#045 - Bunny gewinnt, Kronen-Allianz und KI-Trauer
Shownotes
135 Millionen Menschen sehen die Halftime Show des Super Bowl – und plötzlich geht es weniger um Football als um Kultur, Sprache und politische Deutungshoheit. Außerdem sprechen wir über eine ungewöhnliche Allianz der fünf größten französischen Schmuckhäuser, die mithilfe von Teilchenbeschleunigern eine beschädigte Kaiserkrone retten wollen – ein Projekt mit mindestens 18 Monaten Laufzeit. Thema ist auch eine Billion Euro wirtschaftlicher Schaden durch Dauerkrisen, die Absage eines japanischen Kirschblütenfestes wegen 200.000 rücksichtsloser Besucher und ein rasant wachsender Markt, der Trauerarbeit mit Künstlicher Intelligenz für 25 Dollar im Monat anbietet und grundlegende Fragen über Abschied, Erinnerung und Endlichkeit aufwirft.
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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)
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00:00:00: Das einzige, was größer ist, als der Hass, ist die Liebe.
00:00:04: Na, wenn das mal nicht die Botschaft vom Wochenende ist.
00:00:07: Und die sollten wir uns immer wieder rausholen.
00:00:21: Es ist Dienstag, der zehnte zweite, zwei tausend sechsten zwanzig.
00:00:24: Hier ist Daniel Boschmann mit Zahltag.
00:00:26: Wir rechnen mit der Woche ab.
00:00:27: Ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter.
00:00:32: Erst die Meldung, dann das Abschweifen, das ist hier der Auftrag.
00:00:35: Ich bin am Wochenende in Dresden gewesen.
00:00:37: So viel mal kurz zu meinem persönlichen Leben.
00:00:39: Ich finde Dresden eine hübsche Stadt.
00:00:40: Ich hatte dann sehr guten Abend im Kulturpalast.
00:00:44: Das war richtig gut.
00:00:45: Das Sound auf Hans Zimmer in John Williams.
00:00:47: Klassische Musik mit einem Orchester.
00:00:48: Sensationell.
00:00:49: Fand ich toll.
00:00:50: Also ich habe es moderiert.
00:00:51: Deswegen muss ich das vielleicht sagen.
00:00:54: Wir sind übrigens auf Tour in Deutschland.
00:00:56: Ich wollte eigentlich gar keine Werbe machen.
00:00:57: Jetzt habe ich es doch gemacht.
00:00:58: Komm doch mal vorbei.
00:00:59: Ist ein richtig guter Laden.
00:01:00: Also die Veranstaltung.
00:01:03: Kurz Tee trinken, weil ich einen richtig schlimmen Husten.
00:01:05: nicht los werde gerade.
00:01:06: Irgendwie sind gerade alle krank.
00:01:08: Ich eben auch.
00:01:09: Aber trotz meiner Malessen habe ich hier für Programm gesorgt.
00:01:14: Das sind die Themen in dieser Episode.
00:01:15: Einhundertfünfunddreißig.
00:01:19: Einhundertfünfunddreißig Millionen haben sich die Haftime-Show vom Superbowl Sechzig angesehen.
00:01:24: Das ist ein Rekord.
00:01:25: Und ich sage mal so, die meisten waren nicht wegen des Sports dabei.
00:01:29: Der wahre Gewinner ist Benito Antonio Martinez Ocasio aus Puerto Rico.
00:01:34: Er hat die Welt verzaubert.
00:01:35: Und mal so richtig.
00:01:37: Ich hab dazu ein paar Gedanken.
00:01:39: Achtung!
00:01:40: Uiuiuiui!
00:01:41: Neues vom Louvre lange nicht gehört.
00:01:43: Bonjour Paris!
00:01:46: Achtzehn.
00:01:47: Vergess die Avengers, vergess die Fantastic Four oder die X-Men.
00:01:50: Jetzt kommt die Bijou Brigade.
00:01:53: Die Edelstein-Equipe oder die Kronenklicke.
00:01:56: Die fünf größten Schmuckhäuser Frankreichs haben sich jetzt zusammengeschlossen, um die Krone von Kaiserin Üjeni zu retten.
00:02:04: Das soll jetzt bis zu achtzehn Monate dauern.
00:02:07: What?
00:02:07: Ich sage dir, wofür die sogar einen Teilchenbeschleuniger brauchen.
00:02:11: Es ist verrückt.
00:02:12: Eins.
00:02:13: Eine Billion.
00:02:14: Und zwar eine Billion Euro.
00:02:16: Das ist eine Zahl, da schluckt man gerne mal.
00:02:19: Laut aktuellen Berichten haben die Dauerkrisen der letzten Jahre, also Pandemie, Kriege, Handelskonflikte und so, unsere deutsche Wirtschaft bisher fast genau diesen astronomischen Betrag gekostet.
00:02:30: Eine Billion Euro.
00:02:32: Und du glaubst nicht, wie krass diese Summe im Vergleich zu anderen unfassbar wichtigen Ereignissen der jüngsten Geschichte ist.
00:02:39: Zweihunderttausend.
00:02:40: Zweihunderttausend Leute sind zu viel und die haben sich hart daneben genommen.
00:02:44: Das Kirschblüten-Festival in Japan ist abgesagt worden.
00:02:48: Ähm, das ist das erste Mal.
00:02:50: Und man stellt fest, Touristen können sich nicht benehmen.
00:02:53: Und ich hab mir überlegt, da gab's auch andere Orte, so richtig legendäre, die gesperrt wurden, weil Touristen scheiße waren.
00:02:59: Was für ein Effekt hatte das?
00:03:01: Und?
00:03:03: Und?
00:03:08: Das ist richtig spukig.
00:03:10: Ich hab in Zeitwissen eine Artikel gelesen und hab mich inspirieren lassen.
00:03:13: Ich bin in das Thema Trauerarbeit mit KI abgetaucht.
00:03:17: Wow, heine Blitz.
00:03:19: Das ist ein Riesen-Business.
00:03:20: Und ich möchte Zweifel anmelden, ob das eine gute Sache ist.
00:03:23: Ich hab mir den ganzen Markt angesehen und die Wissenschaft gefragt.
00:03:26: Und ich sag mal so, ist krass.
00:03:33: Anders kann man das nicht sagen.
00:03:35: Beim Super Bowl VI, da wurde übrigens auch ein bisschen ein Saisonfinale im American Football gespielt.
00:03:41: Kann man ja gerne mal vergessen, wenn parallel ein Kulturkampf läuft, aber bei genau diesem Superbowl-Sechzig ist es zu spektakulären Szenen gekommen.
00:03:48: Gewonnen haben die Seattle Seahawks, das interessieren ein paar Leute, die meisten aber würde interessieren, was Benito Antonio Martinez Ocasio gemacht hat.
00:03:59: Bad Bunny.
00:04:00: Bad Bunny hat da nicht nur eine Show geliefert, er hat abgerissen.
00:04:03: Mit Lady Gaga und Ricky Martin zusammen.
00:04:06: Und ich bin ganz ehrlich.
00:04:08: Hätte ich vor dieser Veranstaltung drei seiner Songs namentlich nennen können?
00:04:13: Nein.
00:04:14: Ist das Musik, die normalerweise in meiner Playlist drauf und runterläuft?
00:04:18: Nein.
00:04:20: Habe ich ein Wort verstanden von dem, was die gesungen haben?
00:04:23: Nein.
00:04:24: Also noch.
00:04:27: Habe ich trotzdem eine gute Zeit gehabt?
00:04:28: Aber hallo, weil was für eine geile Energie.
00:04:32: Lebensfreude pur, Einigkeit gegen Hass und was bitte... Für eine Wurst ist Kid Rock von dieser entsetzlichen Mager gegen Veranstaltung.
00:04:40: Meine Güte, die machen sich so lächerlich.
00:04:43: Kid Rock singt über Sex mit Minderjährigen.
00:04:46: Wie ist das bitte?
00:04:47: Nur mal kurze Frage.
00:04:48: Wie ist das mit christlichen Werten zu vereinbaren, die die da immer so da vorne stellen?
00:04:52: Ich raff das alles nicht mehr.
