#071 - ESC, Pflege, Matilda-Effekt und Erdüberlastungstag
Shownotes
Nach 130 Tagen ist Deutschland ökologisch im Dispo: Der Erdüberlastungstag lag dieses Jahr zwar später als 2025, aber vor allem wegen neuer Berechnung. Am Tag der Pflegenden geht es um Florence Nightingale, geboren 1820, und um ein Pflegesystem, das ohne Frauen, Angehörige und internationale Pflegekräfte kaum funktionieren würde. 49 Mal wurde Lise Meitner für den Nobelpreis nominiert – gewonnen hat sie nie. Der Matilda-Effekt zeigt, warum Frauen in Wissenschaft, Technik und Geschichte so oft unsichtbar gemacht wurden. Und zum 70. ESC geht es um 2.500 Jahre roten Teppich, den türkisen Auftritt in Wien, Boykotte und die Frage, warum der Song Contest nie unpolitisch war.
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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)
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00:00:00: Hallo, hier ist das Fachmagazin für angewandtes Abschweifen.
00:00:04: Heute unsichtbare Frauen, teure Pflege, rote Teppiche und von der Antike bis zum ESC!
00:00:11: Wo gibt's das in einer Folge Podcast sonst?
00:00:15: Ich sag mal, Payday twelve points, La Sant Touche du spoins, Zeitag zwölf Punkte.
00:00:33: Es ist Dienstag der zwölfte fünfte, zwei tausend sechsundzwanzig.
00:00:38: Hier ist Daniel Boschmann mit Zeittag.
00:00:39: Wir rechnen mit der Woche ab.
00:00:41: Ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter Erst die Meldung dann das Abschweifen.
00:00:46: Das ist hier der Auftrag.
00:00:48: Das sind die Themen für heute.
00:00:50: Hundertdreißig, hundertdreizig Tage Und Deutschland ist ökologisch gesehen pleite.
00:00:55: Am Sonntag war unser Erdüberlastungs-Tag.
00:00:58: Wir leben einfach über unsere Verhältnisse und machen uns zusätzlich noch die Statistiken schön.
00:01:04: Hm, wie sieht's bei den anderen aus?
00:01:07: Heute ist Tag der pflegenden weltweit!
00:01:10: Wir feiern die erste Gesundheitsinfluencerin der Welt Florence Nightingale und ich schaue mir an, wie es mit der Pflege in Deutschland so aussieht.
00:01:18: Spoiler geht so gut.
00:01:25: Warum sind Frauen in so vielen Bereichen eigentlich unsichtbar?
00:01:29: Die Antwort gibt der Matilda Effekt.
00:01:32: Und siebzig Jahre ESC und zweitausend fünfhundert Jahre roter Teppich, also circa!
00:01:38: Wo kommt der eigentlich
00:01:39: her?!
00:01:40: Heute Abend ist Halbfinale, ich schicke dich in Song Contest Bootcamp.
00:01:44: Was musst du wissen und was antwortest du auf die Aussage?
00:01:47: Früher war das alles nicht so politisch!
00:01:51: Wir gehen rein... Hundert dreißig Tage und Deutschland ist pleite ökologisch gesehen.
00:01:57: Am Sonntag war unser Erdüberlastungstag.
00:02:00: Deutschland hat sein ökologistisches Jahresbudget jetzt schon aufgebraucht.
00:02:05: All das wird errechnet vom Global Footprint Network, einer Organisation die seit dem Jahr mit erstaunlicher Geduld zusammenrechnet.
00:02:12: Wie viel Natur die einzelnen Länder pro Kopf so verbrauchen?
00:02:16: Würden alle acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben wie wir hier in der Bundesrepublik dann wäre die jährliche Biokapazität der Erde nach einhundert dreißig Tagen leer geräumt.
00:02:27: Seit dem elften Mai leben wir also statistisch gesehen auf Pump bei der guten alten Natur!
00:02:32: Cool Soweit so bekannt, bemerkenswert ist aber tatsächlich noch ein bisschen was anderes.
00:02:37: Der Erdüberlastungstag im Jahr die erste Woche war am dritten Mai durch.
00:02:49: Eine Woche aufschub klingt nach Fortschritt!
00:02:51: Nach Wende!
00:02:52: Nach den ersten Erfolgen unserer Wärmepumpenrepublik... ...ist aber gar kein Erfolg.
00:02:57: Die Verschiebung kommt nicht durch unser verändertes Verhalten zustande, die kommt durch eine geänderte Berechnungsmethode zustande.
00:03:03: Na toll!
00:03:05: Aktualisierte Daten neue Gewichtungen und andere Modellrechnung so.
00:03:09: wir haben also nicht weniger verbraucht Wir haben einfach nur anders gemessen.
00:03:13: Und das ist der Punkt da würde ich doch gerne mal abschweifen.
00:03:16: Das ist ja hier ein Lehrstück ne?
00:03:18: Es gibt nämlich viele von diesen statistischen Operationen die in der Wirtschaftswissenschaft gerne als Neukalibrierung beschrieben werden.
00:03:26: Cooles Wort.
00:03:27: Wenn ein Indikator für uns zu negativ aussieht oder nicht so hilfreich ist, wenn Zahlen also etwas zeigen das politisch- oder wirtschaftlich unbequem ist oder untauglich dann wird in einer angemessen langen Frist die Berechnungsgrundlage einfach überarbeitet.
00:03:44: Das ist dann auch und das ist ganz wichtig jetzt, dass es da keine Lüge, das ist keine Manipulation.
00:03:49: im Gegenteil das ist oft methodisch super sauber Aber es führt dazu, dass das Ergebnis ganz anders und gerne auch in Ticken schöner aussieht.
00:03:57: Und das ist ja nicht so schlecht!
00:03:59: Ich habe ein wirklich verrücktes Beispiel gefunden um das mal zu erklären.
00:04:03: Zwei-tausend vierzehn also.
00:04:05: vor zwölf Jahren hat das Europäische Statistikamt Eurostat die Berechnung des Bruttoinhaltsprodukts überarbeitet – und zwar für ganz Europa, also für EU.
00:04:16: Und plötzlich gehört kein Witz Prostitutionen und Drogenhandel mit rein?
00:04:22: Weil das in einigen Mitgliedstaaten ja zur Wertschöpfung schon dazugehörte, wurde das in anderen Netz einfach auch dazu geholt.
00:04:29: Italien ist als Land dadurch über Nacht um drei Komma sieben Prozent gewachsen... ...in der Wirtschaftsleistung!
00:04:36: Zwar sind die nicht reicher geworden?
00:04:37: es ist ja nur anders gezählt worden aber de facto war das richtig gut für Italien.
00:04:42: Diese Änderungen basierten nämlich auf dem neuen Standard ELSVG-Zwt.
00:04:47: Das ist ein europäisches System zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.
00:04:51: so Warum jetzt wurden bitte Drogen und Prostitutionen aufgenommen?
00:04:55: Die Grundidee dieser volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist es, alle wirtschaftliche Aktivitäten zu erfassen die auf freiwilliger Basis gegen Entgelt stattfinden.
00:05:05: Naja also ich hätte da mal einen Kritikpunkt freiwillig weil sie nicht so genau.
00:05:10: aber naja früher wurden illegale Aktivität nämlich oft ignoriert weil sie zu schwer zu messen sind Und die EU hat damals entschieden, dass die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern leiden würde wenn man diese illegalen Sachen weglassen würde.
00:05:25: Beispiel in den Niederlanden ist Prostitution teilweise legal und fließt schon sehr lange ins BIP ein also in die Wirtschaftsleistung.
00:05:33: um Italien jetzt fair vergleichen zu können mussten diese Sektoren zumindest schätzungsweise mit eingerechnet werden und das gab dann den italien Effekt.
00:05:43: Italien war nämlich eines der Länder, bei denen die Revision besonders deutliche Auswirkungen hatte.
00:05:47: Eben schon gesagt, sie sind gewachsen – drei Komma sieben Prozent und allein auf die Illige einsachen lässt sich ein Prozent zurückführen.
00:05:55: also Drogenhandel Prostitution Schmuggl Herzlichen Glückwunsch!
00:05:59: In anderen Ländern waren übrigens auch Auswirkung zu sehen nicht nur in Italien hier Großbritannien.
00:06:04: man schätzt den Beitrag von Drogen und Prostituation zur Wirtschaftsleistung auf etwa zwölf Milliarden Euro jährlich.
