#044 - Mit Martin Rütter: Mond-Millionen, Super Bowl und Hunde-Oscars

Shownotes

Heute sprechen wir mit Martin Rütter, Hundetrainer, Autor und TV-Moderator, über 30 Jahre auf der Bühne und das Ende seiner großen Live-Touren. Außerdem geht es um den tödlichen Angriff auf einen 36-jährigen Zugbegleiter und die Frage, ob Aggression im Alltag zunimmt. Thema sind auch 58 Millionen Euro für eine Mondkontrollstation in Oberpfaffenhofen sowie die größten und absurdesten Zahlen rund um den Super Bowl. Dazu schauen wir auf 150 Jahre Westminster Kennel Club Dog Show und auf ein Thema aus der Tiermedizin, das selten öffentlich verhandelt wird: das deutlich erhöhte Suizidrisiko bei Tierärztinnen und Tierärzten.

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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)

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00:00:00: Kurze Vorwarnung, meine Stimme ist heute ein bisschen angeschlagen.

00:00:02: Aber vielleicht auch ein bisschen sexy.

00:00:04: Kann ja nur helfen.

00:00:05: Zum Glück habe ich heute einen absoluten Experten im Gespräch.

00:00:09: Endlich mal.

00:00:10: Und wir können diese eine Frage ein für alle mal klären.

00:00:13: Wohin riechen Hundepfoten?

00:00:15: Sach an.

00:00:16: Also erstmal muss ich sagen, es ist wirklich sehr sexy, wie du gehst.

00:00:19: Ich bin schon sehr schade.

00:00:22: Ach, komm ey.

00:00:23: Ja, es gibt eine Handvoll Perversa, die behaupten, dass Hundepfoten nach Popcorn riechen.

00:00:28: Und all dieser Personen ist meine Podcast-Partnerin Katharina Addig, Wissenschaftsjournalistin, sehr kloge Frau.

00:00:36: Und die hat das in dem Podcast erzählt.

00:00:38: Und dann habe ich gesagt, wenn man bitte geht zum Arzt, also erstmal warum Schnüffel zu antworten.

00:00:42: Und sie guckt man dann auch.

00:00:43: und dann habe ich es natürlich auch getan und muss gestehen, dass Emmers Foten nicht nach Bob Kölgerocht haben.

00:00:49: Aber es ist tatsächlich wissenschaftlich verbrieft, dass es da tatsächlich Popcorn ähnlichen Geruch gibt.

00:00:56: Ich bin so froh, weil ich hab exakt auch das gelesen und bin dann hin zu meinem Hund.

00:01:01: Und ich hab hier gleich so, zeig mal her, die Fotos.

00:01:03: Und es rocht nach Popcorn.

00:01:05: Ob seit sich oder zu kriegt, das lass ich mal hingestellt.

00:01:07: Es ist ganz spannend, weil ich persönlich glaube, dass es ein bisschen wie bei Spargel ist.

00:01:12: Es gibt ja Leute, die nach Spargel sehr unangenehmene Origin haben und manche eben nicht.

00:01:17: Und deshalb glaube ich, dass es auch bei manchen Hunden so ist und bei manchen nicht.

00:01:20: Oh, das ist clever.

00:01:21: Vielleicht sollte man... Ist das Ammonium?

00:01:23: Was war das, was man dann riecht im Spargel?

00:01:26: Ammoniak?

00:01:27: Ich glaube, Ammoniak.

00:01:28: Okay, wir gehen weg von Ammoniak.

00:01:29: Es soll ja gut riechen in diesem Podcast.

00:01:31: Wir legen los.

00:01:44: Es ist Freitag, der sechste, zweite, zweitausend, sechsten, zwanzig.

00:01:47: Hier ist Daniel Boschmann mit Zeitag.

00:01:48: Wir rechnen mit der Woche ab.

00:01:50: Ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter.

00:01:54: Erst die Meldung, dann das Abschweifen, das ist hier der Auftrag.

00:01:57: Heute mit einem ganz besonderen Gast.

00:02:00: Seine außerordentliche Karriere beweist, dass einem Plan B manchmal der viel bessere Plan A ist.

00:02:07: Fast, aber auch wirklich nur fast, wäre er Fußball-Superstar geworden.

00:02:11: Auch auf dem Weg zum Sportreporter ist er dann nochmal abgebogen.

00:02:15: Jedes Feld hat aber Menschen, die in ihrer Profession vorangehen.

00:02:18: Pioniere sind mutige Macher.

00:02:20: Und er ist in seinem Feld in Deutschland die unangefochtene Nummer eins.

00:02:25: Und das seit über dreißig Jahren.

00:02:27: Ich würde sogar so weit gehen, wo ihm gab es den Job bei uns so und nicht.

00:02:31: Der Grundstein seines Erfolgs war mutmaßlich eine verbotene WG, heimlich in einem fifteen Quadratmeter Studentenzimmer.

00:02:39: Aber vielleicht rührt es genau daher, sein besonderes Gespür für Mensch und Hund.

00:02:44: Seine Gabe, die menschliche Unfähigkeit am anderen Ende der Leine zu erkennen und daraus eine äußerst unterhaltsame Show zu machen, ist schlichtweg genial.

00:02:52: Er ist der Prototyp von Ilsem Fernsehen, wäre aber auch genauso wendig.

00:02:57: Der Star von nebenan.

00:02:59: Ob in der Arena vor Tausenden oder im Wohnzimmer beinah verzweifelt Mops-Besitzerin, er schafft den Spagat zwischen fundiertem Training und Standup-Kommedy mühelos.

00:03:09: In einer weltvoller modischer Erziehungstrends bleibt er zum Glück der Fels in der Brandung des gesunden Menschenverstands.

00:03:16: Er ist einer dieser guten Gäste, die auch auf privaten Partys in der Küche alle unterhalten würden.

00:03:21: Er hat das Unmögliche geschafft.

00:03:23: Er hat Hundeerziehung populär, unterhaltsam und vor allem verständlich gemacht.

00:03:28: Hundertvierzig Hundeschulen, mehrere Bestsellern, Podcast und Live-Programme.

00:03:32: später habe ich heute das große Vergnügen, das er mir seine Zeit schenkt.

00:03:36: Er ist herzlich, er ist lustig, er ist engagiert und hat immer eine klare Haltung.

00:03:41: Vielleicht wird er ja der nächste Bundeskanzler nach seiner Abschiedstour.

00:03:44: Unser Rudelführer der Herzen und ein richtig guter Kerl, hier ist Martin Rütter.

00:03:49: Boah, jetzt bin ich so gerührt, Arschgeige.

00:03:52: Jetzt hast du schon mich so weich gekocht.

00:03:55: Es ist wirklich sehr rührend.

00:03:56: Vielen, vielen Dank.

00:03:57: Also viel Lobhutlei.

00:03:59: Manches stimmte sogar und manches auch nicht.

00:04:03: Aber

00:04:04: es ist sehr nett.

00:04:05: Er sagt gleich, korrigier mich sofort.

00:04:06: Was habe ich falsch gesagt?

00:04:08: Ja,

00:04:08: also das zum Beispiel mit der Party.

00:04:10: Also ich bin ja privat wirklich genauso, wie ich im Fernsehen bin.

00:04:13: Das ist glaube ich auch so ein bisschen der Schlüssel.

00:04:15: Aber

00:04:16: ich habe, wenn ich in eine Gruppe von Menschen komme, es wirklich total gerne da nicht der Unterhaltsamste zu sein, sondern hab das wahnsinnig gerne mit Menschen zusammen zu sein, die selber viel reden.

00:04:28: Und das ist wirklich ganz, ganz schrecklich, wenn ich irgendwo bin.

00:04:33: Ist noch gar nicht lange her, da war ich mit meiner Freundin gemeinsam eingeladen, weil Leuten, die wir nur so oberflächlich kannten, waren so zehn, zwölf Leute.

00:04:41: Und ich kann nicht gut aushalten, wenn so eine Gruppe plötzlich verstummt und ruhig ist.

00:04:46: Wenn so am Tisch plötzlich so eine Ruhe aufkommt, kann ich das nicht aushalten.

00:04:49: Ich schaff's dann nicht zu sagen, okay, Schnauze halten, irgendeiner macht's schon.

00:04:54: Und dann fang ich an zu reden.

00:04:56: Und aus der Unsicherheit heraus rede ich immer mehr.

00:04:59: Und mich strengt das wahnsinnig an.

00:05:01: Ich will das überhaupt nicht.

00:05:02: Und am Ende des Abends sage ich dann zu ihr, das war so anstrengend.

00:05:06: Die ganze Zeit musste ich da reden.

00:05:07: Und sie sagt aber, wenn du mal einmal die Schnauze gehalten hättest, hätten vielleicht auch andere Menschen mal gesprochen.

00:05:15: Und das ist echt... Das hört sich wirklich bescheuert an, aber ich liebe das wirklich unter Menschen zu sein, die selber viel reden und dann mal nicht sozusagen Entertaining sein zu müssen.

00:05:26: Das mag ich wirklich gerne und ich kann das wirklich gut.

00:05:29: Das kennst du auch.

00:05:30: Ja, kenne ich auch, kenne ich absolut.

00:05:33: Interessanterweise ist es ja wirklich so, dass man versucht sich dann eher so wegzuducken, weil dann immer alle so erwartungsvoll anschauen.

00:05:38: Genau.

00:05:39: Oder so ein Spruch wie Martin, erzähl doch mal einen Hundewitz jetzt.

00:05:42: Ja gut, also das erlebe ich im privaten Gott sodaglich.

00:05:46: Auf der Straße, auf der Straße kommt das natürlich, ich kümmer mal ein Foto machen, ich hab ne kurze Frage, bla bla bla, das ist ja klar.

00:05:52: Aber das ist spannend, dass du das auch hast, weil die Leute vielleicht auch in deinem Fall natürlich im Kopf haben, okay, da ist der, der im Fernsehen moderiert, der offensiv ist, der auch so ein Jung von nebenan ist, der ist nicht so, das ist nicht der Herr

00:06:07: Jauch,

00:06:08: sondern das ist irgendwie Daniel so, ne?

00:06:10: Und sobald so eine Stille, ich kann das kommen, ich kann das mit Menschen, die, die mit denen ich eng bin, kann ich Stille super aushalten.

00:06:18: Aber aus so einer halb oberflächlichen Basis echt schwer.

00:06:22: Weil du den Herrn Jauch gerade angesprochen hast, es gibt ja die Legende, dass er der Einzige ist, der im Medienbetrieb gesiezt wird.

00:06:27: Ich werde ja per se geduzt, du auch?

00:06:29: Ja, ich krieg einen Schreck, wenn mich jemand sieht.

00:06:31: Also, das ist für mich eher komisch.

00:06:33: Und ich hab ja auch selber diese Duzeritis.

00:06:36: Also, ich könnte ja Jauch geduzt haben.

00:06:38: Da war, er stand für einen kurzen Moment die Zeit still im Raum.

00:06:43: Das war wirklich... Uuh,

00:06:44: aber das kann ich mir vorstellen.

00:06:46: Das ist ja quasi die Königin zu duzen.

00:06:48: Ja, aber ehrlich gesagt, er stand die Zeit nicht still wegen ihm.

00:06:52: Er fand das überhaupt nicht komisch.

00:06:53: Sondern es war eher so, dass die anderen im Raum dachten, okay, wie reagiert er jetzt?

00:06:57: Ja, offenbar sehr locker.

00:06:58: Aber wie sollte er bei dir sonst reagieren?

00:07:01: Ich freue mich auf unser Gespräch und das sind die Themen, die ich vorbereitet habe.

00:07:05: Dreißig, nach dreißig Jahren ist Schluss, oder wie?

00:07:08: Martin Rütter geht auf Abschiedstournee.

00:07:10: Warum denn jetzt erst doch mittendrin?

00:07:12: Sechsunddreißig.

00:07:14: Ein dreißigjähriger Zugbegleiter stirbt an seinen Verletzungen.

00:07:17: Ein Fahrgast ohne Ticket hat ihn unvermittelt angegriffen.

00:07:20: Und die Frage ist jetzt, ist unsere Gesellschaft in Deutschland jetzt so aggressiv geworden?

00:07:24: Ich habe recherchiert.

00:07:26: Achtundfünfzig.

00:07:27: Mondbillionen aus München vom Markus.

00:07:30: Das sind viele Ems.

00:07:31: Ist das jetzt Söderchens Mondfahrt oder ist das eine brillante Investition in die Zukunft?

00:07:36: Der bayerische Ministerpräsident fördert eine Mundkontrollstation in Oberpfaffenrufen.

00:07:42: Sechzig, Super Bowl.

00:07:44: Sechzig, alle Diskussionen drum herum und die verrücktesten Zahlen.

00:07:47: Hundertfünfzig, das zweitälteste Sport-Event Amerikas hat gerade Jubiläum gefeiert, die Westminster Kennel Club Dog Show.

00:07:55: Ich bin sehr gespannt, was Martin davon hält.

00:07:57: Und?

00:07:58: Ein sehr ernstes, aber wie ich finde, perfektes Thema für uns beide heute.

00:08:02: Sechsmal.

00:08:03: Warum wir in Zukunft netter zu unseren Tierärztinnen und Tierärzten sein sollten.

00:08:07: Veterinäre haben eine sechsmal höhere Selbstmordgefährdung als die Gesamtgesellschaft.

00:08:12: Warum?

00:08:13: Wir gehen rein.

00:08:15: Martin, dreißig.

00:08:17: Die nächsten Sätze habe ich einfach blank von deiner Homepage geklaut, weil ich sie super finde.

00:08:22: Er ist der Dogfather.

00:08:24: Er ist der Hundeskanzler.

00:08:25: Der Mann für alle Fälle.

00:08:27: Mit E geschrieben natürlich.

00:08:29: Martin Rütter.

00:08:29: Und jetzt ist er da, um Abschied zu nehmen.

00:08:31: Du hörst auf.

00:08:32: Schluss aus, heißt die Tour.

00:08:34: Tickets gibt's ab jetzt.

00:08:35: Und ich frage dich, was machst du am neunzwanzigsten vierten zwei tausend achtundzwanzig?

00:08:40: Äh,

00:08:40: heulen.

00:08:41: So viel kann ich jetzt schon sagen.

00:08:42: Ich bin ja grundsätzlich kein Geheimnis, der wirklich sehr nah am Wasser gebaut hat.