00:04:54: Naja, immerhin hat er auf Englisch gesungen.
00:04:56: Ironie aus.
00:04:57: So, zurück zu einer anderen Nummer.
00:04:59: Donald Trump findet jetzt ja wieder alles ganz schlimm, erwettert gegen eine Sprache, die er nicht versteht und gegen eine Kultur, die er nicht kontrollieren kann.
00:05:06: Und alles ganz entsetzlich.
00:05:08: Laut Donald Trump.
00:05:09: Alle anderen fanden es super.
00:05:11: Zum ersten Mal in den Sechzig Jahren blieb die wichtigste Bühne der USA fast ausschließlich sparnisch sprachig.
00:05:17: Einhundert und dreißig Millionen Menschen in Klamantn-Rekord haben dabei zugesehen.
00:05:23: Wie der Künstler Bad Bunny durch Zuckerrohrfelder aus Puerto Rico läuft.
00:05:27: Was für eine geile Szenenbildnerin war dabei, bitte.
00:05:30: Denn die ganze Welt auf diesem Platz musste im Minuten aufgebaut werden, in sieben Minuten.
00:05:35: Und dann hat er El Apagón gesungen, eine Hymne gegen koloniale Ausbeutung.
00:05:39: Das sind einfach mächtige Botschaften.
00:05:42: Übrigens mal kurz zum Vergleich die bisherigen Rekordhalter wegen der Zuschauer, ne?
00:05:46: Weil es angeblich ja so eine schlimme Haft-Time-Show werden sollte, laut Donald Trump.
00:05:51: Die Dimensionen, hundertfünfunddreißig Millionen.
00:05:53: Um die mal zu verstehen, Platz eins, bisher war Kendrick Lamar letztes Jahr, hatte hundertdreiunddreißig.
00:05:59: Michael Jackson, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne.
00:06:19: Da gab es eine echte Hochzeit auf der Bühne und das Spektakel endet mit dem Satz.
00:06:23: Das einzige, was mächtiger ist als Hass, ist die Liebe.
00:06:26: Was für eine geile Botschaft auf so einem Riesen-Screen einfach so geil konzentriert.
00:06:32: Man kann die Amerikaner für viele Sachen richtig Scheiße finden, aber eine Show können die wirklich mit dem Überfliegen dann mit den Jets während Charlie Puth dieser Nationalhymne singt.
00:06:40: Übrigens ein phänomenaler Moment.
00:06:42: Fällt mir gerade spontan ein.
00:06:45: Wenn du das noch nicht gesehen hast, mir ist die Hymne egal und so.
00:06:47: Ich hatte damit keine Aktien.
00:06:48: Aber der kann fantastisch singen.
00:06:51: Und diese ganze Hymne von Charlie Puth am Anfang.
00:06:53: Wah, Gänsehaut.
00:06:55: Richtig geil.
00:06:56: So.
00:06:57: Und genau gegen diese wundervolle Show wirkte das Gegenprogramm von dieser Turning Point Scheiße mit Kid Rock wie so eine schlimme Nummer aus einer verstaubten Garage.
00:07:07: Die hatten sechs Millionen Streams.
00:07:08: Gegen weit über hundert Millionen Fernsehzuschauer.
00:07:12: Mhm, guten Morgen.
00:07:13: Das ist so ein bisschen die All-American-Alternative als Grabbeltisch.
00:07:18: Und als er dann zum Schluss, also Bad Bunny, God Bless America ruft und nacheinander dann Chile, Colombien, Mexiko und die USA aufzählt, da hat er natürlich extrem viele Menschen aus der Seele gesprochen.
00:07:31: Die Americas ist eben mehr als nur das eine Amerika, wo die Vereinigten Staaten vorstehen.
00:07:36: Und das war schon ziemlich geil.
00:07:38: Also ich sag mal so, ein Lied von Bad Bunny kommt jetzt mit sich auf meine Playlist.
00:07:41: Ich werde es nicht aussprechen können, aber wie heißt das denn?
00:07:56: Don't call the comeback, es gibt Neues vom Nouveau Verbrechen.
00:07:59: Also jetzt nicht wirklich vom Verbrechen, weil die Ermittlung gerade so ein bisschen stocken und keiner aussagen will, aber... Das gab es so noch nie.
00:08:08: Die heilige Allianz der Juweliere will die Krone von Kaiserin Ygini, die er beim Nürburgrup massiv beschädigt wurde, retten.
00:08:16: Und zwar zusammen.
00:08:17: Vorm Wochenende wurden ja neuste Bilder der Krone veröffentlicht.
00:08:21: Ihr geht's nicht so gut, die ist ein bisschen zerbeult und da ist ein bisschen viel kaputt gegangen.
00:08:25: Und das führte dann zu einer nationalen Anteilnahme in Frankreich.
00:08:29: Und schon jetzt wird von der Rekonstruktion des Jahrhunderts gesprochen.
00:08:34: Das Stück wurde von den Dieben bei der Flucht ja auf dem Scooter feiern gelassen.
00:08:37: Haben sie einfach nicht mitgenommen, bisschen dumm.
00:08:40: Neue Analysen zeigen jetzt, dass die Krone durch den Sturz und den Einsatz eines Trennschleifers zerdrückt und erheblich deformiert wurde.
00:08:48: Gute Nachrichten aber.
00:08:50: Experten bestätigen jetzt am Wochenende, dass die Krone trotz der Verformung ihre fast vollständige Integrität bewahrt hat.
00:08:58: Wir sagen, kann man reparieren.
00:08:59: Von den knapp eintausendraunundfünfzig Diamanten fehlen nur gerade mal so zehn winzige kleine Steinchen.
00:09:05: Alle sechsundfünfzig Smaragde sind noch da.
00:09:08: Und dann sage ich doch mal, Félicitation.
00:09:10: Alles Gute freue ich mich für euch.
00:09:13: So, und jetzt gab's den Juvelier-Rat.
00:09:15: Das Louvre-Direktorium unter Laurence D.K.
00:09:18: hat eine Expertenkommission einberufen.
00:09:20: Vielleicht haben die ja auch wie bei Batman so einen Scheinwerfer mit einer Krone in dem wolkigen Nachthimmel von Paris gestrahlt.
00:09:29: Oh, Rettung!
00:09:30: Medi, Medi!
00:09:33: Wir brauchen Juwelire!
00:09:35: Zum Glück wohnen hier alle gerade um die Ecke, in Paris, am Place Vendom.
00:09:38: Da sind alle großen Häuser.
00:09:39: So.
00:09:40: Und jetzt tatsächlich, so kam es dann.
00:09:42: Die fünf großen französischen Schmuckhäuser.
00:09:45: Cartier, Chumet, Boucheron, Melleriot und Van Cleef und Arpels.
00:09:50: Klingt nicht mal französisch, wenn du mich fragst.
00:09:52: Die haben alle zusammen ihre Unterstützung bei der Restaurierung zugesagt.
00:09:56: Also alle zusammen an diese eine Krone.
00:09:58: Das ist ein Moment der nationalen Einheit.
00:10:02: Ja, und die alle vom Place Vendôme, also die heilige Allianz die Jubiliere, will das Meisterwerk aus XVIII, Vier und Fünfzig jetzt retten.
00:10:10: Das oberste Prio und jetzt Staatsziel Nummer eins.
00:10:15: Und jetzt hinter den verschlossenen Türen wird diskutiert und gearbeitet.
00:10:18: Und zwar im C de RMF, im Sontre de Recherche de Restauration de Musée de France.
00:10:24: Das ist der staatliche Forschungszentrum für Restaurierung.
00:10:28: Haben die da?
00:10:29: Und da wird gerade ein Plan geschmiedet.
00:10:32: Ah, geschmiedet.
00:10:32: Wortwärts.
00:10:33: Gut.
00:10:34: So, der Grenzen ein bisschen an Science Fiction ist aber total spannend.
00:10:37: Die arbeiten jetzt an der Krone mit einem Teilchenbeschleuniger.
00:10:42: Ich denk so, Hä?
00:10:43: Teilchenbeschleuniger?
00:10:44: Das ist doch nur was von den Nerds oder irgendwie aus der Schweiz?
