proppe.
00:11:06: So, und jetzt nochmal der größere Kontext.
00:11:08: Warum solche Cous wie dieser Raub selten gelöst werden.
00:11:11: Historisch betrachtet werden solche Raube eben nicht durch den Pfund der Beute gelöst, sondern durch sekundäre Fehler.
00:11:17: So nennt man die in den Ermittlerkreisen.
00:11:19: Das sind dann Telefonkontakte, Geldbewegungen, Streitunterkomplizen und Jahre später ein unvorsichtiger Verkauf.
00:11:27: Also, toi toi toi, oder wie der Franzose sagt, toi toi toi.
00:11:33: Schlecht.
00:11:34: Die Garage jedenfalls ist nicht das Ende einer Spur, sondern sie ist letztlich der eine Punkt, an dem die eine Geschichte aufhört, ein einzelner Raub zu sein und anfängt ein riesengroßes Netzwerk zu werden.
00:11:45: Und da freuen wir uns doch hier im Zahltag ein Loch in dem Bauch.
00:11:51: Merci!
00:12:02: Neues von der Bau-Bora, also im stelldeutsch Soko-Bora.
00:12:07: Nach dem massiven Einbruch in die Sparkasse in Gelsenkirchenbur berichten die Polizei und der Innenminister von Nordrhein-Westfalen Herbert Reul von einer beispiellosen Situation am Tatort.
00:12:17: Schätzungen gehen aktuell von rund fünfhunderttausend einzelnen Gegenständen aus, die den kompletten Boden vom Tresorraum bedeckt haben.
00:12:27: Fragt man sich doch, warum so viele?
00:12:30: Also... Klar sah das auf dem Foto, was man da so aus dem Medien kennt, schon kunderbund aus, aber ... Fünfhunderttausend?
00:12:37: Es ist wohl so.
00:12:38: Die Täter sollen extrem effizient, aber auch komplett rücksichtslos vorgegangen sein.
00:12:43: Von den etwa drei tausend zweihundertfünfzig Schließfächern wurden ja fast alle aufgebrochen, so um die drei zwei.
00:12:48: Da die Einbrecher riesig unter Zeitdruck standen, haben sie die Schließfächern natürlich nicht vorsichtig gelehrt, sondern eben einfach rausgerissen und den Inhalt komplett auf den Boden gekippt und verteilt.
00:12:59: um dann schnell nach Gold zu suchen, nach Bargeld oder nach Schmuck.
00:13:02: Vielleicht auch nach ganz anderen Sachen, von denen wir noch gar nichts wissen.
00:13:06: Vielleicht waren da wichtige Dokumente drin.
00:13:08: Who knows?
00:13:09: Um die Ermittlung zu erschweren, haben die Täter dann wohl zudem eine chemische Flüssigkeit, also wahrscheinlich so ein Reinigungsmittel oder eine säurehaltige Substanz, über den kompletten Haufen geschüttet, um ihre DNA-Sporen oder Fingerabdrücke zu zerstören.
00:13:24: Das macht natürlich die Polizeiarbeit zur... Absoluten Hölle.
00:13:27: Und ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich so was höre, steigt mein Respekt vor der Polizeiarbeit ins Unendliche.
00:13:34: Weil... Die Sicherung eines solchen Trümerfeldes ist eine logistische und kriminalltechnische Mammutaufgabe.
00:13:41: Und die wird jetzt von der Bau, also von der Sonderkommission Bora geleitet.
00:13:46: Wegen dieser unbekannten Chemikalien nämlich, mussten die ja mittlerweile ganz am Anfang den Raum mit Schutzkleidung und Artemasken betreten.
00:13:52: Wusste ich auch noch nicht.
00:13:53: Der Raum wird in kleine Quadrate dann unterteilt, in Sektoren, so machen die das, das ist der Ablauf.
00:13:58: Jeder Sektor wird dann einzeln abgearbeitet, damit später ganz genau nachvollzogen werden kann, welcher Gegenstand wo gelegen hat.
00:14:06: Und da es ja um privates Eigentum und auch um Haftungsfragen geht, erfolgt diese Aufnahme jedes einzelnen Stück unter Aufsicht eines Notars.
00:14:15: Die heben was auf mit der Pinzette und dann gucken Notar drüber, ja alles klar, habe ich gesehen, dann kriegt sie... Alles was die finden, ein Zettel und ein Ring, das wird fotografiert, nummeriert und in Datenbank eingepflegt.
00:14:26: Boah, so viel Geduld hätte ich gar nicht.
00:14:30: Und bevor dann ein Gegenstand von den ganzen Sachen da gereinigt oder zugeordnet wird, suchen die Spezialisten natürlich nach Minimalspuren, also Hautschuppen, Haare, die vielleicht trotz der chemischen Dusche überlebt haben könnten.
00:14:42: Und das ist ein unfassbar aufwendiges Verfahren und muss dann ja noch irgendwie den Schließfachnummern zugeordnet werden.
00:14:50: Es ist natürlich ein bisschen schwierig, wenn es Bargeld ist, ohne besondere Kennzeichnung oder Schmuck ohne Gravur.
00:14:56: Außerhalb der Kassette, da kann ja jeder sagen, ja, der große Ring mit dem Diamantin, das war meiner.
00:15:01: Schwierig.
00:15:02: Und das dauert natürlich Monate.
00:15:05: Die Polizei muss sicherstellen, dass sie keine Beweismittel vernichtet, während sie gleichzeitig versucht, den ganzen Geschädigten ihr Eigentum zurückzugeben.
00:15:13: Wir haben auch keinen Lust, dass das irgendwo in so einer Aserwartenkammer rumliegt.
00:15:16: Und bei fünfhunderttausend Objekten und über zweitausendfünfhundert betroffenen Kunden ist das eine der aufwendigsten Spurgensicherungen in der deutschen Kriminalgeschichte.
00:15:25: Und machen wir uns nichts vor, der Schaden rein monetär gesehen ist um ein vielfaches Größe als der im Louvre.
00:15:32: Nur, dass da die Krone ein bisschen schicker war oder hier mal so ein Diadem oder so.
00:15:36: Jetzt bin ich mal ein bisschen tiefer rein und habe mich gefragt, wie arbeitet die Polizei so was ab?
00:15:40: Man kennt das aus dem Tatauto oder irgendwelchen anderen Kriminalgeschichten, aber wie machen die das wirklich?
00:15:45: Bei einem Kriminalfall dieser Größenordnung, wie bei dem Einbruch in die Sparkasse, folgt die Polizei in Deutschland einem strengen reglementierten Protokoll.