00:08:47: Also ich bin sehr schnell gerührt, also ich bin jetzt nicht so jemand aus Angstweinen, aus Traurigkeit, sondern ich bin sehr schnell gerührt und ich werde große Wehmut haben, weil dieses, ich beende das jetzt, bedeutet ja nicht, dass ich gar nichts mehr mache, ich mache nur die Tournee nicht mehr.

00:09:05: ziemlich sicher Fernsehen weitermachen, die Hundeschulen laufen weit, haben Tierschutz eingegründet.

00:09:09: Also das Thema Tier oder das Thema Hund bleibt natürlich total präsent.

00:09:14: Aber ich habe jetzt drei, vier, fünf Jahre über das Thema nachgedacht.

00:09:18: Und immer wenn ich so mit Freunden gesprochen habe, mit Familie, haben alle immer gesagt, du kannst jetzt auch so tun, als wenn du aufhörst, das kaufen wir dir nicht ab.

00:09:26: Weil das so ein Spaß ist, das ist ja die längste Klassenfahrt der Welt.

00:09:30: Also es ist ja... Wirklich, es ist viel Arbeit, aber es ist vor allen Dingen ein Riesenspaß und machen wir uns nichts vor, ein Riesenprivileg.

00:09:38: Aber ich hab so zwei, drei Themen.

00:09:43: Ich will nicht in den Zustand geraten, dass die Leute irgendwann sagen, das war mal echt cool, aber jetzt geht so.

00:09:51: Und das ist so ein Thema.

00:09:53: und das zweite Thema ist, ich hab bisher alles, was ich in meinem Leben halbwegs erfolgreich gemacht habe, auf dem Peak beendet.

00:10:02: Immer dann, wenn es am besten lief, also als ich der Hunde-Profi war, bin ich ja zu den Leuten nach Hause gefahren.

00:10:08: Und ich habe auf dem absoluten Peak des Koten-Highlights bei Vox und RTL einen Termin gemacht.

00:10:13: Und die dachten, okay, der wird jetzt ein Knete falschen.

00:10:16: Und darum ging es gar nicht, sondern es ging darum zu sagen, ich möchte das nicht mehr.

00:10:20: Ich finde es viel cooler, wenn meine Trainer das machen, weil Im Hintergrund haben die Trainer immer gearbeitet, die haben die Fälle immer begleitet.

00:10:26: Und jetzt möchte ich die nach vorne schieben und ich will es eigentlich nur von außen coachen.

00:10:30: Und das hat sich richtig gut angefühlt, das in der Phase zu machen.

00:10:32: Und so ist es auch bei der Tour.

00:10:33: Die Tour ist wirklich gut besucht und das war auch nicht schwer jetzt ein neues Programm zu schreiben.

00:10:39: Es ist plusart wirklich aus mir raus.

00:10:41: Aber ich finde es einfach immer schade, wenn Leute irgendwas kaputt spielen.

00:10:46: Und wir haben ja jetzt, sag ich mal, mit Rab und Gottschalk und so wirklich sehr prominente Beispiele.

00:10:53: Und Stefan ist da echt ein großes Beispiel, finde ich.

00:10:56: Ich hab mich, ich weiß nicht, wie es dir ging, aber ich hab doof gefreut, als du siehst, der kommt zurück.

00:11:00: Ich hab diese ganze Woche lang gedacht, das ist das Event des Jahrzehnts, dachte ich.

00:11:06: Ja, genau.

00:11:06: Und dann hab ich, ich hab Inga Leschek, also der Geschäftsführer von Vox, von der ACL eine lange Nachricht geschrieben, gesagt, ich find das so toll und ich drück so die Daumen und mega ist, dass ich freu mich wie Blöde und so.

00:11:19: Und jetzt sitze ich dann und sage, ja, es funktioniert einfach nicht mehr.

00:11:22: Es hat sich nicht weiterentwickelt und es hat sich nicht mitentwickelt und so.

00:11:27: Und man hat auch so ein bisschen das Gefühl, dass auch bei Stefan sehr schnell die Euphorie raus war.

00:11:32: Und das ist so schade.

00:11:33: Und jedes Mal, wenn was Neues jetzt kommt, jetzt kommt die nächste neue Show mit ihm, sitze ich wieder da und denke, lass es funktionieren, bitte lass es gut werden.

00:11:42: Weil ich wirklich das schön fände, weil er ist... Der Typ hat Fernsehgeschichte geschrieben.

00:11:47: Was hat der für Nummern gebracht, die sensationell sind?

00:11:50: Und wie geil war das alles?

00:11:52: Und das ist das, was ich nicht erleben will.

00:11:54: Dass man dir quasi so ein bisschen sagt, naja, Martin, äh, Ärzte machen, ne?

00:12:00: Genau.

00:12:00: Das wäre natürlich wirklich schlimm vor allem, wenn man... Und das Interessante ist, das haben wir ja bei Formel-Einzel-Piloten dann auch gesagt, warum geht er nicht nochmal?

00:12:08: Und der hat doch jetzt gewonnen, da müsste er doch gerade, ich finde so Intelligenz zu sein und zu wissen, jetzt komme ich mit einem richtig geilen Rückenwind in die nächste Stufe, ist der größte Mut, den man haben kann.

00:12:18: Hattest du diesen Mut schon immer?

00:12:20: Nee,

00:12:20: also bei dem Thema schon gar nicht, weil ich totale Angst davor hatte.

00:12:26: Also totale Angst und es hat ja auch lang gedauert.

00:12:29: Also also vor fünf Jahren war ich mal kurz davor und ich habe mich nicht getraut.

00:12:33: Und es war auch noch so dieses Jahr und dann, bei manchen denn eigentlich.

00:12:37: Aber ich glaube, dass die Gründung des Tierschutzvereines eine große Rolle gespielt hat, weil der Fokus darauf jetzt so liegt.

00:12:44: Das heißt, ich höre ja nicht auf mit Tour und sage, was mache ich denn jetzt eigentlich?

00:12:49: Weil ich habe ja wirklich viel Energie und viel Lust, auch Sachen zu machen und so.

00:12:53: Aber den Mut hatte ich nicht.

00:12:54: Und ich hatte den vor allen Dingen als junger Mensch.

00:12:57: Ich war immer mutig, meine Meinung zu sagen, ich war immer mutig.

00:13:01: und leidenschaftlich für Dinge zu kämpfen, aber ich war nie ehrlich und mutig mit mir selbst.

00:13:07: Ich hab zum Beispiel mich nie hundert Prozent angeschränkt bei Sachen, weil ich Angst davor hatte, wenn ich alles gebe und es schaff, ich schaff es nicht, muss ich mir eingestehen, es hat mich gereicht.

00:13:19: Das war zum Beispiel beim Fußball ganz krass immer, wenn ich irgendwo vorspielen sollte.

00:13:23: Also so nach dem Motto, dann kommt ja mal jemand und sagt, hey, der hat ein bisschen Talent, spiel mal hier, komm mal zum Probetraining.

00:13:29: Mit zwölf, dreizehn, vierzehn auf jeden Fall erst mal für ne Stunde zu spät zum Training.

00:13:34: Ganz bewusst?

00:13:36: Schon mal direkt angeeckt.

00:13:37: Schon mal direkt Starlöhrn.

00:13:40: Dann war schon klar, ich habe mir sofort in Sekunde eins.

00:13:43: Ich hatte immer einen guten Blick für Gruppendynamik.

00:13:46: Wer hat hier was zu sagen, wer nicht?

00:13:47: Wer spielt ne große Rolle in der Mannschaft?

00:13:49: Wer ist hier der Scheich und wer nicht?

00:13:51: und sofort direkt mit dem Besten der Mannschaft angelegt.

00:13:53: Erst mal dauerte eine Sekunde, kriegte der von mir ein Ball durch die Beine geschoben, war sofort Palaver.

00:13:59: Aber auch, wenn der Trainer dann sagte, so, jetzt Vollgas beim Sprinten, jetzt wirklich Vollgas, immer nur halbgar.

00:14:07: Und das führte natürlich auch immer dazu, dass ich sofort an Grenzen kam.

00:14:10: Also, dass sofort klar war, ja, Probetraining Nummer eins zu zwei, braucht er nicht mehr kommen, der hat es einfach nicht.

00:14:15: Und dann ging ich da weg mit so einem Schwunzeln und sagte, ach, wenn ich mir nicht nur gewollt hätte.

00:14:20: Und letztlich war es die Angst davor, dass ich nicht reiche, dass ich nicht gut genug bin und dass ich so wie ich als Fußballer, als Mensch, wirklich als Mensch bin, dass das nicht reicht und nicht zu Liebe führen kann, nicht zu Aufmerksamkeit, zu Anerkennung, also bei meinen Konstrukt.

00:14:45: Sei immer flapsig, sei immer im Zweifel der Kasper.

00:14:48: Und damit bin ich eigentlich ganz gut gefahren, bis ich dreißig war, würde ich sagen.

00:14:53: Das ist lustig.

00:14:55: Also, wir können ja offen rechnen.

00:14:56: Ich finde das ja ganz toll, dass du so aufmachst bzw.

00:14:58: dass du offen und ehrlich sagst.

00:15:00: Ich entdecke so viele Parallelen, weil ich glaube, in den Medien landen dann Leute, die vielleicht andere Optionen hatten, sich aber vor allem auch nicht entscheiden können für eine lange Zeit oder aus einem zu großen Potpourri an Optionen, sagen wir mal, machen wir hier, machen wir da und dann eben aus dieser Du hast fast schon Notlage heraus, ich will es jetzt nicht überspitzen, zu sagen, aber ich bin dann guter Gastgeber, weil ich habe ja viele Interessen, genau wie du.

00:15:25: Du machst ja nicht an der nur Hunde Erziehung, du bist ja Entertainer, du bist ja sowieso Con-Francais im Fall der Fälle für Abende und wirst ja auch für andere Themen gesucht.

00:15:34: Wusstest du, dass du mit dieser verbotenen WG, die ich am Eingangs angesprochen habe, wusstest du da, du gehst einen besonderen Weg, warst du immer so Renitent, du hast ja mit deinem Hund damals in einem Studentenwohnzimmer gelebt und es war stark verboten.

00:15:46: Ja, absolut.

00:15:47: Also Renitenz ist bei uns in der Familie tatsächlich ja Überlebensstrategie gewesen.

00:15:52: Also ich hab ne sechs Jahre ältere Schwester.

00:15:55: Astrid und wir sind wirklich ganz, ganz eng.

00:15:57: Also wirklich extrem eng.

00:15:59: Ich bin null esoterisch oder sowas.

00:16:01: Aber ich hab so Momente und sie auch, dass ich im Auto sitze und denke, irgendwas ist doch mit ihr.

00:16:05: Ruf sie an und sagt, geht's gut und es geht ihr nicht gut in dem Moment.

00:16:08: Und wir spüren uns wirklich sehr.

00:16:10: Und das hat wirklich stark mit unserem Eltern auszutun, weil ... unsere Eltern als Eltern nicht so geeignet waren.

00:16:16: Also die haben, mein Vater war achtzehn, neunzehn, als er Vater wurde.

00:16:21: Meine Mutter war vierundzwanzig und die waren so mit sich beschäftigt, dass die nie in der Lage gewesen wären, gute Eltern zu sein.

00:16:28: Und bei meinem Vater war das so, der war so ein, also wenn mein Vater stirbt, da wären dreitausend Leute zur Beerdigung kommen, weil der als Kumpel eine Eins mit Hundert Sternchen ist.

00:16:36: Als Vater war der das aber nie.

00:16:39: Der hat sich also nicht eingebracht.

00:16:40: Also wenn Wenn bei uns die Balken sich bogen, da ging er zum Fußballtraining und kam stark alkoholisiert wieder nach Hause in guter Lorne.

00:16:47: Und meine Mutter war eine sehr hysterische, starke, walttätige Person.

00:16:53: Und dadurch mussten meine Schwester und ich sehr eng zusammenrücken, aufzumucken und sich zu wehren und anders zu sein, war also wirklich wichtig in unserer Kindheit und sehr, sehr, sehr wichtig.

00:17:08: so früh eigenständig zu sein oder so.

00:17:10: Also ab da, wo ich zehn elf war, da hätte niemand mehr gekocht oder mal Wäsche gewaschen oder irgendwas in der Art.

00:17:16: Oder ich bin mit vierzehn Mal für fünf Tage abgehauen nach Mainland, weil ich mir einen Fußballstadion angucken wollte.

00:17:22: Das haben die erst gemerkt, als ich wieder da war.

00:17:23: Also heute würde da zwanzigmal das Jugendamt stehen.

00:17:27: Also das heißt, so aufzumucken und zu sagen, ich muss für meine Bedürfnisse kämpfen, war total ausgeprägt.

00:17:34: Aber es war halt nicht ausgeprägt, dass mal jemand sagt, Das, was du da machst, ist eigentlich ganz cool.

00:17:39: Ich sag ja ein Beispiel, mein Vater meinte das nicht böse und ich hab total Frieden mit denen.

00:17:44: Da war so ein, weiß ich, Kreisbokal-Blabla-End-Spiel.

00:17:47: Also überhaupt nichts Bedeutsames, aber für mich als zwölf, dreizehnjähriger war das Bedeutsam.

00:17:52: Und mein Vater guckte sich das Spiel an, der guckte selten Spiele.

00:17:56: Da war der irgendwie zufällig da.

00:17:58: Und wir lagen zweitzeit eins zu zero zurück.

00:18:01: Und in der zweiten Zeit gewannen wir vier eins, ich schoss aus Versehen vier Tore.

00:18:05: Und kam nach Hause.

00:18:06: und fragt und wie fandet so?

00:18:08: und seine antwort war wie ist denn ausgegangen?

00:18:10: ich bin zur halbzeit gegangen.

00:18:12: jetzt stimmte nicht.

00:18:13: es stimmte natürlich nicht.

00:18:14: er fand das.

00:18:15: er meinte das auch nicht böse sondern er er fand das lustig.

00:18:19: das war seine art humor aber du wünschte natürlich als zehn zwölf dreizehn vierzehnjähriger ein bisschen anerkennen und hat bei einer sagt das war cool natürlich gut wird er da gemacht das oder so?

00:18:31: und ich glaube dass viele dinge die so in meinem leben passiert sind Dadurch gekommen sind, dass wir extrem früh selbstständig sein mussten.

00:18:38: Ist das auf die Bühne zu gehen, war das dein, ich möchte auch gesehen werden für den, der ich bin?

00:18:44: Ja, kennst du irgendjemand, der auf eine Bühne geht, der nicht eine absolute Schraube weckert?

00:18:49: Also jeder, der auf eine Bühne geht, verarbeitet da etwas.

