#093 - Austauschsoldaten aus Nordkorea, Drohnen-Sicherheit und das Stinkegesicht
Shownotes
Ein Euro für einen Klatsch: In Kolumbien hat Miryam aus Gossip ein Geschäftsmodell gemacht und damit angeblich sogar zwei Häuser finanziert. In Deutschland werfen 166 Drohnensichtungen an Flughäfen und ein Sprengsatz in Leipzig die Frage auf, wie gut sich kritische Infrastruktur überhaupt schützen lässt. Gleichzeitig warnt Selenskyj vor bis zu 50.000 nordkoreanischen Soldaten für Russland, während Daniel fragt, ob Deutschland seine Milliarden für die Bundeswehr an den richtigen Stellen investiert. Zum Schluss geht es um das Stank Face: Warum wir ausgerechnet angewidert gucken, wenn Musik richtig gut ist.
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Redaktion & Host: Daniel Boschmann (danielboschmann.com) • Schnitt & Produktion: Kevin Blume (kevinblume.de)
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00:00:00: Hallo, bevor es hier losgeht.
00:00:02: Ich habe eine wichtige Frage.
00:00:04: Eine Gewissensfrage.
00:00:05: Ich wüsste gerne was du gemacht hättest an meiner Stelle folgendermaßen ich hatte die letzten Tage im Garten zu tun und manchmal hat man Handschuhe an, manchmal haben wir da keine Handschuhen an und bei den wirklich wichtigen Sachen hat man ja meist keine Handschuhe an.
00:00:21: Wir sagen, ich hab den Rasen mehr ein bisschen reparieren wollen von unten und da sind ja Klingen dran also ich mir natürlich in Finger geschnitten Natürlich war gar nicht so unten tief, es hat ordentlich gesuppt.
00:00:34: Habe ich also ein Pflaster drauf gemacht und dieses Pflasta habe ich dann zwei Tage getragen weil man das trägt mal ein bisschen länger und dann tape man das neu und so und dann habe mich das abgewaschen und Desfektion drauf und sowas man halt so macht.
00:00:49: Und dann hab' ich so einen Kurzrück, also so ein finales Pflasker darauf gemacht.
00:00:53: eigentlich verheilt aber trotzdem irgendwie noch so und Pflasters sehen ja auch gebraucht irgendwann aus.
00:00:59: So worauf ich hinaus ist, ich habe dann gekocht mit diesen Pflaster am Finger.
00:01:04: Nicht für mich alleine sondern für mehrere Leute und dann im Laufe des Kochprozesses ist mir aufgefallen, das Pflasta ist weg!
00:01:18: Scheiße hab' ich mir gedacht.
00:01:19: Wo ist dieses Pflast da jetzt?
00:01:22: Was macht man denn dann?
00:01:23: also du musst wissen... Ich habe viel Grünzeug geschnitten und es war eine große Schüssel mit Salat und so und noch was überbackendes.
00:01:33: Wenn du mich jetzt so überlegst, wo das überall sein könnte dann müsste man das ja alles wieder aufmachen.
00:01:40: Jetzt meine Frage an dich Würdest Du den Gästen Bescheid sagen oder aufs Beste hoffen?
00:01:48: Das ist nicht auftaucht beim Essen.
00:01:52: Jetzt mal mehr Ernst!
00:01:53: Was würdest Du machen?
00:01:54: Würdest du sagen hier Freunde pass auf ich habe einen Pflaster Fondue.
00:01:56: und könnte es sein dass da drin ist Oder einfach nur aussitzen was hättest Du gemacht?
00:02:03: kurz mal in dich rein gehen.
00:02:07: Ich habe Schweine gehabt, ich hab richtig Schwein gehabt!
00:02:10: Ich hab nix gesagt.
00:02:11: erstmal weil ich dann gesucht habe also erst einmal nicht im Essen sondern drum rum und tatsächlich im Topflappen.
00:02:17: Also das war...ich hab so ein Handschuh als Topflappen und da war das drin und beim Ausziehen habe ich das Pflaster wohl vom Zeigefinger da dringelassen.
00:02:26: Da hatte ich richtig Schweinen.
00:02:27: aber ich bin ehrlich mit dir ich glaube ich hätte mich dazu entschieden Nicht bescheid.
00:02:35: Ja, ja, ja... Schmeerungen sind hier vielleicht richtig, aber so wollte ich loswerden.
00:02:42: So am Ende war alle satt, es war lecker.
00:02:43: also ruhig jetzt!
00:02:44: Auf geht's!