00:15:52: Da gibt es keine Zufälle.
00:15:53: Zum Glück, sag ich mal.
00:15:55: Das ist die Polizeidienstvorschrift PDV-Hundert.
00:15:57: Da ist das festgeschrieben.
00:15:59: Und das wird jetzt hier was passiert als erster Angriff bezeichnet.
00:16:03: Und das Verfahren teilt sich in zwei Phasen auf.
00:16:05: Einmal den Sicherungsangriff und den Auswertungsangriff.
00:16:10: Den Sicherungsangriff, den haben wir quasi medial gar nicht so wirklich mitgekriegt.
00:16:13: Und ich glaube, da gab's auch nicht so viel Sicherung.
00:16:17: Also hier klär's kurz.
00:16:19: Sobald der Alarm eingeht oder die Tat entdeckt wird, treffen die ersten Streifenwagen ein bei der Bank.
00:16:24: Das Ziel ist dann natürlich nicht die detaillierte Spurensuche, sondern Absicherung.
00:16:27: Also Gefahrenabwehr, Feststellung, ob da noch Täter überhaupt sind oder ob Personen verletzt sind.
00:16:32: Dann geht's um die Tatortsicherung, das wird alles weiträumlich abgesperrt.
00:16:36: Dann wird ein Trampelpfad, das nennen die Spuren-Schon-Weg festgelegt.
00:16:42: Allein die Idee.
00:16:43: Klar, macht ja Sinn, aber man muss darüber nachdenken.
00:16:45: Das sieht aus wie ein Schlachtfeld.
00:16:46: Und da muss einer sagen, ja, wir gehen ab sofort nur diesen einen Pfad.
00:16:51: So wie Rotwild durch den Wald.
00:16:52: Habe ich gerade auch erst letztens mitgekriegt.
00:16:54: Da gibt es auch Pfade, Autorich-Ree-Auto-Bahnen.
00:16:57: Ree laufen immer den selben Weg und das machen die ganzen Ermittler da auch.
00:17:00: Die nehmen nur den Spuren-Schon-Weg.
00:17:03: Das gehört auch noch dazu.
00:17:04: Dann ist darf gar nichts angefasst oder verändert werden.
00:17:08: weggewischt schon mal gar nicht.
00:17:09: und es gibt natürlich die ersten Befragung, Zeugen, Entdecker und so was.
00:17:13: Das war die erste Phase, die interessiert uns jetzt nicht mehr so, aber die gibt es.
00:17:17: Und jetzt kommt die zweite und die ist super spannend.
00:17:20: Das ist der Auswertungsangriff und da kommt dann die Kripo und die Kriminaltechnik.
00:17:25: Nachdem der Tatort also gesichert ist, übernimmt dann das Team, dass da alles pinselt und aufnimmt.
00:17:31: Und die machen Dokumentationen, mit so einem D-Scanner gerne auch mal, die stehen da genau in die Mitte, dann wird der ganze Raum gescannt.
00:17:37: Dann geht man vom groben zum feinen, habe ich mir sagen lassen, da geht es um Fingerabdrücke, DNA Spuren, also Schuppen und Haare und so was.
00:17:44: und Werkzeugspuren komme ich gleich noch zu.
00:17:46: Und natürlich Materialsichtung am Ende, also die Asservierung.
00:17:51: Beweismittel werden, wie eben erklärt, in spezielle Tüten oder Behälter verpackt, versiegelt und mit einer eindeutigen Nummer oder QR-Code versehen.
00:17:58: Jetzt kommt es.
00:18:00: Aufgrund der Komplexität von diesem Einbruch wegen des riesengroßen Bohrlochs im Tresorraum und der enormen Anzahl der Geschädigten greifen hier zusätzliche Maßnahmen.
00:18:09: Und die finde ich spektakulär.
00:18:11: Das Bohrloch wird nämlich ganz genau untersucht.
00:18:14: Man denkt ja immer so, ja, die werden ja wo Sachen angefasst haben, warum das Bohrloch?
00:18:18: Die Art der Bohrkrone, also dieses quasi drehende Rohr oder das genutzten Kühlwasser, das kann Rückschüsse auf die Herkunft vom Equipment oder die Professorität der Täter zulassen.
00:18:29: Heißt folgendes.
00:18:30: Die suchen nach Werkzeugspuren.
00:18:32: Das nennen die Trassologie.
00:18:34: Noch nie gehört vorher.
00:18:35: Und in Gelsenkirchen haben die Täter einen massiven Kernbohrer benutzt, um die Stahlbetonwand zu durchdringen.
00:18:42: Jedes Werkzeug hinterlässt nämlich individuelle Spuren wie ein Fingerabdruck.
00:18:46: Also jedes Werkzeug hat so eine eigene DNA quasi.
00:18:50: Die Kriminaltechniker fertigen dann Silikonabdrücke der Bohr-Ränder- und Hebelmarken an.
00:18:56: Also sie schmieren das schön ein.
00:18:58: Unter einem Vergleichsmikroskop können dann zwei Proben gleichzeitig, also einmal die Tatortspur und eine Testspur von einem sichergestellten Werkzeug direkt neben Aylanda gelegt werden und dann quasi optisch verschmelzen.
00:19:10: Und sollte das dann passen, weiß man, ah, das Fabrikat ist es, also wo gibt es das denn eigentlich?
00:19:16: So, und durch die Benutzung entstehen an der Bohrkrone oder Meißel winzige Schaden, Ausbrüche, Abnutzung und so was.
00:19:22: und diese übertragen sich dann beim Buchen auf den Beton oder Metall.
00:19:26: Und wenn das Muster der Schaden am Tatort exakt mit dem Verdächtigen, was da gefunden wurde, übereinstimmt oder was man gerade sichergestellt hat, dann ist das fast ein unwiderlegbarer Beweis.
00:19:36: Das ist der Schritt, den wir jetzt gerade machen.
00:19:39: Und dann wird auch das Kühlwasser oder der Bohrschlamm-Untersuch, also das ganze Gesiffe, was dann daraus läuft, was man dazwischenschmiert, damit er nicht zu heiß wird, der Bohrer.
00:19:47: Bestimmte Zusätze in den Schmiermitteln können nämlich auf das Equipment hinweisen, das nur in bestimmten Branchen oder Ländern verkauft wird.
00:19:55: Crazy einfach.
00:19:57: Ich bin jetzt offiziell Fan von der BAO, also von der Baubohrer.
00:20:01: Ich will, dass dieses Puzzle gelöst wird.
00:20:03: Fünfhunderttausend Teile.