00:18:52: Jeder.

00:18:53: Ich kenne viel, die auf eine Bühne gehen und jeder hat da seine Baustellen.

00:18:57: und natürlich ist es auch ein Anerkanntsein wollen und ein... gewertschätzt wollen und das ist total selbsterklärend.

00:19:09: In meinem Fall war es aber so, also erstmal ja.

00:19:14: Und in

00:19:14: meinem Fall war es aber so, dass das ja nicht angefangen hat mit Bühne, sondern ich habe Unterricht gegeben, ich habe Vorträge gehalten und irgendwann kam jemand, der sich mit Bühne auskannte.

00:19:25: Ich habe zu der Zeit so in völliger Eigenregie, drei, vierhundert Leute im Schnitt als Zuschauer gehabt.

00:19:30: Und da gab es keine Tournee-Veranstaltter, kein gar nix, ein Kumpel von ich.

00:19:33: Wir sind einfach losgeladet und irgendwann sprach sich das so rum.

00:19:36: Zu Anfang waren mal drei Leute, dann waren es mal drei, ist ja irgendwann wozu mehr.

00:19:39: Und dann kam Michael Giersemehl, damals wichtige Person bei RTL.

00:19:43: Und kam immer in diese, er nannte das Shows.

00:19:47: Ich, für mich war das ein Fachvortrag.

00:19:49: Also der hat sich Vorträge von mir angehört über Verhaltenstörungen, über Ängste, über Aggression.

00:19:54: Und sagte immer, Junge, das ist ne Bühnenschow.

00:19:58: Und das Wort alleine hat mich so abgeturned und so ba, hau ab, ey.

00:20:06: Das war für mich ein absoluter Abturn.

00:20:08: Und dann ist der ein Jahr lang.

00:20:09: Weil er dir die Fachkompetenz abgesprochen hat mit dem Label, oder warum?

00:20:12: Ja, ich

00:20:14: hab immer gesagt, ich bin hier nicht der Böhnenkasper, ich bin ein Experte.

00:20:17: Ich hab ja zu der Zeit und auch heute noch, ich halte Vorträger an Universitäten und, äh, Bilde Tierärzte und Fallensbiologen aus an dem Tag und, also... Es ist wirklich, für mich war das so, nee, also den Stempel wird es nicht haben.

00:20:34: Und das war ziemlich viel Überzeugungsarbeit von ihm zu sagen, Adam Bourne war ein Bühnenbild, dann gibt es Musik und das war für mich alles um Gottes Willen sein, die er mir scheuert.

00:20:44: Und dann hat mich die neue Idee getrieben und das war natürlich eine super richtige Entscheidung.

00:20:49: Ja, zum Glück hat er das gemacht.

00:20:51: Ich gratuliere dir zu einer faszinenden Karriere und wünsche dir jetzt schon, also erst mal wünsche ich allen Menschen, die noch ein Ticket haben wollen, einen schnellen Finger, dass sie jetzt mal die Maus bewegen und sich jetzt schon mal Karten sichern.

00:21:00: Am siebenundzwanzigsten, vierten, zweitausend, achtundzwanzig.

00:21:04: Nee, am achtundzwanzigsten hast du die letzte Show.

00:21:06: Am achtundzwanzigsten, vierten, zweitausend, achtundzwanzig.

00:21:08: Wie krass einfach.

00:21:09: Ja,

00:21:09: aber es sind bis dahin noch hundertzwanzig Termine.

00:21:12: Also ist noch ein bisschen Zeit.

00:21:15: Ein Abschied auf Raten.

00:21:16: Ja.

00:21:19: Ein ernstes Thema, das ich mit dir gerne besprechen möchte, weil Menschen auf Bühnen vor allem verstehen müssen, wie Gesellschaften funktionieren.

00:21:26: Das ist eine Nachricht, die mich fassungslos macht und da bin ich nun weiß Gottlich alleine.

00:21:30: Der Vorfall hat sich ja schon am Montag geeignet, bei Landstuhl im Kreis Kaiserslautern.

00:21:35: Ein dreißigjähriger Supergleiter wird im wahrsten Sinne des Wortes, das wissen wir leider jetzt, zur Tode geprügelt, weil er jemanden kontrolliert hat.

00:21:42: Serkan C ist Familienvater, Zweifacher.

00:21:45: Er ist auf eine Gruppe von vier Personen gestoßen und hat festgestellt, einer von denen hat kein Ticket und hat ihn dann so sagen ist Zeugen ruhig und deeskalierend aufgefordert, bitte den Zug zu verlassen.

00:21:57: Der Mann hat allerdings dann gesagt, ich greife den jetzt völlig unvermittelt an mit massiver Brutalität.

00:22:02: Und die Staatsanwaltschaft hat jetzt nach der Obduktion mitgeteilt, dass das Opfer durch heftige Faustschläge eine Hirnblutung erlitten hat und daran jetzt gestorben ist.

00:22:11: Er hinterlässt eine Frau mit zwei Söhnen im Alter von elf und dreizehn.

00:22:15: Das kann ich nicht fassen.

00:22:17: Und meine subjektive Wahrnehmung ist, sind wir jetzt so verrot, ist es so aggressiv geworden, sind wir aggressiver geworden.

00:22:26: Sagt auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft übrigens, ist ein furchtbarer Ausdruck einer lange, einer seit Langem steigenden Aggressivität.

00:22:33: Erlebst du das so auch in unserer Gesellschaft?

00:22:36: Also zunächst mal, das was ich so lese, zeigt immer ziemlich deutlich, dass die zum Beispiel Jugendkriminalität nicht zugenommen hat.

00:22:45: Also die Studien sagen eindeutig, also wir haben nicht dieses Wachstum, was wir so wahrnehmen.

00:22:51: Weil natürlich ist ja völlig klar, wenn dieser Vorfall jetzt, ich bin neunzehnt-siebzig geboren, wenn er neunzehnt-siebzig passiert werde, dann wäre das vielleicht auch in der Tagesschau gewesen, sehr wahrscheinlich aber eher nicht.

00:23:05: Und das heißt, es wäre also eine Lokalpresse Nachricht gewesen.

00:23:11: Heute ist es aber so natürlich, dass du im Social-Media-Bereich und im medialen Bereich rund um die Uhr damit beschalt wirst.

00:23:19: Also von daher, ich befürchte, dass es sowas immer gab, aber was ich aber erlebe und das ist ja total dramatisch, was du erzählst.

00:23:27: Allein der Gedanke, dass Kinder mit elf und dreizehn ja sehr bewusst wahrnehmen, was da passiert ist und deren Leben ist genau jetzt ein völlig anderes als zuvor.

00:23:38: Und das ist das, was mich so bedrückt für die Frauen natürlich genau das gleiche Mitgefühl.

00:23:43: Aber was ich wahrnehme ist, als ich ein Jugendlicher war, ich bin in einem sozialen Brennpunkt aufgewachsen und ich komme aus dem Ruhrbord und du wusstest, wenn du am Freitagabend da und dahin gehst, könnte passieren, dass du auf die Schnauze, wenn du Urselklappe hast.

00:23:59: Aber du wusstest auch, wenn du da und dahin gehst, wird das ziemlich sicher nicht passieren.

00:24:04: Was ich so erlebe und das erlebe ich auf Tournee, das erlebe ich, weil ich mich ja öffentlich total frei bewege.

00:24:11: Du wirst genauso auch ganz normal zum Bäcker latschen und in die Bahn steigen und du bist alles genauso machen.

00:24:17: Und da laufen wir ja schon mit sehr wachen Augen rum.

00:24:19: Das geht dir genauso, weil jemand, der den Beruf macht, den du machst, du bist ein Beobachter im Alltag.

00:24:24: Du guckst hin und du nimmst Dinge wahr und du hast Antennen.

00:24:27: Und das habe ich eben auch.

00:24:28: Und da erlebe ich schon, dass die Zündschnur an vielen Stellen sehr kurz ist.

00:24:33: Und was ich vor allen Dingen erlebe, ist, dass die Hemmung, Obrigkeiten gegenüber platzig zu werden, deutlich größer geworden ist.

00:24:42: Also wir haben in Duisburg einen Stadtteil Maxloh, da ist die Marschrute der Polizei, wir steigen nicht mehr aus dem Auto aus.

00:24:48: Da kommt Tony Bauer her, der Comedian, der Kollege.

00:24:50: Ja, ich

00:24:50: weiß.

00:24:51: Und genau, ich kenne das.

00:24:53: Also, das ist zum einen eine Kindheit.

00:24:56: Also, ich kenne das da alles sehr gut.

00:24:58: Und gerade in diesem Maxloh ... war früher, als ich im Kind war, unsere Lieblings-Eisdiele.

00:25:03: Da konnte man sogar mal ein Eis essen gehen.

00:25:05: Und natürlich war da schon eine Ruffe gegen so, aber da musste jetzt nicht Angst haben rund um die Uhr.

00:25:12: Und ich finde so diese Bilder, die wir sehen, wie am Frankfurter Bahnhof fünfzig Leute auf dem Auto, auf dem Polizeiauto rumhüpfen, schon sehr krass.

00:25:21: Und ich finde schon sehr, sehr krass, dass da jetzt in so einer Situation ein Kontrolleur mal angeschnaut wird und die Politesse bepöbelt wird.

00:25:31: Ziemlich sicher auch in meiner Kindheit.

00:25:33: Aber so ein Gewaltexzess, den finde ich schon hart.

00:25:38: Und ich weiß nicht, ob das sociologisch richtig ist, was ich sage, aber ich wünsche mir an der Stelle einfach frühere Repressalien.

00:25:46: Also es kann ja nicht sein, dass wir, wenn wir Videos haben von fünfzig Menschen, die auf dem Autorum hüpfen, auf dem Polizeiautorum hüpfen, dass wir die nicht alle zack, zack, zack, mal einmal rausfinden und sagen, pass auf Leute, übrigens, das ist die Sanktion.

00:25:58: Wenn alle fünfzig, die da gehüpft wären, Ich sag mal, jeder von denen hätte dreihunderttausend Euro Steuern hinterzogen.

00:26:05: Ich bin mir relativ sicher, wir wüssten, wo die wohnen und der Staat hätte die Möglichkeit, die rauszufischen.

00:26:11: Und das ist das, was mich ärgert.

00:26:12: Das ärgert mich in Fußballstadion, wo du sagst, hey, eigentlich ist ein Fußballstadion ein Partyort.

00:26:18: Ich lebe in Köln und das ist wirklich geil, aber es gibt immer fünfzig Bescheuerte.

00:26:23: Und warum lässt man

00:26:24: das... Ja, du wirst von der Rakete beschossen im Familienblock, ist auch scheiße, ne?

00:26:26: Genau, und

00:26:27: warum lässt man das zu?

00:26:28: Es gäbe Möglichkeiten und das ist das, was ich irgendwie ein bisschen heftig finde.

00:26:32: Du hast zwei Sachen gleich eingangs gesagt, die ich wirklich beeindruckend finde, weil sie sich genau mit der Forschung decken.

00:26:37: Ich meine, Auftrag hier im Podcast ist ja ein bisschen abzuschweifen.

00:26:40: Wir nehmen die Meldung und wollen uns dann bewaffnen für den Dialog danach, für die Diskussion.

00:26:44: Und da habe ich mich gefragt, was sagen denn jetzt gerade Soziologie und Kriminologie?

00:26:48: Also was sagen objektive Zahlen und was ist die subjektive Wahrnehmung, also unser Gefühl?

00:26:53: Eine Sache hast du gleich am Anfang gesagt, und das ist exakt so, wissenschaftlich belegt ist, dass unsere Wahrnehmung von Aggression gestiegen ist.

00:27:00: Das hat natürlich zwei Gründe.

00:27:02: Einmal den Smartphone-Effekt.

00:27:03: Früher war so eine Pöbelei im Bus, in der letzten Reihe war eine lokale Anekdote, hat der Reif wieder auf die Fresse gekriegt oder so.

00:27:10: Und heute landet so ein Video innerhalb von Minuten bei Millionen von Menschen auf dem Bildschirm.

00:27:14: Das suggeriert natürlich eine gewisse Allgegenwertigkeit von Gewalt.

00:27:18: Macht diese Tat bei Casas Dautern übrigens über Null, Null anders?

00:27:21: oder bewertet das?

00:27:22: Nein, natürlich nicht.

00:27:23: Das muss man dazu natürlich sagen.

00:27:25: Und wir haben in der Gesellschaft einen Verlust von Pufferzonen habe ich gelesen.

00:27:29: Soziologen wie zum Beispiel Andreas Reckwitz habe ich gefunden, beschreiben eine Gesellschaft der Singularitäten.

00:27:34: Das heißt... Jedes Individuum sagt, meine Bedürfnisse gehen hier über alles und andere können mal gucken, wo sie bleiben.

00:27:40: Und wenn diese Bedürfnisse dann nicht gedeckt werden, also zum Beispiel Pünktlichkeit der Bahn oder ich muss hier ein Ticket zahlen, wo kommen wir denn dahin, dann wird diese Frustration sofort und ungefiltert nach außen getragen.

00:27:52: Das ist das eine und auf der anderen Seite haben wir und das hast du auch völlig richtig gesagt.

00:27:57: Kriminalstatistiken, die nicht zwingend belegen, dass wir bei ganz schweren Sachen schlimmer laufen.

00:28:03: Also Morde und schwere Körperverletzungen sind in westlichen Gesellschaft tendenziell eher gesunken, über Jahrzehnte hinweg.

00:28:09: Das, was es aber gibt, was zugenommen hat, sind Delikte im Bereich von Beleidigungen, Nötigungen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

00:28:16: Und da sind natürlich oder da ist Bahnpersonal und Rettungskräfte so der erste Blitzableiter, bei dem ich mich immer frage, warum denn die armen Schweine, die wollen, dass wir... Also, der macht seinen Job und gerade irgendwie bei Polizei, gut Polizei, noch ein bisschen was anderes, aber Rettungskräfte.

00:28:32: Die wollen Leben retten und die werden dann beschossen, bepöbelt, angespuckt, das geht alles nicht.

00:28:37: Und das ist das, was wir tatsächlich erleben, ist so etwas wie eine Erosion der sozialen Kontrolle, kann man sagen.

00:28:43: weil die Aggression im öffentlichen Raum nicht mehr so geächtet wird.

00:28:46: In Japan zum Beispiel, im Shinkansen, versuchen wir da einen Schnellzug zu pöbeln.

00:28:51: Da hast du sofort Gesichtsverlust, weil die ganze Gesellschaft das echtet.

