#057 - SPEZIAL: Causa Collien – Gewalt gegen Frauen
Shownotes
Heute geht es um ein Thema, das alles andere überlagert: Gewalt gegen Frauen. Ausgehend vom Fall Collien Fernandes sprechen wir über digitale sexualisierte Gewalt, über Deepfakes und Identitätsdiebstahl – und darüber, warum Betroffene in Deutschland oft nicht ausreichend geschützt sind. Wir schauen auf aktuelle Zahlen zu Partnerschaftsgewalt, auf strukturelle Probleme im System und darauf, wie Deutschland im europäischen Vergleich dasteht. Es geht um rechtliche Lücken, politische Versäumnisse und die Frage, warum Schutz oft vom Wohnort abhängt. Gleichzeitig geht es um Verantwortung: die Rolle von Männern, den Umgang mit solchen Fällen in der Gesellschaft und darum, was sich konkret verändern muss.
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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)
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00:00:00: Hi!
00:00:01: Bevor ich anfange, eine kurze Trigger-Warnung.
00:00:04: In dieser Folge spreche ich über Gewalt in Partnerschaften und sexualisierte digitale Gewalt mit konkreten Zahlen und einem diesem einen realen Fall.
00:00:13: Das sind wichtige Themen die ich ansprechen möchte weil sie uns alle angehen und weil sich viel zu oft im Dunkeln bleiben.
00:00:19: Wenn du gerade weißt dass dich das persönlich berühren wird und zu sehr mitnehmen, macht gerne eine Pause.
00:00:25: Du kannst die Folge auch gerne später oder gar nicht hören.
00:00:28: Das ist absolut deine Entscheidung und wird hier überhaupt nicht gewertet für alle anderen.
00:00:33: Hier ist die heutige Episode.
00:00:46: es ist Dienstag der vierundzwanzigste Dritte zwei tausend sechsten zwanzig hier ist Daniel Boschmann mit Zahltag.
00:00:52: wir rechnen Mitte Woche ab.
00:00:53: ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter erst die Meldung dann das abschweifen dass ist jeder Auftrag gleich zum Punkt.
00:01:02: Nicht alle Männer, aber immer ein Mann.
00:01:06: Und die Scham muss die Seite wechseln!
00:01:09: Diese zwei Sätze stehen heute in dieser Folge über allem und sollen mir auch der Leitfaden sein.
00:01:15: Ich habe hier im Podcast schon über die Epstein-Akten gesprochen und den Fall Giselle Pelikot.
00:01:21: Liebe Grüße in diesem Fall an Elena Gruschka.
00:01:23: Sie waren mir an der Stelle wirklich eine ganz tolle Gesprächspartnerin und haben mir weitergeholfen.
00:01:27: In diesen Folgen habe ich immer wieder betont, dass sich meine Wut ganz schlecht kanalisieren kann bei diesem Themen.
00:01:32: Und ich immer noch fassungslos dastehe wenn Frauen über ihr Mathürium berichten.
00:01:38: Ich bin aber nicht sprachlos und das ist der Unterschied!
00:01:41: Ich kann und werde meine Stimme erheben und das mache in diesem Fall auch in diesem Podcast.
00:01:46: Ich wollte nur nicht – und das vielleicht zur Erklärung warum jetzt erst?
00:01:50: Ich wollte nun nicht irgendwas auf Insta gemacht haben ohne mich intensiv mit dem Thema mal auseinandergesetzt zu haben Und auch wenn diese Folge aufgrund des Titels wahrscheinlich wieder vermehrt Frauen hören werden, das zeigt die Erfahrung.
00:02:02: Ich als Mann sage alle Männer jetzt zuhören verstehen wollen und dann ab sofort immer laut werden Wenn man etwas sieht was nicht sein darf.
00:02:13: Das ist mein Appell das ist meine Hoffnung.
00:02:16: ich habe hier letztlich in meinem eigenen Podcast gelernt dass sich viele frauen Die Opfer von Gewalt geworden sind ob physisch psychisch oder digital, wünschen Überlebende genannt zu werden und nicht Opfer.
00:02:29: Dass ich Colin Fernandes diesbezüglich noch nicht positioniert hat, bleibe ich für mich erstmal bei dem Wort Opfer weil es mir irgendwie noch näher ist und weil es wahrscheinlich tiefer in meinem System drin ist wenn ich über Sachen spreche.
00:02:40: Ich will nur dass du weißt das sich von der Entwicklung weiß Und wenn man mich darum bittet über Lebende zu sagen dann bin ich der Letzte da es ablehnen würde.
00:02:48: Und eine wichtige Sache noch Du wirst sicher schnell feststellen dass ich in dieser Folge einen Namen schlichtweg nicht erwähnen werde.
00:02:55: Da habe ich mir viele Gedanken zugemacht, das hat vor allem jetzt aber den Grund, dass sich der Person einfach keine Fläche bieten möchte und mir die Schilderung des mutmaßlichen Opfers reicht!
00:03:05: Und auch hier nochmal zur Erklärung – Mutmaßlich sage ich nur wegen journalistischer Akkuratesse und nicht aus einer persönlichen Wertung heraus….
00:03:12: Das ist ganz wichtig!
00:03:14: Ich glaube, Collin Punkt Es ist das alles bestimmte gesellschaftliche Thema in Deutschland gerade.
00:03:21: Hätte es aber auch ohne diesen schrecklichen Aufhänger endlich mal sein müssen, wenn man ehrlich ist.
00:03:26: Mir geht es heute in dieser Folge von Zahltag um Gewalt an und gegen Frauen.
00:03:31: Es geht mir um systemisches Versagen, es geht um strukturelle Probleme und viel zu viele Fälle die wir endlich ans Tageslicht bringen müssen.
00:03:39: Und am Ende mit der alles entscheidenden Frage Ist Deutschland eigentlich ein Täterparadies?
00:03:44: Was wissen wir zu Gewalt an Frauen in Deutschland?
00:03:47: Was musst du zum aktuellen Fall wissen, wie ist Deutschland im europäischen Vergleich aufgestellt.
00:03:52: Wie sieht es mit Schutz vor digitaler Gewalt aus in Deutschland?
00:03:55: und dann zu uns Männern was können und was müssen wir machen?
00:03:59: Und am Ende habe ich noch eine kleine persönliche Botschaft Damit für alle die gleichen Startbedingungen haben möchte ich dir sofort mal die Situation für Deutschland erklären.
00:04:12: So viele Frauen sind Opfer von Partnerschaftsgewalt geworden.
00:04:15: Deutschlandweit, die aktuellste Studie vom Bundeskriminalamt.
00:04:18: Nennt sich Bundeslagebild Häusliche Gewalt, zwei-tausend vierundzwanzig veröffentlicht letzten November.
00:04:24: Aktueller geht es vonseiten der Polizei nicht.
00:04:27: Jede zweite Frau in Deutschland hat bereits psychische Gewalt in einer Partnerschaft erlebt.
00:04:32: jede fünfte Frau körperlicher Gewalt.
00:04:35: eine sehr wichtige Studie kam jetzt im Februar raus.
00:04:37: das ist die Lesubia Dunkelfeldstudie namentlich Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag.
00:04:44: Das ist die bisher größte Opferbefragung Deutschlands!
00:04:47: Und da kommt raus... Und noch eine Zeit, die ich wichtig finde.
00:05:11: Hundertzweiunddreißig Frauen wurden in einem Jahr durch Partnerschaftsgewalt getötet.