00:02:57: Es ist Dienstag der Erste Achtetz Weihtausendsechsundzwanzig.
00:02:59: Hier ist da eine Nachrichtenunterhaltung als Podcast.
00:03:01: Hier ist Daniel Boschmann mit Zahltag.
00:03:03: Wir rechnen mit der Woche ab.
00:03:05: Ich schnappe mir die aktuellen Zahlen mit den Geschichten daneben und dahinter erst die Meldung dann das Abschweifen.
00:03:10: Das ist hier der Auftrag.
00:03:12: Ich arbeite ja noch so ein bisschen die Sommerpause nach, also es ist nicht jedes Thema super aktuell.
00:03:18: Manche auch gar nicht.
00:03:18: aber trotzdem hier taucht's jetzt auf weil sie mich interessiert und manche Sachen sind einfach zeitlos.
00:03:24: da finde ich irgendwas interessantes und das will ich dann erklären.
00:03:26: Nee erst würde ichs verstehen und dann werde ichs erklären!
00:03:29: Und ich hoffe beides gelingt mir, weil das Verstehen steht ja im Form erklären und dann hätten wir alle was davon.
00:03:34: Heute erfolgen es im Angebot.
00:03:36: Klatsche aus Kolumbien, Soldaten aus Nordkorea, Drohnen bei unseren Flughäfen und das Phänomen vom Ekelgesicht!
00:03:44: Eins – Ein Clutch kostet einen Euro.
00:03:48: Was erstmal nach Kirmesboxen klingt ist das Business-Konzept von Miriam aus einem Dorf in Kolumbia Die verkauft Gossip, Klatsch & Traj indem sie es dir persönlich erzählt Und du glaubst nicht wie erfolgreich sie damit ist?
00:04:02: Drohnen an unseren Flughefen in Deutschland.
00:04:05: Laut deutscher Flugsicherung wurden an den fünfzehn internationalen Flughäfen im ersten Halbjahr hundertsechsenzig Drohnsichtungen gemeldet, die gefährlichste mit Sprengstoff haben wir alle mitgekriegt jetzt gerade erst in Leipzig-Halle und die Frage für uns alle ist doch können wir unsere flughefen überhaupt sicher machen oder machen wir uns da was vor?
00:04:23: Fünfzigtausend so viele nordkoreanische Soldaten könnten Russland künftig zur Verfügung stehen im ukrainekrieg?
00:04:32: das sagt jedenfalls ukrainepräsident selenski ohne zu sagen woher er das genau wissen will.
00:04:37: aber die nachricht ist draußen austauschsoldaten aus nordkorea in europa.
00:04:43: warum hier in deutschland?
00:04:45: übrigens investieren wir sehr viel gerade in die bundeswehr unter anderem auch genau deswegen was da passiert.
00:04:51: vielleicht allerdings investieren wie nur komplett falsch sagt ein mann und fünfzig.
00:04:57: mein lieblingsthema heute.
00:04:58: Fünfzig Beats und ein Phänomen.
00:05:01: Warum wir hässlich gucken, wenn Musik schön ist?
00:05:05: Ich mach das!
00:05:05: Machst du das auch?
00:05:07: Also wenn man was hört, was mein Musikant so richtig gefällt... dann seh also meinen Gesicht entgleist förmlich.
00:05:13: Das machen allerdings gar nicht alle Und die muss mal bisschen bedauern.
00:05:17: Eine Geschichte über Dopamin, süße Tierbabys und Luftpolsterfolie.
00:05:21: Let's go Eins Ein Euro pro Lästerei.
00:05:27: Ich hab ne Geschichte gefunden, ich geb's gleich vorweg.
00:05:29: Es gibt ein TikTok-Video das immer wieder auftaucht und diese Geschichte ist jetzt nicht superaktuell.
00:05:35: Leider!
00:05:36: Und ich war kurz davor es nicht zu erzählen weil halt nicht super aktuell.
00:05:40: aber ich finde die Geschichte sehr sehr lustig weil diese Videos immer wieder rauskommen und dann so tun als seien sie aktuell.
00:05:47: Tiktok, Insta wie auch immer.
00:05:49: Weil sie meist gar kein Zeitstempel liefern.
00:05:51: Folgendes Miriam ist ... Mutmaßlich, weil wissen wir nicht genau.
00:05:58: Sie lebt aber in Kolumbien und sitzt jeden Morgen mit einem Lotizbuch vor ihrem Haus.
00:06:02: Aktuell kursiert wieder genau dieses eine Video darin zu sehen Miriam aus dem Viertel Brisas in Armedia In einer Provinz Kinderio in Kolombien.