00:06:11: Bei uns gab es übrigens auch Effekte.
00:06:12: Diese Bereiche werden seit Jahrzehnten bei uns eingerechnet.
00:06:16: Das Gesamtwachstum ist aber eher gering, weil unsere Wirtschaft im Falle schon sehr viel größer ist.
00:06:21: Witziger Nebeneffekt!
00:06:23: Für die italienische Regierung war das damals ein absolutes Geschenk.
00:06:27: Da die Staatsverschuldung immer im Verhältnis zum BIP gemessen wird – also zur Wirtschaftsleistung – sank offizielle Schuldenquote durch diesen statistischen Drogen- und Prostitionsbonus in kleine Stück ohne dass man auch nur ein Cent zurückzeilen musste.
00:06:41: So, jetzt zurück zu den Statistiken!
00:06:44: Zurück zum Erdüberlastungstag.
00:06:46: Der ist jetzt in Deutschland eine Woche später als letztes Jahr.
00:06:49: Wann haben denn die anderen Länder ihren Erdüberlastungstag?
00:06:52: Wann ham' die die Natur aufgebraucht?
00:06:53: quasi?
00:06:54: Katta war schon am sechsten Februar durch Sechster Februar alter.
00:06:59: Die Kataris wären wenn alle so leben würden wie sie schon Mitte Februar Durch das Jahresbudget durch komplett Die Vereinigten starten, dreizehntem März.
00:07:07: Dann kommen wir Deutschen, Frankreich, neunzehnte Mai, Großbritannien, zwanzigste Mai.
00:07:11: Marokko irgendwann im Spielterbst die Philippinen auch und Indien ist erst Anfang Dezember dran.
00:07:18: Was heißt das übersetzt?
00:07:19: Das heisst wer wenig hat, hat das ganze Jahr gut gehaushaltet.
00:07:25: Wer viel hat so wie wir der kommt nicht mehr über den Frühling.
00:07:28: also die Erkenntnis die unbequeme ist Wohlstand ist auch Naturverbrauch.
00:07:34: Jedes Wachstumsprozent braucht eine bestimmte Menge fossile Energie.
00:07:38: Noch!
00:07:42: Wer hat eigentlich die Statistiken erfunden, mit der wir die Pflege heute messen?
00:08:07: Heute am zwölften Mai ist internationaler Tag der pflegenden.
00:08:11: Und das Datum ist alles andere als zufällig!
00:08:13: Es ist der Geburtstag von Florence Nightingale.
00:08:17: geboren, zwölfter Mai, achtzehnzwanzig in Florenz in Italien.
00:08:21: Gestorben ist sie dann neunzehntzehn in London.
00:08:24: Sie war britische Krankenschwester im Krimkrieg, der war eighteen dreieinfünfzig bis sechsundfünftig.
00:08:29: Sie war Reformerin des Sanitätswesens und sie war die Frau, die in einem Lazarett erkannt hat das mehr Soldaten an Kohlera und Typhus gestorben sind als an den Kriegsverwundungen.
00:08:38: Und das hat die alles in Zahlen gepackt damals schon!
00:08:42: Sie hat damals schon ultramodernen Daten getrieben für Reformen gekämpft also Beweise erbringen sichtbar machen und die Politik dann zwing sich zu bewegen.
00:08:51: Florence Nightingay war nicht nur eine Krankenschwester, die war Statistikerin.
00:08:55: Möglicherweise eine der Eifflussreichsten des neunzehnten Jahrhunderts.
00:08:58: In den USA wurde sie als erste Frau überhaupt in die britische Royal Statistical Society aufgenommen – damals eine Supernummer!
00:09:07: Sie hat als Erste die statistische Visualisierung als politisches Werkzeug benutzt und ihre Arbeit legte damals schon den Grundstein für die moderne Krankenpflege.
00:09:18: Sie hat auch ein ganz besonderes Diagramm erfunden.
00:09:20: Das Polar-Area-Diagramm ist ein bisschen komplexer.
00:09:23: Eine Form von Kreisdiagramm, so grob!
00:09:26: Und damit hat sie bewiesen dass die Soldaten im Krimkrieg nicht in Kampf gestorben sind sondern an mangelhafter Hygiene.
00:09:31: Damit hat sie dann die Krankenpflege revolutioniert indem sie in einem Lazarett ins Gutari das ist irgendwo bei Istanbul grundlegende hygienische Standards eingeführt hat also saubere Wäsche, Bettzeug, Belüftung... Das alles war ihre Idee.
00:09:46: Darüber hinaus hat sie noch Spendengeld daran geholt, um notwendige Versorgungsgüter zu beschaffen und eine Wäscherei etabliert.
00:09:52: Die hat sogar die Versorgung komplett neu organisiert!
00:09:55: Die Ernährung geändert Hygiene überall... ...die Verpflegung übrigens auch.
00:09:59: Sie verbesserte die Ernährungen der Patienten, um die Genesung zu fördern.
00:10:02: Die hätte an alles gedacht.
00:10:04: Und durch ihre nächtlichen Kontrollgänge, die sie bei den Verwundeten auch noch gemacht haben, indem sie immer mit einer Lampe durch den ganzen Laden gelaufen ist wurde sie bekannt als die Dame mit der Lampe Lady with the lamp und die feiern wir heute.
00:10:17: Und diese Lammelady hat genau ihre Diagramme dann an Queen Victoria geschickt mit einem Brief, an den Kriegsminister obendrauf... ...und sie hat Achtung das ist die Stelle an der wir normalerweise jetzt von Aktivisten reden.
00:10:28: Sie hat damit gedroht diese Daten zu veröffentlichen falls die Politik nicht handeln will.
00:10:33: Das war gut!
00:10:34: Damals war die thirty-fünf Jahre alt.
00:10:37: Sie waren eine Frau in einer Männerwelt die ihr keine Stimme geben wollten und sie hat sich selbst die Stimme genommen und hat die zur einen dazu geholt Und er hat ein ganzes Reich dazu gebracht, sich zu bewegen.
00:10:46: Florence Nightingale war – wenn man ehrlich ist im modernen Sinne die erste Gesundheitsinfluencerin!
00:10:52: Sie hat sichtbar gemacht was ohne sie unsichtbar geblieben wäre.
00:10:55: und ihr zu Ihren gibt es den internationalen Tag der Pflegenden, der zwölfte Mai.
00:11:00: Seit sixty-fünfundsechzig gibt's den International wie in Deutschland
00:11:03: v.a.,
00:11:03: den seit ninety-sevenundsächzig und das Motto dieses Jahr ist Our Nurses our Future also unsere Schwestern unsere Zukunft.
00:11:11: Und jetzt kommen wir zu Zahlen, die zu diesem Tag passen aber auch wirklich unangenehm sind.
00:11:14: Wie sieht es denn in Deutschland aus?
00:11:17: In Deutschland sind aktuell ein Komma sieben sechs Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig in Pflegeberufen beschäftigt.
00:11:24: Ihnen gegenüber stehen fünf Komma Sieben Millionen pflegebedürftige.
00:11:28: das ist ein ziemliches Ungleichgewicht.
00:11:30: Stand Juni fünfundzwanzig bis Zwei Tausend Dreißig werden es voraussichtlich sechs Komma zwei Millionen pfegebedürftig sein Und bis im Jahr ist es in Deutschland laut Statistischen Bundesamt bis zu sixhundertneunzigtausend Pflegekräfte.
00:11:46: Alter!
00:11:48: Das passt auch zum heutigen Tag, denn was an der Pflege in Deutschland chronisch unsichtbar ist nicht nur der Mangel am Personal – das wissen wir alle – vor allem die Aufteilung, die sieht man ja erst mal in den Zeit nicht.
00:11:59: Vier von fünf Pflegekräften sind Frauen.
00:12:03: Die Hälfte davon arbeitet in Teilzeit und das doppelt so hoch wie der Bundesturchschnitt aller Berufe.
00:12:08: Vier von zehn gehen häufig krank zur Arbeit, weil sie so eine hohe Arbeitsmoral haben.
00:12:13: In der Altenpflege liegt der Krankenstand bei sieben Komma vier Prozent.
00:12:17: das ist der höchste Wert aller Berufsgruppen in der gesamten Republik.
00:12:20: und noch ne krasse Zahl.
00:12:21: und dann erst mal weniger zahlen.