00:05:16: Das heißt alle zwei bis drei Tage tötet ein Mann in Deutschland seine Partnerin oder Ex-Partnerin.
00:05:22: So sieht es um die Gewalt in Deutschland aus.
00:05:25: In den letzten Tagen bin ich nahezu nonstop im Internet gewesen wenn ich ehrlich bin Wenn nicht gearbeitet habe und zwar nur zu diesem Thema.
00:05:32: Ich wollte jetzt wirklich mal wissen was hat das damit eigentlich auf sich?
00:05:37: Erst habe ich konkret gesucht, ist klar und dann hat der Algorithmus übernommen.
00:05:40: Was habe ich da gesehen?
00:05:42: Ich habe gesehen eine junge Frau die davon berichtet beim ersten Date gewirkt worden zu sein weil sie angeblich Zitat man einen tollen Heiz zum Würgen hätte.
00:05:53: Ich habe Frauen gesehen die berichten dass sie sich nicht trauen über ihre Geschichten zu reden weil man ihnen ohnehin nicht glauben würde.
00:06:07: Das alles musste ich mit dem Privileg, ein Mann zu sein.
00:06:11: Bescheuerter Satz?
00:06:12: Ich weiß aber nie erleben!
00:06:14: Umso wichtiger ist es also und das habe ich mehr denn je gemerkt Zuzuhören um dann endlich Teil der Veränderung sein zu können.
00:06:22: Und dass ist das Ziel dieser Folge eigentlich Teil der veränderung seien zu können.
00:06:27: Diese Woche hat also diese eine Geschichte das landen damit auch mich erschüttert.
00:06:31: Colin Fernandez Moderatoren und Schauspielerin beschreibt wie ihr online ihre Identität gestohlen wurde.
00:06:39: Wie hunderte Männer aus ihrem Umfeld zu Sexgesprächen mit ihr in Anführungsstrichen eingeladen wurden, wie pornografisches Material verschickt wurde das den Anschein erwecken sollte es stammt von ihr.
00:06:52: sie nennt es was ist eine virtuelle Vergewaltigung.
00:06:56: über Jahre haben gefälschte Accounts auf LinkedIn Paar Ship und Anderswo unter Deepfakes mit Ihrem Gesicht auf Pornoseiten bestanden.
00:07:04: Mithilfe von Anwälten und Löschaufforderungen hat sie vergeblich versucht, das Material aus dem Netz zu entfernen.
00:07:10: Und Sie betont für das Schamgefühl mache es überhaupt keinen Unterschied ob die Bilder echt sein oder nur so aussehen als seien sie echt.
00:07:19: Das erschütterte an diesem Fall ist nicht nur die Tat selbst Es ist das was dahinter liegt.
00:07:24: Diebfegpornografie ist eine besonders invasive ekelhafte Form von Kontrolle.
00:07:29: Der Täter enteignet dass Opfer symbolisch seines Körpers macht ihn zum Objekt öffentlicher Lust und Schande, und zwingt es in eine passive Rolle.
00:07:38: In der es gar keine Gegenwehr mehr geben kann – gegen wen denn auch?
00:07:42: Er versteckt sich ja armselig wie er ist hinter Fake-Accounts!
00:07:46: Und hier kommt der Satz den wir seit Tagen nicht aus dem Kopf geht.
00:07:49: Die Charme muss die Seite wechseln.
00:07:52: Colin Fernandes hat jahrelang geschwiegen.
00:07:54: Nicht weil nichts passiert ist sondern weil es an unseren Gesellschaftgefüge immer noch so funktioniert dass die Charmen DIEjenigen trifft die Opfer geworden sind und nicht diejenigen, die Täter sind.
00:08:05: Sie hat sich geschämt für Bilder, die sie nicht gemacht hat!
00:08:09: Für Profile, die Sie nicht angelegt hat... ...für eine Identität, die man ihr gestohlen hat.
00:08:16: Das ist das Strukturproblem dahinter.
00:08:18: Jede fünfte Frau in Deutschland hat in den vergangenen fünf Jahren digitale Gewalt erlebt.
00:08:23: Bei über neunzig Prozent aller Deepfakes weltweit handelt es sich um nicht einvernehmliche pornografische Inhalte Und in neun von zehn Fällen trifft es Frauen.
00:08:33: Die Scham muss die Seite wechseln bedeutet also, wer sich schämen muss ist nicht die Frau, die darüber spricht.
00:08:38: Es ist der Mann, der das getan hat!
00:08:41: Gewalt gegen Frauen wird in unserer Gesellschaft sehr oft so behandelt als sei sie ein privates Versagen der Betroffenen.
00:08:47: Warum hat sie nichts gesagt?
00:08:49: Warum ist ihr nicht gegangen?
00:08:51: Warum hat Sie das
00:08:52: zugelassen?!
00:08:54: Diese Fragen sind völlig falsch gestellt.
00:08:56: Sie richten sich an die falsche Person.
00:08:58: Die Scham gehört nicht zu denen, die sprechen.
00:09:00: Sie gehört zu denen die schweigen, zu den Tätern und Freunden, die wegschauen.
00:09:04: Zu Institutionen übrigens auch die Versagen.
00:09:07: Colin Fernandes hat sich mit der Anzeige für Spanien entschieden weil dort Frauen besser geschützt werden.
00:09:13: Das ist kein Lob für Spaniens, das ist ein Urteil für Deutschland.
00:09:17: Und der andere Satz?
00:09:18: Nicht alle Männer aber immer einen Mann.
00:09:20: Dieser Satz kursiert seit Tagen.
00:09:22: er ist provokant, unbequem und trifft voll ins Schwarze.
00:09:26: Er sagt nicht alle Männer sind Täter, er sagt wenn eine Frau Gewalt erlebt in der Wohnung im Netz auf der Straße dann ist der Täter fast immer ein Mann.
00:09:34: Das ist keine Anklage das ist Fakt!
00:09:35: Das ist Statistik und Statistika verlangt kein Schuldgefühl.
00:09:40: die verlangte Verantwortung.
00:09:42: Ich habe in den Tagen viel Podcast gehört.
00:09:44: ich hab Insta Beiträge gesehen.
00:09:46: viele davon fand ich wirklich brillant formuliert und auch in der Schnelligkeit sehr gut gemacht.
00:09:51: Tyrannis hat etwas Gutes geschrieben, wie ich finde.
00:09:54: Ich habe eine tolle Podcast-Folge gehört.
00:09:56: Fier The News, Jule und Sascha Lobo muss ich mal also muss sagen ganz tolle Folge!
00:10:01: Ich hab noch nichts gemacht auf Instagram weil ich das Gefühl hatte... ...ich musste ein bisschen mehr machen.
00:10:07: keine Ahnung warum ich das gefühl habe aber ich habe hier im podcast Warum nicht?
00:10:11: Benjamin von Stuckard Barre hat diese Woche was getan dass wirklich sehr selten ist.
00:10:14: er hat sich öffentlich distanziert Von einem sehr engen Freund seit Jahrzehnten.
00:10:18: Er hat geschrieben, digitale sexualisierte Gewalt ist Gewalt.
00:10:22: Und bei Gewalt endet alles wirklich alles!
00:10:25: Er hat hinzugefügt dass Männer einen Satz sich abgewöhnen müssen.
00:10:29: Das kann ich mir nicht vorstellen.
00:10:31: Ja und genau das ist der Kern.
00:10:33: Das ist kein Verrat an einem Freund, das ist eine Haltung.