00:28:55: Sofort echtet, was du da machst.

00:28:57: Bei uns heißt es dann eher so, ja, da sagt man einer seine Meinung.

00:29:00: Und rein wissenschaftlich, das letzte Wort dazu, wir sind eine Gereizteidsgesellschaft geworden.

00:29:06: Also Gewalt ist eher so punktueller und unvorhersehbarer.

00:29:10: Nicht so Kriminalität an sich, sondern der fehlende, respektvollen Umgangs, würde ich sagen.

00:29:14: Aber du hast was Schönes gesagt.

00:29:16: Weil wenn du sagst, in anderen Gesellschaften wird das geächtet, sag ich ein Beispiel beim Sport.

00:29:22: Wenn du in England Schauspieler bist beim Fußball, wirst du gefault, aber nicht so richtig und wälzt dich da hundertmal, bist du von den eigenen Fans geächtet.

00:29:31: Ja.

00:29:32: Die eigenen Fans sagen, was ist das denn für ein Typ?

00:29:35: In Deutschland wird sich fünfhundertmal gerollt, umgekullert.

00:29:38: und hast du nicht gesehen?

00:29:39: und ich war ... Jetzt in den letzten Wochen ja ein großer Handball-Fan hat mir die Handball-AM angeguckt.

00:29:44: Und jetzt mal dir mal aus, wie die körperlich miteinander umgehen, was da ein geraufer und gerangel ist.

00:29:49: Und danach wird sofort abgeklatscht und weiter.

00:29:51: Beim Fußball jeder Schubser wird sofort theatralisch kommentiert, weil es ein gelernter Prozess ist.

00:29:57: Beim Handball wird gelernt, ja, wir paddeln da auch mal ordentlich rein, gehört aber einfach dazu.

00:30:02: Wenn aber da über die Strenge geschlagen wird, einer schlägt dem anderen an die Nase ein, Dann wird er auch sofort geächtet und gesagt, nee, nee, das nicht.

00:30:10: Am Trikuzin festhalten, da gehört alles dazu.

00:30:12: Aber es geht mit einem gewissen Respekt.

00:30:14: Es gibt eine Kleinigkeit, die ich dabei im Handball immer so schön finde.

00:30:19: Egal wie der Stand ist, egal wie der Spielstand ist.

00:30:22: Da kommt ein neuer Spieler aus Feld, der noch nicht auf dem Feld war.

00:30:25: Der kriegt den Ball von der gegnerischen Mannschaft kurz zugeworfen.

00:30:28: Dass der einmal den Ball so in der Hand hatte, mal ein bisschen Harz anfingern und wirft den wieder zurück und dann geht das Spiel weiter.

00:30:34: Also das ist so eine winzige Geste, die aber sehr viel über diesen Sportsakt und auch sehr viel über diese Sportler sagt.

00:30:40: Versuch mal beim Rock B. den Schiedsrichter zu kritisieren.

00:30:45: Da ist aber die Hürde los.

00:30:47: Und Rugby sind ja wirkliche Übermaschinen.

00:30:49: Die sind ja nun größer, breiter, stärker als jeder andere Sportler, als den ich jens mal wahrgenommen habe.

00:30:53: Wenn du da auch eine halbes Widerwort Richtung Empire hast, also Schiedsrichter, dann kriegst du aber einen Stand-Pauker, als ob Papa dir als sechsjähriger gesagt hat, jetzt räumst du mal dein Zimmer auf, mein Freund.

00:31:03: Und gut

00:31:03: so.

00:31:04: Und gut so.

00:31:05: Das ist total wichtig.

00:31:07: weil eben genau das so dieser respektvolle Umgang es gab.

00:31:10: Ich meine, es war ein Osnabrück, dritte Liga, bin mir nicht ganz sicher.

00:31:14: Da gab es im Stadion irgendwie so Nazi-Pöbellein, Affengeräusche, das ganz widerlichste Klassische.

00:31:22: Und das ganze Stadion hat gesungen, Nazis raus, Nazis raus.

00:31:25: Und innerhalb dieses Blockes haben die Leute sich von den Leuten weggestellt und die standen plötzlich zu dritt alleine da.

00:31:31: Ein mega Bild einfach, dass da eine Gruppe von Menschen sagt, hey, ganz ehrlich, ja, Wir freuen unsere Mannschaft an, aber das wollen wir gar nicht.

00:31:40: Und deshalb ist da ne Gesellschaft gefragt und jetzt wird's ja interessant.

00:31:44: Wenn du dich positionierst als einzelne Person, ist es ja nicht so ganz einfach.

00:31:49: Das kennst du, das kenn ich.

00:31:50: Wenn ich ein Post mache und sage, hey, AfD, ich verstehe so viele Sachen nicht, kriege ich natürlich auch Pöbelein.

00:31:57: Ich halte die aber gut aus, weil ich einfach sehr mit Marsch in der Butter sitze, ist mir völlig egal.

00:32:03: Aber trotzdem erlebe ich schon, dass Menschen, die vielleicht etwas weniger privilegiert sind, sich dreimal überlegen, sage ich jetzt was, sage ich es jetzt nicht, was ist hier eigentlich los?

00:32:17: Also deshalb, und jetzt meine ich wirklich ernst, was ich sage, ich finde, dass Politik da vorne rangehen muss.

00:32:23: Es geht ja eigentlich nicht, dass im Bundestag die großen demokratischen Parteien derart pöbelig miteinander umgehen, dass man damit den Rechten im Grunde den Wind unter die Flügel bläst, die dürfen diskutieren und die dürfen streiten.

00:32:40: Aber die müssen einen Grundkonsetz zum Thema Demokratie haben.

00:32:43: Und das passiert gerade nicht.

00:32:45: Und da glaube ich schon, dass das ein riesen Problem ist.

00:32:47: Ich voll bei dir.

00:32:48: Apropos Politik.

00:32:51: Achtundfünfzig.

00:32:52: Achtundfünfzig Millionen.

00:32:54: Wenn es nach der Bayerischen Staatsregierung geht, liegt die Zukunft auf dem Mond.

00:32:58: In Oberpfaffenhofen bei München hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder einen Förderbescheid über stolze Achtundfünfzig Millionen Euro übergeben.

00:33:08: Das Geld fließt direkt in den Aufbau des neuen Europäischen Mondkontrollzentrums.

00:33:13: Ja, jetzt die Frage, brauchen wir ein bayerisches Justen oder ist das nur ein teures Prestigeobjekt oder ist das mehr?

00:33:19: Jetzt habe ich dich gefragt, weil du bist ja nicht nur Mensch auf der Bühne, du bist Unternehmer und du bist Arbeitgeber.

00:33:26: Und wir haben gerade jetzt in der Politik sehr viele, sagen wir mal, Investitionsideen.

00:33:31: Wir nehmen viel Schulden auf, das nehmen wir dann Sondervermögen, dass das nicht jeder rafft.

00:33:35: Und wir haben solche Ideen.

00:33:36: Was hältst du grundsätzlich von dieser Idee?

00:33:39: Also ich sag mal, bei Söder erwischt er mich ja sowieso auf den falschen Fuß.

00:33:43: Also wirklich ein schönes Beispiel, wenn jemand völlig frei dreht.

00:33:47: Also da sieht man ja sehr, also vielleicht... das meine ich wirklich ernst, vielleicht kommt ja auch irgendwann eine Diagnose, wo man also sagt, also deshalb bin ich vorsichtig, das meine ich wirklich ernst, also vielleicht kommt irgendwann eine Diagnose und das ist nicht zynisch und nicht satirisch gemeint, vielleicht kommt irgendwann eine Diagnose, dass da irgendwas also wirklich nicht gesund ist, das meine ich wirklich richtig ernst, weil man sieht ja, dass er derart frei dreht und losgelöst ist von allem gesunden Menschenverstand.

00:34:16: und deshalb glaube ich, dass das ein bisschen damit zu tun hat, Wenn man kein Umfeld hat, wo jemand einmal spiegelt.

00:34:23: Also ich hab wirklich Menschen um mich herum, auch in meinem Beruf und privat, die mich von Kindertagen an kennen und die auch mal sagen, Martin, das ist nicht schlau, was du da jetzt machst.

00:34:32: Also das ist irgendwie daneben und willst du das wirklich?

00:34:36: und weiß ich nicht.

00:34:37: Also zuletzt mein Sohn.

00:34:38: Ich hab im Podcast etwas gesagt und dann rief mich mein Einzwanziger Sohn an unser Papa.

00:34:44: Ich verstehe, was du sagen wolltest, aber du musst dir schon bewusst sein, dass du eine ziemlich öffentliche Wucht hast.

00:34:49: Da kannst du so nicht formulieren.

00:34:50: Er konnte voll verstehen, was er gesagt hat.

00:34:53: Ich hatte ihn darum gebeten, ob er als Gast in den Podcast kommt und dass wir im Podcast nochmal darüber reden, weil ich das super fand.

00:35:00: Will aber nicht, hat keinen Lust auf so was.

00:35:02: Aber du brauchst so Leute.

00:35:03: Und bei Söder habe ich das Gefühl, dass um ihn herum niemand mehr ist, der sagt, pass auf, Markus.

00:35:08: Sätze wie... Endlich kommt der schwarze Metzger und die Tofu-Tümelei von den Grünen.

00:35:14: Das ist derart schlicht und populistisch und auch nicht besonders intelligent.

00:35:19: Das hilft der Sache nicht.

00:35:21: Ich hab das Gefühl, dass es dann schwierig wird, also dieses Bavaria-Won.

00:35:25: Wenn ein Politiker meint, sich selbst mit dem Gesicht auf einen Logo pressen zu lassen, dann ist für mich die Grenze überschritten.

00:35:34: Das sollen ja Projekte für die Gesellschaft sein und nicht für dein Gesicht als Politiker.

00:35:40: In den meisten Fällen ist es weltweit hart in die Hose gegangen, wenn man anfängt, Politiker an Wände zu malen oder eine Statue auf dem Marktplatz zu stellen.

00:35:48: Absolut.

00:35:49: Aber in diesem Fall hätte er vielleicht tatsächlich ein Argument, dass das eine gute Investition ist, nur das.

00:35:53: nochmal ganz kurze Information.

00:35:55: In Oberpfaffenhofen ist ja heute schon das Herz der europäischen ISS-Kontrolle.

00:35:59: Das Problem ist, diese Raumstation nähert sich so langsam dem Verfeilstatum, die zukünftes Atem ist.

00:36:05: Das ist ein riesiges Programm der NASA und der ESA, also Amerika und Europa zusammen.

00:36:09: Und die wollen die Leute nicht nur zum Mond bringen, die sollen da auch dauerhaft angesiedelt werden.

00:36:12: Also quasi Büro auf dem Mond.

00:36:16: Und da kommt Bayern ins Spiel.

00:36:17: Das neue Zentrum wird die Schaltstelle für das Luna Gateway.

00:36:22: Also quasi das europäische Wohnmodul wird da jetzt quasi überwacht.

00:36:26: Und wenn die dann demnächst Kaffee kochen auf dem Mond, dann läuft das alles über bayerische Server.

00:36:30: Dann könnte man ja sagen, dass diese Achtundfünfzig Millionen, ja ein gutes.

00:36:34: Invest-Währen in Hightech-Arbeitsplätze, das sagen jedenfalls die Pro-Augumente.

00:36:38: Und ohne Daten aus dem All, gäbe es auch keinen modernen Klimaschutz.

00:36:43: Und Innovationssprünge würden wir hier in Deutschland verpassen.

00:36:47: Ist das ein gutes Argument oder ist das an der Nase herbeigezogen?

00:36:50: Als sagen wir mal so.

00:36:51: Ich bin ja sowieso immer sehr, sehr vorsichtig, wenn jemand mit Innovationen kommt, das zu verurteilen.

00:36:56: Überleg mal, man hat früher Leute auf den Scheidhaufen geworfen, die gesagt haben, Leute, die Erde ist keine Scheibe.

00:37:01: Ich meine, heute hat man welche in Dschungelkäpen sitzen, die sagen, die Erde ist eine Scheibe.

00:37:05: Aber

00:37:07: ich ... Ich finde ja erstmal in Forschung zu investieren und so.

00:37:10: Ich finde das nicht falsch.

00:37:12: Ich kann das auch in detaillierter nicht behaupten und nicht beurteilen.

00:37:16: Aber bei Markus Söder habe ich sofort im Kopf, was hat er vor?

00:37:18: Will er auf dem Mond einen McDonalds eröffnen?

00:37:20: Was hat er vor?

00:37:22: Und ich habe inzwischen zu dieser Person so wenig Vertrauen, dass ich immer sofort denke, da ist da irgendeine Seilschaft, die da irgendwie eine Rolle spielt.

00:37:31: Und wenn das der Fall ist, Dann wird es natürlich dünn.

00:37:34: Da muss ich mich hinterfragen.

00:37:35: Also ich muss mich fragen, Martin, hast du dich jetzt auf diesen Typen so eingeschossen, dass du nicht mehr sehen kannst, wenn er was Kluges sagt?

00:37:43: Das frage ich auch.

00:37:44: Das frage ich.

00:37:44: Und da rede ich auch mit vielen, vielen Leuten darüber, die auch aus einer ganz anderen Babel sind als ich.

00:37:49: Das ist in meinem Umfeld sowieso so, dass wir sehr, sehr divers sind.

00:37:53: Also politisch,

00:37:54: beruflich.

00:37:56: Das ist wirklich sehr bunt gemischt bei uns.

00:37:59: Meine Kinder haben auch sehr unterschiedliche berufliche Wege uns, sind da ganz ganz unterschiedlich unterwegs.

00:38:07: Aber ich finde, in der heutigen Zeit zu sagen, ja wir investieren in achtundfünfzig Millionen, weil wir wollen da ja vielleicht dauerhaft Leute auf dem Mond siedeln.

00:38:17: Da hört sich schon erstmal sehr, sehr skurril an.

00:38:19: Sehr.

00:38:20: Ja, das ist es irgendwie auch.

00:38:27: Touchdowns, Tacos und Trump-Duelle ungefähr so.

00:38:30: Am Sonntag steigt der Super Bowl LX, also sechzig, der Jubiläums Bowl.

00:38:35: Der spaltet die Sportwelt und hält auch die Politik aktuell in Atem.

00:38:39: Das Levi Stadium in Santa Clara wird zum Epizentrum der Welt.

00:38:43: Auf dem Rasen stehen dann die Seattle Seahawks, haben wir uns mal gehört hat, und die New England Patriots, die kämpfen dann um den Titel.