00:10:48: Wenn man da irgendwie, weiß ich nicht, die Unendlichkeit erforschen will?
00:10:53: Nee, pass auf.
00:10:55: Ein Teilchenbeschleuniger klingt im Kontext von Schmuck natürlich erst mal nach, was wollen die da mit?
00:11:01: Aber im Louvre ist das ein entscheidendes Werkzeug für die moderne Kunstforensik und Restaurierung.
00:11:06: Wusste ich nicht.
00:11:07: Der Louvre verfügt mit dem A-G-L-A-E, dem Achtung, Accelerateur, Grand Louvre, Danalyse, Elementaire, Elementaire glaube ich ja, über den weltweit einzigen Teilchenbeschleuniger, der ausschließlich für die Analyse von Kunstwerken eingesetzt wird.
00:11:25: So, was macht das Teil?
00:11:27: Bei so einem wertvollen Objekt wie der Krone von Kaiserin Igenie verbietet es sich natürlich, Proben vom Metall oder die ganzen Steine abzukratzen.
00:11:35: Der Teilchenbeschleuniger schießt anstatt dessen jetzt Ionen, also meist Protonen oder Alpha-Teichen, auf die Oberfläche der Krone.
00:11:44: Der Effekt ist, so was wie ein Röntgenbild von der Krone.
00:11:48: Wenn die Teilchen nämlich auf das Gold oder die Edelsteine treffen, geben diese charakteristische Strahlen zurück, sowas wie Röntgenstrahlen.
00:11:57: Und das Ergebnis ist, die Forscher können die exaktächebische Zusammensetzung von Gold oder vom Smaragt bestimmen, ohne das Stück auch nur minimal zu beschädigen.
00:12:07: Das ist spektakulär.
00:12:09: Durch den Sturz von diesem Flucht-Scooter und durch die Bearbeitung mit dem Trennschleifer und das Ziehen und das Dehn, ist das Gold unter enormer Spannung und in Fall der Fälle auch schon gerissen.
00:12:19: Die Gefahr ist jetzt also, wenn ein Goldschmied versucht, das verbogene Metall einfach wieder in Form zurückzubiegen, könnte das wie Glas brechen, wenn im Inneren da schon unsichtbare Haareste bestehen.
00:12:29: So, die Hilfe jetzt?
00:12:31: Der Beschleuniger kann genau die Struktur vom Metall bis in tiefste Schichten scannen.
00:12:36: Er zeigt dann den Restauratoren genau an, an welchen Stellen das Gold gestresst ist.
00:12:41: Und wo man es von den Biegen eventuell noch mal kontrolliert erhitzen muss, um es wieder geschmeidig zu machen.
00:12:47: Also ein bisschen so wie bei viel.
00:12:49: Wenn ihr den Brille anpassen lässt, oder Apollo-Optik oder andere tolle Optiker, dann lässt ihr auch kurz mal anhitzen oder sowas, und dann wird da rum gebogen und dann geht alles.
00:12:58: Genau so machen die das jetzt mit der Krone.
00:13:00: So, und beim Stroht sind ja auch Steinchen verloren gegangen, jetzt nicht viele.
00:13:04: Die müssen aber ersetzt werden und die sollen ja auch kulturgerecht oder dem Schmuckstück gerecht ersetzt werden.
00:13:10: Jetzt, pass auf!
00:13:11: Dieser Teilchenbeschleuniger kann sogar Spurenelemente in den Zmarakten und Diamanten messen.
00:13:17: So lässt sich sogar bestimmt aus welcher Mine die Originale von eighteen fünfundfünfzig stammen.
00:13:22: Man kann dann also sicherstellen, dass die Ersatzsteine, die man dann sucht, chemisch mit denen identisch sind, die da schon in der Krone sind.
00:13:30: Damit das am Ende nicht so ein geflicktes Mosaik ist, sondern ne, Südalor natürlich original.
00:13:35: Wir wollen die Originalsteine in die Krone.
00:13:37: Ja, genau so machen die das jetzt.
00:13:39: So, und da die Diebe ja mit den Trennschleifern da so ein bisschen rumfuhrwerkt haben, ist das Metall an den Schnittkanten durch die Hitze auch noch chemisch verändert worden.
00:13:47: Da muss viel repariert werden.
00:13:49: Und der Beschleuniger hilft auch noch dabei, zu analysieren, wie tief diese thermische Veränderung reicht, was sie nachdenken müssen.
00:13:57: Und genau nur so wissen die Restauratoren dann, wie viel Material sie reinigen oder abtragen müssen, bevor der neues Gold mit der gleichen Zusammensetzung zur Füllung in die Schnittung aufgetragen wird.
00:14:07: Da ist er sensationell.
00:14:09: So, jetzt sitzen da alle Goldschmiegere des Landes in einem geheimen Raum und versuchen das Metall wieder in Form zu bringen, ohne das zu brechen.
00:14:16: Kosten, Nebensache, spricht man nicht drüber, jetzt hat man es ja.
00:14:20: Staatssache Nummer eins, das wird bezahlt.
00:14:22: Also mehrere hunderttausend Euro soll das mindestens kosten.
00:14:26: Dauer, mindestens achtzehn Monate.
00:14:28: An einer Kone!
00:14:30: Ja, und der Ort der Restaurierung ist ein Staatsgeheimnis.
00:14:33: Man traut sich nicht mehr zu sagen, wo das stattfindet.
00:14:37: Das ist total verrückt.
00:14:39: Französische Medien berichten, dass der genaue Standort der Werkstatt, in der die Krone dann physisch restauriert wird, als absolute Staatsgeheimnis behandelt werden soll.
00:14:46: Nicht, dass sie nochmal so ein Trauma haben, wie beim Raub im Oktober.
00:14:49: Dann kommen da nochmal Leute und sagen, ah ja, wir hatten letzten Mal fast vergessen.
00:14:54: Ja, das dumme ist halt nur, dass das Analyse-Labor im Louvre ist.
00:14:57: Und der war ja in der Vergangenheit nicht so sicher.
00:14:59: Also gibt es einen spezialisierten Transport mit einem Panzerwagen, mit Startschutz.
00:15:04: Und der fährt dann... irgendwie geheim von dem Labor aus dem Lufere in die Werkstatt und wieder zurück.
00:15:12: Und da ist sogar die Polizeispazialanheit BRB für abgestellt.
00:15:16: Also im Fall der Fälle fällt ein fliegt ein ganz unhaffälligem Helikopter über irgendwo zum Privatwagen, um die Krone von A nach B zu bringen.
00:15:23: Stell dir mal vor, in so einem alten Renault R-V oder so, damit es nicht auffällt, aber mit faustdicker gepanzter Scheibe, ich finde das alles lustig.
00:15:31: Ich finde das großartig.
00:15:33: Ja und das Spannende ist, Die Krone ist ja von eighteenhundertfünfundfünfzig.
00:15:38: Wahnsinn.
00:15:39: Und die nutzen jetzt historische Skizzen und drei Descans aus der Zeit vor dem Raub, um die ursprüngliche Krümmung der Bügel exakt zu rekonstruieren.
00:15:49: Also die hatten gerade mal so ein, zwei handverlesene Kameras an ihrem verdüsselten Louvre.
00:15:54: Die Lizenzen abgelaufen, die Fenster nicht geschützt, Sicherheitsdienst nicht in der Nähe.
00:15:59: Aber jetzt, wenn es um die Krümmung der Krone geht, da sind sie wieder da.
00:16:03: Nein, ich weiß auch nicht.
00:16:04: Aber trotzdem, ich sag mal Bonchance.
00:16:06: Ich liebe eure Geschichten.
00:16:08: Gerne mehr davon.
00:16:10: Eins.
00:16:11: Eine Billion Euro.
00:16:14: Das ist nun mal für alle zu mitrechnen.
00:16:17: Eintausend Milliarden.
00:16:19: Eintausend Milliarden Euro.
00:16:21: Oh, meine Güte.
00:16:24: Aktuelle Nachricht.
00:16:25: Die Dauerkrisen, so nennen wir sie mal, der letzten Jahre, also Pandemie, Kriege, Handelskonflikte.