00:12:23: Fünfundsechzig Prozent der Alte Pflegerinnen geben an ihre Aufgabe nur unter großer Anstrengung zu schaffen.
00:12:29: Ist das krass?
00:12:32: Es gibt dafür sogar ein Index den sogenannten Comparable Worth Index also der Wert zu vergleichen, wie das mit der Arbeit läuft.
00:12:40: Der bewertet die Anforderung eines Berufes, also körperlich, psychisch, kognitiv – die ganze Belastung.
00:12:46: Dieses Skala gibt bis Zweiunddreißig und der Beruf in der Pflege liegt bei Achtundzwanzig, also fast ganz oben!
00:12:55: Und wie ich finde, der Lohn gemessen an dieser Anforderungen ist deutlich zu niedrig.
00:12:59: Das ist hier letztendlich die Kernmessage dieses Beitrags Wir müssen uns um Menschen kümmern, die sich kümmern.
00:13:06: Also wir müssen die Pflege besser bewerten.
00:13:08: Und diese Zahlen, die wir heute so alle vor uns haben, hat Florence Nightingale das allererste Mal erhoben und wenn sie diesen Zahl nette dann würde sie die Friedrich-März mal ordentlich auf den Tisch klatschen.
00:13:18: Übrigens weil ja immer gerne gefragt wird was mit dem zugewanderten Jahr passiert?
00:13:24: Drei hundertfünfzigtausend über dreihundertfünftig tausend Pflegekräfte haben wir mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Deutschland.
00:13:31: Die arbeiten in deutschen Pflegeeinrichtungen Das ist fünfmal so viel wie zwei tausend dreizehn.
00:13:36: Das deutsche Pflegesystem würde ohne Menschen aus der Türkei, Polen, Bosnien, Philippin und Brasilien komplett zusammenbrechen.
00:13:44: Und dafür gibt es sogar einen Begriff weltweit.
00:13:46: Care drain!
00:13:47: Pflegeabfluss weil sie hier besser verdienen kommt ihr zu uns und sind dann nicht mehr zu Hause in ihren eigenen Ländern.
00:13:53: das ist für die eine absolute Katastrophe und da sollten wir immer wieder mal ein bisschen bedenken wenn wir immer Kritik äußern Schwachmaten wieder um die Ecke kommen und fragen, was wollen denn mit denen?
00:14:03: Kann ich mir nicht ertragen.
00:14:05: Darüber hinaus auch wichtig!
00:14:07: Es gibt fast keinen Beruf in dem so viele Menschen mit so wenig Klage so viel Aufrecht erhalten.
00:14:12: Eines Tages, wenn man ehrlich ist früher oder später sitzen wir alle oder liegen wie hier im Bett und sind darauf angewiesen dass jemand reinkommt der lächelt, der schweigt uns ein Glas reicht und uns die Hand hält oder uns wäscht.
00:14:23: Und das bringt mich zu dieser Nachricht.
00:14:25: Kehrarbeit Pflege Zuhause.
00:14:28: Ich habe viele Nachrichten bekommen über die letzten Wochen, fast so ein Monate.
00:14:33: Dafür möchte ich mich bedanken... ...ich werde jetzt hier nicht zitieren weil das ja irgendwie auch so'n bisschen Datenschutz ist,... ...weil ich immer nicht weiß, es ist eine private Nachricht oder es ist zur Veröffentlichung gedacht.
00:14:41: Aber viele Menschen haben mir geschrieben und wirklich ganz tolle Nachrichten war sehr lange und war sehr emotional,... ...dass sie zu Hause kaum rauskommen, weil sie Angehörige pflegen, entweder Kinder- oder Eltern.
00:14:52: Ist ja völlig egal am Ende.
00:14:53: Einen geliebten Menschen zuhause pfägen!
00:14:56: Und da bin ich jetzt mal in die Recherche gegangen, um diese Arbeit zu würdigen.
00:15:00: Rund zweihundert sechs Milliarden Euro!
00:15:04: Das ist der monetäre Wert der unbezeiten häuslichen Pflegearbeit in Deutschland.
00:15:10: Berechnet von einem gewissen Professor Andreas Hoff und dem Forschungsinstitut GATT – der Hochschule Zittau & Görlitz veröffentlicht letzten Oktober.
00:15:18: Die Studie heißt Der Monetärewert der Pflegeleistung von An- und Zugehöring in Deutschland Während dieselben Leistungen also, die privat jetzt umsonst erbracht werden von angelernten Hilfskräften erbracht worden.
00:15:29: in der Pflege hätte man die zu zweihundert sechs Milliarden Euro marktüblich angeboten.
00:15:36: Der Vergleichswert ist übrigens ein Witz!
00:15:38: Die gesetzliche Pflegeversicherung hat ... ... zwanzigundzwanzig.
00:15:42: den Wert habe ich jetzt als Pflegegeld an Haushalte insgesamt sechzehn Komma Zwei Milliarden ausgezahlt.
00:15:48: Das ist weniger als ein Zwölftel von dem Wert, den ich eben gerade genannt habe.
00:15:53: Übersetzt also für jeden Euro, den die Sozialkasse zahlt, leisten Angehörige Pflegearbeit im Wert von gut zwölf Euro.
00:16:01: Gratis!
00:16:03: Umsonst!
00:16:04: Sondern wenn wir weiter raussoumen und nicht nur Pfleger angucken sondern um bezahlte Sorgearbeit – also Kinderbetreuung, Haushalt-, Kehrarbeit insgesamt – dann landen wir NUR für Deutschland bei einer Zahl vom Prognos-Institut bei µm pro Jahr.
00:16:22: What?
00:16:23: Das entspricht einem Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts.
00:16:26: Das ist richtig krass!
00:16:28: Wenn man dann einmal in diesem Thema rumguckt, dann verzweifelt man langsam und ich kann Menschen verstehen die verzweifen wenn sie zu Hause pflegen.
00:16:34: Sechsundachzig Prozent aller Pflegebedürftigen das sind vier Komma neun von fünf Komma.
00:16:38: sieben Millionen Menschen –die Zahl habe ich ihm schon genannt– die werden Zuhause versorgt und dann eben überwiegend durch Angehörige.
00:16:45: Und nur zwanzig Prozent dieser Haushalte erhalten überhaupt Unterstützung von irgendeinem ambulanten Pflegedienst.
00:16:50: Den Rest machen die allein.
00:16:52: Die Präsidentin vom Sozialverband Vdk, Verena Bentele hat das mal genannt Wenn sich nichts ändert werden es auch in Zukunft die pflegenden Angehörigen sein, die den Laden am Laufen halten.
00:17:02: Krass!
00:17:04: Das ist eine Volkswirtschaft also im Schatten der eigentlichen Volkswirtschaft.
00:17:09: Vier Komma Neu-Milion.
00:17:10: Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt fast immer von der Tochter Ehefrau Schwester Mama und das System läuft weil eine Hälfte des Systems unbezahlt ist.
00:17:20: Frauen leisten übrigens, habe ich nachgeguckt, neunundzwanzig Stunden unbezahlter Arbeit pro Woche.
00:17:24: Männer zwanzig!
00:17:26: Ich will keinen fiesen Vergleich machen aber das stimmt nun mal und diese Lücke ist essentiell.
00:17:30: Führt nämlich gerne die Altersarmut.
00:17:32: Da Kehrarbeit nämlich nicht rentenwirksam eingezahlt wird weil sie wird ja nicht bezahlt, ist es dann auch die Hauptursache für weibliche Armut im Alter.
00:17:40: man fragt sich immer warum deshalb Dann noch der Mental Load oben drauf.
00:17:44: Die psychische Last des Organisierens, also wann ist der nächste Zahn als Termin?
00:17:48: Wann muss wer wohin gefahren werden?
00:17:50: Das führt dann zu riesengroßen Burnout-Raten und Fachkräftemangel.
00:17:55: Während wir ja gerne mal über die ganzen vier Tagewochen diskutieren weltweit arbeiten pflegende Angehörige faktischer sieben Tagelang – die haben er eigentlich nie frei!
00:18:03: Und dann entziehen wir ihre Kraft unserem Arbeitsmarkt, die fehlen natürlich auch.
00:18:10: Weil Sorgearbeit und Bezeit meist bei Frauen hängen bleibt, arbeiten die dann eben auch öfter in Teilzeit.
00:18:16: Das wiederum senkt ihr Gehalt was wiederum dazu führt dass bei der nächsten Kehr-Entscheidung also Pflegeentscheidungen In Klammern wer bleibt beim Kind?