00:10:36: Und ich glaube, dass dieser Satz – das kann ich mich nicht vorstellen – einer der gefährlichsten Sätze in der Debatte über Gewalt gegen Frauen ist.
00:10:43: Nicht weil er böse ist oder so sondern weil er ehrlich is'.
00:10:47: Weil viele Männer es sich wirklich nicht vorstellen können, so bescheuert sich das anhört.
00:10:52: Wir können es uns nicht vorstellen weil wir's eben nicht erleben!
00:10:55: Weil wir nicht wissen wie es sich anfühlt wenn das eigene Gesicht auf pornografischen Plattformen auftaucht Wenn das eigene Vertrauen zu jemandem als Waffe gegen einen eingesetzt wird.
00:11:05: Wenn man Anzeige erstattet und das System zuckt mit den Schultern und sagt quasi ja weiß ich jetzt auch nicht.
00:11:11: Und das bringt uns hierzu Deutschland Europa und die Frage des Schutzes vor Gewalt gegen Frauen.
00:11:18: Ein juristischer Vergleich.
00:11:19: Erst mal, eine Sache die du kennen solltest ist die Istanbul-Konvention.
00:11:23: Das ist das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt.
00:11:30: Zwei Tausendund Elf in Istanbul unterzeichnet!
00:11:33: Zweitausend Elf!
00:11:35: Das ist der bislang umfassendste völkerrechtliche Vertrag zum Schutz von Frauen vor Gewalt.
00:11:40: Was dieser Vertrag inhaltlich fordert sind vier P's.
00:11:44: erstes p Prevention, also Prävention.
00:11:47: Staaten müssen Gewalt verhindern aktiv.
00:11:50: Bildungsprogramme, Sensibilisierungskampagnen, Täterarbeit.
00:11:54: Zweites P., Protection, also Schutz.
00:11:56: Sofortige Schutzmaßnahmen für Betroffene Wegweisung, Betretungsverbote, Schutzpläne für Frauenhäuser und in Frauenhäusern.
00:12:04: Drittes P., Prosecution, also Strafverfolgung.
00:12:08: Alle Formen von Gewalt gegen Frauen müssen als Straftaten verfolgt werden auch wenn das Opfer keine Anzeige stellt.
00:12:15: Und das vierte P?
00:12:17: Provision, also Unterstützung.
00:12:19: Flächendeckender Hilfsangebote, Frauenhäuser Beratungsstellen, Krisentelefone Medizinische und psychologische Versorgung Heißt konkret übersetzt ein Frauenhausplatz Also einen Familienplatz pro Zehntausend Einwohner als Mindeststandard.
00:12:34: Das ist statistisch gesehen zweieinhalb Betten weil eine Frau ja meist mit einem oder mehreren Kindern kommt.
00:12:39: Dazu also das Krisentelefon rund um die Uhr kostenlos mehrsprachig, eine spezialisierte Beratung für alle Gewaltformen und Kostenfreiheitszugang zu Schutz – unabhängig von Herkunft-, Aufenthaltsstatus- oder Geldbeutel.
00:12:52: Das ist kein unverbindliches Ziel sondern ein völkerrechtlicher Vertrag dem wir eingegangen sind!
00:12:57: Wer das ratifiziert als Staat ist rechtlich verpflichtet es umzusetzen.
00:13:02: Ein unabhängiges Expertengremium heißt hier Grevio Überprüft das dann regelmäßig, ob Länder ihre Pflichten erfüllen oder eben nicht.
00:13:08: Und da gibt es Evaluierungsberichte.
00:13:11: Achtunddreißig Länder plus die EU haben das ratifiziert.
00:13:15: Es gibt drei wichtige Ausnahmen Die Türkei ist zwei tausend und zwanzig ausgetreten als erstes Land weltweit auf druck islamistischer Gruppen.
00:13:23: Ungarn weigert sich zu ratifizieren und Russland hat gar nicht erst unterschrieben.
00:13:28: Stellt sich die Frage wo stehen wir in Deutschland?
00:13:31: Deutschland ist im europäischen Kontext formal im oberen Drittel.
00:13:34: Was heißt das?
00:13:35: In der Praxis sind wir nämlich deutlich schlechter als die Nachbarn im Westen.
00:13:39: Das Kernproblem in Deutschland ist das federale System.
00:13:42: Schutz und Hilfe hängen in Deutschland davon ab, in welchem Bundesland eine Frau lebt!
00:13:46: Fragt man sich doch, welche Bundesländer gewieren guten
00:13:49: Schutz?!
00:13:50: Die ehrliche Antwort ist – weiß man nicht ganz genau – es gibt kein offizielles Ranking also keine Bundesländernvergleich mit einer Gesamtnote.
00:13:57: ich kann nur eine Kennzahl ranführen und da sind wieder die Schutzplätze pro Zehntausend Einwohner.
00:14:02: Die Istanbuler Konvention sagt ja, zweieinhalb Plätze pro Zehntausend Einwohner.
00:14:07: Kein einziges Bundesland hat bis jetzt den Wert erreicht!
00:14:10: Die Quoten liegen zwischen null Komma fünf und knapp darunter.
00:14:14: Am schlechtesten schneiden nach verfügbaren Daten Sachsen-Anhalt unter Saarland ab mit gerade mal Null Komma sechs Plätzen pro Zehn Tausend Ein Wohner.
00:14:22: Berlin ist das einzige Bundesland dass dem Istanbul Konvention fast entspricht und angeblich zwei tausend sechsten zwanzig erstmals erfüllt.
00:14:31: Mit dem neuen, dann jetzt neunten Frauenhaus gibt es aktuell drehundertdreiundneinzig Familienplätze mit achthundertneunundfünfzig Betten.
00:14:38: Berlin plant übrigens siebenunddreißigkommar.
00:14:41: fünf Millionen Euro für den Gewaltschutz in einem aktuellen Doppelhaushalt.
00:14:44: Nur mal so!
00:14:45: Grundsätzlich muss man aber sagen bundesweit fehlen zwölf bis vierzehntausend Schutzplätze um den Standard überhaupt erfüllen zu können.
00:14:52: Zwei Drittel der Betroffenen finden keinen Frauenhausplatz in der Nähe der eigenen Wohnung und müssen in eine andere Stadt oder einen anderen Landkreis fahren.
00:15:01: Grundsätzlich muss man sagen, dass Deutschland noch einiges nachzubessern hat.
00:15:05: Und in der Bewertung von Deutschlands Performance gibt es fünf Bereiche.
00:15:09: Erstens Frauenhäuser und Schutzplätze.
00:15:11: Berlin erfüllt diese Vorgabe jetzt erstmals im Jahr.
00:15:14: für den Rest des Landes ist das Bild deutlich schlechter.
00:15:17: Wer in einer ländlichen Region in einer Gewaltsituation ist, hat oft keine realistische Schutzunterbringung in erreichbarer Nähe.
00:15:23: Problem!
00:15:25: Zweitens Miete und Wohnen.
00:15:27: Wer aus einer gemeinsamen Wohnung flieht, steckt oft im gemeinsame Mietvertrag fest.
00:15:32: Die Grünen haben dazu einen Änderungsantrag eingebracht der Betroffenen ermöglichen soll die Zustimmung zur Kündigung zu verlangen oder die Wohnung für sich allein zu beanspruchen.
00:15:42: Dieses Problem existiert es ist bekannt und trotzdem noch nicht gelöst.
00:15:45: Drittens elektronische Fußfessel.
00:15:47: Deutschland will das nach spanischem Vorbild jetzt einführen um Tätern eine Annäherung an die betroffene Frau zu verwehren.