00:16:33: haben uns hier in Deutschland, also die deutsche Wirtschaft, bisher fast genau diesen astronomischen Betrag gekostet.
00:16:39: Eintausend Milliarden Euro.
00:16:42: Das ist das Ergebnis aktueller Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft, IW.
00:16:47: Ja, und jetzt, wovon sprechen wir jetzt hier?
00:16:49: Von einem verlorenen Wohlstandsjahrzehnt oder was?
00:16:53: Eine Billion Euro, da habe ich nachgeguckt, entspricht in etwa zwanzig bis zwanzigtausend Euro pro Erwerbstätigen in Deutschland.
00:17:01: Eizverlust.
00:17:03: Experten sprechen davon, dass Deutschland durch die Krisen, also Corona, Energiepreisschock, Ukrainekrieg, Lieferkettenprobleme und sowas, etwa vier bis fünf Jahre an Wirtschaftswachstum verloren hat.
00:17:15: Wir standen oder wir stehen quasi seit vier Jahren da, wo wir sind.
00:17:19: Wir kommen nicht weiter.
00:17:21: Ohne diese Krisen wäre unser Bruttoinlandsprodukt deutlich höher.
00:17:24: Ist es aber nunmein nicht.
00:17:26: Und jetzt vergleichen wir das mal kurz mit dem Bundeshaushalt.
00:17:29: Die Summe ist mehr als doppelt so hoch wie der jährliche Gesamtbundeshaushalt, der ist ungefähr bei vierundachzig Milliarden gerade.
00:17:36: Das verdeutlicht also, dass es sich nicht nur um so ein kurzes Defizit handelt, sondern um, sagen wir mal, eine Wertschöpfung, die nie stattgefunden hat.
00:17:43: Das Geld ist weg, haben wir einfach nicht gekriegt.
00:17:47: Und um das mal nachvollziehen zu können, wie groß der Schaden ist, habe ich ein bisschen recherchiert.
00:17:52: Und das kann man nicht fassen.
00:17:55: Achtung!
00:17:56: Die Kosten der deutschen Einheit werden heute auf zwei Billionen Euro geschätzt.
00:18:04: Allerdings auf dreißig Jahre verteilt.
00:18:07: Ich meine, die Maueröffnung war neunundachtzig.
00:18:10: Dass wir nun in nur wenigen Jahren eine halbe Wiedervereinigung an Wohlstand eingebüßt haben, ohne dass da irgendein Aufbau im Osten stattgefunden hat, also quasi jetzt gegenwärt, ist schon auch beängstigend.
00:18:22: Eine Billion innerhalb von vier Jahren!
00:18:26: Und dann habe ich noch ein Beispiel gefunden, das ist noch krasser, noch viel krasser.
00:18:30: Erinnerst du dich an den Zweiten Weltkrieg?
00:18:32: War ja nicht so geil für alle in Europa.
00:18:34: Und der Schaden war ja immens.
00:18:37: Also gefühlt Westeuropa kaputt, alles im Argen.
00:18:41: Dann kam der Marshallplan.
00:18:43: Der Marshallplan war ja das Wirtschaftsförderprogramm nach dem Zweiten Weltkrieg.
00:18:48: Also Kredite, Rohstoffe und Waren für den schnellen Wiederaufbau Europas.
00:18:53: Alles aus Amerika quasi.
00:18:56: Dieser Marschallplachen, der nach dem Zweiten Weltkrieg halb Westeuropa und vor allem Deutschland wieder aufgebaut hat, wäre heute inflationsbereinigt, als Paketen nur ungefähr hundertfünfzig bis zweieinhalb Milliarden schwer.
00:19:11: What?
00:19:13: Der Aufbau nach dem Zweiten Weltkrieg hat ein Fünftel des Schadens der letzten vier Jahre betragen, die wir jetzt gerade erleben.
00:19:25: Also ich bin wirklich kein Pessimist und will nicht negativ in die Zukunft gucken.
00:19:29: Aber das rückt die heutige Billionen in so ein, sagen wir mal, sehr helles Licht.
00:19:34: Und da fragt man sich doch, warum kriegen wir das nicht auf die Kette?
00:19:38: Ich habe sowieso bei vielen politischen Entscheidungen das Gefühl, das ist immer so aus einer alten Bundesrepublik.
00:19:42: Das sind so Ideen von früher.
00:19:44: Da kommst du hier nochmal mit so einem... Also, mir fehlt ein bisschen Rock'n'Roll, wenn ich ganz ehrlich bin.
00:19:49: Nicht so nebenbar Sondervermögen auf, also Kredite.
00:19:52: Wir sagen Schulden.
00:19:54: Und da fragen wir, und das habe ich mich ja schon ein paar mal hier im Podcast gefragt, ist es jetzt eine gute Idee oder ist es keine gute Idee?
00:20:01: Im Grundsatz würde ich sagen, wenn wir jetzt nochmal investieren, dann Vollgas.
00:20:05: Wir müssen es machen.
00:20:06: Aber so eine Billion ist ja nicht nur Schicksalsschlag, sondern eher auch ein Resultat von Versäumnissen.
00:20:10: Und die hatten wir eben auch.
00:20:13: Und es herrscht bei vielen der Konsens, dass das jetzt eben nicht nur, sagen wir mal, auch wir Armen sind, sondern wir haben uns zu lange darauf verlassen, das Wirtschaftsbeziehung für eine Sicherheitssorge.
00:20:25: Also wir kaufen Gas aus Russland, dann werden die uns schon kein Ärger machen, weil man ist ja wirtschaftlich verbunden.
00:20:32: Ja, aber die große Frage ist, das ging ja in die Hose, was machen wir denn jetzt?
00:20:37: Und wir müssen uns eine Frage stellen, wie viel sind wir bereit zu investieren, damit es hier bei uns sicherer wird, damit wir ein bisschen krisenfester werden.
00:20:44: Ja, am Ende des Tages ist ja genau die Krise, die wir jetzt erleben, Haus gemacht.
00:20:48: Wir haben zu hohe Energiekosten, weil wir uns nicht gekümmert haben als Ativen.
00:20:51: Wir haben eine miserable Digitalisierung und unsere Bürokratie lähmt die Wirtschaft überall, wo sie eben nur kann.
00:20:57: Nicht, dass Bürokratie per See scheiße ist, aber wenn du zwölf tausend Formulare für eine Entscheidung als Selbständiger oder Selbständige unterschreiben musst, dann ist das Müll.
00:21:05: So.
00:21:06: Und was erleben wir denn jetzt hier?
00:21:07: Also Expertinnen und Experten sagen, wir haben so eine schleichende Deindustrialisierung.
00:21:12: Ich habe aber wirklich das Gefühl, dass wir immer nur alte Sachen irgendwie retten, weil wir dran glauben wollen, dass die alten Sachen wieder da bleiben.
00:21:18: Wir müssten bei vielleicht aber ganz andere Sachen reden.
00:21:20: Vielleicht müssten wir darüber reden, dass wir den Anschluss in ein paar wichtigen Sektoren verloren haben, weil wir da nicht clever genug waren.
00:21:26: Überleg mal, wir hatten hier Solarelle in Ostdeutschland.
00:21:30: Wir waren die besten in der Solartechnik.
00:21:32: Hammer verkackt.
00:21:33: Sie macht mich heute noch sauer.
00:21:35: Und wohin führt das jetzt?
00:21:37: Tatsächlich führt das zu mehreren Sachen.
00:21:39: Erst mal, dass der Schaden finanziell da ist, hat das Institut ja ausgerechnet, das Institut für Wirtschaft.
00:21:44: Aber wir fühlen uns auch ärmer, als wir sind.
00:21:48: Diese wirtschaftliche Billion ist ja nur eine Heilbewahrheit, da eigentlich.
00:21:50: Verlust liegt ja im Vertrauen.
00:21:53: Wir fragen uns doch, was wäre passiert, wenn dieses Geld in Innovation geflossen wäre?
00:21:58: Wir diskutieren ja heute über den Erhalt von Industriearbeitsplätzen, habe ich eben schon gesagt, während wir eigentlich über KI und Quantencomputer sprechen müssten.
00:22:06: die wir vielleicht schon hätten haben können oder müssen.