00:18:24: Wer bleibt beim Krankenvater das geringere Einkommen natürlich zu Hause bleibt Und da bist du quasi systemisch zuhause gefesselt.
00:18:32: Das darf doch alles nicht sein.
00:18:33: oder frage ich wo sind denn die guten Ideen aus der Politik?
00:18:36: Ein Beispiel!
00:18:40: Also so was wie Zeitwährung.
00:18:41: Da gibt's ein Modell, da kannst du dir quasi Sorgearbeitpunkte verdienen und die kannst du später am Alter gegen Pflege eintauschen.
00:18:48: Ist das schon erprobt?
00:18:49: Könnte man auch mal hier machen irgendwas modernes?
00:18:52: Anstatt dessen müssen sich ja hier von der Politik viele anhören.
00:18:55: Sie würden eine Lifestyle Teilzeit machen.
00:18:58: Ja guten Morgen.
00:18:59: Ich habe einen Vorschlag!
00:19:01: Ich werde nicht nur meckern.
00:19:02: ich hab'n Vorschlag Wie wärs denn Kehrarbeit als Infrastruktur anzusehen also Zu sagen, Sorgearbeit ist wie Straßen- oder Stromnetze.
00:19:11: Ohne die kann ja Erwerbswirtschaft gar nicht stattfinden!
00:19:14: Jemand muss ja die Arbeiter von morgen füttern, erziehen und die Arbeiter von heute pflegen.
00:19:19: Warum wird die Pflege nicht für Infrastruktur staatlich mitfinanziert?
00:19:24: Ich denke dann hätten wir vieles schon besser geklärt.
00:19:26: Nun eine Idee... Wir bleiben bei Frauen.
00:19:29: in diesem Fall geben wir zu unsichtbaren Frauen.
00:19:31: das ist das Einlösen eines Versprechens von letzter Folge.
00:19:36: Neunundvierzigmal, so oft wurde Lise Meitner für den Nobelpreis nominiert.
00:19:43: Neunzehnmal für Chemie, dreißig mal für Physik unter ihren Fühlsprechern Max Planck, Nils Bohr, Max Bohren, Werner Heisenberg und James Frank.
00:19:52: Das ist also das WSWR der Physik des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:19:56: Rate mal wie oft sie dann am Ende gewonnen hat!
00:20:01: Nullmal gewonnen!
00:20:03: Kein einzigen Preis.
00:20:05: Stattdessen wurde der Nobelpreis für Chemie, ... ... an Otto Hahn vergeben.
00:20:10: Allein!
00:20:11: Für die Entdeckung der Kernspaltung.
00:20:13: Den theoretischen Teil, also das was Kernspaltungen eigentlich ist und warum dabei so wahnsinnig viel Energie freigesetzt wird hatte aber Liese Meidner zusammen mit ihrem Neffen Otto Frisch im schwedischen Exil ausgearbeitet.
00:20:25: Hm, komisch... Die Frau macht die Vorarbeit in den Mannheims den Erfolg ein Und auf ihre Erkenntnis soll sie übrigens beim Spaziergang im Wald gekommen sein In Schweden Weil sie aus Nazi-Deutschland damals fliehen musste, das noch obendrauf.
00:20:38: Der Mann der gegenüber dem Nobelkomitee ihre Rolle einschätzen sollte macht er heute – so ist ihm falls die Lesart – in der Bewertung einen kleinen Fehler in seinem Gutachten und deswegen ist ihn nicht als Preisträgerin akzeptiert worden.
00:20:51: Achtzig Jahre später ist das immer noch die offizielle Sprachregelung.
00:20:55: Der Typ, der Sie bewertet hat als Wissenschaftlerin, hat ein Fehler gemacht.
00:20:59: Deswegen hat sie keinen Nobelpreis!
00:21:04: Und für genau so eine Sorte fehler gibt es seit nineteenhundertdreiundneunzig einen Namen.
00:21:09: In dem Jahr veröffentlichte die amerikanische Wirtschafts-Historikerin Margaret W. Rosseter im Journal Social Studies of Science, also in so einer Wissenschaftszeitung, einen Aufsatz mit dem Titel The Matthew Matilda Effect in Science übersetzt Der Matthäus Matilde Effekt.
00:21:27: Darin beschreibt sie ein Muster das ihr in jahrzehntelanger Archivarbeit immer wieder über den Weg gelaufen war Wissenschaftlerinnen wurden ignoriert und ihre Verdienste enteignet oder gleich ganz aus der Geschichte rausgestrichen.
00:21:42: Vielleicht war der Beitrag dann auch einfach nicht so wichtig, dachte man damals!
00:21:47: Sie taufte genau das dem Matilda-Effekt nach Matilda Jocelyn Gage einer amerikanischen Frauenrechtlerin die schon in Women as an Inventor, also Frauen als Erfinder festgestellt hatte.
00:22:02: Die wichtigsten Erfindungen der Welt gehen oft auf Frauen zurück – nur weiß das einfach keiner mehr!
00:22:07: Weil ein Mann gesagt hat, nee, äh... Das war ich….
00:22:10: Also die Frau war auch da aber.
00:22:11: Eigentlich habe ich das
00:22:12: gemacht.".
00:22:13: Frau Rossiter hat in ihrem Bericht bewusst diesen Begriff übrigens an den Matthäus-Effekt dran gehängt.
00:22:18: Der wiederum wurde aus dem Jahr bestätigt von Soziologen Robert K. Merton geprägt und bezieht sich auf eine Stelle im Matthäusevangelium Und da heißt es sinngemäß, wer hat dem Wirt gegeben?
00:22:32: Übersetzt heißt das ja folgendes.
00:22:33: Wer schon berühmt ist bekommt für eine Entdeckung dann auch den Kredit, auch wenn dahinter ein halbes Dutzend weniger berühmte Mitarbeiterinnen und Erfinderinnen stecken sollen.
00:22:43: Meistens das dann halt der Typ, der da die Abteilung geleitet hat.
00:22:47: Der Matilda-Effekt ist also die geschlechtsspezifische Schwester.
00:22:50: genau dieses Prinzip Wer eine Frau ist, dem wird genommen auch das was sie selbst erfunden hat.
00:22:57: Lise Meitner ist dann nicht die einzige Beispiel.
00:23:00: Rosalind Franklin.
00:23:02: Sie lieferte in twoen fünfzig mit ihrer Röntgenaufnahme Foto einundfünfzig die entscheidende Grundlage für die Entschlüssung der DNA Struktur also unses Genoms.
00:23:11: zwei Männer Watson und Crick haben ihre Aufnahme ohne ihr Wissen gesehen und haben das dann selber veröffentlicht Als Doppelhelix.
00:23:19: Und kassierten dann, in twounzehntsechzig mit Franklins Kollegen Maurice Wilkins den Nobelpreis.
00:23:26: Franklin war da aber schon vier Jahre tot.
00:23:29: Ist das schlechte Gewissen wahrscheinlich gar nicht so groß wenn die Frau schon tot war?
00:23:32: Joslyn Bell ist das nächste Beispiel!
00:23:34: Sie hat neunzehnzechzig als Doktoranden entdeckt dass es Pulsare gibt.
00:23:38: Also rotierende Neutronensterne... Den Nobelpreist dafür bekamen neunzentvielundsiebzig ihr Doktorvater, nicht sie selbst.
00:23:47: Die chinesisch-amerikanische Physikerin Cheng Xiong Wu führte in nineteen-sechsenfünfzig das experimentelle Schlüsselexperiment zur sogenannten Paritätsverletzung durch.
00:23:56: Also ich werde das hier gar nicht erst versuchen zu erklären, Ich habe es jetzt dreimal gelesen und immer noch nicht verstanden.
00:24:01: aber den Nobelpreis bekam neunzeitsimund fünfzig.
00:24:04: dann die beiden Theoretika die ihr das Experiment vorgeschlagen hatten!
00:24:09: Nicht selber gemacht sondern vorgeschlagen hatten.
00:24:12: Sie hingegen bekamen einen schönen Händedruck und ein kleines Diplom.
00:24:15: Alles Gute.
00:24:16: Man konnte das alles natürlich nur als Vergangenheit abstempeln.
00:24:20: So für kuriose Sachen aus einer Zeit, in der Frauen offiziell nur noch eine Fußnote waren.