00:15:53: In Spanien ist da schon Standard in Deutschland Ankündigung.
00:15:57: Viertens, intersektionale Schutzlücken.
00:15:59: Klingt ein bisschen sperrig bedeutet Folgendes.
00:16:02: Vulnerable Gruppen also Frauen mit Behinderung geflüchtete wohnungslose Frauen trans und queere Personen haben durch institutionelle Hürden diskriminierende Praktiken und fehlende Ressourcen kaum Zugang oder nur sehr erschwert Zugang zum Hilfesystem.
00:16:16: Das Hilfssystem in Deutschland ist für einen klassischen Durchschnittsfall gebaut Wer von diesem Durchschnitt abweicht, der fällt durch und hat letztendlich kaum Anspruch oder kaum eine Chance auf Hilfe.
00:16:26: Und fünftens – ganz wichtig das Gewalthilfegesetz!
00:16:30: Was ist denn das?
00:16:31: Das Gewalthhilfegesez ist Ende Februar- zweitausendzwanzig schon in Kraft getreten also formal gilt es bereits Es ist das erste Bundesgesetz dass einen einklagbaren Rechtsanspruch auf kostenlose Schutz und Beratungsleistungen für gewalt betroffene Frauen und Kinder begründet Unabhängig von Wohnort, Aufenthaltsstatus, Behinderung oder Sprache.
00:16:53: Die Finanzierung ist dann nicht mehr durch Tagessätze der Betroffenen – also bis fünfzig Euro pro Tag – sondern durch den Staat!
00:17:00: Das klingt nicht nur revolutionär, das ist es auch.
00:17:03: Erstmals ist Schutz vor Gewalt keine Frage von Glück, Bundesland und Geldbeutel, sondern ein Recht, ein Bundesrecht.
00:17:11: Problem?
00:17:12: Das kommt erst zwei tausendzweiunddreißig.
00:17:14: Was?!
00:17:16: Und das ist genau die entscheidende strukturelle Kritik an dem ganzen Unterfangen.
00:17:19: Dieses Gesetz ist dreistufig aufgebaut, Stufe eins jetzt also, zwei tausendfünfundzwanzig und sechsundzwanzig.
00:17:26: Die Bundesländer sind verpflichtet bis Ende sechsten zwanzig eine detaillierte Bestandsaufnahme ihrer Hilfsangebote vorzulegen Eine Entwicklungsplanung für den notwendigen Ausbau zu erarbeiten und ein Finanzierungskonzept zu entwickeln.
00:17:38: Dann kommt Stufe zwei, Aufbau.
00:17:43: Das Gesetz verpflichtet dann die Bundesländer in diesem Zeitraum alles auszubauen so dass es dem tatsächlichen Bedarf entspricht.
00:17:55: Erst wenn das System ausgebaut ist tritt der einklagbare Anspruch in Kraft.
00:18:00: vorher wäre der Schlichtweg gar nicht erfüllbar weil die Kapazitäten einfach noch nicht existieren.
00:18:05: Und das ist doch das Grundproblem in einem Satz.
00:18:07: Man kann kein Recht auf was garantieren, dass es noch nicht gibt.
00:18:11: Frauenhäuser müssen erst gebaut werden bevor man einen Anspruch auf ein Platz dort einführen kann.
00:18:15: Ja aber da kann auch nicht sein!
00:18:17: Eine Frau die heute Schutz braucht hat kein einklackbares Recht.
00:18:22: Das Gesetz beschreibt heute einen Zielzustand und nicht den Ist-Zustand.
00:18:26: Sieben Jahre Aufbauzeit Was glauben sie denn, dass die Welt bis dahin anhält oder was?
00:18:32: Und genau deswegen kritisieren gerade Frauenrechtsorganisationen diesen Ablauf.
00:18:36: Das Gesetz schreibt zwar einen bedarfsgerechten Ausbau vor, aber der muss ja noch ermittelt werden!
00:18:44: Der wird auch nicht national ermittlt, er wird von jedem eigenen Land ermittlet.
00:18:47: Das Gewalthilfegesetz ist in Kraft, aber das Schutz gilt ab dem Jahr- und Jahrzehnte.
00:18:52: Er ist da bescheuert!
00:18:54: Das ist ein bisschen so als würde sich der Feuerwehr sagen Ja fahr schon mal zum Brand los, das Wasser kommt dann in sechs Stunden.
00:18:59: Wir sind in Deutschland zu langsam zu langsam, um auch zu verstehen wo die Gefahren herkommen.
00:19:05: Genau wie bei dem Thema hier.
00:19:08: Digitale Gewalt Was ist das überhaupt?
00:19:11: Digitane Gewalt umfasst heute Stalking über digitale Kanäle Identitätsdiebstahl Fake-Profile nicht einvernehmliche Verbreitung in Thema Bilder Früher Revenge Porn genannt KI generierte pornografische Deep Fakes und sexualisierte Belästigung und Bedrohung online.
00:19:29: Das is digitale Gewalt.
00:19:31: Über neunzig Prozent der im Internet kursierenden Deepfake-Inhalte sind pornografischer Natur.
00:19:36: Und praktisch alle Opfer von solchen Deepfakes sind weiblich, allein das sollte man sich immer wieder vor Augen halten.
00:19:43: Was fehlt im deutschen Strafrecht?
00:19:44: ganz konkret?
00:19:45: Nach aktueller Rechtslage in Deutschland ist das erstellen pornographische Deepfaks strafrechtlich nicht erfasst!
00:19:53: Das klassische Bilddelikt so wie das heißt verlangt eine reale Bildaufnahme der betroffenen Person also de facto jemanden beim Sex gefilmt und online gestellt.
00:20:04: Synthetische oder KI-erzeugte Inhalte fallen aus diesem Tatbestand häufig raus, obwohl sie täuschend echt wirken und die sexuelle Selbstbestimmung massiv verletzen – also echt aufgenommen?
00:20:16: Problem!
00:20:17: So umgesetzt als sei es echt kein Problem
00:20:20: offenbar.".
00:20:21: Nur wenn man zusätzliche Elemente dazu findet, also noch eine extra Herabwürdigung oder Erpressung dann lässt sich aktuell eine Strafbarkeit konstruieren.
00:20:31: Und du merkst schon in meiner Formulierung?
00:20:33: Wahrscheinlich nicht!
00:20:34: Konkret bedeutet das in Deutschland jemand kann heute ein pornografisches KI-Deepfeg einer Frau erstellen und verbreiten und begeht damit möglicherweise einfach gar keine Straftat.
00:20:44: What?!
00:20:46: Auch beim Identitätsdiebstahl übrigens im Netz gibt es immer noch Defizite.
00:20:50: Es gibt keinen generellen Tatbestand, der das Auftreten unter fremder Identität unter Strafe stellt.
00:20:57: Das bloße Betreiben eines Fake-Profils ohne rechtsgeschäftliche Wirkung reicht für eine Strafbarkeit nicht aus!
00:21:05: Es ist unerträglich ne?
00:21:07: Wenn es bei uns doch wieder mal so langsam läuft was haben denn andere europäische Länder?
00:21:11: ich habe geguckt Italien war im September, dass die Verbreitung gefälschter Aufnahmen mit KI erstellt wurden wird bis zu fünf Jahren bestraft.
00:21:22: In das italienische Strafgesetzbuch wurde der Tatbestand der unrechtmäßigen Verbreitung von KI-generierten oder manipulierten Inhalten eingeführt.