00:38:50: Aber so anders brodelt es richtig.

00:38:53: Wie sehr nimmt dich das mit, Martin?

00:38:54: Guckst du da drauf, hast du da Bock drauf?

00:38:57: Also, ich bin ja sehr, sehr Fußball-Affin und gehe nicht zu Public Viewing, weil es mich unfassbar nervt, dass in dem Moment bei WM und EM alle Leute im Fußballfieber sind, aber fünfundneunis Prozent auf der Fanmeile gar nicht verstehen, was da passiert.

00:39:16: Du sprichst mir aus dem Herzen.

00:39:18: So, und zu denen gehöre ich auf der anderen Seite beim Super Bowl.

00:39:23: Ich bin

00:39:23: also die Nervensegel, die sich nachts das Finale anguckt.

00:39:27: Alle anderen Spiele interessieren mich null, null.

00:39:31: Ich lass mich rudimentär von meinem Neffen, der viel und tief im Thema ist, einmal kurz abholen.

00:39:36: Wer ist wer, warum ist der Favorit?

00:39:39: Dann wird mir wieder erklärt, das ist wie Schachspielen und so hochkomplex.

00:39:43: Kapier ich alles gar nicht.

00:39:44: Das ist so, ich gucke ein Event und mehr ist es für mich nicht.

00:39:48: Und deshalb ist es ja auch so, dass es sich ja in Deutschland diese Sportart ja im Prinzip, also so eine der engsten Freunde meines Sohnes spielt in der Bundesliga und dadurch kriege ich immer so ein paar Sachen mit und wird dann mal so in Nationalkader berufen.

00:40:03: Also ich kenne das so ein bisschen, aber in Deutschland hat es diese Sportart wirklich sehr, sehr schwer und deshalb fand ich auch ganz gut, dass RTL gesagt, da kommen wir trauen uns mal rechte.

00:40:14: zu holen pro sieben hat das ja eine ganze zeit lang gemacht hat.

00:40:16: Wollte

00:40:16: ich gerade sagen, da muss ja meine Jungs verteidigen.

00:40:18: Die haben es ja nach Deutschland geholt.

00:40:20: Total.

00:40:21: Und war ja im

00:40:21: Sport.

00:40:22: Halleluja.

00:40:23: Ja, die Top-Events, die sind dann erfolgreich von der Krote, aber wenn dann vor unten ein Spiel ist, das interessiert ja wirklich niemanden.

00:40:30: Weil

00:40:30: wir aber auch schon die beste Sportart haben weltweit mit Fußball.

00:40:33: Und ich glaube, es liegt manchmal sogar daran, und da würde ich niemanden von Karren jetzt kacken oder sowas, die wirklich sich begeistern für diese Sportart, denn ich finde es auch super spannend.

00:40:43: Aber wenn Leute ein Argument brauchen, warum man das nicht guckt, ist das mein absoluter Lieblingsfaktor, und zwar die Zahl elf.

00:40:49: Eine Studie des Wall Street Journal hat herausgefunden, dass man in einer typischen Übertragung von einem NFL- also Football-Spiel insgesamt die Cheerleader und Trainer genauso viel und genauso oft sieht wie den eigentlichen Spielbetrieb.

00:41:03: Es ist nämlich statistisch belegt, in einem durchschnittlichen NFL-Spiel, das inklusive Werbepausenunterbrechung über drei Stunden gerne dauert, ist der Ball tatsächlich nur Elf Minuten

00:41:13: Bewegung.

00:41:14: Immerhin.

00:41:14: Elf,

00:41:15: Martin.

00:41:16: Ich hätte elf Minuten schon viel weniger gedacht, ehrlich gesagt.

00:41:19: Unfassbar.

00:41:20: Das stimmt.

00:41:21: Und genau das ist es auch.

00:41:22: Ich glaube, man muss das Spiel tiefer verstehen, um eine Leidenschaft zu entwickeln.

00:41:27: Weil ich glaube tatsächlich, dass extrem strategisch ist.

00:41:30: Ein sehr, sehr extrem strategisches Spiel.

00:41:33: Das ist Schach aber auch.

00:41:35: Und das schaffe ich auch nicht vier Stunden am Stück.

00:41:38: Und das fand ich zum Beispiel... Das finde ich beim Basketball total toll.

00:41:42: Das finde ich beim Handball wirklich geil.

00:41:45: Die Dynamik, die nächste Aktion und die nächste Aktion und die nächste Aktion.

00:41:49: Deshalb würde ich zum Beispiel beim Fußball eine Sache krass verändern.

00:41:53: Ich würde den Einwurf nicht mehr einwerfen lassen, sondern einschießen.

00:41:57: Es gibt für mich keinen Grund, warum es einen Einwurf gibt.

00:42:01: Die ganze Zeit sind die Hände da tabu.

00:42:03: Jetzt werfe ich aber ein.

00:42:05: Und jetzt üben wir immer Leute, lange Einwürfe zu machen.

00:42:07: Jetzt überleg mal, wie das Spiel sich verändert.

00:42:10: Wenn zehn, fünfzehn Meter hinter der Mittellinie ist ein Wurf und jetzt kann der Eckenspezialist von da das Ding einschießen.

00:42:18: Was meinst du, was da für ein Tempo reinkommt und

00:42:20: klingt spektakulär?

00:42:21: Und wenn das wie beim Feldhockey wäre, dass in der Sekunde, wo der Ball aus ist, sofort einer auf der Linie liegt und jemand kann schon direkt aus der Bewegung des Dinges weiter schießen, das wäre schon eine andere Dynamik.

00:42:32: Ist auch kontraintuitiv.

00:42:33: Das Spiel heißt Fußball und es wird eingeworfen.

00:42:36: Was?

00:42:36: Kontraintuitiv.

00:42:37: Total.

00:42:38: Und aber auch da wieder.

00:42:39: Traditionelle Sportarten tun sich schwer mit Veränderungen.

00:42:42: Ich habe vor kurzem mir das WM-Finale-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firmware-Firm.

00:42:59: Untergang des Abendlandes und keine Ahnung.

00:43:02: Und das hat das Spiel deutlich beschleunigt.

00:43:05: Ja, stimmt, das ist richtig.

00:43:06: Man sollte nicht jede Regel, die die UEFA und die FIFA gerade vorschlagen, die ja meist auf was im Bewerb, diese Verletzungs- oder Trinkpausen, die sind natürlich nur für Werbesponsor, das sind wir beide, ist eine absolute Unverschämtheit, wollen wir gar nicht haben.

00:43:18: Das meist diskutierte Thema jetzt zum Super Bowl ist lustigerweise auch gar nicht der Sport, worum es da eigentlich gehen sollte, sondern natürlich die Haftime-Show.

00:43:27: Wie viele Songs kannst du mir jetzt sofort von Bad Bunny nennen?

00:43:30: Keinen einzigen.

00:43:32: Aber ich könnte auch, jetzt muss ich wirklich zu meiner Schande gestehen, ich gehe viel auf Konzerte.

00:43:36: Ich höre mir wirklich wahnsinnig viel Konzerte an.

00:43:39: Aber es gibt ganz wenig Künstler, wo ich mehr als drei Lieder sagen könnte.

00:43:42: Nicht weil man sie nicht kennt, sondern weil ich sie nicht kenne.

00:43:45: Es, tatsächlich, schreibt dieser Mann absolute Geschichte, die über Wochen schon, der puertorikanische Megastar ist der erste, rein spanisch-sprechende Solo-Künstler auf dieser Bühne.

00:43:55: Da wird

00:43:55: der Trump doch verrückt.

00:43:56: Ja, da wird der Halb, das ist ja das Absurde, in Amerika werden ja gerade alle verrückt.

00:44:00: Es gibt ja sogar eine Gegenveranstaltung.

00:44:02: Eine Gegenveranstaltung, weil die große Kritik von den ganzen, weiß ich nicht, Bewahrern, ich kann es nicht anders erklären.

00:44:10: Die sagen ja, Moment mal, ein Künstler, der fast nur spanisch singt, der ist ja unamerikanisch.

00:44:15: Und das

00:44:15: geht beim Fußball natürlich gar nicht.

00:44:18: Und jetzt gibt es eine Gegenveranstaltung, die läuft und die heißt und die wird von Turning Point USA gemacht und heißt Achtung, es könnte nicht peinlicher sein.

00:44:26: The All American Halftime Show mit natürlich Kid Rock.

00:44:30: Oh Gott.

00:44:32: Mit dem Titel Glaube Familie Freiheit.

00:44:35: Das ist ein Kulturkampf zur Primetime.

00:44:37: Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun, oder?

00:44:39: Es

00:44:39: ist peinlich.

00:44:40: Es ist richtig peinlich.

00:44:42: Das Schlimme ist nur, dass ich solche Dinge inzwischen auch in Deutschland für mich halte.

00:44:46: Also es ist schon wahnsinnig peinlich.

00:44:49: Und da ist das Thema.

00:44:49: ja, weißt du, ich lebe in Köln und um mich herum ist also wirklich die diverseste Bubble.

00:44:56: überhaupt.

00:44:58: Und deshalb zuckt's mich immer, wenn ich solche Sachen höre.

00:45:01: Und da sind wir eigentlich bei dem Thema Gewalt.

00:45:04: und wie geht man um?

00:45:05: und eigentlich muss man Leute, die im Kontrolleur bepöbeln, echten, kann ich mich an eine Situation erinnern.

00:45:10: Da war mein ältester Sohn, der Marvin ist, ist sechsundzwanzig.

00:45:14: Da war der fünf Jahre alt.

00:45:15: Da kam er aus seinem Kinderzimmer mit seinem Freund Philipp.

00:45:19: Beide haben gelacht und beide haben sich gegenseitig ausgeladet.

00:45:23: Und der.

00:45:23: Und der Philipp hat unter Tränen lachend erzählt, ha, ha, ist einundzwanzig Jahre her.

00:45:28: Der Marvin denkt, zwei Männer können heiraten, ha, ha, ha.

00:45:33: Und der Marvin hat gedacht, ha, ha, der Philipp denkt, zwei Männer können nicht heiraten.

00:45:36: Also, man sieht also zwei extrem unterschiedlich sozialisierte Kinder, die aus dem gleichen Dorf kommen, die aber ein sehr unterschiedliches Umfeld haben.

00:45:46: Um uns herum war immer Homosexualität völlig normal und völlig ... absolut nicht erwähnenswert in dem Sinne.

00:45:55: Und so ist es ja vielleicht jetzt auch da, dass es für die texanische Landbevölkerung der Untergang des Abendlandes ist, dass ein spanisch sprechender Mensch beim Super Bowl singt und in New York wird es keinen Jucken wahrscheinlich.

00:46:08: Es

00:46:08: ist so wichtig und ich glaube, wenn wir einst nicht vergessen dürfen, Sichtbarkeit ist das wichtigste in der heutigen Welt.

00:46:14: Und wenn die alle schreien, das ist unamerikanisch, dann dürfte ich folgende Fakten mal kurz zur Seite stellen.

00:46:19: Puerto Rico ist amerikanisches Territorium.

00:46:22: Also gehörts in den USA ist kein Bundesstaat, aber es ist offizielles Territorium und alle Puerto Ricaner sind seit nineteenhundertsehnten US-Staatsbürger.

00:46:31: Punkt.

00:46:32: Die haben US-Pässe, nutzen Dollar als Währung, unterliegen dem US-Bundesrecht und die können sich frei bewegen, ohne eingeschränkt in die USA rein und raus.

00:46:40: Das heißt, sie sind US-amerikanische Staatsbürger.

00:46:43: Das können die weißen Kartoffeln dann scheiße finden, aber de facto gehört das dazu.

00:46:47: Und die haben in Puerto Rico trotzdem das Gefühl, Menschen zweiter Klasse zu sein, weil sie eben spanisch-sprechend nicht wahrgenommen werden.

00:46:55: Und jetzt kommt der, und das ist das Wichtige, der erfolgreichste Künstler der Welt.

00:47:00: Das muss man aber dazusagen.

00:47:02: Der erfolgreichste Künstler der Welt muss sich jetzt erklären, warum er überhaupt nur angefragt wird, vielleicht auf der größten Einzelsportversammlung überhaupt auftreten zu dürfen.

00:47:12: Das ist doch absolut bizarr.

00:47:13: Peinlich ist das.

00:47:14: Das ist total peinlich.

00:47:15: Und du hast vorhin eine Sache gesagt, Dass wir so eine aufregige Gesellschaft sind, weil jeder nur noch seine Dinge sieht.

00:47:22: Und das große Ganze nicht mehr betrachtet.

00:47:25: Ich hatte in Dresden, auf Tour, gehe ich ja immer am Ende des Shoraus oder Bilder machen und so weiter.

00:47:31: Und komme mit den Leuten ins Plaudern.

00:47:33: Und Plauderte auch gerne, weil ich oft ja in den Städten auch so ein Gefühl für die Stadt, für die Region kriege und so weiter.

00:47:40: Und ich hatte... Das war bei dem Programm Nachsitzen und da bin ich das ganze Alphabet durchgegangen und hab zu jedem Buchstaben eine Geschichte erzählt.

00:47:48: Und der Buchstabe R war R wie Rassismus.

00:47:51: Und hab da erklärt, dass wenn man Hunde rassen, nur unter ihres Gleichen lässt, dass die Rassisten werden.

00:47:59: Also wenn ich jetzt hingehe und hab einen Labrador, der die ersten dreizehn, vierzehn Wochen nur in der Labrador-Spielgruppe ist, dann kann der ... einen Dalmatiner, einen Mops, einen Bernadiner nicht gut einschätzen.

00:48:12: Es ist extrem wichtig, dass die alle Erscheinungsbilder und Verhaltensmuster kennenlernen, weil die schon frühkindlich unterschiedliche Muster zeigen.

00:48:19: Also ein goldene Trieber spielt mit zehn Wochen ganz anders als ein Gekrasselterrier.

00:48:24: Und erklär das auf der Bühne und hab das natürlich als plumpem Aufhänger genutzt, um zu erklären, Leute, ich bin im Robot aufgewachsen und In meiner Klasse waren immer Türken, Italiener, Araber.

00:48:38: Ich kannte das nicht anders.

00:48:39: Ich hab beim Fußball die Jungs gehabt und so weiter und so fort.

00:48:42: Ich hab keinen Stress damit.

00:48:43: Aber wenn man eben in irgendeinem Dorf in einem Tal aufgewachsen ist und man kannte nur die eigene Familie, dann ist das vielleicht auch bedrohlich, wenn man mal jemand sieht mit einer anderen Hautfarbe oder sonst was.