00:24:25: Aber... Wie oft werden Frauen in den USA für naturwissenschaftliche Preise eigentlich nominiert und wie oft gewinnen sie?
00:24:41: An Wort!
00:24:42: Deutlich seltener als ihr Anteil ist im Fach Erwartendiese.
00:24:46: Guten Morgen.
00:24:47: Eine andere Studie aus dem Jahr zehntausend dreizehn ließ Männer und Frauen identische Forschungspapiere bewerten, einmal mit nem männlichen und einmal mit einem weiblichen Autorennamen.
00:24:57: Beide wie schlechter hielten die Männervision immer verbesser.
00:25:02: Was ist doch verrückt?
00:25:04: Das ist doch dann gelernt wenn es exakt derselbe Inhalt ist.
00:25:07: wer aber nur lesenharden Mann gemacht hat bestimmt mehr Qualität.
00:25:10: das is krass.
00:25:12: So.
00:25:12: was bleibt denn jetzt von diesen forty-neunzig Nominierungen für Liese Meidner?
00:25:16: Ein Astheorie trägt heute ihren Namen, ein Element-Imperion-System heißt wie sie Meidnerium, Ordnungs-Zweihundertneuen und in Berlin gibt es einen Institut.
00:25:24: Schön!
00:25:25: Otto Hahn übrigens hat sie nördnachtlich noch mal selber für das Komitee nominiert – hat aber nicht geholfen, wurde nicht angenommen.
00:25:33: Sie starb dann nördsächlich drei Jahre nach ihrer letzten Nominierung im Cambridge und hat nie gewonnen.
00:25:39: Auf ihrem Grabstein steht übrigens ein ganz besonderer Satz den ihr Neffe-Otto frisch verfasst hat Lise Meitner, a physicist who never lost her humanity.
00:25:49: Übersetzt Lise Maitner eine Physikerin die ihre Menschlichkeit nie verloren hat Was nicht drauf steht auf dem Grabstein.
00:25:56: Die eine Frau die alles konnte aber nie ein Preis gewonnen hatte Crazy.
00:26:01: Und wenn du dann einmal in dieses Hasenloch abtaufst und dieses rabbit hole Dann findest du immer wieder extrem prominente Beispiele von Frauen die wirklich was gerissen haben Aber irgendwer anderes den rum eingesagt hat.
00:26:12: Oder ist es ganz im Vergessenheit geraten?
00:26:15: Folgende Geschichten habe ich.
00:26:16: Fünf Frauen, fünf gestohlende oder vergessene Erfindung.
00:26:20: Hedy Lamar, aus der Schweiz geboren und zwar in Österreich – sie war Hollywoodstar eine unfassbar schöne Hollywood-Schauspielerin.
00:26:28: Dem beruflich war sie Erfinderin!
00:26:29: In der Schweiz hat Hedy Lama zusammen mit dem Komponisten George Antiel einen Frequenzsprungverfahren erfunden für funkferngesteuerte Torpedos.
00:26:40: Die US-Marine hat er erst mal nicht hingehört, aber heute steckt das Prinzip im Bluetooth, WLAN und GPS.
00:26:46: Die freut also quasi damals schon Wlan erfunden!
00:26:49: Die Anerkennung kam es in den letzten drei Jahren vor ihrem Tod, meine Güte.
00:26:56: Dann hier Elizabeth Magie, Erfinderin und Spieleentwicklerin, hat einen Spiel patentiert heisst The Landlords Game explizit gedacht als Lehrstück gegen Bodenspekulation und im Sinne von Sozialreform gegen Immobilienheier.
00:27:11: Ein gewisser Charles Darrow, also ein Mann hat in den vergangenen Jahren diese Spiele irgendwo gefunden, hat das umgebaut und unter dem Namen Monopoly an die Parkerbrüder verkauft.
00:27:23: Und wurde damit Millionär.
00:27:25: Melgi, also die Erfinderung vom Monopoly quasi, hat genau fünfhundert Dollar bekommen und keine Lizenz gebühren.
00:27:32: Margaret Knight, Erfinderin später als Lady Edison bekannt hat eine Maschine zur Massenproduktion flachbödiger Papiertüten erfunden.
00:27:40: Also genau in die Tüte, die heute weltweit für Brotmehl und fast alles verkauft wird.
00:27:45: Ein Mann namens Charles Annen hat damals versucht ihr Patent zu stehen mit der Begründung Eine Frau könne eine derart komplexe Maschine unmöglich erdacht haben.
00:27:56: Alter was!
00:27:58: Neid hat vor Gericht Einspruch erhoben und ihre Originalzeichnung gezeigt, und hat Achtzehnundseinundsiebzig gewonnen.
00:28:04: Am Ende hatte sie Zweiundzwanzig Patente.
00:28:06: Cool!
00:28:07: Stefanik Wollek übrigens, Chemikerin, hat neunzentzechzig Keffler erfunden.
00:28:12: Das ist eine Polymeer-Phaser.
00:28:14: die bei gleichem Gewicht etwa fünfmal reißfester als Stahl wird heute in Kugelsicheren Westen verbaut, in Helmen, Flugzeugteilen und im Bootsbau verwendet.
00:28:23: Und hat unzähligen Polizistinnen und Polizisten und Soldatenleben gerettet.
00:28:27: Die Firma, bei der sie gearbeitet hat, Dupont, hat mit ihrer Erfindung Milliarden verdient.
00:28:33: Stefanie Quollig selber hat ihr ganz normale Chemikerin-Gehalt bekommen und später dann ein-, zwei Auszeichnungen aber keine Lizenz gebühren!
00:28:41: Und jetzt mein Lieblingsbeispiel für eine Erfind'ung von Frauen, bei dem man nicht wirklich wissen will ob das von Frauen war.
00:28:47: Jedenfalls nicht wenn man im Kerniger Typ ist... mutmaßlich ich denke in Klischees.
00:28:53: Frauen in Mesopotamien.
00:28:56: Achtung Bier wurde nach allem, was wir heute wissen und was die Keilschrifttafeln von damals zuher gegeben haben.
00:29:02: Von Frauen gebraut und erfunden vor rund fünf tausend bis sieben tausende Jahren in Sumer im heutigen Irak.
00:29:10: Das Bier wurde also im Irak erfunden und von Frauen.
00:29:13: für viel ist das ein Riesen-Schock!
00:29:17: Die Hymne an den Kasi, dass es die älteste schriftliche überlieferte Bierrezeptur der Welt ist eine Anrufung der sumerischen Biergöttin und gleichzeitig eine Brauanleitung.
00:29:27: Die Priesterinnen der Ninkasi waren die ersten Braumeisterin, Tavernen waren im Mesopotamia fast ausschließlich in Frauenland übrigens.
00:29:35: und der Kodex Hamurabi regelt seit siebzehntfünfzig vorkristus das Schankwesen ausdrücklich mit weiblichen Pronomen.
00:29:45: Verdrängt wurden dann die Frauen aus dem Brauwesen erst als die Sache kommerziell interessant wurde In Europa flächendeckend ab dem späten Mittelalter Und mit der industriellen Großberaurei dann endgültig ab dem achtzenden bzw.
00:29:57: neunzehnten Jahrhundert.
00:29:59: Also, warum ist das alles so wichtig zu wissen?
00:30:01: Da geht es ja nicht nur um gestohlene Ehre Das stimmt auch.
00:30:04: Es geht aber um echten Schaden Schaden an unserer Fortentwicklung der Menschheit.
00:30:09: Wenn du keine Frauen in diesen Berufen hast, hast du auch ein Verlust von Vorbildern.
00:30:13: Mädchen sehen dann keine Frauen In der Geschichte der Physik oder der Chemie und denken Joah, dass hat halt nichts für mich.
00:30:19: Und dann fehlen brillante Ideen vielleicht von genau diesem Mädchen.
00:30:22: Und wenn Frauen ignoriert werden, werden oft auch Frauentheben in der Forschung ignoriert.
00:30:27: Hust hust Medizin Herzinfarkt tralalala.
00:30:30: Aber es gibt auch eine gute Nachricht Kampagnen wie Hashtag no more Matildas Die versuchen Schulbücher jetzt umzuschreiben und die vergessenen Frauen einfach zurückzuholen.
00:30:39: Die Leistungen von unsichtbaren Frauen müssen sichtbar sein.
00:30:42: Da sollten wir doch alle einig sein oder?
00:30:51: Fünf Länder sind aber nicht dabei.