00:21:31: Der hinterlistige Einsatz von KI gilt dabei als strafferschärfender Umstand.
00:21:36: auch Großbritannien hat spezifische Straftatbestände für bildbasierte Gewalt heißt Mehr als wir.
00:21:43: Und Spanien ist noch besser aufgestellt, mehr dazu gleich!
00:21:46: Jetzt erstmal grundsätzlich was ist denn geplant?
00:21:49: Das Geplantedigitale Gewaltschutzgesetz von Justizministerin Hubich soll laut aktuellem Stand enthalten?
00:21:55: Herstellung und Verbreitung pornografischer Deepfakes bis zu zwei Jahre Haft In Italien bis fünf, ich sage es nur.
00:22:02: Account-Sperrung auf richterliche Anordnungen möglich, aha IP Adressen dürfen für drei Monate gespeichert werden um Täter identifizieren zu können.
00:22:11: Verbesserte zivilrechtliche Auskunftsansprüche gegenüber Plattformen.
00:22:15: Es klingt alles so... Ja, strafrechtlich in Deutschland interessant ist übrigens viele Tatbestände bei digitaler Gewalt sind Antragsdelikte!
00:22:24: Betroffene müssen neben der Anzeige auch selbst einen Strafantrag stellen.
00:22:28: Bei Beleidigungen gilt eine Frist von drei Monaten.
00:22:30: Verfahren werden nicht selten eingestellt weil die Rechtslage nicht eindeutig ist und Täter hinter anonymem Account oder Auslandsplattformen verschwinden.
00:22:38: Du kommst einfach nicht ran.
00:22:40: Was kann man denn aber machen, wenn man tatsächlich sich wehren möchte?
00:22:42: Rein zivilrechtlich haben wir natürlich recht am eigenen Bild und DSGVO Ansprüche und sowas.
00:22:48: Du sollst aber tatsächlich immer selber dich bei dem Plattform melden und dann das da rechtswidrig anzeigen und wir sollen dann selbst immer handeln.
00:22:57: Praktisch alles dokumentieren, Screenshots mit Zeitstempel, Chatverläufe sichern und dann am besten so etwas wie das ein Tipp Hate Aid kontaktieren.
00:23:05: Das eine spezialisierte NGO bietet kostenlose Erstberatung HATE-AID.
00:23:13: Die haben übrigens auch ein Hilfetelefon für Gewalt gegen Frauen, Jetzt kann man natürlich meckern, Deutschland ist jetzt aber kein Ausnahmefall in Europa juristisch gesehen.
00:23:37: Aber auch eben keine Vorreiterin.
00:23:39: und das ist das Problem ganz im Gegensatz zu Spanien.
00:23:42: Spanian zeigt wie es geht.
00:23:44: Schutz vor Gewalt gegen Frauen ist keine Frage von Ressourcen allein lernen wir da.
00:23:49: Es ist eine Frage vom politischen Willen Und von Prioritätensetzung wenn man ehrlich ist.
00:23:54: Das alles unter dem Grundverständnis, dass geschlechtsspezifische Gewalt kein Privatproblem ist.
00:23:59: Sondern ein staatliches Versagen wenn sie nicht konsequent verfolgt wird.
00:24:04: und damit sind wir wieder ganz konkret beim Fall Kulin.
00:24:07: Kulin Fernandez hat Anzeige in Spanien gestellt.
00:24:10: Warum Spanian?
00:24:12: Der entscheidende Punkt ist nicht der Wohnort von Kulin-Fernandez sondern der Wohn Ort des Beschuldigten.
00:24:17: Er hat seinen Hauptwohnsitz in Spaniën.
00:24:19: Damit ist die spanische Justiz zuständig nachdem territorial Prinzip Spanien kann Strafverfolgung einleiten, wenn der mutmaßliche Täter auf spanischen Boden lebt oder die Taten dort zumindest teilweise begangen wurden.
00:24:31: Das ist keine Ausnahme das es tatsächlich normales europäisches Strafrecht.
00:24:35: Die drei rechtlichen Grundlagen dafür?
00:24:37: Das Territorialprinzip also Spanian verfolgt Straftaten die auf spanischem Staatsgebiet begangen worden oder von Personen die dort ansässig sind.
00:24:45: Wenn der Mut maßige Täter von spanien aus agiert isst Spanier den natürliche Gerichtstand.
00:24:49: Punkt eins Punkt zwei Aktives Personalitätsprinzip.
00:24:54: Viele Länder, darunter auch Spanien verfolgen auch Straftaten ihrer Einwohner im Ausland.
00:24:58: Das heißt selbst wenn die Tat überall und nirgends also dann im digitalen Raum stattfindet reicht der Wohnort des Täters als Anknüpfungspunkt.
00:25:07: Und drittens EU-Rechtshilfe.
00:25:10: Innerhalb der EU gibt es Mechanismen zur Rechtshilfe und Beweisübermittlung.
00:25:13: Deutschland und Spanier kooperieren bei Ermittlungen.
00:25:16: Die Anzeige von Colin Fernandez also in Spanien bedeutet nicht, dass Deutschland gar keine Rolle spielt sondern das Spanian federführend ist.
00:25:23: Nur das zur Information!
00:25:25: Jetzt aber warum hat Colin Fernandes eigentlich bewusst Spanier gewählt?
00:25:29: Das ist ein entscheidender Teil.
00:25:31: Sie hätte ja theoretisch auch in Deutschland anzeigen können was sie offenbar auch versucht hat nur ohne Erfolg.
00:25:37: Ihre Anwaltschaft hat ihr zu Spaniern geraten aus zwei Gründen.
00:25:40: erstens spanisches Strafrecht ist bei digitaler und geschlechtsbasierter Gewalt Substanziell weiter als Deutschland.
00:25:48: Identitätsdiebstahl, nicht einvernehmliche Bildverarbeitung und Deepfakes sind dort viel klarer strafbar als in Deutschland.
00:25:55: Hier sind wir immer noch in der Grauzone.
00:25:57: Zweitens Spanien hat spezialisierte Strukturen.
00:26:00: Die haben sogar Spezialgerichte für geschlechtsbasierte Gewalt.
00:26:04: die haben spezialisiertes Staatsanwaltschaften spezialisierte Polizeieinheiten.
00:26:09: In Deutschland gibt es das Stichtweg nicht jedenfalls nicht flächendeckend.
00:26:13: Das bedeutet, eine Anzeige in Spanien landet bei jemandem der weiß was er damit anfangen soll.
00:26:17: Der kennt die Thematik, der ist
00:26:19: spezialisiert.".
00:26:21: Das Bezügsgericht im Palma de Mallorca hat übrigens auf Anfrage schon bestätigt das ein Verfahren unter anderem wegen des Verdachts auf Identitäbstiebstahl durch Auftreten unter fremder Identität und Offenlegung privater Informationen läuft.
00:26:34: Und das ist doch alles erstaunlich finde ich nicht auch!
00:26:36: Eine deutsche Staatsbürgerung muss in einem anderen EU-Land Anzeige erstatten, weil Deutschland ihr keinen ausreichenden Schutz bietet.
00:26:43: Obwohl das Recht auf Schutz vor Gewalt in der Istanbul-Konvention seit Jahrzehnteinzehn in Deutschland Gesetzesrang hat – Das ist für mich Systemversagen, muss ich so klar sagen!
00:26:53: Und was wir jetzt durch den Fall und auch die Anzeigen von Colleen Fernandez sehen?
00:26:57: Spanien macht es einfach sehr viel besser als wir.