00:06:13: Ihr Beruf in ihren eigenen Worten?
00:06:16: Sie ist Chismosa!
00:06:17: Sie is ne Lestertante wenn man so will.
00:06:19: sie verkauft Klatsch aus der Umgebung mit einem festen Preismodell.
00:06:24: Ein, ich zitiere jetzt, schwacher Klatsch kostet fünftausend Päsos also ungefähr ein Euro, ein saftiger Klatschs kostet zehntausend Päsos!
00:06:34: Also zwei Euro.
00:06:36: und darüber führt sie Notizbuch.
00:06:38: Mit Uhrzeit, Datum und sie hat Fotos.
00:06:41: in ihrer Wohnung hängt eine Tafel mit Nachbarschaftsporträts auf der sie Verbindung einzeichnet.
00:06:47: Wer mit wem?
00:06:48: Wer angeblich?
00:06:50: Sie nennt sich selbst die Königin des Klatsches im Dorf und sie legt Wert darauf, dass sie nicht lügt.
00:06:55: Das ist ihr wichtig!
00:06:56: Sie lässt das immer mit belegen.
00:06:59: Also ich weiß jetzt nicht ob das jetzt eine... ...eine Boulevardpresse in Person oder ob sie einfach nur spioniert und hochkriminell?
00:07:06: Und dann kommt der Satz wegen dem das Video zigtausend Likes bekommen hat und wegen dem diese Geschichte so sensationell wird.
00:07:13: Von diesem Geld, sagt Miriam, hat sie sich zwei Häuser gekauft.
00:07:18: Die Frau sagt in Kolumbien, sie hätte sich zwei Häuser gekauft weil sie Klatsch und Tratsch verkauft aus dem Viertel.
00:07:25: Da bin ich neugierig geworden!
00:07:26: Egal ob die Geschichte aktuell ist oder nicht finde ich faszinierend weil sie mir gerade reingespült wurde.
00:07:31: Zwei Häuser... Ich habe das mal nachgerechnet ein einfaches Haus in Armenia also da in der Region kostet heute im Mittel Die billigsten, gerade die so angeboten werden, gehen bei µmuhinundzig Millionen los für zwei Häuser zusammen hundertneunzig Millionen.
00:07:49: Geteilt durch fünftausend... also ne?
00:07:51: ...die Umkehrwährung für ihre Geschichten sind das achtunddreißig tausend Klatschgeschichten.
00:07:56: Über zwanzig Jahre müsste sie fünf pro Tag verkaufen!
00:07:59: Also fünf neugierige Kunden aus dem Viertel, die sich irgendeine Geschichte erzählen lassen.
00:08:03: Jeden Tag zwanzi jahrelang.
00:08:05: Bei Nachbarn, die selbst nicht viel haben.
00:08:07: Na ja, ob das ein Business-Konzept ist, dass es funktionieren kann, könnte.
00:08:11: Für eine ganz besonders heiße Geschichte hat Miriam aber mal siebenhunderttausend Päsos bekommen, also hundertfünfzig Euro.
00:08:18: Dafür?
00:08:19: Dass er es nicht erzählt!
00:08:21: Ist das
00:08:22: frech?!
00:08:22: Was Miriam da betreibt ist natürlich hart illegal und deutlich weniger putzig als dass Wort klatschtante.
00:08:28: Aber weil sie eben siebenundsechzig ist, wen ich irgendwie niedlich finde im Video Und weil das auch lustig erzählt ist und die immer einen Notizbuch dabei hat dann wirkt das eben kurios und nicht kriminell.
00:08:39: Und da ich mich kurz gefragt, wer will denn eigentlich Geld für Klatsch kaufen?
00:08:42: Aber natürlich machen wir das andauernd.
00:08:43: Wir wollen es ja irgendwie wissen.
00:08:45: ne!
00:08:46: Es gibt eine These von Robin Dunbar, der sprache sich nicht nur zum Jagen entwickelt hat sondern eben auch zum Lestern.
00:08:52: Wir als Menschheit wollen gerne lästern.
00:08:55: Klatsche als soziale Feldpflege.
00:08:57: Das braucht die Seele irgendwie.
00:08:59: Klutsche als Kontrollinstrument in Gruppen ohne Sanktionen.
00:09:02: also man lästert kurz ein bisschen und dann ist alles wieder gut.
00:09:06: Und das ist quasi der ökonomische Dreh Das wirtschaftliche dahinter.
00:09:10: Weil es Miriam verkauft, ist nicht Unterhaltung sondern Risikoinformation.