00:30:53: Die boykotieren!
00:30:54: Die Frage ist jetzt also, Ist diese Veranstaltung der ESC wirklich politischer geworden?
00:30:59: Und die Geschichte des roten
00:31:01: Teppichs?!
00:31:02: Wo kommt er eigentlich her und warum rollt Wien einen türkisfarbenen aus?
00:31:06: Heute Abend, einundzwanzig Uhr beginnt in der Wiener Stadthalle das erste Halbfinale des siebzigsten Eurovision Song Contests – ESC.
00:31:21: Spanien, den Niederlande, Irland, Island, Slowenien und all das wegen der Teilnahme Israels.
00:31:27: Es ist die größte Boykottwelle in der gesamten ESC-Geschichte.
00:31:31: Belgiens flehmischer Sender übrigens entsendet nicht mal einen Kommentator nach Wien – die kommentieren von zu Hause aus aus Brüssel!
00:31:37: Nemo, der ESC Gewinner von Jahrzehnte vierundzwanzig hat seine Trophäe aus Protest zurückgegeben genauso wie Charlie Megathegen, dass der irische Gewinner vom Jahrzehn neunzig.
00:31:48: Diese ESC-Woche steht in Wien unter Polizeischutz mit mehreren hundert Beamten täglich und am Finaltag wird die größte pro palästinensische Demonstration der Stadt seit Jahren erwartet.
00:31:59: Grund genug für viele zu sagen, boah das will ich alles nicht mehr sehen ist doch viel zu politisch geworden!
00:32:05: Ist es wirklich so?
00:32:07: Kurzer Rückblick... Am Sonntag sind die Delegationen aller thirty-fünf Länder über einen zweihundert Meter langen Teppich vom Burgtheater zum Wiener Rathaus geschritten.
00:32:16: Der war nicht rot.
00:32:19: Das waren türkiser Teppich!
00:32:20: Offizielle Begründung vom ORF, vom Sender der es austrägt?
00:32:24: Die Farbe der Donau bei klarer Sicht – das sei türkis.
00:32:29: Äh ja sich war gerade im Wien kann ich nicht bestätigen.
00:32:32: aber naja... die inoffizielle begründungen zwischen den Zeilen.
00:32:36: Rot war in den vergangenen Jahren einfach zu politisch besetzt.
00:32:39: Rot ist Blutrot geworden Protestrot Ampelrot.
00:32:42: Wien wollte jetzt einfach was Frischeres Aber Exkurs!
00:32:47: Warum erwarten wir denn eigentlich immer einen roten Teppich?
00:32:50: Die Geschichte ist fast zweitausendfünfhundert Jahre alt und an deren Anfang steht ein Mann, der genau das tut was wir heute Abend im Fernsehen sehen.
00:32:58: Der geht über einen Teppig.
00:33:00: Wir gehen in die Antike nach Griechenland.
00:33:03: Eischylos.
00:33:04: Ich habe es geguckt Es wird so ausgesprochen.
00:33:07: Eischülos der griechische Tragödyndichter schreibt im Jahr vierhundert achtundfünfzig vor Christus eine Trilogie namens Oresti.
00:33:15: Der erste Teil heißt Agamemnon.
00:33:17: Agaemmemnon, König von Mycena kommt aus dem Trojanischen Krieg zurück.
00:33:21: Zehn Jahre war der weg, hat Helena nach Hause geholt bzw.
00:33:25: versucht und hat dabei seine eigene Tochter Iphigenia zu Beginn des Feldzugs den Göttern geöpfert damit er Wind die Schiffe nach Droja trägt.
00:33:34: Diese Geste hat ihm seine Frau Cluthaim Nestra nie verziehen.
00:33:40: Während er dann weg war, hat sie sich einen Liebhaber genommen und er hat sich eine Konkubine mitgebracht.
00:33:44: So ein Trojaner-Prinzessin Cassandra.
00:33:47: Wir sind jetzt also in einer Familienkonstellation, in der nichts mehr zu retten ist.
00:33:51: Klytaim Nestra, die Ehefrau empfängt aber ihren Mann am Hafen bei seiner Rückkehr und sie hat einem Plan Sie lässt vor ihm eine Bahn aus dunkelrotem Stoff ausbreiten Eishylos, der Schriftsteller schreibt von purpurnen Stickereien Also rot und pur pur.
00:34:08: Die Wissenschaft streite noch ein bisschen.
00:34:09: Aber wir gehen von Rot aus und sie fordert ihn auf, auf diesem Teppich in den Palast zu schreiten.
00:34:15: Agamemnon zögert aber auch irgendwie hat er kein gutes Gefühl!
00:34:18: Er sagt im Originaltext ungefähr das hier – Ich bin ein Sterblicher.
00:34:22: über solche Stoffe gehen nur Götter.
00:34:24: Wenn ich mich wie einen Gott bewege könnten die Göttern zürnen.
00:34:28: Sie sagt Quaaaaaatsch Du hast doch Troja besiegt Ein Triumphzug steht dir zu Er gibt nach, er geht über den Teppich und in der Badewanne eine Szene später tötet sie ihn.
00:34:40: War also nicht so ne gute Idee über den Tempig zu laufen für ihn jedenfalls!
00:34:44: Das ist die erste literarische Erwähnung dessen was wir heute einen roten Teppig nennen.
00:34:49: Aber warum war dieser Teppi überhaupt Rot?
00:34:52: Weil Rot in der Antike die Farbe der Götter war Und das hatte einen sehr profanen Grund.
00:34:58: Rot war einfach der teuerste Farbstoff der antiken Welt Gewonnen aus den Eiern einer winzigen Schildlausart, namens Kermis.
00:35:06: Die hat an der Steinarche im Mittelmeerraum gelebt.
00:35:09: Siebzig tausend dieser Tiere brauchte man für ein Kilogramm farbstoffrote Farbe.
00:35:16: Crazy!
00:35:18: Also in scharlachroter Stoff war im fünften Jahrhundert vor Christus teurer als Gold.
00:35:22: daher dann also auch die Götter-Assoziation Wer sich in rot kleidete, der Kleidete sich quasi in Geld und weil den Göttern näher.
00:35:31: Dann gab's so lange Lücke in der Geschichte des Roten Teppichs.
00:35:34: Fast zweitausend Jahre lang ist er literarisch dann fast verschwunden, niemand hat jemals wieder über einen roten Teppe geschrieben.
00:35:41: Erst dann im Renaissance Italien taucht er wieder auf.
00:35:44: Aufgemählen, in den Heilige also Pälpste und Herrscher auf orientalischen Teppichen stehen – meist in einem roten Grundton!
00:35:51: Aber als gesellschaftliche Praxis?
00:35:53: Als etwas über das Menschen tatsächlich schreiten kommt er erst im neunzehnten Jahrhundert zurück… Und zwar, eighteenhundert und zwanzig im US-Bundestaat South Carolina.
00:36:04: Da wird Präsident James Monroe in Georgetown über einen roten Teppich empfangen als er vor einem Flussboot an Land geht!
00:36:11: Das ist so weit dokumentiert die erste Verwendung der modernen Form – ein roter Tepp.
00:36:15: ich also als höfliches Hallo schön dass du da bist Ab dann geht's los.
00:36:19: In der Grand Central Station beginnt die New York Central Railroad damit, rote Teppiche auszuräumen um die erste Klasse Passagiere zum Twentieth Century Limited Zug zu loten.
00:36:32: Das war damals der schnellste Zug zwischen New York und Chicago Und diese ins Jahr gemütlich haben.
00:36:36: also roter Teppich.
00:36:38: Der Begriff Red Carpet Treatment also rote Tappigbehandlung kommt genau daher von der Eisenbahn Aus dieser Praxis.
00:36:45: Es ist also eher am Ende eine Bahnhof-Geste als eine Hollywood-Erfindung.
00:36:49: Hollywood übernimmt das ganze Format erst neunzehnundzwanzig, also zwanzig Jahre später!
00:36:55: Ein gewisser Sit-Growman – ein kalifornischer Kinobesitzer – lässt zur Eröffnung seines Egyptian-Fielders einen roten Teppich ausrollen zum Premiere des Films Robin Hood und das ist die Geburtsstunde der Hollywood-Premiere.
00:37:08: Bei den Oscars selbst kommt der rote Teppi übrigens erst in nineteenzehntsechzig das erste Mal vor... Und der rote Teppich hielt bis-Zwei-Tausend-Dreienzwanzig.