00:48:55: Und das meine ich wirklich ernst.

00:48:59: Das war zu der Zeit, als die Pegida aufmärsche waren.

00:49:02: Hm.

00:49:03: Da war nicht nur gute Laune in der Halle, als ich das erzählt habe.

00:49:07: So,

00:49:07: dann gehe ich nach der Show raus, komme mit den Leuten so ins Quatschen und dann, so beim Signieren, sind so drei, fünf Leute da.

00:49:13: Und dann sage ich, ey, was war hier nicht los?

00:49:14: Warum war da so bedrückendes Stimmung gerade, als wir über Rassismus geredet haben?

00:49:18: Und er kann ein junger Maten und sagt zu mir, boah, danke, dass du das mal angesprochen hast, aber stell dir bitte Folgendes vor.

00:49:24: Wir sind hier in Familien entzweit.

00:49:27: Wir haben jeder von uns hat so einen Doof-Kopf.

00:49:30: in der Familie und wir wollen dieses Thema privat kaum noch besprechen.

00:49:35: Wir wollen unsere Familien zum Thema Rassismus und Politik nicht entzweien.

00:49:37: Er spricht das aus, kommt ein anderer, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht, Ich habe keine Verwandtschaft gehabt in der DDR.

00:50:02: Und ich habe keinen echten Bezug dazu gehabt, als ich ein Kind war.

00:50:07: Ich habe als die Mauer viel, da war ich neunzehn Jahre alt, geweint.

00:50:12: Weil ich es so beklemmend fand, dass Leute dahinter einer Mauer eingesperrt sind, da rüber gucken können.

00:50:17: Ich war als Fünfzehnjähriger mit der Schule in Ostberlin und fand das wirklich schrecklich.

00:50:22: Und ich war richtig so, boah, wow und toll.

00:50:26: Und sag, schau mal.

00:50:27: Ganz ehrlich, viele aus dem Osten waren auch Wirtschaftsflüchtlinge.

00:50:33: Und die hatten eine Chance, sich jetzt neu zu entwickeln.

00:50:36: Und es kann noch nicht richtig sein, dass wir immer noch nach so langer Zeit sagen, die Aussies und die Wessis, das doch bescheuert alles.

00:50:43: Und gerade ihr müsst doch Verständnis haben, wenn jemand so sozialisiert ist, dass jemand anderer sagt, ich bin unterdrückt worden, ich durfte meine Meinung nicht sagen, ich muss raus aus diesem Land.

00:50:54: Der Vater von dem wurde immer kleiner.

00:50:56: immer kleiner.

00:50:57: Ja, weil er es selber erlebt hat.

00:50:59: Genau.

00:51:00: Und es war ein super Gespräch.

00:51:01: Es war ein ganz schönes Gespräch, weil der Vater mischte sich dann ein, der Sohn.

00:51:05: Und es war ein ganz, das war ein gutes Gespräch.

00:51:07: Und wir sind auch nicht... Und

00:51:08: das ist doch der Beweis.

00:51:09: Und das ist doch der Beweis.

00:51:10: Und das finde ich so toll, dass du es gemacht hast.

00:51:12: Nicht die Angst vor dem Dialog.

00:51:13: Das kostet immer Mühe.

00:51:14: Das kostet immer Energie.

00:51:16: Das ist immer irgendwo auch belastend, weil man sich selber begründen muss.

00:51:19: Man muss erstmal die Gemüter wieder runterkochen.

00:51:21: Aber bitte, bitte, bitte, das flehe ich ja immer, wenn ich... Also ich finde das ja großartig, dass du es genauso siehst.

00:51:26: Wenn wir verlieren, die Bereitschaft miteinander zu reden und wirklich an den wichtigen Sachen zu besprechen und benennen, was ist und daraus eine gemeinschaftliche Situation, eine Lösung zu finden, die eben nicht voller Hass ist, voller Ablehnung, sondern eine Lösung einer Gemeinschaft hat, dann ist es gut.

00:51:43: Aber wenn wir das jetzt verlieren, diese Dynamik, dass wir miteinander reden.

00:51:46: Genau.

00:51:46: Guck mal, im Iran ... verreckten die Menschen gerade Reihenweise, weil sie sich auflegen gegen ein Regime, das sie abschlachtet auf der Straße.

00:51:55: Wir sollten in Deutschland heute, das ist meine wirklich ernstge- also meine feste Meinung, ich war neun, als die Mauer gefallen ist, Baujahr achtzig, genau zehn Jahre Unterschied von uns.

00:52:03: Und selbst ich hab damals gerafft, dass hier was ganz Besonderes.

00:52:06: Warum sind wir in Deutschland heute nicht heute immer noch stolz darauf, dass wir die einzige, die einzige friedliche Revolution der Neuzart geschafft haben?

00:52:15: Überleg mal, die haben gedacht, die werden erschossen.

00:52:17: Nein!

00:52:17: Das war friedlich und wir haben es geschafft, Demokratie in zwei Länder zu bringen.

00:52:21: Ich habe gerade Gänsehaut und bin sehr berührt, weil du ein Wort gesagt hast, wir.

00:52:26: Ja, natürlich.

00:52:27: Du hast gesagt, wir haben das geschafft.

00:52:30: Und wir sind aber immer noch in dem Zustand.

00:52:32: Ach, die Aussies, die Vessis.

00:52:36: Und na klar, gibt's kulturelle...

00:52:37: Hab ich noch nie so gesehen.

00:52:38: Genau.

00:52:39: Natürlich gibt's kulturelle Unterschiede.

00:52:40: Ein Kind, das in Köln aufgewachsen ist, ist anders sozialisiert als ein Kind, das in... Oberpfaffen hoffen aufgewachsen ist.

00:52:47: natürlich.

00:52:48: trotzdem ist es ein wir und du sagst wir haben diese friedliche revolution geschaut und das ist ein super schöner spruch und ein super schöner satz und ich finde das wichtig dass man das immer wieder kapiert und immer wieder reflektiert und ich bin da voller erfurcht.

00:53:06: vor Menschen, die damals auf eine Straße gegangen sind und gesagt haben, ich traue mich das.

00:53:10: Ich habe den Mut und ich habe auch die Verzweiflung und die Wut in mir, so nicht weiterleben zu wollen.

00:53:15: Und wenn die Menschen, die das erlebt haben, die müssen doch empört sein, wenn jemand fremdenfeindlich ist, sind sie aber oft nicht, weil sie eingetrichtert bekommen, wenn wir hier Menschen helfen, die in Gefahr sind, dann kritisiert das Dein oder gefährdet das Deinen Wohlstand.

00:53:37: Und auch da wieder sehr, sehr interessant Thema Steuern.

00:53:42: Ich finde auch nicht so richtig geil, dass die Hälfte meines Geldes an den Start geht.

00:53:46: Ich finde aber sehr geil, dass ich in diesem Start leben kann.

00:53:48: Und ich genieße das sehr, dass ich zum Amt gehen kann und kriege einen neuen Personalus weiß.

00:53:52: Ich muss da niemanden bestechen und ich muss da nicht irgendwie rumdiskutieren.

00:53:56: Ich bin sehr froh, dass wir ein Sozialstaat sind und ich bin sehr froh.

00:54:00: Ich habe wahnsinnig viel Glück gehabt.

00:54:01: Mein Leben hätte ganz anders verlaufen können.

00:54:03: Ganz.

00:54:03: Ich habe viele Momente in meinem Leben gehabt, wo ich hätte ganz falsch abbieten können.

00:54:07: Und da finde ich schon sehr geil, dass man solche Leute dann auffangen kann.

00:54:11: Und deshalb, wenn dann immer Leute zu mir sagen, ja, ja, als wenn du gut finden würdest, wenn du mehr stören, ist das ganz ehrlich.

00:54:18: Ich wäre fein damit, wenn ich in meiner privilegierten Wohlstandssituation vor mir aus drei oder fünf Prozent mehr Steuern zahle, ganz ehrlich, ich würde keinen Stress damit haben.

00:54:28: Wird das völlig in Ordnung, das eine der Gründe, warum ich privat wirklich viel Geld in gute Zeck geblase, weil ich ein hohes Bewusstsein dafür habe, wie gut es mir geht und dass ich, wenn mir fünf Prozent fehlen, ich es echt nicht merken würde, aber jemand, der schon

00:54:45: wenig

00:54:46: Geld hat, fünf Prozent ne Katastrophe ist.

00:54:48: Es ist ja eigentlich im Grunde absurd, dass jemand, der vierzig Jahre in unserer Gesellschaft gearbeitet hat, Friseur, Friseurin war an der Kasse irgendwo gesessen hat, dass der am Ende des Tages am Existenzminimum sich quält.

00:55:03: Menschen mit Mitte, Ende siebzig Flaschenfand sammeln, damit sie sich einen Alltag finanzieren.

00:55:07: Wir sollten uns als Land schämen.

00:55:10: Total.

00:55:10: Und gleichzeitig interessant, ich applaudiere dir für deine Aussage.

00:55:14: Ich applaudiere dir.

00:55:15: Gleichzeitig haben wir aber auch mit die größte Milliardärsdichte der Welt in diesem wundervollen Land.

00:55:21: Und da kann man schon mal fragen, warum es nicht eine Transaktionsbesteuerung gibt.

00:55:24: Wenn das Geld mehr arbeitet als Arbeit selbst.

00:55:27: Wenn man aus Besitz mehr verdient als durch Arbeit selbst.

00:55:31: Da sollten wir schon noch mal ran gehen, dass wir auch gucken, dass die, die wirklich richtig viel Geld haben, das auch nicht so schlimm finden, wenn man der Gesellschaft was zurückbringt.

00:55:38: Das ist meine Fünfzent dazu.

00:55:40: Und

00:55:40: ich kann dir sagen, dass ich mir sind eine Menge durch meinen Beruf, eine Menge sehr wohlhabende Menschen begegnet.

00:55:47: Und

00:55:47: die meisten,

00:55:48: die ich kennengelernt habe, die geben echt viel Knete aus für gute Zwecke.

00:55:54: Und die hätten auch wenig Stress damit, statt eins Komm acht Milliarden zu besitzen.

00:55:59: Achtzehundert Millionen zu besitzen, muss ich dir wirklich sagen.

00:56:02: Aber auch da, jetzt kommt mein kleines Aber.

00:56:06: Ich gebe gerne die... Übrigens, ich bin kein Milliardär, damit dir kein falscher Haino entsteht.

00:56:10: Also, ich würd's aber nehmen.

00:56:13: Neunhundertneunzig

00:56:13: Millionen.

00:56:14: Genau.

00:56:15: Ich halte es immer so knapp darunter.

00:56:16: Nee, aber natürlich willst du trotzdem auch... Willst du trotzdem auch... Ein Gefühl dafür haben, was passiert da eigentlich mit meiner Kohle?

00:56:24: Ja, absolut.

00:56:24: Und mir geht es auch gar nicht um eine Neidebatte, ne?

00:56:26: Ja, sowieso nicht.

00:56:27: Mir

00:56:27: geht es

00:56:28: nur darum, ab wann es pervers wird.

00:56:30: Und ich finde, ich glaube, Elon Musk hat jetzt irgendwie achthundertfünfzig Milliarden oder was?

00:56:36: Ja.

00:56:36: Wovon reden wir hier?

00:56:37: Ja.

00:56:38: Das ist pervers und das ist mit nichts begründbar und sollte überhaupt nicht stattfinden.

00:56:43: Egal wie clever ein, wie clever einer ist, das darf nicht sein.

00:56:46: Das ist ein sehr komplexes Thema.

00:56:48: Thema Selbstständigkeit ist in Deutschland nicht ganz einfach.

00:56:50: Es wird sehr verkompliziert, wenn du hier in Deutschland eine eigene, wenn du ein Gründer bist.

00:56:55: Das ist in anderen Ländern ein bisschen anders.

00:56:58: Das heißt, auf eine Art habe ich wenig entgegenkommene Staates erlebt oder erlebe ich sehr wenig entgegenkommen in meiner Selbstständigkeit.

00:57:05: Andererseits bekomme ich Privilegien als Selbstständiger, die einen Angestellter nicht hat.

00:57:12: Ich habe vor kurzem einen Bericht gelesen, dass wenn du jetzt oder anders.

00:57:17: Mein Stiefvater, feiner Mensch, super Typ, hat mein Leben sehr bereichert, hat immer fleißig gearbeitet, hat im Laufe der Zeit Geld gespart und sich eine Eigentumswohnung gekauft.

00:57:30: Die Gewinne daraus besteuert der ganz normal.

00:57:33: Wenn du mehr als dreihundert Wohneinheiten besitzt, ist der Steuersatz dafür... nach unten.

00:57:41: und das erklärt mir bitte, dass jemand der sagt, ich brauche irgendwie eine Rücklage für meine Rente, ich stecke alles in sowas rein und ich gucke, wie kann ich das lösen?

00:57:51: Zeitmehrsteuer

00:57:53: als

00:57:53: ein Mensch, der drei Hundert Wohleinheiten besitzt.

00:57:57: und das ist das, was die Leute aufregt.

00:57:59: und das ist das, was auch nicht gerecht ist.

00:58:01: und das hat ein bisschen damit zu tun, dass Menschen wie Friedrich Merz als Beispiel jetzt sehr weit weg sind von normalen Bürgern.

00:58:10: Und sehr wenig Gespür dafür haben.

00:58:13: Als Friedrich Merz gesagt hat, ja, also Kriegsflüchtlinge, Ukraine, sind ja auch viele Sozialtouristen dabei.

00:58:21: Zu der Zeit haben wir Frauen und Kinder aufgenommen aus der Ukraine.

00:58:24: Und ich war sehr nah dran an dem Thema.

00:58:26: Ich hatte eine Wut, die kannst du dir nicht vorstellen.

00:58:28: Und ich hätte den sehr gerne mal an Arsch und Kragen gepackt und gesagt, pass mal auf, wo der kleine Theo, vier Jahre alt, der jetzt hier sitzt.

00:58:33: Der Flüchtenmuster, wo der herkommt, da fährst du jetzt mal eine Woche hin und dann wünscht ihr viel Spaß.

00:58:38: Und dann guckst aber mal, dass du mal alleine da durchkommst.

00:58:40: Und dann erzählst du mir noch mal einen von Sozialterror.

00:58:42: Was

00:58:42: mich wütend macht, ist, dass du das nicht unbedacht sagst.