00:20:06: Boah!
00:20:06: Hundertdreißig.
00:20:10: So, jetzt gleich vorweg.
00:20:12: Das wird jetzt ein Schlaf-Spezial.
00:20:13: Schlaf ist ein fantastisches Thema und wir starten mit dieser Zahl.
00:20:18: Hundertdreißig, eine neue KI-Schlaf-Analyse kann mit den Daten aus nur einer Nacht, also aus einem Schlaf, Das zukünftige Risiko für über einhundertdreißig verschiedene Krankheiten berechnen.
00:20:30: Oft Jahre, bevor die ersten Symptome überhaupt auftreten.
00:20:34: Gleich mehr dazu.
00:20:35: Grundsätzlich aber erst mal.
00:20:37: Schlaf ist ein Thema, das mich absolut fasziniert.
00:20:40: Kein Wunder, ich muss, wenn ich Frühstücksfernsehen mache, um zwei Uhr, sieben und fünfzig aufstehen.
00:20:45: Oberfrüh.
00:20:46: Kann ich nicht wirklich empfehlen, gewirmt man sich dran, aber ist zu früh eigentlich.
00:20:51: Und dazu kann ich auch ein Buch empfehlen.
00:20:52: Ich habe gelesen, von Matthew Walker, gibt es auch auf Deutsch, why we sleep.
00:20:57: Ich glaube einfach schlichtweg übersetzt, warum wir schlafen.
00:20:59: Dieses Buch hat mein Leben verändert.
00:21:01: Ich liebe dieses Buch, weil man versteht, warum wir pennen.
00:21:04: Klar wissen wir, warum wir schlafen, weil wir müde sind und dann müssen wir uns regenerieren.
00:21:09: Aber das ganze drumrum, welcher Chronotyp bist du?
00:21:11: Was sagt das darüber aus, wie beschissen unser Schulsystem eigentlich ist?
00:21:15: Es gibt so viele Kinder, die nicht darauf geeicht sind, per DNA, per Prägung, morgens um acht Uhr da an der Schule zu sitzen.
00:21:22: Das können die schlichtweg nicht.
00:21:24: Es gibt Kinder, die um acht Uhr in vier oder fünf war Schüler sind, die sind aber vielleicht am Nachmittag sind ihnen eins oder zwei Jahr Schüler, weil sie mehr aufpassen können.
00:21:32: Der Chronotyp, so nennt man das dann, der ist einfach schlichtweg nicht auf früh geprägt.
00:21:37: Und das sollten wir eigentlich in der Zukunft irgendwie mit einarbeiten.
00:21:40: Ich gebe gleich viele Gründe dafür, warum wir mehr auf unseren Schlaf hören sollten und uns viel mehr um Schlaf kümmern sollten.
00:21:46: So geil das Leben nachts auch ist, Penn ist noch ein Tickengeiler.
00:21:50: So, in den letzten Tagen und Wochen gab es einige faszinierende Meldungen, die das Thema Schlaf und Träume in ein komplett neues Licht rücken.
00:21:58: Und die will ich mit detailn.
00:22:00: Also hier das große, kleine, kleine große Schlaf-Spezial.
00:22:05: Ich habe die drei aktuellsten und spannenden Highlights hier zusammengetragen und dann mache ich mal so ein bisschen deep dive durch.
00:22:10: Meldung eins, Schlafqualität schlägt zehntausend Schritte.
00:22:15: Es gab eine riesengroße, also eine wirklich riesengroße Datenanalyse veröffentlicht von der Flinders University in Australien.
00:22:24: Die haben über achtundzwanzig Millionen Tage an Aktivitätsdaten von ungefähr siebzigtausend Menschen untersucht.
00:22:32: Und die kommt zu einem überraschenden Schluss.
00:22:34: Wer gut und effizient schläft, bewegt sich am nächsten Tag ganz automatisch mehr.
00:22:40: Im Schnitt sind das zweihundert bis dreihundert Schritte zusätzlich, ohne dass man sich das vornimmt.
00:22:45: Die Studie legt auch nah, dass guter Schlaf für die allgemeine Gesundheit viel wichtiger ist, als dieses krampfhafte Erreichen von Fitnesszielen, wie diese ominöse Zehntausend Schritte-Marke.
00:22:55: Ey, wie oft haben wir uns mit so einer, mit so einer Watch oder mit so einem Wearable-Band oder mit dem Ring dazu irgendwie gezwungen, ich muss die Zehntausende auch voll machen?
00:23:03: Nein.
00:23:04: Auf gar keinen Fall.
00:23:05: Jedenfalls nicht, wie man der Studie glaubt.
00:23:07: Wer erschöpft ist, profitiert nämlich von diesem zusätzlichen Sport.
00:23:11: Null Komma Null.
00:23:13: Die Daten kommen alle von so Uhren, Armbändern, Ringen, also die ganzen Webre-Bills.
00:23:18: Also das ist bewiesenermaßen mit einem richtig guten Datensatz.
00:23:22: Spannende Geschichte.
00:23:23: Dann kommen wir zur Albträume.
00:23:25: Albträume machen uns älter.
00:23:27: Auch eine neue Studie.
00:23:29: Ende twenty-fünfundzwanzig wurden gerade wieder Daten zur Albträume vorgestellt, die in der Fachwelt gerade heiß diskutiert werden.
00:23:35: Die Bestätigung, dass häufige Albträume die biologische Alterung um bis zu fünf Jahre beschleunigen können, ist genau der Inhalt.
00:23:43: Also je mehr Albtraum, desto älter, desto faltiger.
00:23:46: Auch das ist die Übersetzung.
00:23:48: Die Ursache wird im chronisch erhöhten Cortisol-Spiegel, Stresshormonen, während der Nacht gesehen.
00:23:54: Also je höher die Cortisol-Spikes, also Ausschläge, desto schlechter schliefst du und desto faltiger siehst du aus.
00:24:01: Und das führt genau jetzt gerade dazu, dass Albträume in Arztpraxen demnächst verstärkt als eigenständiges Gesundheitsrisiko und nicht mehr nur als Begleitzentrum gesehen werden.
00:24:11: Das Thema Albträume ist sowieso ein riesiges und supersensibles Feld.
00:24:16: Mal ehrlich, hattest du das auch in der Partnerschaft schon mal?
00:24:19: Es ist doch so, wenn eine Person ein Albtraum hatte.
00:24:22: Und nach dem Aufwachen völlig erschöpft sich ratlos angeguckt und weiß, sie hat gerade schlecht gepennt.
00:24:28: Und dann wirst du gefragt, warum hast du mich denn nicht geweckt?