00:27:00: Es gibt einen Strafrechtsprofessor, der heißt Manuel Cantio Melia.
00:27:04: Der erklärt den zentralen strukturellen Unterschied so.
00:27:07: Geschlechtsbasierte Gewalt ist seit über zwanzig Jahren im spanischen Strafrecht verankert und es bietet daher mehr Möglichkeiten als das Deutsche.
00:27:17: In Spanien können Handlungen, die sonst leichte Straftaten wären in Konstellation mit Ex-Partnerinnen zu sehr schweren vergehen werden – mit der Folge dass mutmaßliche Täter eher festgenommen und härter bestraft werden können.
00:27:29: Spanien verfügt über die eben angesprochenen Sondereinheiten.
00:27:33: Die sind bei Gerichten, bei der Polizei.
00:27:35: Betroffene Frauen erhalten bereits mit Beginn des Strafverfahrens kostenlose Rechtsberatung und psychosoziale Betreuung – gibt's bei uns nicht!
00:27:43: Und das ist auch der entscheidende Punkt hier.
00:27:45: Es geht nicht nur um Gesetze auf dem Papier sondern es geht um die Infrastruktur.
00:27:50: Es geht um spezialisierte Leute, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.
00:27:55: Die haben wir nicht!
00:27:57: Jetzt die große Frage, wenn wir doch wissen, dass wir gerade nicht gut dastehen in Deutschland.
00:28:00: Was ändern wir denn?
00:28:02: Deep Fake Pornos herzustellen ist in Deutschland bis jetzt kein eigener Straftatbestand.
00:28:07: Strafbar macht sich aktuell nur wer so ein Material verbreitet und dann auch NUR wegen der Verletzung des Persönlichkeitsrechts.
00:28:15: Erster Schubbel kloppt!
00:28:17: Ja und der Fall Collin Fernandez bringt das jetzt treffend auf den Punkt.
00:28:20: Deutschland isst ein absolutes Täterparadies aktuell.
00:28:23: Anzeigen gegen digitale Gewalt werden oft nicht weiterverfolgt.
00:28:27: Das wäre dann Justizversagen.
00:28:29: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat jetzt angekündigt, noch im Frühjahr ein Gesetzesentwurf vorzulegen – also Deep Facts herstellen, Teilen verbreiten soll strafbar werden wie eben genannt bis zu zwei Jahre.
00:28:42: Das ist gut!
00:28:43: Aber frage ich mich natürlich warum jetzt erst?
00:28:46: Ein Gesetz das wir noch bestimmen müssen oder ein anderes Gesetz, dass er es in sechs Jahren in Kraft treten soll für ein Problem, das jetzt existiert?
00:28:53: nochmal Wir sind zu langsam.
00:28:56: Die Menschen hier war nicht zu langsam.
00:29:00: Am Sonntag haben dreizehntausend Menschen am Brandenburger Tor demonstriert, für Colin Fernandez und Frauen gegen digitale und sexualisierte Gewalt.
00:29:10: Kurzfristig aufgerufen, spontan entstanden.
00:29:13: Das ist volle Solidarität und es müsste immer mehr werden.
00:29:16: Colin Fernandes hat sich ja mit ihrem eigenen Leid entschieden zu reden.
00:29:20: Sie sagt im Spiegel sie habe das Gefühl gehabt dass müsse jetzt sein damit sich was verändert.
00:29:26: Und dieser Mut verdient keine Skepsis, der verdient Rückhalt.
00:29:29: Die Scham muss die Seite wechseln und wir Männer müssen aufhören den zweiten Satz als Angriff zu lesen.
00:29:35: Nicht alle Männer aber immer ein Mann.
00:29:37: Dieser Mann ist unser Problem nicht das Problem der Frauen wenn man ehrlich ist.
00:29:42: Immer dann wenn eine Frau von Gewalt erzählt kommt diese Reflex.
00:29:45: Aber nicht alle Männer sind so.
00:29:47: Ja das stimmt hat ja auch niemand behauptet Hat niemand gesagt.
00:29:51: Es geht darum anzuerkennen, dass Gewalt gegen Frauen kein zufälliges Einzelphänomen ist.
00:29:56: Es ist immer noch System!
00:29:58: Das ist der Schritt den Männern machen müssen – nicht Verteidigung, nicht Relativierung.
00:30:02: Glauben hinschauen und wer nötig sich
00:30:04: distanzieren.".
00:30:05: Und das führt mich zu diesem Thema... Warum sind Männer eigentlich jetzt überhaupt gefragt?
00:30:13: Völlig zurecht sagen Frauen, warum halten die alle die Klappe?
00:30:16: Warum reden immer nur
00:30:16: Frauen?!
00:30:17: Die Männer sind mal dran… Zu Recht!
00:30:19: Die häufigste Abwehrreaktion von Männern in dieser Debatte ist, ich tue das nicht.
00:30:23: Das gebe ich gar nichts an!
00:30:24: Ich bin so nicht!
00:30:25: Ja gut aber das der falsche Einstieg.
00:30:27: Nicht weil alle Männer Täter sind?
00:30:30: Da sind sie nicht Sondern weil Gewalt gegen Frauen kein Problem ist dass Frauen alleine lösen können.
00:30:35: Gewalt wird von Männer ausgeübt Instrukturen die von Männer mitgestaltet und mitgeschwiegen werden.
00:30:41: Die wirksamste Strategie in der Forschung und Praxis in den letzten Jahren ist übrigens die Bystanderintervention Kann ich erklären.
00:30:47: es wird funktionieren.
00:30:49: Also auf Deutsch etwa aktives Eingreifen als Zeuge.
00:30:52: Die Grundhese nämlich, die meisten Männer lehnen Gewalt gegen Frauen ab.
00:30:57: Punkt!
00:30:58: Aber sie schweigen wenn andere Männer grenzüberschreitend handeln oder reden?
00:31:02: Alles schon erlebt – ich selbst auch.
00:31:05: Diese Schweigen wird als Zustimmung gelesen von Tätern, von Opfern und der Gesellschaft.
00:31:10: Und das genau will der Beiständeransatz bekämpfen.
00:31:12: Du musst nicht der Held sein du musst dich konfrontieren Du musst nur aufhören wegzuschauen.
00:31:17: Konkret bedeutet das direkte Intervention.
00:31:19: Also einen sexistischen Witz nicht belachen!
00:31:23: Vielleicht mal sagen, dass finde ich nicht lustig.
00:31:25: Das würde mehr verändern als jede politische Rede Im Klein wie im Großen.
00:31:29: Und wenn direkt nicht funktioniert dann indirekt!
00:31:32: Vielleicht die Betroffene ansprechen und nicht den Täter Fragen.
00:31:36: alles okay mit dir Signalisieren.
00:31:38: du bist nicht allein und möchtest du da sich was anspreche?
00:31:41: Und lacht.
00:31:42: richtige Intervention Im Nachhinein ansprechen was passiert ist.
00:31:46: Beispiel, ey du was du vorhin gesagt hast.
00:31:48: das hat mich beschäftigt und ehrlich gesagt für ich der Scheiße.
00:31:50: Und dann sagen warum?
00:31:52: Wenn man selbst nicht eingreifen kann oder will Dann holt mal halt jemanden an der es tut.
00:31:56: Man kennt immer irgendein Kollegen der sich dafür einsetzt Aber nicht mehr wegdrucken.
00:32:02: Jetzt kommt über die Frage ja was soll das denn bringen?
00:32:05: wieso soll dass denn funktionieren?