00:37:17: Und dieser Rote Teppe hielt dann bis-zwei-tausend-dreien zwanzig!
00:37:20: Interessanterweise gibt es ihn nämlich so gar nicht mehr, im fünfundneunzigsten Jahr ihrer Verleihung hat die Academy of Motion Picture Arts & Sciences also die Leute den Oscar verleihen entschieden den roten Tepp ich durch einen Champagnerfarbenen zu ersetzen erstmals seit über sechzig Jahren.
00:37:36: Begründungen?
00:37:37: Man wollte die Tageszeit besser repräsentieren.
00:37:40: Boah okay.
00:37:41: Und Wien hat jetzt eben diesen türkisentäppig, weil Rot irgendwie politisch zuvor belastet ist.
00:37:47: Und damit zurück zum heutigen Abend!
00:37:49: thirty-fünf Länder treten an fünf Boy kortieren.
00:37:52: Unsere Sarah Engels singt nicht im Halbfinale die wartet schon im Finale auf die anderen am Samstag.
00:37:57: Finland gilt nach Buchmacherquoten immer noch als klarer Favorit das solltest du wissen und Israel tritt heute zum aller ersten Mal auf.
00:38:05: Der Sänger heißt Noam Betan.
00:38:06: der Song heisst Michelle.
00:38:09: Die Reaktion auf die Eröffnungsprobe war vom Pfiffen- und Applaus gleichermaßen begleitet.
00:38:15: Je nach Ecke in der Halle!
00:38:17: Jetzt aber die grundsätzliche Frage, was ist denn mit diesem Boykott?
00:38:20: Hilft das irgendwem?
00:38:21: Hilf das Israel?
00:38:21: Hilfte das Palästina?
00:38:22: Hilfe das dem ESC
00:38:23: selbst?!
00:38:24: Hilft es den fünf Ländern?
00:38:26: oder wollen sie sich einfach nur so moralischen Bonuspunkt sichern ohne irgendein politisches Risiko einzugehen?
00:38:31: Weil auf politischer Ebene hat man ja immer noch mit den Ländern Kontakt Und das ist genau das, was wir jetzt besprechen.
00:38:38: Damit sind wir nämlich bei diesem Politikthema, der angeblich unpolitische Eurovision Song Contest und die ganze Mutzerei drumherum.
00:38:47: Dieser Satz hier zum Beispiel.
00:38:48: Früher war der Song Contests ja noch schön!
00:38:51: Da konnte man wenigstens noch fröhlich lier anhören.
00:38:54: heute ist mir das alles zu politisch geworden.
00:38:56: Geht der Satz?
00:38:57: Funktioniert es?
00:38:59: Bei allem Verständnis und bei aller Sympathie vor allem Das is faktisch falsch.
00:39:04: Aus genau diesem Grund würde ich heute gerne mal aufdröseln, wo das Missverständnis herkommt.
00:39:08: Und was man auf den Satz antworten kann ohne unfreundlich zu werden.
00:39:13: Siebzig Jahre!
00:39:14: So lange gibt es den ESC und genauso lang ist er politisch seit der ersten Sekunde.
00:39:20: Die Gründung in Lugano war gar kein Show-Event sie war ein kulturpolitisches Programm.
00:39:27: Die European Broadcasting Union, die EBU – die machen das heute noch – war ein bündniswesteuropäischer öffentlich-rechtlicher Rundfugansteigen.
00:39:36: Und die wollten einen technisch nahezu unvorstellbares Projekt durchziehen.
00:39:40: Eine länderübergreifende Livesendung in einem geteilten Europa mitten im Kalten Krieg!
00:39:47: Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Deutschland wollten beweisen dass freie westliche Gesellschaften gemeinsame Kulturproduktion können.
00:39:57: Großes Signal!
00:39:59: Während östlich des eisernen Vorhangs sowjetische Staatsschlager produziert wurden sollte hier die westliche Vielfalt im Schaufenster stehen.
00:40:08: Der Eurovision Song Contest war also von Sekunde eins ein politisches Instrument.
00:40:14: bisschen Glanz aber auch vor allem wir gegen die Mit Schlager.
00:40:18: Und damit kommen wir zu den konkreten Beispielen, warum das schon immer politisch war?
00:40:24: Da sind Sachen dabei!
00:40:42: Aber man spricht drüber.
00:40:44: Der ESC wurde also zu dreißig Jahren in Szenierung zur einer schönen faschistischen PR-Kampagne.
00:40:49: dann, ja.
00:40:51: Spanien richtete als Sieger den ESC in Madrid aus.
00:40:55: Österreich boykottiert demonstrativ mit der Begründung – Mit Frankustiktatur könne man sich nicht gemein machen!
00:41:01: Der Wettbewerb selbst endet in einem Skandal weil vier Länder gleichzeitig die Höchstpunktzahl bekommen.
00:41:07: Also haben wir einen Vierfachsieg, man hatte sich einfach keine Gedanken gemacht wie man das regeln könnte….
00:41:13: In den letzten Tagen wird der selbe Song im Portugiesischen Rundfunk Radio Renascencia gespielt.
00:41:38: ist das vorher abgesprochene Geheimsignal der Militäroffiziere für den Beginn der Nelken-Revolution.
00:41:44: Am nächsten Tag, ist die längste rechtsgerichtete Diktatur Westeuropas vorbei.
00:41:49: Der ESC also in Ausgabe Nummer neunzehn hatte gerade herzubeigetragen einen Staat zu stürzen – so vielzu unpolitisch!
00:42:06: Achtundneunzig, Dana International gewinnt für Israel als erste offene Transpersonen den ESC.
00:42:12: Begeisterung im liberalen Israe wuht bei jüdische Orthodoxengruppen die den ESc im eigenen Land verhindern wollten.
00:42:19: Es war eine der ersten gesamteuropäisch sichtbaren Transrepräsentation.
00:42:23: Politischer ging's damals gar nicht!
00:42:25: Zwei tausend sieben, die ukrainische Drag-Künstlerin Werka Serduchkar tritt mit einem Lied an dessen Refrain Lascha Tombay verdächtig nach Russia Goodbye klingt.
00:42:36: Werker beteuert seitdem immer wieder, dass sei mongolisch und bedeute geschlagene Sahne!
00:42:41: Niemand glaubt ihr?
00:43:14: Im Jahr des größten russisch-ukrainischen Spannungsverhältnisses.
00:43:22: Russland fordert die Disqualifikation, die EBU lehnt aber ab!
00:43:26: Jamala gewinnt mit fünfhundertvierunddreißig Punkten und dem damaligen ESC-Rekord.
00:43:31: Zwei hundert Millionen Zuschauer weltweit!
00:43:35: Die sehen dieses politische Thema, zwei tausendzweiundzwanzig drei Monate nach Russlands Einmarsch in der Ukraine gewinnte das Kaluschorchester für die Ukraine mit Stefania.
00:43:45: Russland wurde zuvor disqualifiziert aber nicht von der EBU weil sie gezögert haben sondern auf öffentlichen Druck der teilnehmenden Mitgliedsänder.
00:43:53: Und dann sind wir heute.
00:43:55: Heute, im Jahr ist es in den letzten Jahren.
00:44:00: Es gibt eine Trophäe zurück und im Wien laufen heute Abend Beamte mit Kugelsicheren Westen durch die Stadthalle.
00:44:05: Politischer geht es bei einem Songkontest nur schwer – aber der ESC war nie unpolitisch!
00:44:14: Er hat in siebzig Jahren die wichtigsten politischen Verschiebungen Europas im Schlagervermord ausgespielt.
00:44:20: Und das ist vielleicht ein richtig großer Beitrag zum Frieden?
00:44:23: Es ging um den Kalten Krieg, das Ende von Diktaturen die Krise internationaler Beziehungen.
00:44:28: Den Russland-Ukraine kriegt die Israel-Frage!
00:44:32: Es wurde gesellschaftlich diskutiert auf großer Bühne.
00:44:36: Das ist freie Meinungsäußerung am Ende.
00:44:38: Sie darf halt nur nicht radikal werden.
00:44:40: Was sich verändert hat über die siebzig Jahre ist nicht die Politik im ESC.
00:44:44: was sich verändert haben ist die Sichtbarkeit.
00:44:47: Vor dreißig Jahren wusste ja niemand im Buch rum der da gerade den ESC guckt.
00:44:50: wer in nineteen sechzig für maziell gestimmt hat hat doch keiner recherchiert.