00:58:44: Der sagt das ja nicht unbedacht und kann... Und der kassiert das dann am Ende.

00:58:47: Ja, da bin ich falsch verstanden worden.

00:58:49: Nein.

00:58:49: Wenn

00:58:49: du so einen Ballon losfliegen lässt, dann fliegt er genauso hoch, wie du das vorher einkalkuliert hast.

00:58:53: Genau.

00:58:54: Der ist doch zu clever, um sich so zu verplappern.

00:58:56: Das glaubst du, ich halt denn für total doof.

00:58:59: Naja, das... Das...

00:59:01: Für mich ist das ein Einfallspinsel.

00:59:02: Wie

00:59:03: ich den finde, ist jetzt erst mal zweitrangig, aber ich hab den ja selber auf einem Gespräch erlebt.

00:59:09: Und wenn ich eins gemerkt habe ist, der wusste ganz genau, wann er was sagt und was er nicht sagt.

00:59:16: Und der war sich damals schon relativ sicher, das wird hier gut, ich muss jetzt nur noch die Füße beisammenhalten und nicht mehr großquatsch reden, dann werde ich da wohl schon gewählt.

00:59:23: Darauf will ich hinaus, ob das gut oder schlecht ist.

00:59:25: Und ich positioniere mich jetzt nicht zwingend

00:59:27: auf der Pro-CDU-Seite.

00:59:28: Nein, ich hab damit, also ich finde, von der Hause aus hab ich auch ein paar mal schon gesagt, bin ich ja eigentlich eine rote Socke und Sozialdemokrat.

00:59:35: Ob das jetzt gerade ... eine gute Zeit für Sozialdemokraten ist, sei auch mal dahingestellt.

00:59:40: Aber ich werfe den Politikern vor, dass solche Sätze nicht durch Zufall kommen.

00:59:45: Die sind berechnend und die sind dann im Fall der Fälle Fies berechnend.

00:59:47: Und das werfe ich vor und das finde ich nicht in Ordnung.

00:59:50: Was ja auch interessant ist, als ich ein Kind war, war irgendwie klar, Papa ist Arbeiter, der wählt SPD, Opa hat eine Metzgerei, wahrscheinlich wählt der CDU.

01:00:01: Es war irgendwie so klar positioniert, ich kann mich wirklich an so schöne Momente erinnern, wie meine Oma, Bundestagsdiskussionen verfolgt hat und wehner und wer auch immer stehen sich an.

01:00:11: und danach war auch wieder gut.

01:00:13: es war so klar definiert

01:00:15: ja

01:00:15: und heute ist glaube ich auch ein problem dass die leute ja so eine klarheit suchen und und so wissen so wer steht eigentlich hier für was und und und dass das nicht mehr so richtig greifbar ist das glaube ich macht der menschen schwer

01:00:31: Glaub ich total.

01:00:33: Früher habe ich als Kind, habe ich mich gerade die Jungs noch mal daran erinnert, ich habe eine Bundestags-Wahl wie im Fußballspiel gesehen.

01:00:39: Ich war Fan von der SPD und wenn die vorne waren, habe ich gejubelt, als hätten die gerade das Drei-Zwei-Herr-Nachspielzeit gemacht.

01:00:45: Das ist kein Witz, habe ich mich gerade noch mal drüber nachgedacht und war wirklich, ich klebte vor diesem Balkendiagramm und dachte, ja jetzt hier

01:00:52: und so.

01:00:53: Diese Begeisterung ist natürlich mit dem Alter ein bisschen flöten gegangen.

01:00:57: Aber das zu erleben, ist total spannend.

01:01:00: Aber guck mal, hat ja mit deiner Sozialisierung zu tun.

01:01:03: Wenn du

01:01:03: aus einem Kumpel kommst, wärst du jetzt aus einem Umfeld gekommen, wo der Vater keine Ahnung, Sacha hat Investmentbänker gewesen wäre, wäre das anders.

01:01:12: Ich hätte den gelben Polunder angehabt, wie gesagt.

01:01:13: FDP, FDP.

01:01:15: Hatt ich aber nicht, hatte ihr eine rote Socke am Hals.

01:01:18: Ich hab noch zwei Themen.

01:01:18: Können wir die noch machen oder bist du auf dem Sprung?

01:01:20: Ich bin absolut nicht auf dem Sprung.

01:01:22: Geil!

01:01:22: Hundertfünfzig.

01:01:25: Jetzt bin ich wirklich gespannt, Martin.

01:01:26: Das große Finale des einhundertfünfzigsten Jubiläums war am Dienstag, am dritten Februar, und zwar im Madison Square Garden in New York.

01:01:39: Das ist, das mag man gar nicht glauben, die zweitälteste, kontinuierlich durchgeführte Sportvereinstattung der USA.

01:01:46: Nur das Kentucky Derby mit dem Pferden ist zwei Jahre älter.

01:01:49: Und es ist mehr als nur ein schöner Zettbewerb für Hunde.

01:01:52: Ein Sieg gilt hier als Oscar der Hundewelt.

01:01:56: Bevor wir jetzt auf diesen grünen Teppich gehen und uns angucken, wie absurd das da läuft, was hältst du von der ganzen Nummer?

01:02:02: Also ist natürlich ein absolutes Peresitäten-Kabinett und wahrscheinlich eine der weltweit größten Veranstaltungen, die zum schlimmsten Tiermussbrauch und Tierquälerei beitragen.

01:02:14: Das ist so auf dem Level von Jagd und Hund.

01:02:17: Das ist so auf dem Level von Jagdschauen, von Anbinderhaltung bei Rindern.

01:02:23: Also was da passiert, ist Wahnsinn, weil Tiere da kaputt und krank gezüchtet werden und die krankesten der kranken Gewinner die Preise.

01:02:32: Und das ist wirklich Wahnsinn, dass es das heute noch gibt.

01:02:36: Diese Diskussion fühle ich ja seit fast dreißig Jahren jetzt, seit zwanzig Jahren sehr heftig, wo du immer noch zu Messen gehst und sagst, ey, der Hund hat keine Nase, der kann nicht atmen.

01:02:46: Dieser Schäferhund kommt schon mit einem Övgelängsdisplasit zur Welt.

01:02:49: Warum machen wir das eigentlich alles?

01:02:51: Und es ist rein zur eigenen Beweihräucherung der Menschen, die sagen, finde ich schön, finde ich geil, profiliere ich mich drüber.

01:02:57: Das ist Wahnsinn, dass wir das heute noch so machen.

01:03:00: Es ist ja in vielen Dingen, wo der gesunde Menschenverstand sagt, what?

01:03:04: Also, ich hoffe wirklich, dass meine Enkelkinder, wenn die später mal Bilder sehen von Massentierhaltung, Schweinemastbetrieb, Hühnerbetriebe und so weiter, dass die den Opa angucken und sagen, wart ihr noch ganz knusper auf der Hürse?

01:03:16: Wie habt ihr so was denn gemacht?

01:03:17: Also, und so ist das bei diesem Kennelshow.

01:03:20: Das ist wahnsinnige, schlimme Tierquälerei.

01:03:23: Ich finde es schön, dass du das so eindeutig benenst.

01:03:25: Ich hab's auch nicht anders erwartet, wenn ich ehrlich bin.

01:03:27: Ich hab mich nach den bizarsten Sachen bei umgesehen, die die da machen.

01:03:30: Es gibt ein Geheimnis für das perfekte Weiß.

01:03:33: Hunde mit weißem Fell, also sowas wie West Highland Terrier oder Malteser, die haben wir normalerweise hier vorne.

01:03:38: Da schnaut es ein bisschen gelblich oder so, ne?

01:03:40: Man trinkt ja meinen Art mit ja.

01:03:42: Man hat einfach ganz normalen Maul, fertig.

01:03:45: Diese Händler, so werden die genannt, also nicht Händler im Sinne von Handeln und Verkaufen, sondern Leute, die dann durch diese über diesen grünen Teppich da bringen, in den Madison Square Garn vor knapp dreißigtausend Leuten oder vor zwanzigtausend Leuten, die benutzen spezielle Kreide oder Maisstärke, um Verfärbungen abzudecken, um das Fell griffiger zu machen.

01:04:05: Das Pude allerdings wird dann noch vor dem Betreten des Rings penibel nochmal ausgebürstet, weil wenn dann eine weiße Wolke aufsteigen würde, wenn da so ein Richter den Hund berührt, könnte das zu Disqualifikationen führen.

01:04:16: Und es gibt noch ein Blauchampu.

01:04:18: Ein lila oder blaugetöntes Shampoo, das wird verwendet und funktioniert so etwas wie eine Komplementärfarbe zu gelb und lässt das weiß dann für das menschliche Auge kälter und strahlender erscheinen.

01:04:27: Das machen die über... Dunden hinter der Bühne in der Halle im Madison Square Garden, wo sich hundert andere Tiere sind, wo tausende Leute kreinkommen.

01:04:37: Guck mal, du zieh, du zieh, du zieh, weil die sind ja alle irgendwie näher haben.

01:04:40: Und der Hund muss das irgendwie ertragen.

01:04:43: Man möchte doch vor Verzweiflung gegen eine Wand laufen, oder?

01:04:45: Voll.

01:04:46: Wenn Kühe ausgestellt werden, kriegen die das Euter rasiert, damit die Adern und das pralle Euter natürlich kommen, die mit einem nicht gemolkenen Euter.

01:04:57: dahin, was ja auch irgendwie total absurd ist.

01:05:00: Also wenn wir heute die Kühe sehen in der Milchproduktion, das hat ja mit einem normalen Co-Euter nichts mehr zu tun.

01:05:06: So haben wir Hühner, die zur Fleischproduktion gemacht werden.

01:05:10: Die haben so große Brüste, die fallen vorne über, die können nicht laufen.

01:05:14: Also das ist alles total geistgestört.

01:05:15: Und ich mache einen kleinen Ausflug nochmal zu dem Thema Weiß.

01:05:19: Jetzt kann man ja sagen, wo ist denn das Problem?

01:05:21: Die hauen ein bisschen Puder rein.

01:05:23: Der Hund hat hier vorne aber Tasthabe.

01:05:25: Da will der nicht die ganze Zeit gebürstet und frisiert und geschnitten werden.

01:05:29: Und zum Thema Weiß, nehmen wir kurz ein Daimathina, wie wichtig deren Gesundheit ist und auch nicht.

01:05:35: Beim Daimathina, der Daimathina hat eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Taubheit gebötig.

01:05:39: Durch schlechte Zugselektion.

01:05:41: Wir wissen, wissenschaftlich, je mehr Schwarzanteil der in seinem Fell hat und je größer die schwarzen Flecken sind, je geringer ist die Wahrscheinlichkeit auf Taubheit.

01:05:54: Wir wissen heute, dass die Ohren.

01:05:56: je schwarzer die Ohren sind.

01:05:59: Je größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht taug wird.

01:06:02: Bei Zuchtschauen gewinnt ein Hund, wo Flecken ineinander übergehen, nicht.

01:06:10: Das heißt, man fördert bewusst Tierleid, um einen Preis zu gewinnen.

01:06:16: Ach Scheiße.

01:06:17: Das heißt, ein Hund mit ein Dalmatin, damit komplett schwarzen Ohren und großen schwarzen Flecken auf dem Fell hat, keine Chance bei diesem Kennelklub, ob nur... eine, kommt nicht mal hin, eine Vorausscheidung.

01:06:28: Und wenn wir das wissen, das also genetisch wir ganz klar wissenschaftlich belegt wissen, schwarze Ohren, hey, der Hund wird nicht top sein.

01:06:39: Wir sagen aber, nein, nein, nein, nein, da sollen kleine Flecken, drei kleine Punkte drauf sein, damit er pseudomäßig schön ist, dann finde ich, ist das eigentlich ein Verstoß in Deutschland, ein Verstoß gegen's Tierschutzgesetz.

01:06:51: Denn wenn du Wissentlich Leid anrichtes, machst dich strafbar.

01:06:57: Und das ist schon wirklich krass, was da so passiert.

01:07:00: Und das ist ja nur, da kann ich jetzt vierneinhalb Stunden darüber reden, wie viele Beispiele es da gibt.

01:07:05: Hunde, die von Anfang, also es gibt in Deutschland keinen einzigen gesunden Mops, keinen, keinen einzigen.

01:07:11: Und das ist schon echt crazy, was wir Menschen da machen, selbst aus eigener Beweiräucherung.

01:07:18: Hier, dreißig Zentimeter neben mir, liegt eine wunderschöne, rot-blonde Schafspudel-Königspudel-Mix-Hündin.

01:07:26: Die lebt gerade den Schlaf der Gerechten.

01:07:28: Und jetzt lese ich dann, bei so einer Veranstaltung wie bei diesem Kenneldock-Döns-Westmenster da, lese ich, dass diese berühmte Krone bei Pudeln mit Unmengen an Haarspray fixiert wird, damit das bloß nicht zusammenfällt.

01:07:41: Bitte?

01:07:42: Die wird topiert.

01:07:43: Die früher die Oma in den Robot.

01:07:45: Und vor allem, wenn die sediert.

01:07:47: Ein Hund hat ja nur mal einen sehr ausgeprägten Geruchssinn.

01:07:50: Ich denke mal, dass ein Haarspray nicht zwingend zum Wohlbefinden beiträgt.

01:07:53: Würde ich auch so sagen.

01:07:54: Und weißt du, was noch extremer ist?

01:07:56: Es gibt ja in Deutschland den VdH-Verband fürs deutsche Hundewesen.

01:08:00: Und da gab es der Udo-Lebtleider nicht mehr, den Udo-Copernik, einen Menschen, den ich extrem geschätzt habe.

01:08:05: Und der hat vor, nagel mich nicht fest, zehn, fünfzehn Jahren auf der größten deutschen Zuchtschau bei der VdH-Messe ... einen Mischlingswettbewerb ins Leben rufen wollen.

01:08:19: Da war Volksaustand im Verband.

01:08:21: Tausende von Züchtern und Händlern haben gesagt, wenn es hier einen Mischlingswettbewerb gibt, dann kommen wir nicht mehr.

01:08:27: Das machen wir nicht mit.

01:08:28: Das geht nicht.

01:08:28: Überleg mal, was eine Vereinigung vor den Rassisten.

01:08:31: Aber Udo war, wie er war.

01:08:33: Er hat gesagt, traurige Geschichte machen wir trotzdem.

01:08:35: Und das war nicht ziemlich geil, damals habe ich mich echt sehr drüber gefreut.

01:08:39: Und inzwischen ist das ein total etablierter Wettbewerb.