00:22:09: Wenn wir als Volkswirtschaft also fünf Jahre auf der Stelle treten, dann fühlen wir uns als Bürger doch so ein, als ob wir einen Rückschritt machen würden, oder?
00:22:17: Der Fortschrittsglaube fällt doch komplett aus.
00:22:19: Wo ist denn das Innovative, das Coole?
00:22:21: Wir erzählen uns immer nur noch, es ist alles doof, es ist alles schlecht.
00:22:25: Wer erzählt mir denn hier, wird's cool?
00:22:27: Ich will, dass es hier einen gibt, der mir sagt, hey, wenn wir alle an einem Strang ziehen, dann geht's nach vorne.
00:22:32: Anstatt dessen haben wir im Bundeskanzler der Rummerkeit, dass Leute in Teilzeit arbeiten wollen.
00:22:36: Meine Güte, das ist so... Das macht mich fuchsig.
00:22:41: Krass, ich hätte gar nicht gedacht, dass ich so emotional werde bei dem Thema.
00:22:43: Ist aber so.
00:22:45: Das sind doch... Was ist das denn?
00:22:46: Das ist doch keine Lösung.
00:22:47: Dass da nur... Ihr müsst mehr arbeiten.
00:22:50: Ich glaube, dass in vielen Bereichen die Menschen sich fast schon kaputt gearbeitet haben.
00:22:54: Und es ist einfach nicht reicht.
00:22:55: Vielleicht sollte man Migration ein bisschen cleverer angehen.
00:22:57: Vielleicht sollte man einfach mal ein paar bessere Ideen haben.
00:22:59: neue wirtschaftliche Sektoren zu erschließen.
00:23:03: Aber das ist alles so alte Bundesrepublik.
00:23:06: Das Gefühl, das sind so Vorschläge aus den Achtzigern.
00:23:09: So, und jetzt nochmal zu den unangenehmen Fragen.
00:23:11: Wir haben jahrelang auf Effizienz gearbeitet.
00:23:14: Also schön billigste Produktion aus China und Russland.
00:23:18: haben wir das alles optimiert.
00:23:20: Die wirtschaftlichen Verflechtungen sollten Kriege verhindern.
00:23:23: Haben sie nun mal nicht.
00:23:24: Jetzt haben wir den Ukraine Krieg und die Russen machen, was sie wollen.
00:23:27: Also die russische Regierung, nicht die Menschen, die da wohnen.
00:23:29: Unterschied.
00:23:31: Und die Frage, die unangenehmste ist, wie viel Wohlstand sind wir in Deutschland bereit jetzt zu opfern, um krisenfest, aber wahrscheinlich teurer zu sein?
00:23:38: Wir baden jetzt aus, was im Fall der Fälle falsch entschieden wurde.
00:23:42: Dass sich jetzt nicht rückblickendes besser wissen, aber wir müssen schon feststellen, dass da Fehlentscheidungen getroffen wurden.
00:23:47: Und wir haben riesen Problemen.
00:23:48: Das Sondervermögen, also die Schulden, die wir jetzt ausgeben, um Sachen zu fixen, die wir eigentlich ganz woanders ausgeben müssen, das hat erst mal einen Effekt auf die Wirtschaft.
00:23:57: Das klingt erst mal cool, hilft uns aber nicht.
00:23:59: Jetzt wird es ein bisschen komplex.
00:24:00: Ich habe etwas gefunden.
00:24:01: Das finde ich aber ultra spannend.
00:24:03: Ich hoffe, du gehst mit mir dem Weg.
00:24:04: Da sind ein paar komplizierte Wörter dabei, aber ich erzähle es als Geschichte.
00:24:09: Es gibt das Bastia-Paradoxon.
00:24:12: Bastia ist ein Forscher, also Friedrich Bastia, französischer Ökonom.
00:24:18: Er hat genau zu diesem Thema die Parabel vom zerbrochenen Fenster erfunden.
00:24:23: Er beschreibt den häufigsten Denkfehler genau in der Wirtschaftspolitik, die wir heute erleben.
00:24:29: Angenommen, wir haben ein Haus als Staat.
00:24:31: Unten Junge oder irgendwer wirft die Fensterscheibe ein.
00:24:35: Das ist ein Glücksfall für die Wirtschaft, würde man ja meinen.
00:24:37: Da hat der Glaser jetzt ja Arbeit und mit seinem verdienten Geld wiederum kann er andere Handwerker bezahlen.
00:24:44: Also zack, zack, zack.
00:24:45: Es scheint, als hätte der Steinwurf in Klammern eine Krise die Wirtschaft angekobelt.
00:24:51: Und jetzt gucken wir uns das an.
00:24:52: passt ja, teilt genau diese Szene in zwei Sachen auf.
00:24:55: In eine, die man sieht und eine, die man nicht sieht.
00:24:57: Was man sieht ist, der Glaser repariert das Fenster und bekommt dafür Geld.
00:25:01: Und genau der Geldplus wird dann sichtbar als Wachstum gefeiert.
00:25:05: Macht man jetzt ja, wünsch, es sieht ja gar nicht so schlimm aus, weil wir haben jetzt ja Geld aufgenommen, also Schulden.
00:25:10: Was man nicht sieht, der Besitzer des Fensters, also wir, der Staat, hätte das Geld eigentlich für, weiß nicht, neue Schuhe und Buch ausgegeben.
00:25:18: Das findet jetzt aber nicht statt.
00:25:20: Weißt du, was ich mein?
00:25:21: Der Schumacher hat also weniger Arbeit und der Besitzer hat am Ende nun repariertes Fenster anstatt eines heilen Fensters und neue Schuhe.
00:25:29: Und genau das wird oft angeführt.
00:25:30: Wenn behauptet wird, dass Naturkatastrophen Kriege oder die Billionverluste durch Krisen die Wirtschaft durch Wiederaufbauprogramme ankobeln würden.
00:25:40: Also wir werden ja eigentlich gerade nur gezwungen, Geld umzuverteilen, um einen alten Zustand mühsam wiederherzustellen.
00:25:48: Und wir investieren mit unseren Schulden In den Erhalt statt in den Fortschritt.
00:25:53: Und das ärgert mich.
00:25:54: Das ärgert mich einfach.
00:25:55: Nicht, dass ich irgendeine clevere Lösung hätte, aber ich bin auch kein Ökonom und ich bin kein gewöhnter Politiker.
00:26:00: Aber ich finde, man kann schon mal ein bisschen Kritik üben, dass es geht so gut läuft.
00:26:08: Gucken wir uns was Schönes an.
00:26:10: Die Kirschblüte.
00:26:12: Zweihunderttausend.
00:26:14: Zweihunderttausend Leute sind zu viel und dem benehmen sich richtig daneben.
00:26:19: Es sind millionenfach geklickte und geleigte Fotos.
00:26:22: Es sieht ja auch wunderschön aus.
00:26:24: Es ist die Kirschblüte in Japan.
00:26:26: Und die lockt viele Menschen an und begeistert weltweit.
00:26:29: Weil der Jengrat so gut steht, ist nach Japanreisen genau jetzt super günstig.
00:26:34: Und das führt natürlich zu einer Begeisterung für die Leute durch Tourismus Geld verdienen.
00:26:38: Aber jetzt wurde das Kirschblüten fest in der Stadt Fujiyoshida mit Blick auf Fujiyama abgesagt.
00:26:47: Das Kürschblütenfest, im Jahr ist abgesagt.
00:26:51: Und er fragt sich doch so, warum, was ist los?
00:26:53: Und die Geschichte finde ich super spannend, deswegen erzähle ich dir und ich habe auch noch mal nachgedacht, es gibt ja auch andere legendäre Orte, die mal gesperrt waren für die Öffentlichkeit.
00:27:02: Also warum ist das Kürschblütenfest abgesagt?
00:27:04: Aufgrund von Über-Tourismus und dem damit verbunden rücksichtslosen Verhalten vieler Besucher, Bürgermeister Shigiro Horiyuchi, erklärt, dass das ruhige Leben und die Würde der Einwohner bedroht wäre aktuell, wenn er das gemacht hätte.
00:27:21: Jetzt kommt's, und nicht mein Ding, sondern fast ja ein Kopf, zu den konkreten Gründen der Absage zählen, respektloses Verhalten.