00:44:54: Heute wissen wir es vor der Show doppelt und dreifach!
00:44:58: Wir wissen, welche Boykotte laufen, welche Künstler die Trophäe zurückgeben weil sie's allen sagen.
00:45:03: Welche halbfühlen Beiträge da politisch interpretiert werden, wissen wir auch, weil wir sie analysieren.
00:45:08: Social Media hat den ESC verändert aber nicht in Inhalt.
00:45:11: Und damit kommen wir jetzt zu drei Sätzen als Antwort auf den Satz Früher war alles viel lockerer und nicht so politisch.
00:45:20: Erster Satz Es ist nicht politischer geworden Es ist sichtbarer geworden.
00:45:25: Zweitens, den unpolitischen Eurovision Song Contest, den man vielleicht in Erinnerung hat, den hat so nie gegeben!
00:45:32: Man hatte ihn nur als unpolitisch wahrgenommen weil die Politik der er damals getragen hat, vielleicht die eigene war?
00:45:38: Also die aus Westeuropa gegen den Sowjetblock – ein freier Westen gegen die Diktatur da drüben und daran hatte man ja hier auf dieser Seite nichts auszusetzen.
00:45:48: Und drittens, das ist der eigentlich interessante Punkt Der Wunsch nach einem unpolitischen Unterhaltungsformat ist selbst eine politische Position.
00:45:57: Klingt ein bisschen komplex, ist aber so!
00:46:00: Dass es die Position derjenigen deren Leben so eingerichtet ist dass sie sich die Unterhaltung auch leisten können, unpolitisch weil halt nichts auf dem Spiel steht.
00:46:10: Das ist legitim total nachvollziehbar Es ist verständlich das ist menschlich Es ist aber kein neutraler Standpunkt.
00:46:16: Das ist ein Privileg.
00:46:18: Seit siebzig Jahren das größte Musikspektakel der Welt.
00:46:22: Für mich persönlich nix, aber wenn der ESC tatsächlich unpolitisch würde also nur noch rein glatt Glitzsand und nacktes Fleisch und alles so ohne Reibung dann würde den nach einer Staffel wahrscheinlich gar keiner mehr gucken.
00:46:35: Politik und ESC das gehört zusammen!
00:46:38: Ja das war quasi eine richtige Rundfahrt gemacht heute von der antike Griechenlands übern roten Teppich zu unsichtbaren Frauen zur Pflege in Deutschland.
00:46:48: Achso dazu will ich noch was sagen.
00:46:50: Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie viel Energie das frisst für man als Mensch.
00:46:53: Äh... ...vielundzwanzig-siebenfall in anderen Zuständen ist der wirklich so intensiv gepflegt werden muss.
00:46:58: Wir sollten alle ganz großen Respekt davor haben was viele Menschen im Unsichtbaren leisten und wir sollten vor allem als Gesellschaft dafür sorgen dass die dies als Beruf machen anständlich entlohnt werden und gesehen werden.
00:47:10: Das kommt mir wenn ich ehrlich bin ein bisschen zu kurz!
00:47:13: Das ist eine Frage der Politik Und die Sichtbarkeit kann nur die Politik verändern.
00:47:19: Aber es ist natürlich ganz angenehm, wenn viel umsonst gemacht wird muss man's ja nicht zahlen.
00:47:23: Und ein ohne Hinschuhmarot des Gesundheitssystems wäre dann wahrscheinlich wirklich im Eimer.
00:47:28: Na gut, im Eimeis ist das jetzt schon aber... Das kann trotzdem nicht sein!
00:47:32: Wir müssen bessere Ideen für so was haben und das macht mich wütend weil wir immer hinterher lullen.
00:47:39: Das sind immer so Ideen von früher die man heute nur mit einer coolen neuen Überschrift versieht.
00:47:44: Das ist mein Vorwurf an die Politik.
00:47:46: Und nein, ich möchte nicht die Demokratie vereinen.
00:47:48: Ich hätte nur gerne Leute aus der Mitte der Demokratie... ...die sich wirklich mit unseren Problemen auseinandersetzen!
00:47:54: Die nicht mit einem eigenen Flugzeug drüberfliegen!
00:47:57: Sondern vielleicht mal selber Bahn fahren?
00:47:59: Sondern selbst wissen wie es ist wenn man ein anderes Leben führt!
00:48:01: Nimm mich keins in dieser Bubble.
00:48:04: Bundesrepublik Deutschland Berlin Hauptstadt Tra-La-La.
00:48:08: Das ist ein Vorwurf den wiederhole ich gerne wieder.
00:48:11: Das ist mir alles zu wenig.
00:48:13: Also heute Abend hier auf Vision Song Contest.
00:48:15: Ich gucke's nicht.
00:48:16: Also weder Halbfinale noch Finale, das holt mich irgendwie nicht so ab.
00:48:19: Aber... Obwohl, nee!
00:48:21: Ich muss ehrlich sein als Jan Wöhmermann und Olli Schulz das übernommen haben habe ich mir das schon nochmal reingezogen weil er es natürlich diese Meta-Ebene hat, ne?
00:48:32: So wie Dschungel wenn man sich immer das Elend erhebt und dann quasi eine Comedyebene einzieht.
00:48:39: Und trotzdem hat mich das jetzt nicht so gepackt dass ich sage, guck ja auf jeden Fall werde ich wahrscheinlich nämlich genau nicht.
00:48:46: Ich drücke trotzdem in Deutschland die Dorm, warum denn nicht?
00:48:48: So ein bisschen Patriotismus für Schlager kann man es ja trotzdem reinziehen.
00:48:53: Und wenn's gut läuft sag ich war immer Fan!
00:48:55: Nein ist das ehrlich gesagt ist mir egal.
00:48:59: Tut mir leid muss ich leider sagen ich wünsche euch aber viel Spaß dabei oder ich wünschte dir viel Spass dabei.
00:49:03: wenn du es guckst schreib doch gerne mal.
00:49:05: Schreib gerne mal was du von der Folge hältst was du zur Pflege dazu beitragen kannst.
00:49:11: und ich möchte mich hier auch noch einmal bedanken.
00:49:12: der Diskurs über alle meine Foren läuft super Auch wenn wir nicht einer Meinung sind, ist der Austausch macht sehr viel mit mir.
00:49:19: Ich bin ganz, ganz happy!
00:49:21: So wie es läuft ist cool.
00:49:23: Das ist Zahltag.
00:49:24: Geschichten aus der Weltgeschichte, Geschichten außen aktuellen und das zusammenmischen und daraus eine Meinung bilden... ...und einen Diskurs, ne Unterhaltung anfeuern.
00:49:33: Das is' das was ich mir immer gewünscht habe und das funktioniert bislang richtig gut.
00:49:37: Und daran hast du Anteil weil du ja diesen Podcast hörst.
00:49:40: Und jetzt sind wir bei der Hausaufgabe.
00:49:43: Du sagst jetzt drei Leuten Bescheid, wie toll dieser Podcast ist.
00:49:46: Wenn du noch nicht benötigt hast, gerne fünf Sterne davon.
00:49:48: lebt dieser Podcast.
00:49:49: so ist es nun mal leider.
00:49:50: Gerne abonnieren, gerne da diese Glocke wegmachen.
00:49:52: das hilft alles dem Algorithmus dass ich hier mehr gesehen würde und das ja sehr schön groß wird aber muckelig bleibt!
00:49:59: Das ist das Ziel von Zahltag.
00:50:01: Vielen vielen Dank fürs hören, vielen dank für deine Konzentration die Aufmerksamkeit und ich wünsche dir eine schöne Zeit.
00:50:07: wir haben uns am Freitag wieder.
00:50:08: Ich kann jetzt schon die Gäste ankündigen.
00:50:10: Karin Heinrichs Meine geschätzte Kollegin aus dem Frühstücksfernsehen, Karen und ich treffen uns quasi schon am Donnerstagabend.
00:50:17: An herren Tag an Vatertag!
00:50:19: Ich lasse den Boller Wagen mal stehen, ich bleibe zu Hause um Quatsch mit Karen.
00:50:23: Es ist ein wunderschönes Ziel das ich habe noch für diese Woche.
00:50:25: Bis dahin bis Freitag.
00:50:27: danke für den Dienstag.
00:50:27: tschö tschöh tschÖ ttsÖ tTschÖ TschÖ Tschü Gdi tschau.
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