00:09:14: Du weißt dann nachdem du die Läste reingehört hast, wem du im Viertel dein Geld leihen kannst und wo du dir lieber sparsst was da passiert.
00:09:21: Denn im Fall der Fälle muss da ja noch eine Scheinung finanziert werden!
00:09:27: Aber trotzdem ich will nochmal die Seite von Miriam verteidigen.
00:09:31: Machen mal meine Arbeitsbeschreibungen.
00:09:32: Arbeitsplatzbeschreiben vom Miriam als Bewerbungsprofil.
00:09:35: Sie hat Datenerhebung im Feld, also sie guckt sich das Viertel an.
00:09:38: Sie hat eine strukturierte Ablage, also ihre Tafel in einem Haus.
00:09:42: Sie hatte Beleglage vor Veröffentlichung und wir sagen, sie kann dir Fotos zeigen bevor ihr die Geschichte erzählt und hat alles niedergeschrieben mit Zeitstempel.
00:09:50: Und sie hat ne dynamische Preisgestaltung, ne?
00:09:53: Also bei schwachem Klatsch, fünftausend Persons, bei richtig guten Klapsch zehntausende Persons!
00:09:59: Das ist ein besseres Recherche-Protokoll als manche Redaktionen.
00:10:02: Deutschland muss mal sagen... Sie hat Belegezeitstempel und gerne auch zwei Quellen.
00:10:07: Herzlichen Glückwunsch, Miriam!
00:10:08: Du erfüllst die Presse Codex.
00:10:10: Vielleicht doch nicht so kriminell?
00:10:14: Ah weiß ich, fand die lustig die Geschichte.
00:10:15: Überleg mal eine Frau in Kolumbien kauft sich zwei Häuser für Klatsch verkaufen.
00:10:21: Ist das gut für einen Viertel oder ist das schlecht für den Vierteln?
00:10:23: Wenn alle wissen dass sie Bescheid weiß... gruselig.
00:10:27: Apropos grusulich.
00:10:30: So viele Drohnen sind im ersten Halbjahr, in den internationalen Verkehrsflughefen in Deutschland gemeldet worden.
00:10:37: Im ersten halbjahr, zwei tausendfünfundzwanzig waren es hunderteine!
00:10:41: Also genau, fünfundsechzig mehr.
00:10:43: Spitzenreiter übrigens ist der BER also Berlin-Brandenburg mit acht und zwanzig.
00:10:48: In sieben Fällen musste der Flugverkehr unterbrochen werden Und Frankfurt liegt mit sieben und zwantzig.
00:10:52: nur eine Sichtung dahinter.
00:10:55: Ja und jetzt kommt halt die eine Drohne Die in Leipzig Halle nicht mal offiziell gesehen wurde.
00:11:01: Die war halt dann einfach da!
00:11:02: Noch einmal kurz zur Erinnerung, in der Nacht auf den fünften August landete ja am Flughafen Leipzig-Halle ein Fluggerät im Bereich der Südbahn in der Nähe einer ukrainischen Antonov.
00:11:12: Das sind diese riesengroßen Transportflugzeuge.
00:11:15: Bis heute wissen wir nicht genau ob die Beladen waren oder eben nicht.
00:11:20: Also offiziell soll sie nicht beladen wie gewesen sein.
00:11:23: es gibt aber Aussagen die sagen er könnte auch Waffen drin gewesen sein Weil dieses Drehkreuz, Leipzig-Halle ist vor allem ein Frachtflughafen.
00:11:32: Da wird auch Publikumsverkehr aber vor allem geht dort DHL und UPS und eben auch solche Flieger die im Fall der Fälle Kriegsgerät tragen von A nach B. Und in dieser komischen Drohne, die wir da ja alle in den Nachrichten gesehen haben war eine Blechdose dran und da waren wir auch Sprengstoff drin.
00:11:51: Die Bundespolizei rückt da mit dem Sprengroboter an.
00:11:53: Der Zünder wird entfernt, die Ladung wird kontrolliert gesprengt und der Generalbundesanwalt übernimmt zwei Tage später und schreibt in seiner Mitteilung einen Satz, der ziemlich unaufgeregt klingt für das was er eigentlich bedeutet Es gebe hinreichende Anheizpunkte dass am Abend des vierten August auf dem Gelände eine Explosion herbeigeführt werden sollte.
00:12:14: Das ist Juristendurch Werden Sollte.
00:12:17: Dazu gekommen ist es ja nicht, professionelle Sprengstoff, Zünder alles angebracht.
00:12:21: Explodiert ist nichts!
00:12:23: Jetzt die Frage?