00:32:06: Ja kann ich dir sagen Täter und Täterinnen handeln wenn sie glauben Die soziale Norm auf ihrer Seite zu haben.
00:32:14: Das Schweigen von anderen nämlich besteht diese Wahrnehmung jeden Tag.
00:32:18: Wer als Mann deutlich macht, dass ein Verhalten nicht akzeptabel ist der verändert die wahrgenommenen soziale Norm auch wenn er nicht laut ist.
00:32:25: also diese gratis Empörung die man immer so überall sieht Wenn man im Alltag dafür sorgt das bestimmte Sachen nicht als normal angesehen werden das ist das wichtigste.
00:32:34: was wünschen sich Frauen eigentlich vom Männern aus Forschung und Debatte?
00:32:38: Gleich ganz wichtig, ne?
00:32:39: Das ist keine Behauptung über alle Frauen.
00:32:41: Frauen sind keine homogene Gruppe die alle eine Meinung haben... Ich weiß!
00:32:46: Aber es gibt wiederkehrende Aussagen die aus Umfragen, Interviews und der aktuellen Diskussion wissenschaftlich hervorgehen Und die habe ich mal zusammengefasst Forderungen eins an Männer Zuhören ohne zu relativieren Nicht alle Männer isst die bekannteste Form der Relativierung Die Reaktion auf Ich wurde auf der Straße belästigt darf nicht sein.
00:33:06: Naja, die meisten Männer machen das ja nicht.
00:33:08: Ja ok stimmt und ist trotzdem in diesem Moment das falscheste was du sagen kannst als Mann.
00:33:13: Es verschiebt den Fokus von der Erfahrung der Frau auf die Verteidigung der Männergruppe.
00:33:18: Das muss aufhören Was hier gewünscht wird zuhörend glauben nicht sofort lösen wollen.
00:33:23: Forderung eins Forderungen zwei Nicht fragen.
00:33:27: Warum hat sie nichts gesagt?
00:33:30: Diese Frage so häufig und so gut gemeint?
00:33:32: hoffentlich Legt die Beweislast bei der Betroffenen ab.
00:33:36: Das impliziert ja, wenn du geschwiegen hast war es vielleicht gar nicht so schlimm.
00:33:41: Aber die Forschung zu Trauma sagt das Schweigen die häufigste Reaktion auf Gewalt ist.
00:33:46: Nicht die Ausnahme sondern die Regel.
00:33:48: wer etwas Schreckliches erlebt hat der schweigt weil er damit nicht umgehen kann und wer das nicht weiß der sollte es lernen.
00:33:54: Das ist Forderung zwei.
00:33:56: Forderungen drei an Männer.
00:33:58: Männer unter Männern!
00:33:59: Und das ist der entscheidende Punkt den die meisten Debatten eigentlich immer übersehen.
00:34:03: Frauen können Männer nicht dazu bringen, ihr Verhalten zu ändern.
00:34:06: Jedenfalls...nicht alleine!
00:34:08: Der wirksamste Hebel sind andere Männer.
00:34:11: Wenn ein Mann einem anderen Mann sagt dass sein Verhalten falsch ist dann hat das tatsächlich immer noch mehr Gewicht als wenn eine Frau das sagen würde.
00:34:18: Das klingt bescheuert, das klingt altmodisch und es ist trotzdem wahr.
00:34:23: Frauen wünschen sich dass Männer sich da einsetzen in Umkleidekabinen, in Betriebsfeiern In Gruppenkonversationen, in Familien.
00:34:31: Aber das geht halt wirklich nur, wenn die Männer eine aktive Rolle übernehmen.
00:34:34: Das ist Forderung.
00:34:35: drei und vierte Forderungen keine Ausnahmeliste führen aber ich kenne ihn schon seit zwanzig Jahren der würde das nie tun!
00:34:42: Das Problem ist zwischen dem Freund den man kennt und dem Täter der einer sein könnte gibt es ne große Spanne und die ist tatsächlich real.
00:34:49: das könnte so sein.
00:34:51: Und dann ist es Akzeptanz die uns weiter bringt.
00:34:53: So wie reden wir jetzt in Zukunft darüber?
00:34:55: Wie sieht unsere Gesprächskultur aus?
00:34:58: Wir müssen ehrlich gesagt ein bisschen raus aus diesem Empörungsmodus.
00:35:00: Weil die öffentliche Debatte über Gewalt gegen Frauen ja ein großes Problem hat, die funktioniert jetzt erstmal wieder in so einer großen Welle – jetzt kommt gerade die große Hafenwelle!
00:35:09: Der Fall Kolines durchgebrochen, dann gibt es Empörung, Hashtags-Demos, politische Ankündigungen und dann wird's wieder still bis zum nächsten Fall.
00:35:17: Ein produktives Gespräch zu diesem Thema braucht aber keine Empörung für Likes.
00:35:22: manchmal will ich nicht unterstellen.
00:35:24: Es braucht die Neugier, die Bereitschaft, die Dinge nicht nur zu wissen sondern zu hinterfragen und zu verändern.
00:35:30: Und das ist was Langfristiges!
00:35:31: Das muss jeden Tag irgendwo ein bisschen stattfinden.
00:35:35: Männer müssen ehrlich gesagt auch mal eine vernätzliche Seite zulassen.
00:35:38: Viele Männer schweigen ja an dieser Debatte weil sie Angst haben falsch zu liegen oder weil Sie selbst Erfahrungen haben über die sie nicht sprechen wollen.
00:35:45: Auch Männer werden Opfer von Gewalt, Demütigung und Kontrolle.
00:35:48: Dass jetzt kurz zu binnen ist kein Wort about Hismen es ist aber die Vorbedehmung für echte Offenheit.
00:35:53: Medizjagd immer noch um Gewalt an und gegen Frauen.
00:35:56: Aber eine Debatte, die Männer nur als Täter oder als Stumme Verbündete sieht verliert natürlich auch die Männer, die am meisten zu gewinnen hätten... ...und am meisten beizutragen hätten!
00:36:05: Das ist wichtig.
00:36:07: Also Männer reinholen, damit Männer verstehen Wir müssen in Diskussion auch konkreter werden.
00:36:13: Ich bin gegen Gewalt Ja und?
00:36:15: das jetzt ein wirkungsloses Statement, oder?
00:36:17: also wer sagt denn schon ich bin für Gewalt.
00:36:20: Was konkret es?
00:36:21: Ich habe letztes Jahr mitgelacht bei einem Witz, der nicht hätte fallen sollen.
00:36:24: Das werde ich nicht mehr tun.
00:36:26: Das ist konkret!
00:36:27: Das ist gut!
00:36:28: Da müssen wir hin!
00:36:29: Dieses konkrete Taschabverbindlichkeit eher so abstrakte Bekenntnisse... das ist eher nur Selbstentlastung.
00:36:34: Da bin ich raus.
00:36:35: Ja, ich bin ja gegen Gewalt.
00:36:36: Da muss ich mich nie wieder auseinandersetzen.
00:36:38: Ge-Gewallt?
00:36:39: Habe ich hinter mir oder mache ich nicht.
00:36:42: Nee, so nicht.
00:36:43: Konkret sich selbst hinterfragen und mit Söhnen sprechen oder jungen Anverwandten Das wird ja häufig vergessen und ist möglicherweise am Ende vielleicht so das Wirkungsvollste.
00:36:55: Nicht die eine große Rede, da darf man nicht machen, hör auf!
00:37:00: Sondern kleine Korrekturen – das sagt man nicht so über Frauen und wenn jemand Nein sagt dann hört man auf.