00:27:28: Die Touristen haben nämlich unbefugt Privatgrundstücke betreten, um irgendwie coolere, neuere Fotos für ein Instagram-Feed zu haben und haben dann im Fall der Fälle in die Gärten gepinkelt und geschissen.
00:27:40: Das konnte ich gar nicht glauben, als ich das gelesen habe.
00:27:43: Das heißt, du gehst in ein kleines japanisches Örtchen.
00:27:46: Mit Blick auf den Fujiyama, auf dem wundervollen Berg mit der kleinen Schneekuppe oben.
00:27:51: Links um die rechts um dich herum ist eine Kürspüte.
00:27:53: Du guckst auf einen großen Tempel und gehst im privaten Grundstück und wickelst den an die Hecke, um dann Selfie zu machen.
00:28:02: Sag mal, Touristen sind doch scheiße, oder?
00:28:05: Wer macht denn sowas?
00:28:07: Ich kenne doch nicht auf dem Leben, auf die Idee, auf den Privat als Grundstück zu gehen.
00:28:11: Oh, ich find das ein Traum.
00:28:13: Also ich hab Tränen gelacht vorhin.
00:28:16: Also, einmal das respektlose Verhalten, deswegen Absage, aber auch Verkehrschaos.
00:28:21: Und da haben wir so ein bisschen das Problem.
00:28:22: Die Infrastruktur ist in der Kleinstadt einfach nicht auf den Ansturm vorbereitet.
00:28:27: Seit Ewigkeiten nicht.
00:28:29: Zweihunderttausend Besucher während der Festwoche im letzten Mal waren zu viel.
00:28:33: Und deswegen kam es immer zu dauerstaus.
00:28:35: Das heißt, die Leute, die da wohnen, die können nicht mehr einatmen und ausatmen und ihren normalen Alltag leben.
00:28:40: Fragt man sich doch aber grundsätzlich, bevor ich dann wieder ins gleiche Hornblase, warum bereitet sich dann eine Region nicht konkret darauf vor, dass da viele Menschen hinwollen, wenn man so eine Besonderheit hat?
00:28:52: Kann man schon fragen.
00:28:54: Na gut, Fakt aber, es gab auch viel Müll, viel abgeweckeworfener Abfall und Zigarettenstumme haben die Gemeinde auch noch belastet.
00:29:03: Auch das Ähweh schmeißt dann einfach seinen Scheiß irgendwie auf die Straße meine Güte.
00:29:08: So, dieses Festival wäre eigentlich Ende März bis Mitte April gewesen.
00:29:11: Jetzt eben nicht mehr.
00:29:13: Problem aber, das Festival in dem Dorf ist abgesagt, den Park mit dem Blick auf den Fujiyama, den gibt es aber noch und der ist offen.
00:29:21: Und jetzt kannst du dir überlegen, das Festival ist abgesagt, gehen also noch mehr in den Park und der Park sieht dann noch schlimmer aus um die Ecke.
00:29:28: Menschen können einfach richtig schlimm sein, wenn die Touristen sind.
00:29:32: In den sozialen Medien wird jetzt lebhaft darüber diskutiert.
00:29:35: Was bedeutet das?
00:29:36: Sind wir als Touristen zu blöd?
00:29:37: Darf man nicht mehr reisen, weil man dann Orte kaputt macht?
00:29:40: Müssen wir einfach respektieren, dass man bestimmte Sachen selber einfach nicht in seinem Leben erleben darf?
00:29:45: Oder muss es viel teurer werden?
00:29:47: Und das ist doch auch wieder schrecklich, weil das hieß ja nur reiche Menschen dürfen an tolle Orte.
00:29:52: Aber die Diskussion finde ich super spannend und das Phänomen, das Orte aufgrund von Über-Tourismus.
00:29:57: komplett geschlossen oder extrem eingeschränkt werden, nimmt weltweit zu.
00:30:01: Staaten sagen, ne, Freund, hier ist Feierabend.
00:30:06: Ich hab mir mal die krassesten Beispiele rausgesucht.
00:30:08: Natürlich denke ich sofort an Maya Bay in Thailand.
00:30:11: Das ist genau dieser eine Strand, der durch den Film The Beach mit Leo DiCaprio weltberühmt geworden ist.
00:30:17: Zwei Tausend Achtzehn ist er komplett für Touristen gesperrt worden.
00:30:21: Ursprünglich sollte der nur vier Monate gesperrt sein, blieb am Ende aber fast vier Jahre zu.
00:30:26: Weil das Ökosystem so dermaßen im Eimer war, dass man es retten musste.
00:30:31: Besonders Korallen ging es gar nicht so gut.
00:30:34: Die brauchten Erholungspause.
00:30:35: Hier, Boracay auf dem Philippinen.
00:30:38: Die gesamte Insel wurde für sechs Monate für Touristen gesperrt, nachdem eine damalige Präsidenziehe ins Klo Ake bezeichnet hat.
00:30:45: Es wurden massive Reinigungsarbeiten und der Bau von Kläranlagen durchgeführt.
00:30:49: Äh, gute Idee grundsätzlich.
00:30:52: Hier, Mount Everest.
00:30:54: Meine persönliche Meinung macht den Mount Everest ganz zu, warum sollen permanent Leute da andauernd hochladchen?
00:30:59: Oder nicht mal selber hochladchen, sie lassen sich ja alles hoch tragen.
00:31:03: Die wenigsten gehen ja wirklich mit dem Equipment da hoch.
00:31:06: Aber dann kannst du auch wieder sagen, die Sherpas verdienen kein Geld.
00:31:08: Es ist alles so schwierig.
00:31:10: Venedig nimmt jetzt auch Eintritt und in Kyoto, in diesem wundervollen Vierteln, wo die Geschas wohnen, da gibt es jetzt auch Sperren.
00:31:18: Also, private Gassen dürfen dann nicht mehr betreten werden, weil die Touristen, die Leute, die da gewohnt haben, vor allem die Gehschers in den Kundenkunderbunden gewendern, genervt haben, können Foto machen oder wahrscheinlich nicht mal gefragt.
00:31:31: Und jetzt kommt das Spannende.
00:31:33: Allein die ökologische Regeneration in der Maya Bay, also bei diesem The Beach Beach.
00:31:39: War sensationell.
00:31:41: Innerhalb kürzester Zeit war der Effekt folgender.
00:31:44: Schwarz-Spitzen-Riff-Heier sind zurückgekommen.
00:31:45: Korallen haben sich super schnell erholt.
00:31:48: Und die Natur insgesamt hat sich verblüffend schnell regeneriert, als der menschliche Druck einmal weg war.
00:31:56: Da sieht man doch schwarz auf weiß, was wir alles kaputt machen, nur weil wir im Einbild dürfen da auch hin.
00:32:01: Dumm ist halt nur, wenn der eine Ort dicht macht und der Ort nebenan offen hat, dann fahren ja alle, die normalerweise in diese Region wollten, in den Ort daneben und da wird es dann doppelt katastrophal.
00:32:12: Das nennt man in der Wissenschaft Displacement Effekt.
00:32:15: Dann wird ein weniger bekannter Ort nebenan plötzlich komplett überrannt und der war gar nicht darauf vorbereitet.
00:32:21: Und was wir auch nicht vergessen dürfen, Menschen, die da leben, erwarten ja den Besuch und versuchen ihren Lebensunterhalt irgendwie zu verdienen.
00:32:29: Es ist so krass, wenn du dich über Tourismus auseinandersetzt, ist ja nicht nur, ich fahre mal irgendein so ein Risseort, dann habe ich eine gute Zeit.
00:32:34: Alles drumherum ist ja wichtig.
00:32:36: Was ich aber nur verstehen will, ist, warum benehmen wir uns zu hart kurzer nehmen und nehmen es einfach als gegeben, dass man immer alles machen kann.
00:32:44: Das geht einfach nicht mehr.
00:32:47: Also, Fazit, Schließungen werden zunehmend als legitimes Mittel gesehen, um ikonische Orte von dem Kollaps zu retten quasi.