00:24:31: Ich hatte doch einen Albtraum.
00:24:33: Da denkste ja, weiß ich nicht.
00:24:35: Gute Frage.
00:24:36: Soll man wecken oder soll man lieber nicht wecken?
00:24:39: Also wenn ich eine Sache als Kind gelernt habe, schlafen Hunde, weckt man nicht.
00:24:43: Das ist im Fall der Fälle richtig gefährlich.
00:24:45: Wie ist das denn mit Menschen?
00:24:46: Da habe ich nachgeguckt.
00:24:48: In der Schlafforschung unterscheidet man eben nicht dazu, strikt zwischen zwei klassischen Mustern.
00:24:53: Einmal der klassische Albtraum und auf der anderen Seite der sogenannte Nachtschreck, nennt sich lateinisch Avor Noctonus.
00:25:03: Und das hier ist der aktuelle Stand der Erkenntnisse.
00:25:05: Frage also, wecken oder nicht?
00:25:09: Bevor du entscheidest, jemand zu wecken, musst du nämlich wissen, in welcher Schlafphase die Person sich gerade befindet.
00:25:14: Das kann richtig Schaden auslösen.
00:25:16: Auf der einen Seite haben wir den Albtraum, Auf der anderen Seite haben wir diesen Nachtschreck.
00:25:20: Der Albtraum ist meist in der zweiten Nachthälfte.
00:25:23: Das ist so dieser REM-Schlaf.
00:25:25: REM Rapid Eye Movement, wenn die Augen so zucken, das kennen wir ja.
00:25:28: Wenn man der Aukapfel bewegt sich unter dem Lied und man denkt, da schlagen Blitze ein.
00:25:32: Das ist der Albtraum.
00:25:34: Auf der anderen Seite haben wir aber den Nachtschreck und der findet im Tiefschlaf statt in der ersten Nachthälfte.
00:25:40: Beim Albtraum ist die Person unruhig und wacht meist von selbst auf.
00:25:45: Bei dem Nachtschreck ist es so, dass die Person schreit, hat manchmal sogar die Augen offen, wirkt panisch, aber ist nicht da, weil sie im Tiefschlaf ist.
00:25:54: Das ist total verrückt und deswegen kann man sich beim Traum meist gut selbst daran erinnern, weil man von alleine aufgewacht ist.
00:25:59: Wenn man aber so Nachtschreck hatte, also so richtig im Tiefschlaf, der Körper sich komplett loslöst vom Geist, weil zu erschöpft aber der Geist irgendwie Alarm macht, gibt es keine oder maximal diffuse Erinnerungen am Morgen.
00:26:12: Also die Antwort aus der Wissenschaft.
00:26:14: Wenn du weißt, das ist ein Albtraum, weil REM-Schlaf und zweite Nachthälfte, ja, sanftes Wecken ist oft hilfreich.
00:26:22: Bei den Nachtschrägen?
00:26:23: Nein, auf gar keinen Fall Wecken.
00:26:26: Wecken führt zu massiver Verwirrung und noch mehr Angst und das kann natürlich dann dazu führen, dass man um sich schlägt und gar nicht weiß, wo man ist.
00:26:33: Beim Nachtschräg sollte man die Person, wenn es richtig schlimm sein sollte übrigens, lediglich absichern.
00:26:38: damit sie sich nicht wehtut oder aus dem Bett fällt und im Fall der Fälle beruhigend einwirken ohne überhaupt irgendwie gewaltsam zu wecken.
00:26:45: Da muss man durch.
00:26:47: Beim Albträum hingegen beendet das Wecken diese aktuelle Stresssituation und hilft dann, dass man entspannter weiterschlafen kann.
00:26:54: Das Wecken hat ja zwei Seiten.
00:26:56: Da Albträume, wie eben gesagt, im REM-Schlaf stattfinden, wird genau dieser Zyklus durch das Wecken abrubbt beendet.
00:27:02: Das kann dann zur Schlaftronkenheit führen und man fühlt sich nach dem Aufwachen so ein bisschen benommen oder desorientiert, ist aber nicht so schlimm.
00:27:12: Es ist ja auch, und das ist die Empfehlung aus der Wissenschaft, es ist die Verhinderung von Schlafangst.
00:27:18: Werden Menschen eben nicht geweckt und erleben den Albtraum bis zu Ende, entwickeln sie oft eine Angst vom Einschlafen, weil man immer Angst vor dem schlechten Ende hat.
00:27:26: Das Wecken und das anschließende kurze Trösten könnte also helfen, ein Sicherheitsgefühl wiederherzustellen, was die Qualität der restlichen Nacht und der nächsten Nächte verbessert.
00:27:36: Das ist doch knaller.
00:27:37: Also ja, Wecken, ganz zärtlich Wecken.
00:27:40: Du, du hast gerade einen Eiftraum, alles gut.
00:27:42: Dann wirst du angeguckt mit so aufgerissenen Augen, die nicht so ganz scharf gucken und was, was, was, was willst du eigentlich?
00:27:48: Ja, ich wollte dich nur wecken und dann, dann schläft die Person doch meistens ein.
00:27:51: Also Wecken, ja.
00:27:53: Grundsätzlich also, wie geht man damit um?
00:27:56: Die Forschung hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht, insbesondere, was die langfristigen Folgen von Albträumen angeht.
00:28:03: Und auch, und jetzt wird es spannend, wie wir Albträume wegarbeiten können.
00:28:08: Solltest du also selbst unter Albträumen leiden, oder du kennst jemanden, der stark unter Albträumen leidet, ich habe jetzt hier eine Schritt-für-Schritt-Einleitung, wie man dagegen angehen kann.
00:28:18: Es gibt nämlich eine neue Therapie, die ist so ungefähr der Gold-Standard, sagen die.
00:28:24: Die heißt Imagery.
00:28:25: Rehörsel Therapie.
00:28:28: Du nimmst also neue Bilder und drehst die um.
00:28:31: Ich nehme dich kurz mit.
00:28:32: Das ist eine der erfolgreichsten Methoden der Verhaltenstherapie zur Behandlung von chronischen Albträumen.
00:28:37: Also wenn du ganz viele Albträume hast, dann kannst du damit so umgehen.
00:28:41: Man trainiert quasi das Gehirn im Wachzustand, damit es Nacht sich mehr in so eine Albtraumfalle tappt.
00:28:46: Super spannend, ich liebe das.
00:28:49: Also erstens, den Albtraum aufschreiben.