00:37:06: Wie würde es dir gefallen, wenn jemand so über dich spricht?
00:37:09: Kinder lernen ja nicht aus Vorträgen sie lernen aus dem was sie täglich sehen und hören Und da sind natürlich die Eltern gefragt und das sozialen Netzwerk drum rum.
00:37:17: Was sind also die Forderungen an Männer zusammengefasst?
00:37:20: Keine abstrakten Ideale, sondern Handlung.
00:37:22: Mit klaren Erwartungen.
00:37:24: Individuell bedeutet das Zuhören und Glauben bevor man anfängt zu relativieren.
00:37:29: Den Satz das kann ich mir nicht vorstellen.
00:37:31: einfach lassen Und vor allem nicht als Entschuldigung.
00:37:35: Sexistische Bemerkung unter Männern kann man einfach mal benennen und nicht nur belären Sondern binden.
00:37:40: Im sozialen Umfeld bedeutet dass Aktives eingreifen Als Zeuge in dem maß was gerade möglich ist den Betroffenen ansprechen und Nicht nur den Täter.
00:37:49: Freunden nicht automatisch glauben nur, weil sie Freunde sind.
00:37:53: Als Väter bedeutet das mit Söhnen über Grenzen, Zustimmung und Respekt sprechen – früh konkret und immer wieder!
00:37:59: Und in der Öffentlichkeit?
00:38:00: Nicht nur im Schulterschluss bei Demonstrationen erscheinen sondern die Arbeit eben dann leisten wenn keine Kameras mehr da sind.
00:38:06: In Unternehmen, in Vereinen, in Familien... Nach der Aufmerksamkeitswelle.
00:38:11: Und
00:38:11: politisch?!
00:38:13: Hallo!
00:38:14: Schnellere Gesetze bitte!
00:38:16: Druck auf Arbeitgeber für Gleichstellung und das mit der eigenen Stimme als Wählerin, als Wählern.
00:38:22: Das ist das was wir können um was wir haben und dann immer wieder nerven.
00:38:25: Am Ende ist es ja das riesengroße Problem.
00:38:27: In vielen sozialen Kontexten ist Gewalt gegen Frauen ein Ausdruck davon von dem was als normal unter Männern gilt Was toleriert wird und was nicht ausgesprochen wird.
00:38:38: Das zu verändern ist aber keine Frage vom Gesetzen.
00:38:41: Gesetze kommen da immer zu spät Die müssen kommen Aber die sind zu späht.
00:38:45: Das ist eine Frage von Norman.
00:38:47: und Norman verändern sich dann, wenn genug Menschen sichtbar anders handeln.
00:38:50: JEDENTARG!
00:38:52: So wie der Autor Benjamin von Struckertbarre – der hat das diese Woche getan mit einem öffentlichen Statement, dass ihn eine Freundschaft gekostet hat.
00:38:59: Das ist die Messlatte nicht Heldentum sondern die Bereitschaft, das Richtige zu tun auch wenn es richtig unbequem ist.
00:39:05: Und zum Abschluss was Persönliches Ich will diese Folge nicht mit nem Aufruf zur generellen Empörung beenden Wollte ich erst, weil man das so fühlt.
00:39:13: Ich kann das denn sein und wir müssen was ändern!
00:39:17: Ja aber Empörung ist einfach.
00:39:18: Empörung kostet ja auch nichts.
00:39:20: Was wirklich was kostet ist Veränderung.
00:39:23: Veränderungen mit sich für sich und damit für andere.
00:39:28: Und für Männer bedeutet es konkret nicht wegschauen, nicht schweigen.
00:39:32: Den Satz das kann ich mir nicht vorstellen Nicht als Entschuldigung benutzen.
00:39:37: Wir sollten die Schilderung als Einladung verstehen zuzuhören.
00:39:40: Noch mal.
00:39:42: Die Scham muss die Seite wechseln, nicht als Slogan auf dem Demonstrationsschild sondern als gesellschaftliche Grundhaltung – ab jetzt für immer im Miteinander!
00:39:52: Was Collin Fernandes diese Woche öffentlich gemacht hat erschüttert mich und macht mich richtig hüttend.
00:39:57: Das widert mich an weil es erst so unglaublich klingt um gleichzeitig aber so greifbar macht was viele Frauen erleben müssen und worüber so wenige sprechen dürfen ohne nichts selbst zur Zielscheibe zu werden.
00:40:09: Eine Frau schildert vor allem in der gesamten Öffentlichkeit, über Jahre heimlich erniedrigt worden zu sein.
00:40:16: Ihr Körper, ihr Name und ihre Identität wurden ohne ihr Wissen oder Einverständnis benutzt – zur eigenen Aufgeilung!
00:40:26: Und das laut ihrer Darstellung von der Person, die sie am meisten auf der Welt vertraut hat.
00:40:32: Wie schrecklich ist das bitte?
00:40:34: Colin verdient dafür in erster Linie keine Skepsis sondern eine vollen Rückhalt.
00:40:38: Sie hat das alles unter Eid erklärt, damit hat sie alles riskiert.
00:40:42: Das was ihr erlebt habt ist digitale Gewalt vielleicht sogar physische Gewalt Kontrollverlust über sich selbst, dass passiert täglich Millionenfach meist im Verborgenen und das muss aufhören.
00:40:54: Wir Männer müssen vielleicht eins mal erkennen Gewalt gegen Frauen ist vielleicht gar kein Frauenproblem.
00:41:00: Frauen leiden darunter aber Frauen Problem warum?
00:41:04: Vielleicht ist Gewalt Gegen Frauen ein Männerproblem dass wir lösen können und wir jeden tag beeinflussen können.
00:41:14: das ist die zahltagfolge für heute.
00:41:16: ich wollte nachdem ich die geschichte mitbekommen habe super schnell was auf instagram machen zum ein weil ich das gefühl habe, dass man das verlangt.
00:41:23: Dass man sich positioniert finde ich auch okay fände ich auch richtig.
00:41:27: gleichzeitig ist natürlich keiner rechenschaft schuldig.
00:41:29: also ich muss jetzt nichts sagen und niemand wartet genau auf mein statement.
00:41:34: aber ich will ja etwas sein und ich will hier auch was verändern Und ich will das ja auch bewerten bzw.
00:41:40: meine Sicht dazu kundtun!
00:41:44: Das kurze war aber irgendwie nicht so meins, deswegen habe ich mich jetzt hingesetzt um mir Mühe gegeben dass hier immer zusammenzufassen mal eine Orientierung zu geben und vor allem auch darüber zu sprechen was von uns Männern eigentlich zurecht erwartet wird und nicht als Pflicht sondern vielleicht einfach mal selber raffen dass dadurch die Gesellschaft besser wird.
00:42:00: und ne ganz klare Ansage an alle Männer die sowas machen Was für armselige Kreaturen sind die eigentlich?
00:42:08: Armselig, klein, mies.
00:42:11: Voller Ekel guck ich mir das an!
00:42:13: Voller ekel Danke für deine Aufmerksamkeit.
00:42:17: Das war die Folge vor heute.
00:42:18: Wir hören uns am Freitag wieder Und wenn du Gedanken hast wie du mit mir tauschen möchtest schreib einfach gerne.
00:42:22: bei Spotify versuche ich immer sofort zu antworten.
00:42:24: Ansonsten gerne über die sozialen Medien.
00:42:26: Dieser Podcast ist ja hier tatsächlich zum Austausch gedacht.
00:42:29: Tschüss tschüss.
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