01:08:41: der also wirklich auch gar nicht mehr in Frage gestellt wird.

01:08:44: Das finde ich eigentlich ziemlich cool.

01:08:45: Es braucht manchmal Leute, die dann auch sagen, ist mir doch egal.

01:08:48: Schön gesagt.

01:08:49: Ich habe ein Thema noch, das mich richtig bekümmert hat und ich bin froh, dass wir heute drüber sprechen.

01:08:53: Ich habe das vor ein paar Wochen schon mal gelesen, jetzt gab es ganz aktuell noch mal ein Artikel im Tagesspiegel.

01:08:59: Sechs ist die Zahl.

01:09:00: Ein sechsfach erhöhtes Suizidrisiko gibt es, Achtung, bei Tierärztinnen und Tierärzten.

01:09:07: Eine sechsfache Erhöhung vor einer Selbstmordrate.

01:09:11: Also nicht de facto Selbstmord, sondern eine Gefährdung.

01:09:15: Im Zentrum stehen da vor allem größere Befragungen in Deutschland aus dem Jahr-Zw.

01:09:20: Da ging es um Depressionen, Suizidgedanken, Suizidrisiko.

01:09:24: In dieser Studie gaben neunzehn Komma zwei Prozent der Tierärzte an, aktuell Suizidgedanken zu haben, gegenüber fünf Komma sieben Prozent der allgemeinen Bevölkerung.

01:09:33: Zweiunddreißig Komma eins Prozent der Tierärzte erföhnen Kriterien für eine erhöhte Suizidrisiko.

01:09:40: Und das ist tatsächlich nicht nur in Deutschland so, das ist weltweit ein anerkanntes Problem.

01:09:45: Und das liegt mutmaßlich auch an uns, an den Tierhalterinnen und Tierhaltern.

01:09:51: Haben

01:09:51: diese Studien mal abgefragt, was die Tierärzte und Tierärztinnen angeben, was sie so, was sie selber glauben, was sie so bedrückt?

01:10:00: Erzähl mal.

01:10:00: Also ich, zwei Sachen, die ich gelesen habe, vielleicht deckt sich das mit dem, was du weißt oder du gelesen hast, zwei Sachen, die ich gesehen habe, ist einmal das Alternasiparadoxon, dass man, dass diese Tierärzte dann den letzten Weg immer begleiten und dafür zuständig sind, dass das Tier dann entweder erlöst wird oder tatsächlich eingeschlefert wird.

01:10:19: Gleichzeitig aber verbunden damit der permanente Vorwurf der Tierhalterin und des Tierhalters, dass man bis zu diesem Zeitpunkt, wo man ja selber über Leben und Tod entscheidet über eine Spritze, dann doch dafür verantwortlich war mit einer Fehlbehandlung, dass es überhaupt so weit kommt.

01:10:34: Also der hohe Erwartungsdruck und vor allem die mangelnde Wertschätzung der Tierhalterin und der Tierhalter bringt Menschen dazu, sich permanent so hinterfragen und vor allem, weil es ja für den Menschen, der das Tier in die Praxis bringt, ein Familienmitglied da liegt und dann über Leben und Tod zu entscheiden.

01:10:52: Und das täglich und nicht nur ums zu retten, sondern eben auch das Leben zu beenden, das haben die meisten wohl angegeben.

01:10:59: Ist super spannend, weil das ist das, also ein bisschen zu vorgisch.

01:11:03: Ich habe natürlich viel mit Tierärzten zu tun, aber ich halte ja auch hier und da mal Vorträge an Universitäten, wo Tierärzte ausgebildet werden.

01:11:12: Hab da eigentlich einen relativ tiefen Einblick.

01:11:14: Und spannend ist, dass kaum noch Männer den Beruf ergreifen.

01:11:19: Also unter ein Prozent inzwischen?

01:11:22: Unter ein Prozent.

01:11:24: Ja.

01:11:25: Also wenn du jetzt an einer, was weiß ich, tierärztlichen Hochschulernofa oder in München sitzt und gehst in eine Vorlesung, da hast du da dreieinhalb junge Frauen sitzen und zwei Männer.

01:11:35: Und die findet doch ganz gut, glaub ich so, das Gemisch.

01:11:38: Aber warum passiert das eigentlich?

01:11:41: Und weil die Sachen, die du genannt hast, sind genau die Dinge, die auch mir beschrieben werden, aber es kommt auch eine andere Sache hinzu.

01:11:47: Und jetzt wird es echt verrückt für Leute, die ein Tier haben, der wirtschaftliche Druck.

01:11:52: Denn die Menschen denken immer, dass Tierärzte automatisch sehr wohlhabende Leute sind.

01:11:57: Und das ist nicht der Fall.

01:12:00: Jetzt musst du dazu... Erst mal haben die eines der komplexesten Studiengänge, die es überhaupt gibt, eine der längsten Studiengänge.

01:12:10: Weil guck mal, ein Humanmediziner, der lernt Menschen.

01:12:14: Ein Tiermediziner lernt ein Fisch und eine Giraffe und eine Kuh und ein Hund, also komplett unterschiedlich, ist also sehr, sehr aufwendig.

01:12:23: Dann werden die im Studium schon in Schlachtbetriebe gezwungen und sollen da sozusagen lernen, wie man Schlachtbetrieb beurteilt.

01:12:33: Sollen der Fleischindustrie gegenüber nicht aufmucken, das wird den sehr schnell eingedrichtert.

01:12:37: Also Bilder, die die gar nicht haben wollen, denn die meisten Menschen, die Tierärzte werden, die sagen, ich bin sehr Tieraffin, ich möchte Tieren helfen, ich möchte Tiere retten.

01:12:46: Und jetzt sieht der Beruf aber sehr häufig ganz anders aus.

01:12:49: Und dann kommt der wirtschaftliche Druck so.

01:12:50: Jetzt ist also Lisa, siebenzwanzig, fertig mit dem Studio, geht erst mal in irgendeine Klinik, verdient er als angestellte Tierärztin dreitausend Euro brutto, hat dafür aber sieben Jahre studiert.

01:13:03: So, jetzt geht es los.

01:13:04: Jetzt kann sie innerhalb einer hochkomplexen Tierklinik nur Karriere machen, sich spezialisieren.

01:13:11: Okay.

01:13:11: Jetzt sagt sie aber, na, eigentlich will ich eine kleine Praxis aufmachen.

01:13:14: So.

01:13:15: Jetzt geht sie los, macht eine kleine Praxis auf und ist im Fachjargon, sagen die immer, eine Euthanasie-Impfgarage.

01:13:22: Das heißt,

01:13:23: die impft,

01:13:24: die euthanasiert, die kastriert.

01:13:26: So.

01:13:27: Das sind eigentlich so die Grundthemen.

01:13:29: Hat der Hund ein Problem im Knie?

01:13:31: Überweisung zum Spezialisten.

01:13:33: So.

01:13:33: Jetzt ist sie also den ganzen Tag damit beschäftigt, den Leuten zu sagen, wenn man der Hund ist so dick, der Hund ist das, ja, kommen wir versuchen noch und dann zahlen die Leute lustig ihre Rechnungen nicht.

01:13:44: Wir Tierhalter denken, aber boah, das ist wahnsinnig teuer.

01:13:48: Jetzt hat die aber diesen kleinen Laden, jetzt muss die aber schnell Gerätschaften kaufen, die teuer sind.

01:13:52: Wenn die selber keinen Ultraschall machen kann, nicht mal eben ründgen kann, hat die schon überhaupt keine Chance auf den Markt.

01:13:58: Das heißt, die fängt erst mal mit einer hohen Verschuldung an, hat dann einen kleinen Betrieb mit zwei Äh, Tierarzthelferinnen und noch einer an der Kasse sitzen.

01:14:08: Das heißt, das ist alles nicht so einfach.

01:14:10: Das ist kein Selbstläufer wirtschaftlich.

01:14:12: Die kauft sich also nicht sofort in der ersten Woche zwei Range Rover, sondern die muss da wirklich strampeln.

01:14:17: Dafür muss die ackern wie verrückt.

01:14:19: Die arbeitet wirklich viel.

01:14:21: Dann hat die genau die Themen, die du sagst, die ist empathisch mit Tieren.

01:14:25: Die hat diesen Beruf genommen, weil die Tiere lebt.

01:14:28: So, jetzt merkt die, boah, ich kann das Tier nicht retten, ich muss einschlefern.

01:14:31: Ich hab im Tierheim Darmstadt gedreht.

01:14:33: Da gibt es den Leiter der Christian-Zentkraft, der ist Tierarzt, leitet dieses Tier ein.

01:14:38: Und wir haben ein langes Gespräch gehabt.

01:14:40: Und der Christian hat, der ist ein Mann in meinem Alter, der hat geweint, Vorkamera, weil er gesagt hat, es ist heute noch für mich so, dass ich jedes Tier, was ich einschläfere und wenn es eine Maus ist, mir durch Mag und Bein geht.

01:14:55: Auch wenn ich weiß, es ist medizinisch richtig, ich helfe vielleicht mit diesem Schritt sogar dem Tier, aber ich habe ein Tier getötet.

01:15:02: Und wenn das so ein altes Schlachtrost, der echt erfahren ist und der im Tierheim da auch echt knackige Sachen erlebt, dem das immer noch so nahe geht, dann kann ich schon verstehen, dass das ein Beruf ist, der hart ist.

01:15:14: Und deshalb wünsche ich mir wirklich, bitte, dass die Leute aufhören, den Tierarzt mal per se als den eigenen Feind zu sehen, als jetzt die... die Gebührenverordnung erhöht wurde.

01:15:25: Das erste Mal seit zwanzig Jahren oder so was, oder?

01:15:27: Die Ernehmung.

01:15:28: Natürlich schreien erst mal, ja wollen die alle noch reicher werden.

01:15:31: Und dass die Oma jetzt sagt, oh, war ja, das ist echt teuer.

01:15:34: Das verstehe ich auch.

01:15:36: Aber das ist nicht gemacht worden, damit die Tierärzte sich noch fetter machen.

01:15:39: Da muss man einfach klar so sagen.

01:15:41: Das ist, glaube ich, der Grund.

01:15:42: Und du hast es heute mal wieder bewiesen, warum die Menschen dich so toll finden.

01:15:46: Ein Mann, der in der Öffentlichkeit steht mit einer klaren Meinung.

01:15:49: mit einem Hang zur sehr guten Unterhaltung, sowohl die Unterhaltung mit dir als auch die Unterhaltung durch dich.

01:15:55: Und dann eben Menschen wachrütteln, dass man sagt, was auf, Leute, wir müssen ein anderes Miteinander schaffen.

01:16:00: Das imponiert mir.

01:16:01: Und ich weiß genau, warum die Leute zu dir in die Show gehen.

01:16:03: Martin, ich bedanke mich herzlich für das tolle Gespräch.

01:16:06: Ich will das aber mal kurz zurückgeben.

01:16:08: Das muss man ja auch mal sagen.

01:16:09: Ich komme ja seit gefühlt hundertvierzig Jahren zu euch ins At-Eins-Frühstücks-Fernsehen.

01:16:14: Und ihr seid, das muss man ehrlich mal sagen, Eine super Truppe, man kommt total gerne zu euch und aus unterschiedlichen Gründen.

01:16:23: Und einer der Gründe ist, dass ihr wirklich Bock auf Leute habt.

01:16:26: Also ihr habt Lust das zu machen und das merkt man dir auch an.

01:16:30: Und du warst mit Cesar Milan unterwegs.

01:16:32: Ja, das stimmt.

01:16:34: Genau und das fand ich total interessant, weil... Auch da, als ich gesagt hab, ich geh zu Daniel im Podcast, du warst mit Caesar Milan unterwegs und kannst du doch nicht bringen und so weiter.

01:16:43: Und ich muss dann darüber lachen, ehrlich gesagt.

01:16:46: Weil ich sage, ja natürlich, Caesar und ich, das ist wie Feuer und Wasser, da sind zwei unterschiedliche Welten.

01:16:52: Aber ich geh doch jetzt nicht hin und sage, Daniel Boschmann ist damit gefahren, weil er wirklich gut Englisch kann, weil er's gut übersetzt und weil er diese Show bereichert hat.

01:17:04: Weil ich natürlich, ich hab... Eine Show gesehen, wo Steven Geitchen da war, eine Boduda war es.

01:17:08: Und guck mir das natürlich alles an, ist ja logisch.

01:17:11: Aber jetzt zu sagen, weil Daniel Boschmann mit César Milano auf der Bühne stand, redet mal mit mir.

01:17:17: Also das ist ja genau, das ist ja genau, finde ich, der Fehler, den man macht.

01:17:20: Zu sagen, weil jemand da vielleicht eine andere Idee hat oder so, ist sofort Persona non grata.

01:17:27: Ich habe mich sehr auf dein Gespräch gefreut und du ... Du hast damit gekriegt, du musst es mich nicht lange bitten.

01:17:32: Also es ist immer wirklich Spaß und es macht auch Spaß, deinem Podcast hier zu zu hören.

01:17:35: Martin, vielen, vielen Dank.

01:17:36: Danke dir.

01:17:37: Ich finde es richtig toll und genau das ist, das ist dein Ziel immer gewesen.

01:17:40: Das merkt man als Betrachter der Arbeit, den Dialog fördern, miteinander zu reden, nicht nur übereinander.

01:17:47: Das ist der größte Segen, das größte Pflaster für die Seele in unserer Gesellschaft.

01:17:50: Vielen Dank für deine Zeit.

01:17:52: Danke dir.

01:17:53: Und dir, der du gerade zugehört hast.

01:17:55: Vielen, vielen Dank für deine Konzentration.

01:17:57: Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.

01:17:58: Schön, dass du heute dabei warst.

01:17:59: Wir hören uns am Dienstag schon wieder direkt nach dem Super Bowl.

01:18:03: Guck mal, was da so passiert ist und eben nicht.

01:18:05: Und bis dahin wünsche ich eine wunderschöne Wochenende.

01:18:07: Und wann immer du Bock hast, gib doch mal fünf Sterne.

01:18:09: Und Hausaufgabe habe ich auch noch.

01:18:11: Wie bei den drei Fragezeichen, da gab es die Telefonlawine.

01:18:13: Du sagst jetzt auch drei Leuten Bescheid, dass das hier netter Podcast ist.

01:18:16: Denn wenn Martin Rütter sogar zu Gast ist, kann das ja so eine Scheiß-Bude hier gar nicht sein.

01:18:21: In diesem Sinne, tschüss.

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