00:32:54: Und ob das mit dem Kürspüten fest jetzt so eine gute Idee war, weiß ich nicht, wenn der Park nebenan immer noch offen hat.
00:33:00: Aber gibt es halt diese ja vielleicht ein paar weniger Fotos von der Kürspüte.
00:33:05: Ein Thema habe ich noch.
00:33:06: Das hat mich so ein bisschen überfallen.
00:33:07: Ich habe ein Artikel gelesen in Zeitwissen und habe mich inspirieren lassen.
00:33:13: Und dann bin ich abgetaucht und heiaiaiai bin ich abgetaucht.
00:33:17: Da kann man sich ja richtig kaputtlesen.
00:33:20: Achtung.
00:33:24: Für fünfundzwanzig Dollar im Monat sind wir unsterblich.
00:33:29: Was ist, wenn wir digital nie sterben würden?
00:33:32: Das ist ein verrückter Satz allein schon.
00:33:34: Das ist jetzt aber ein immer größer werdendes Business Konzept.
00:33:37: Trauern mit KI.
00:33:40: Ich habe also in diesem Zeitwissen Artikel darüber gelesen, dass genau das jetzt gerade das Business wird.
00:33:47: Trauern ist eine der tiefsten menschlichen Erfahrungen, die wir so haben.
00:33:52: Und in den letzten Jahren hat genau die sich zunehmend zu einem lukrativen Marktsegment entwickelt.
00:33:58: Und das wird oft bezeichnet als Death-Tech, also Todestechnologie oder Grief-Tech, Trauertechnologie.
00:34:06: Und dieses Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr, in dem Jahr.
00:34:24: Während Death Tech früher eher so eine digitale Nachlassverwaltung war, also werkriechiges Passwort und sowas, ist Grief Tech heute ein hochgradig emotionaler KI-Sektor.
00:34:35: Unternehmen nutzen dabei die Verletzlichkeit und das Bedürfnis nach Trost aus, um technologische Lösungen zu vermarkten.
00:34:43: Lange Zeit war das Geschäft mit dem Tod ja also Bestatter, Steinmetze, Florist sowas halt, ne?
00:34:48: Kennen wir ja.
00:34:50: Heute umfasst die Branche alle möglichen digitalen Dienstleistungen, die weit über ein normales Begräbnis rausgehen.
00:34:57: Und der neueste Trend ist die Kommerzialisierung von sogenannten AI-Twins oder Deathbots.
00:35:03: Und das finde ich, um es gleich mal vorweg zu sagen, super spukig.
00:35:07: Für twenty-fünf Dollar im Monat, das ist der aktuelle Startpreis für den erste Anbieter, wie so Alternos, habe ich gelesen, so eine Firma aus Palo Alto, bereits jetzt schon Dienste anbieten, die einen digitalen Klon erstellen, während man noch lebt.
00:35:21: Also du musst dich jetzt dazu entscheiden, ich klone nämlich selber digital.
00:35:25: Diese Systeme werden mit deinem kompletten digitalen Fußabbrück gefüttert.
00:35:29: WhatsAppverläufe, Sprachnachrichten, Social Media, alles was du selber irgendwann mal gepostet hast.
00:35:35: um dann nach dem Tod als interaktive Avatar weiter zu existieren.
00:35:41: Frage eins, warum sollte man das machen?
00:35:43: Ich würde doch auf gar keinen Fall das irgendein kleines und sketchy Unternehmen, da alle meine privaten Sachen hat.
00:35:48: Aber es machen viele Menschen wohl.
00:35:51: Und es soll die KI-Schulen, dass die dann irgendwann so redet und schreibt und agiert wie du.
00:35:58: Deine Wortführung, wie du schreibst, so was.
00:36:03: Und das finde ich ja heavy.
00:36:05: Wenn man jetzt so ein Blick ein bisschen breiter drauf packt, auf Death Care Services, also Technologien für Bestattungen, Krematorien und digitale Gedenkstätten oder sowas, dann wird der Markt für zwei tausend sechsundzwanzig schon auf einhundert achtundvierzig Komma sechs Milliarden Dollar geschätzt.
00:36:22: Start-ups verwalten, dann Passwörter, Social-Media-Konten und digitale Testamente als kostenpflichtigen Service.
00:36:30: Also du hast da nicht nur noch ein Spotify-Abo, sondern du hast dann einfach auch so ein Ja, ich bin demnächst Tod-Abo.
00:36:36: Oder du hast für jemand dieses Abo.
00:36:39: Ich meine, ganz wichtig, niemandem soll vorgeschrieben werden, wie er oder sie trauert.
00:36:44: Das ist eine höchst subjektive, höchst individuelle und sehr private Geschichte.
00:36:49: Ich finde nur, rein ökonomisch Menschen beim Leid auszunehmen, richtig schrecklich.
00:36:55: Und natürlich kann man sich entscheiden, weiß ich nicht, Schmuck aus der Asche von Verstorbenen zu pressen.
00:37:01: So einen Diamanten gibt's ja schon, oder von Hunden katzen wir auch immer.
00:37:04: Das soll jeder machen, wie er gerade lustig ist oder was hilft.
00:37:09: Aber es gibt jetzt auch schon QR-Codes auf Grabsteinen, die dann zu einer interaktiven Biografie führen.
00:37:16: Kein Witz!
00:37:18: Nur der QR-Code allein ist es ja nicht.
00:37:20: Die Homepage, auf der das dann gehostet wird, die musst du monatlich bezahlen.
00:37:25: Und dann kommt im Fall der Fälle ein KI-Avatar der verstorbenen Person, die mit dir dann redet.
00:37:32: Und das finde ich bizarr.
00:37:34: Die KI wird somit, ja, die Art und Weise, wie wir mit Abwesenheit, wir sagen mit Tod umgehen, radikal verändern.
00:37:40: Diese Deadbots oder Deathbots oder Phanabots oder wie die heißen, ne?
00:37:45: Also KI-Systeme von eben schon gesagt, Eternos oder hier, AFTA gibt's eine Firma, die nehmt zur Lebzeit dann Sprachproben, Texte und Fotos, wie eben schon gesagt.
00:37:54: Und nach dem Tod können Angehörige dann, wenn sie Sehnsucht nach der verstoppenden Person haben, mit dem digitalen Zwilling chatten oder telefonieren.
00:38:03: Ich bekomme bei der Idee Gänsehaut und nicht die Gute.
00:38:08: Diese Videoplattform nutzen dann die KI, um durch alte Fotos diesen Menschen zum Leben zu erwecken.
00:38:15: So dass der Verstorben sich dann auf dem Bildschirm froh dir lächelt und blindzelt, um mit dir spricht.
00:38:20: Will, will man das?
00:38:22: Das ist doch nicht gesund, wäre meine Idee.
00:38:25: So, was sind die Folgen?
00:38:26: Fragen wir doch mal die Wissenschaft.
00:38:28: Die psychologischen Auswirkungen von Grieftag, also dieser Trauertechnologie, und KI-Avataren sind nämlich jetzt ganz genau in diesem Moment Gegenstand intensiver Forschung.
00:38:38: Wissenschaftler warnen jetzt schon davor, dass die Technologien die Grenzen zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten viel zu stark verwischen, was tiefgreifende Folgen für die menschliche Psyche haben kann.
00:38:49: Das Kernproblem auf psychologischer Sicht ist die Störung von einem, so nennen sie das, Realitätstest.
00:38:55: Um trauergut und gesund bewältigen zu können, muss das Gehirn die Informationen akzeptieren, diese Person existiert nicht mehr.
00:39:04: Das muss integriert werden.
00:39:06: Wenn dann aber permanent so ein KI-Datboard in Echtzeit antwortet, wenn du das willst.
00:39:13: Und natürlich willst du das, wenn jemand gerade frisch verstorben ist, weil das Belohnungssystem im Gehirn sofort Dopamin ausschüttet und denkt, ach Mensch, ich höre die Stimme, ich sehe das Gesicht.
00:39:22: Das lindert den Schmerz in dem Moment natürlich.
00:39:25: Aber langfristig sagen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, kann das zu einer chronischen Trauerfühle aus der du nicht mehr rauskommst, weil es keinen finalen Abschied gibt.
00:39:34: Du kannst nicht abschließen.