00:28:52: Du suchst den Albtraum raus, den du kennst, den du vielleicht auch immer wieder hast, der dich belastet, aber am besten nicht den Traumatischsten zu beginnen, sondern irgendeinem Mittelschweren.
00:29:00: Weiß ich nicht, du fällst immer wieder von einem Haus oder du bist immer wieder im Schlamm und kannst nicht weglaufen oder so.
00:29:05: Das Ziel ist es, den Traum greifbar zu machen, anstatt irgendeine Diffuseangst im Kopf zu halten.
00:29:10: Aufschreiben hilft.
00:29:11: Dann ist er schon mal da.
00:29:13: Zweitens.
00:29:14: Wendepunkt finden.
00:29:15: Überlegt dir an welcher Stelle der Traum beginnt, in eine beängstigende Richtung zu kippen.
00:29:21: Oft ist es so, man macht so und dann gibt es so einen Moment, da wird es dann richtig bitter und du weißt, jetzt kommt dieser Albtraum wieder.
00:29:28: Und genau das ist dein Ansatzpunkt für die Veränderung.
00:29:31: Und jetzt kommen wir zum dritten Punkt, das ist das Drehbuch umschreiben.
00:29:34: Nennen die in der Forschung New Ending, neues Ende.
00:29:37: Veränder den Albtraum dann so, dass er ein positives oder zumindest neutrales Ende nimmt.
00:29:43: Wichtig dabei, du hast die volle Kontrolle, du kannst super Kräfte haben von mir aus, die Umgebung verändern oder die Bedrohung lächerlich machen.
00:29:49: Es ist völlig egal, wie du es machst.
00:29:50: Jetzt musst du auch nicht cool klingen, du musst auch kein Autor oder Autorin sein.
00:29:54: Schreib einfach dagegen.
00:29:56: Beispiel, wenn dich ein Monster verfolgt, drehst du dich im neuen Drehbuch einfach um und das Monster verwandelt sich in ein Gummianchen oder so.
00:30:03: Oder fliegt weg wie ein Schmetterling.
00:30:05: Oder du fliegst einfach davon in eine wunderschöne neue Landschaft.
00:30:08: Du sagst dann hier, fuck you monster, ich fliege jetzt hier weg.
00:30:12: Und so schreibst du das Drehbuch von deinem Albtraum, den du immer wieder hast, um und schreibt es dir detailliert auf.
00:30:19: Und dieses neue Szenario kann man dann tatsächlich proben.
00:30:22: Und das ist der allerwichtigste Teil.
00:30:23: Du probst einen Traum, der nicht mehr zum Albtraum werden soll.
00:30:27: Du nimmst dir tagsüber und zwar nicht direkt von dem Schlafengehen, um keine Unruhe zu stiften.
00:30:32: Etwa fünf bis zehn Minuten Zeit, also pro Tag maximal zehn Minuten.
00:30:36: Da setzt du dich entspannt hin, schließt die Augen, stellst dir deinen neuerten, veränderten Traum so lebhaft wie möglich vor.
00:30:42: Also geh's richtig rein.
00:30:44: Du gehst dabei in die positiven Bilder immer wieder und durch und durch und durch.
00:30:49: Als würdest du diesem Film im eigenen Kopf abspielen.
00:30:51: Du bist dein eigenes Kino.
00:30:53: Und so kannst du deinen immer wiederkehrenden Albtraum, den du kennst, umschreiben.
00:30:58: Und das funktioniert.
00:30:59: Es funktioniert wirklich.
00:31:00: Die Frage ist aber, warum das funktioniert.
00:31:02: Die Forschung behauptet, dass Albträume so eine Art erlernte Gewohnheit des Gehirns sind.
00:31:07: Und durch diese Therapie wird die Gewohnheit unterbrochen.
00:31:11: Man vermittelt dem Gehirn quasi eine neue Lösung für den Stress im Traum.
00:31:14: Wenn das Gehirn dann nachts in die bekannte Albtraum-Situation kommt, erinnert es sich dann an die geübte Alternative und schlägt den neuen harmlosen Weg ein, weil das Gehirn auch kein Bock auf Stress hat.
00:31:26: Und das finde ich faszinierend.
00:31:27: Also wir können selber unser Gehirn umprogrammieren, mit wenig Aufwand.
00:31:31: Und ich habe noch ein paar Tipps zum Erfolg.
00:31:32: Ich habe selber noch nie gemacht.
00:31:33: Ich kann mich nämlich leider an die Albträume nicht erinnern, wenn ich ganz ehrlich bin, müsste ich mich aktiv miteinander setzen.
00:31:39: Aber Tipp eins, du brauchst Geduld.
00:31:41: Man kann in zwei bis drei Wochen die ersten Erfolge im Schlaf sehen, wenn man aber täglich übt.
00:31:47: Man nimmt am besten einen Albtraum nach dem anderen.
00:31:49: Also wenn du mehrere haben solltest, die immer wieder kommen, dann nicht alle gleichzeitig bearbeiten, sondern immer nur einen für den anderen, sowie bei einer Allergie.
00:31:55: Man geht ja auch nicht gegen alle Allergien sofort, sondern nacheinander.
00:31:59: und nicht zu spät üben, am besten am Nachmittag oder am frühen Abend.
00:32:01: Wenn man das direkt vom Licht ausschalten macht, beschäftigt man sich kurz vor dem Schlafen, gehen zu intensiv mit dem eigentlich negativen Ausgang und dann kommt das Gehör durcheinander.
00:32:11: Und das nochmal eine ganz wichtige Warnung, was heißt Warnung, ob eine Feststellung, falls die Albträume auf einem schweren Trauma basieren sollten, also eine PTBS, eine posttraumatische Belastungsstörung, dann auf jeden Fall eine Therapeutin hinzuziehen.
00:32:25: Das aufschreibende Träume kann eher noch schlimme Erinnerungen triggern.
00:32:29: Und da brauchst du auf jeden Fall Liff und das soll deinem auch überhaupt nicht peinlich sein.
00:32:32: Genau da sollte man ja einen Therapeuten einsetzen.
00:32:34: Aber du weißt ja, hast du schon gehört im Podcast.
00:32:36: Therapie ist für alle wichtig.
00:32:38: Schlaf wird also zunehmend das wichtigste Diagnosetool der Zukunft.
00:32:44: Träume und Schlafdaten sind sowas wie biologische Fingerabdrücke und können uns überall helfen.
00:32:49: Und dann kommen wir jetzt zu meinem absolut lieblings Thema in der Kategorie Schlaf heute.
00:32:53: Sleep FM.
00:32:55: einen Schlafradiosender, so haben sie es genannt.