00:39:36: In der modernen Trauerforschung ist die Idee des Loslassens, übrigens nach Siegmund Freud, teilweise durch das Modell der Continuing Bonds ersetzt worden.
00:39:46: Das ist moderner Umgang damit.
00:39:48: Das wiederum verstehe ich, aber ganz vorsichtig muss man ganz klar unterscheiden.
00:39:52: Es geht um eine gesunde Bindung zum Verstorbenen oder zu der Verstorbenen und die kann auch aufrecht erhalten werden.
00:39:59: Die Experten unterscheiden aber ganz strikt.
00:40:01: Es gibt passives Gedenken, das heißt du kannst dir Fotos anschauen, Briefe lesen oder Friedhofbesuche machen.
00:40:08: Das was wir immer schon machen.
00:40:10: Man sieht dann handgeschrieben etwas.
00:40:13: Man sieht ein Foto, man geht an ein Grabstein oder einen ganz besonderen Ort.
00:40:17: Das ist gesund.
00:40:20: Ungesund, wir sagen sehr problematisch, finden die tatsächlich die Erwartung einer Antwort von einer KI.
00:40:27: Die Forscher waren, dass KI-Interaktionen so etwas wie eine Ersatzbeziehung schaffen, die den Trauernden massiv daran hindert, neue soziale Bindung im realen Leben einzugehen und um endlich Abstand zu gewinnen, weil ja die verstorbene Person, die man so geliebt hat, immer da ist.
00:40:42: Und jetzt überleg mal, wenn das in die Hose geht.
00:40:46: Das ist ja noch ein ganz schlimmeres Problem.
00:40:48: Wenn jetzt dieser KI-Avatar Dinge sagt, die der Verstorbene nie gesagt hätte, oder aggressiv wird oder verwirrt reagiert, dann kann das bei den Hinterbliebenen ja so was für ein massives Trauertrauma auslösen.
00:41:01: So dem besteht auch die Gefahr, dass dieses vom Digital Ghosting.
00:41:06: Was ist denn, wenn du jetzt so eine Firma bezahlt hast und die Gepleite oder das Abo läuft aus, oder du hast keine Internetverbindung, dann ist die Person ja weg, aber du hast gerade eben noch gedacht, du telefonierst jetzt mit der.
00:41:16: Dann hast du den Verlust nicht nur einmal, sondern zweimal oder dreimal.
00:41:21: Richtig krasses Thema.
00:41:24: Jetzt am Wochenende übrigens, ich bin ja wirklich nur tief rein ins Thema, hat sich nur Journalistinnen von der BBC, also in England, sich selbst zu so einem Deathbot verwandeln lassen.
00:41:33: Und die Ergebnisse beschreibt sie als faszinierend und verstörend, weil dieser KI-Avatar von der sehr nah an ihre G-Stick-Mimik rankommt.
00:41:43: und auch das, was sie sagt, nur wie sie es sagt, ist total unmenschlich.
00:41:48: Also ganz kühl.
00:41:50: Es ist total verrückt.
00:41:51: Es ist total verrückt.
00:41:54: Ich glaube, dass wir in allen Lebensbereichen, die KI akzeptieren müssen, die ist jetzt für immer da.
00:42:00: Und die KI gibt es ja schon gar nicht.
00:42:02: Also künstliche Intelligenz im Allgemeinen.
00:42:04: Ich finde selbstlaufende Roboter total schrecklich.
00:42:06: Es gibt doch diese Boston Dynamics oder so heißt diese Firma.
00:42:10: Da habe ich gerade eben einen selbst laufenden funke-steuerten Roboter gesehen.
00:42:14: Oder wahrscheinlich denkt er schon selber in diesem Labor.
00:42:17: Und der hat einen Flipp gemacht.
00:42:19: In den Seite hoch.
00:42:20: Ich bin es nicht hingefallen.
00:42:22: Der Roboter.
00:42:23: Das macht mir Angst, wenn ich ganz ehrlich bin.
00:42:26: Dass da Roboter sich frei bewegen und im Hintergrund hörste die Forscher übeln.
00:42:30: Das ist natürlich eine massive Leistung rein, technisch gesehen, aber ich finde freiche offene Roboter schrecklich.
00:42:36: Wir können irgendwie vorher vorstellen, wofür die eingesetzt werden.
00:42:39: Und dann haben wir KI in jedem unserer Lebensumstände.
00:42:43: Und da wiederum, liebe Politik, bräuchten wir ein paar Spielriege.
00:42:47: dass eben nicht alles geht, was die Technik gerade so vorschlägt.
00:42:50: Da salten wir mal ran.
00:42:53: Ja, heute breite Themenmix, ein bisschen ernst aufgehört, aber ich finde so ein Thema kann man gut ansprechen, wenn man quasi in so einem kleinen geschützten Raum ist, wie hier in diesem Podcast.
00:43:05: Wir sind ja nur unter uns, du und ich.
00:43:07: Ich erzähle ein bisschen, du hörst zu und dafür möchte ich mich bedanken.
00:43:10: Vielen, vielen Dank für ganz viel Rückmeldung die letzten Wochen.
00:43:14: Die beiden Spezialepisoden, die man gerne noch nachhören kann, einmal zu Eis, dieser schrecklichen Einwanderungsbehörde in Amerika, die eigene Mitbürger abschlachtet auf der Straße.
00:43:23: Ja, habe ich gesagt und bleibe auch dabei.
00:43:25: Und ähnlich schlimm gelagertes Thema oder eigentlich genauso schrecklich, wenn es um die Menschen geht, im Iran.
00:43:31: Das Gespräch mit Daniela Siperi, um zu verstehen, was die Revolution im Iran gerade möchte und wie das Leben im Iran gerade ist.
00:43:39: In Klammern sehr, sehr schrecklich für viele Millionen Menschen.
00:43:43: Und ich möchte mich noch beim letzten Gesprächspartner Martin Rütter bedanken, der wirklich ganz großartig gesprochen hat über Politik, über die Gesellschaft, über seine Familie.
00:43:52: Das macht mir als sehr viel Freude und du und viele andere sind dabei und schreiben mit zurück und sagen, hey, hör ich gerne, bin ich gerne dabei und die Reise gehe ich mit.
00:44:01: Vielen Dank.
00:44:02: Ich weiß immer viel, wenn ich mich hier so ein bisschen reinnörde, aber solange wir lustige Nachrichten vom Luhra haben, ist zwischendurch immer was zu lachen da.
00:44:11: Crazy!
00:44:12: Also, das war der Dienstag.
00:44:14: Hier wieder ein bisschen Hausaufgaben.
00:44:16: Du musst da leider durch.
00:44:17: Bitte gerne, wenn du noch nicht gemacht hast, fünf Sterne und eine Bewertung da lassen.
00:44:22: Gerne abonnieren, wie man im Neudeutsach, mach mal die Glocke weg.
00:44:26: Und bitte drei Leuten Bescheid sagen, dass dieser Podcast hörbar ist.
00:44:30: Also nett ist und das Leben im Positiven verändert.
00:44:34: Das würde mir sehr helfen, damit ich dir diesen Podcast geben kann.
00:44:38: So oft, wie es mir eben nur möglich ist.
00:44:41: Am Freitag habe ich übrigens, das darf ich jetzt schon sagen, um sozialen Druck auf ihn auszuüben.
00:44:44: Ein großartigen Gast, da freue ich mich drauf.
00:44:47: Der liebe Kollege Comedian Bastian Bielendorfer wird da sein.
00:44:51: Mit dem quatsch ich und dann hören wir uns am Freitag wieder.
00:44:55: Das ist Zeitag vor heute, das ist der Dienstag.
00:44:58: Ich wünsche dir eine wundervolle Woche gesund, fröhlich und immer noch die Erinnerung an das Motto vom Wochenende, was das Motto für unser ganzes Jahr sein sollte.
00:45:08: Vielleicht auch für das Leben.
00:45:10: Das einzige, was größer ist als der Hass, ist die Liebe.
00:45:15: Danke, Bedbani.
00:45:16: Muchas gracias, Amano.
00:45:19: Ciao, ciao, ciao, ciao.
00:45:20: Tschüss.
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