00:32:58: Ey, das ist so faszinierend, ich hoffe, dass du meine Begeisterung teilst.
00:33:02: Sleep FM ist die KI, also die künstliche Intelligenz, die Krankheiten im Schlaf, hört quasi.
00:33:10: Gruselig!
00:33:11: Forscher der Stanford Medicine haben einen KI-Modell entwickelt, namens Sleep FM.
00:33:17: Das Besondere daran, die KI kann aus den Daten einer einzigen Nacht Also Gehirnströme, Herzschlag, Atmung, das Risiko für über einhundertdreißig verschiedene Krankheiten vorhersagen.
00:33:29: Darunter Krebs, Herzprobleme, psychische Störungen auch.
00:33:34: Nur durch eine Nacht Schlafdaten.
00:33:36: In der Fachzeitschrift Nature Medicine haben die berichtet, dass die Kainetrefferquote von über achtzig Prozent erreicht.
00:33:44: Also die lernt die Sprache von Schlaf.
00:33:47: und erkennt kleinste Abweichung, bevor irgendwelche Symptome im Wachzustand auftreten.
00:33:53: Also so ein Frühwahnradar eigentlich.
00:33:56: Diese Studie ist also quasi ein riesengroßer Wendepunkt in der Präventivmedizin.
00:34:01: Gerade jetzt rausgekommen.
00:34:02: In diesem Jahr.
00:34:03: Wir sind also live dabei.
00:34:05: Forscher um die Professorin Emmanuel Mignon und James Zhu haben mit SleepFM das erste Foundation Model für Schlafdaten entwickelt.
00:34:13: Heißt also was für eine Dekernbasis.
00:34:16: Die Grundidee von der ganzen Nummer ist, dass unser Körper während der acht Stunden Schlaf sowas wie eine allgemeine Physiologie zeigt.
00:34:22: Also die ist ein Stresstest für alle Organsysteme.
00:34:26: Und die KI lernt jetzt genau die Sprache vom Schlaf und erkennt Muster, die dem menschlichen Auge und natürlichen ganz normalen Diagnosen von Ärztinnen und Ärzten einfach verborgen geblieben sind bis jetzt.
00:34:36: Die hatten sechshunderttausend Stunden Schlafdaten von etwa sixty-tausend Patienten und haben die KI gefüttert und gefüttert und gefüttert.
00:34:43: mit Daten von der Zeit neunundneunzig bis zwei tausend vierundzwanzig.
00:34:47: Kombiniert mit bis zu fünfundzwanzig Jahren medizinischer Nachbeobachtung aus elektronischen Patientenakten, mit Hirnströmen, Herzrhythmus, Muskelaktivität und Atmung aus einer einzigen Nacht.
00:34:59: Und das Ergebnis ist, mit nur der einen einzigen Nacht können die einhundertdreißig Krankheiten berechnen.
00:35:06: Das ist spektakulär.
00:35:08: Und vor allem dann, wenn man weiß, wie exzellent die Werte sind.
00:35:12: Die Genauigkeitswerte, gemessen in so einem C-Index, also C-Index, wobei Null, acht als schon exzellent gilt in der Wissenschaft.
00:35:20: Achtung, die Wahrscheinlichkeit, richtig zu liegen, bei Parkinson, neun und achtzig Prozent Genauigkeit, also Null, acht, neun.
00:35:27: Demenzerkrankung.
00:35:28: Null, acht, fünf bis Null, neun, neun, eins.
00:35:31: Einen und neunzig Prozent Genauigkeit.
00:35:34: Brustkrebs, sieben und achtzig Prozent.
00:35:36: Prostatakrebs, neun und achtzig Prozent.
00:35:38: Herzinfarkt, Einen und achtzig Prozent.
00:35:40: Allgemeines Sterblichkeitsrisiko.
00:35:42: Vierundachtzig Prozent.
00:35:44: Ich wiederhole, ich wiederhole.
00:35:47: Aus einer Nacht Daten vom Schlaf.
00:35:51: Ist das bitte krass?
00:35:53: Wenn man mich fragt, Daniel, findest du KI gut oder nicht so?
00:35:59: Wie kann man jetzt noch gegen KI sein?
00:36:01: Das ist ja die Frage einfach nur, wenn man den ganzen Scheiß anwendet.
00:36:04: Die ist da, also lass sie uns nutzen.
00:36:06: Wir haben also geheime Warnsignale vom Körper und die KI deckt jetzt alle Diskrepanten zwischen den Organen auf.
00:36:13: Beispiel.
00:36:13: Wenn das Gehirn tiefe Schlafphasen anzeigt, das Herz aber so aktiv und gestresst reagiert, als wäre die Person wach, dann kann man das jetzt auflösen.
00:36:22: Solche Ungereimtheiten sind oft früher Anzeichen für eine beginnende neurologische oder, Achtung, kardiowaskuläre Probleme oder Erkrankungen.
00:36:31: Also Herzenfakt.
00:36:32: Das verändert die Medizin ab sofort bahnbrechend.
00:36:36: Bisher wurde die Schlafdiagnostik polysomnografie fast nur genutzt, um Schlafstörungen wie so Atemaussetzer zu finden.
00:36:42: Also ab Noé.
00:36:44: Dieses Sleep-FM-Studio zeigt viel mehr.
00:36:46: In Zukunft könnte eine Nacht im Schlaflabor zur absoluten Standardvorsorgeuntersuchung werden.
00:36:52: Um Risiken für Krebs und Demenz frühzeitig zu erkennen, um sofort gegenzusteuern.
00:36:57: Wenn die mir so ein Ding anbieten, ich würde da sofort hingehen.
00:36:59: Schlaflabor, hallo, hier bin ich.
00:37:00: Tach, hier ist mein Pyjama, ich bin gut drauf, auf geht's.
00:37:04: Eine einzige Nacht verrät ihr alles über deinen nächsten zwanzig Jahre des Lebens.
00:37:08: Alter.
00:37:09: Ja, Kai, let's go.
00:37:10: Einenundsebzig.
00:37:13: Einenundsebzig Prozent wollen das Fach Gesundheit in der Schule.
00:37:17: Es gibt eine aktuelle und repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Hansel Merkur, also der Versicherung.
00:37:24: Und genau diese hat genau diesen Wert ergeben.
00:37:27: Ein paar andere Ergebnisse gab es natürlich auch noch, nur etwa die Hälfte der Befragten, also einundfünfzig Prozent, fühlt sich aktuell ausreichend informiert, um sich kompetent um die eigene Gesundheit zu kümmern.
00:37:38: Da wurden Gewachsene gefragt, ne?
00:37:40: Die Hälfte fühlt sich ausreichend informiert, um sich kompetent um die eigene Gesundheit zu kümmern.
00:37:46: Echt, das ist echt Schiss, ein Ergebnis, die kann ich gar nicht fassen.
00:37:49: Fast jeder zweite, übrigens auch nur, ist der Überzeugung, dass der persönliche Lebensstil einen größeren Einfluss auf die Lebenserwartung hat als die genetische Veranlage.
00:38:00: Ähm, also da müssen wir ran.
00:38:04: Wie soll das aussehen?
00:38:06: Kinder sollen, laut Idee, von klein auf lernen, Eigenverantwortung für die körperliche und mentale Gesundheit zu übernehmen.
00:38:14: Dann die Frage, welche Themen soll das Fach abdecken?
00:38:17: In der Diskussion werden meist vier Säulen genannt.
00:38:20: Das eine ist die Ernährung, also Wissen über Lebensmittel, Kochen, Zuckergehalt, dann Bewegung, Sport, Vorbeugung, Haltungsschäden, mentale Gesundheit, ja bitte endlich macht es.
00:38:31: Stressbewältigung, Resilienz, Umgang mit sozialen Medien, ey, sofort!
00:38:36: Und Prävention, also Suchtprävention, Hygiene, erste Hilfe, Wiederbelebung.
00:38:42: Wenn du mich fragst und ich das hier lese, frage ich mich, warum haben wir das Fach nicht schon längs?
00:38:46: Excuse me?
00:38:46: Ich will jetzt nicht schlecht sein, aber Heimwerkern ist sitzen.
00:38:50: Ja, wegen Motorik und so, aber das da?
00:38:54: Jetzt die Frage, wie wird die Studie besprochen?
00:38:56: Die Reaktion fällt nämlich gar nicht so einfach aus, wie man sich das erwünschen würde, jedenfalls von meiner Sicht aus.
00:39:01: Konnt ihr mich darauf anwende fragst?
00:39:03: Mediziner, Eltern, Lehrkräfte.
00:39:05: Die Befürworter sind, überraschenderweise, dachte ich erst mal, die Krankenkassen, Ärzte und Patientenverbände.
00:39:11: Die unterstützen nämlich diese Forderung massiv.
00:39:15: Die sagen, Gesundheit hängt in Deutschland stark vom sozialen Elternhaus ab.
00:39:18: Ein Schulfach könnte also genau diese Ungleichheit ausgleichen, also für eine soziale Gerechtigkeit sorgen.
00:39:24: Dann, wer früh lernt, gesund zu leben, verursacht später geringere Kosten im Gesundheitssystem.
00:39:29: Damit können die Geld sparen und damit wir alle.
00:39:31: Und angesichts steigender Zahlen von Übergewicht, psychischen Erkrankungen, bei Jugendlichen, also Depressionen und Angststörungen, wird das Fach als notwendige Notbremse gesehen.
00:39:40: Wir müssen was machen.
00:39:42: Jetzt kommen die Kritiker.
00:39:44: Und die sind vor allem die Lehrer.
00:39:46: Und da will ich jetzt auch gar nicht böse werden, weil letztendlich müssen die ja auch dann das leisten, was wir einfordern.
00:39:51: Und trotzdem ist es tragisch.
00:39:53: Lehrerverbände sagen und Bildungspolitiker auch, dass sie skeptisch sind.
00:39:57: Die sind keine Fans.
00:39:58: Stundenpläne sind schon viel zu voll.
00:40:00: Wenn ein neues Fach kommt, müsste eigentlich ein anderes gehen.
00:40:02: So wie Musik, Kunst oder Religion.
00:40:05: Ich brauche Religion nicht, aber muss jeder für mich selber entscheiden.
00:40:09: Kritiker argumentieren auch noch, Gesundheit gehört in dem Biologie, Sport oder Sachunterricht und braucht kein eigenes Fach.
00:40:15: Und es gibt Schichtweg nicht genug Personal.
00:40:18: Wir können das Fach Flächendecken nicht anbieten, heißt es.
00:40:22: Und abschließend, das war ja fast zu erwarten, fragen die natürlich, wo es bitte die Erziehungsaufgabe im Elternhaus.
00:40:29: Warum muss das auch wieder auf die Schule abgewälzt werden?
00:40:32: Verständlich, ja.
00:40:34: Aber wenn die wirtschaftliche Situation den Menschen nicht die Möglichkeit gibt, den Kindern Gesundheit beizubringen, dann sollten wir ins Gesellschaft helfen.
00:40:41: Meine Meinung!
00:40:43: Schreibt bitte mal gerne deine Meinung in die Kommentare, würde mich brennend interessieren.
00:40:47: So, und obwohl die öffentliche Zustimmung hoch ist, gibt es bisher natürlich keine bundesweite Einführung.
00:40:52: Warum auch?
00:40:53: Wir wollen ja lieber ein bisschen Kriegsmaterial kaufen.
00:40:55: Das war der Kabarettteil dieser Folge.
00:40:59: Und Bildung ist ja Ländersache.
00:41:01: Das heißt, jedes Bundesland muss das für sich alleine entscheiden.
00:41:04: Ich habe rausgefunden, vielleicht auch, weil ich konkret nach Niedersachsen geguckt habe, in Niedersachsen wurde beschlossen, dass ab sechsundzwanzig das Thema Wiederbelebung fest in den Unterricht zu integrieren ist, finde ich mega gut.
00:41:17: Also wenn wir eine Sache mindestens können müssen, dann ist ja wohl Wiederbelebung eines Menschen, der gerade in Not ist.
00:41:22: Und weil ich glaube, der Schule dringend modernisiert gehört, habe ich mich jetzt zusätzlich nochmal umgesehen.
00:41:28: Hier sind weltweit meine Top fünf von echten Schulfächern, die es wirklich gibt.
00:41:35: Auf Platz fünf.
00:41:36: Hüftlichkeit und Etikette.
00:41:38: In Japan.
00:41:39: In Japan ist das soziale Miteinander so extrem wichtig, dass an vielen, vielen Schulen offiziell das Fach Moraleziehung angeboten wird.
00:41:47: Wie verbeugt man sich korrekt?
00:41:48: Wie wird der Tee richtig serviert?
00:41:50: Und wie geht man respektvoll mit älteren um?
00:41:52: Als Schulfach.
00:41:54: Könnte bei uns auch einigen nicht schaden, sagen wir mal so.
00:41:58: Platz vier.
00:41:59: Roboteretik.
00:42:00: Auch nochmal Japan.
00:42:02: Japan bringen Kinder nicht nur bei wie man Roboter baut, sondern auch wie man mit ihnen lebt.
00:42:05: Da ist Schulfach.
00:42:07: Das Fach diskutiert Verantwortung, Autonomie und Menschmaschinebeziehungen, damit man für die Zukunft gerüstet ist, wenn das Geschwisterkinder auf einmal C-III-PO heißt.
00:42:18: Entschuldigung.
00:42:19: Spektakulär.
00:42:21: In Südkorea wird e-Sport gelernt.
00:42:23: Da zerfetzen sich ja viele das Maul, weil es ja Computerspielen.
00:42:27: Ich sag's dir, in einem Land, in dem Profi-Gamer nationale Berühmtheiten sind, ist das doch logisch, oder nicht?
00:42:33: In speziellen Schulen muss man dazu sagen, jetzt nicht in jeder Grundschule, wird eSport unterrichtet.
00:42:37: Reaktionszeit, Teamkommunikation, Spielanalyse, sogar Ergonomie und mentale Belastbarkeit.
00:42:44: Das ist doch ein super Angebot.
00:42:45: Computerspielen als strukturierte Leistungsdisziplin und eben nicht als Pausenfüller.
00:42:50: Die Themen fand ich top.
00:42:51: Auf Platz zwei, wir gehen nach Kanada, überleben in der Wildnis.
00:42:55: In abgelegenen Regionen in Kanada ist das kein Abenteuerkurs, sondern einfach ein Schulfach.
00:43:00: Für Alltagstauglichkeit, damit die kleinen Racker auch im Wald überleben, wenn's mal hart auf hart kommt.
00:43:05: Kinder lernen Feuer machen, Notunterkünfte bauen, Orientierung ohne GPS.
00:43:09: Das ist also ein Schulfach, das jetzt schon davon ausgeht, dass der Akku irgendwann mal leer ist und der Strom ganz weg.
00:43:15: Ja, dann gucken wir durf in die Röhre und fragen uns, warum TikTok nicht geht.
00:43:18: und die kanadischen Kinder sagen, guck mal, hier ist mein Baumhaus.
00:43:21: Inklusive Klo.
00:43:22: Und jetzt... Meine absolute top eins in internationalen Schulfächern.
00:43:26: und wir gucken nach UK, Großbritannien.
00:43:29: Es ist ein reales Schulfach.
00:43:31: Das Schulfach glücklich sein.
00:43:34: Allein das Wort ist doch schön.
00:43:35: Was hast du nur der Dritten?
00:43:38: Ich habe morgen eine Doppelstunde glücklich sein.
00:43:40: Ich finde ich ein supersatz.
00:43:42: Das Fach setzt sich mit Resilienz, Achtsamkeit und psychischer Gesundheit auseinander.
00:43:47: Das ist jetzt nicht so ein Dauerlächeln und Baum umarmen und eine Lachkurs oder sowas.
00:43:50: Nein, da geht es um konkrete werkzeugigen Stress, Vergleichsdruck, Überforderung.
00:43:55: Also all das, was uns Social Media vor die Tür kart und vor die Tür legt, muss ja bekämpft werden, weil das Pseudoideal, was die Kinder da sehen, ist ja für niemanden gesund.
00:44:05: Und genau deswegen lernt man Glück als Fähigkeit, nicht als Zufall.
00:44:09: Ficht sensationell.
00:44:11: Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.
00:44:13: Vielen Dank für deine Konzentration.
00:44:14: Vielen Dank, dass du hier zugehört hast.
00:44:16: Ich muss jetzt super schön durchgespringen, damit ich jetzt zum MBL-Spiel komme.
00:44:20: In die U-Barena zu den beiden Wagnerbrüdern und für Dirk Nowitzki, oh mein Gott!
00:44:24: Und deswegen jetzt nochmal ganz offiziell Donnie.
00:44:27: Vielen Dank, Donnie, du weißt, wer du bist.
00:44:29: I love you, Donnie.
00:44:30: Donnie hat mich eingeladen.
00:44:31: Donnie war selber eingeladen und gesagt, hey Boschie, hast du Bock?
00:44:33: Und ich sag, excuse mir, natürlich, ich hab Bock.
00:44:36: Das war die Folge Zahltag für heute.
00:44:37: Die Folge Achtunddreißig ist es schon.
00:44:41: Sie folgen tausend Jahr gar nicht mehr weit weg.
00:44:43: Bevor wir uns jetzt drehenreich verabschieden bis zum nächsten Dienstag, habe ich eine Hausaufgabe für dich.
00:44:47: Nicht erschrecken, wir waren gerade bei der Schule.
00:44:49: Ich finde, wir müssen auch gegenseitig und aufeinander aufpassen.
00:44:53: Folgende Hausaufgabe für dich.
00:44:55: Du sagst über das Wochenende jetzt drei Leuten beschreibt, wie geil dieser Podcast ist und die müssen alle hören.
00:45:04: Ja, warum nenn ich?
00:45:06: Turgut ist und spricht drüber.
00:45:07: So läuft's doch.
00:45:08: Ich will den Podcast ja nicht verstecken.
00:45:10: Es sollen doch immer mehr hören.
00:45:12: So, und wenn du das dann angeboten hast und erklärt hast, warum das hier nett ist und warum man hier was lernt und coole Sachen hört, dann sollen die auch gefälligst hören.
00:45:19: Und wenn die dann nicht sofort hören, dann kann nur noch körperliche Gewalt helfen.
00:45:26: Das war ein Spaß.
00:45:28: Wir wenn.
00:45:28: Ich hätte das war wirklich ein Spaß, nicht, dass ihr jetzt scheiße muss.
00:45:31: So, schickt mal keine fünf Sterne, schickt mir deine Liebe und gerne irgendwie ein Herzchen oder einen Kommentar.
00:45:36: Ich lese jeden Kommentar übrigens.
00:45:37: Über das Wochenende werde ich auch wieder antworten, aber war eine stressige Woche.
00:45:40: Da habe ich ja am Anfang gesagt.
00:45:42: Ja, das war es für heute von Zeitag.
00:45:44: Ich wünsche Ihnen schöne Zeit.
00:45:45: Wir hören uns am Dienstag wieder.
00:45:47: Und da habe ich mit sich eine ganz tolle, viele tolle Erinnerung aus der heutigen NBA-Nummer.
00:45:52: Ciao, ciao, ciao, ciao, ciao, ciao, ciao, ciao, ciao.
00:45:58: Tschüss!
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