00:12:24: Waren wir gut
00:12:24: vorbereitet?!
00:12:26: Naja also... Es ist nichts passiert weil der Zünderteffekt war.
00:12:30: Punkt!
00:12:30: Das ist keine Verteidigung das ist Schwein gehabt.
00:12:33: Seit einer Woche läuft jetzt also die Debatte in der Form in der wir in Sicherheitsdebatten in Deutschland eigentlich immer führen.
00:12:38: Jetzt wird aufgerüstet, es werden Systeme zugesagt, es wird eine Zahl genannt, Hauptsache man geht nach vorne.
00:12:46: Aber genau die Frage sollten wir uns noch mal stellen, oder?
00:12:48: Kann man einen Flughafen überhaupt vor Drohnen schützen?
00:12:51: Dafür muss man wissen das Dronenabwehr aus drei Schritten besteht.
00:12:55: Sehen, entscheiden, wirken und alle drei Schritte sind in Deutschland unterschiedlich kaputt könnte man sagen.
00:13:02: Schritt eins sehn.
00:13:04: Eine Drohne taucht auf keinem Radar auf der es für Verkehrsflugzeuge gebaut wird.
00:13:09: Die ist zu klein zu langsam zu tief.
00:13:12: Der größte Teil dieser Hundertsechsen-Sichtungen kommt deshalb eben nicht aus einem Sensor, sondern aus einem Cockpit zum Beispiel.
00:13:19: Piloten melden dann gerne was sie im Anflug sehen!
00:13:22: Das heißt ein menschliches Auge während meiner Flugzeug fliegt sagt an ihr habt übrigens vielleicht eine Drohne auf der Südbahn.
00:13:28: Der Rest kommt aus dem Tower.
00:13:30: also das ist mit Verlaub Steinzeit.
00:13:32: da steht einer im Falle im Fernglas und dann heißt es dass unser Statistik über die Bedrohung im Kern eines Statistika über die menschliche Aufmerksamkeit.
00:13:41: Also wir haben diese Systeme flächendeckend noch nicht so implementiert.
00:13:45: So, das ist Sehen!
00:13:47: Wir erwarten gute Sichtungen vom menschlichen Augen.
00:13:50: Dann kommt entscheiden.
00:13:52: Seit dem sechsten März dieses Jahres ist die zweite Novelle des Luftsicherheitsgesetzes in Kraft.
00:13:58: Die Bundespolizei ist jetzt bundesweit für die Detektion und Abwehr am Flughäfen zuständig.
00:14:05: Die Bundeswehr kann dann im Allverfahren zur Amtshilfe angefordert werden.
00:14:10: Das Entscheidungsverfahren darüber ist jetzt vereinfacht, heißt es.
00:14:14: Unbefugtes Eindringen in den Sicherheitsbereich ist keine Ordnungswidrigkeit mehr sondern eine Straftat mit bis zu fünf Jahren.
00:14:21: Allein dass es bis dahin der Ordnungwidrigigkeit war!
00:14:24: What?
00:14:25: Warum?!
00:14:27: Also auch ne Privatperson die mit ner Drohne da rumfliegt das kann doch nicht einfach nur sagen ja gut kriselt's irgendwie ne Ordnunswidrigkeit und Tschüss Schwierig.
00:14:35: Seit Dezember übrigens, zwei tausendfünfundzwanzig gibt es eine eigene Drohnenabwehr Einheit der Bundespolizei.
00:14:41: Zunächst hundertdreißig Leute, Hundert Millionen Euro.
00:14:44: auf dem Papier ist also gelöst.
00:14:46: die Frage ist ob was auch in die Praxis übersetzen können.
00:14:49: und dann kommen nämlich zum Bereich Wirken.
00:14:51: und da wird's ein bisschen unangenehm.
00:14:53: Die Standardtechnik isst Störsender nennt man Jammer Der unterbricht die Funkverbindung zwischen Pilot und Drohne.
00:15:00: Die Drohne bleibt an stehen, landet oder fliegt zum Startpunkt zurück.
00:15:03: Oder fällt einfach runter?
00:15:05: Kann auch sein!
00:15:06: Das funktioniert gut gegen Hobby-Piloten so... Es funktioniert aber nicht gegen eine DrohNE die autonom flieGt.
00:15:13: Es funktioniert auch nicht gegen ne DrohNe, die über Glasfaser gesteuert wird.
00:15:17: Darüber habe ich hier schon ein paar Mal im Podcast gesprochen.
00:15:19: Deswegen sieht es ja überall in der Ukraine aus als während eines Spinnennetzes über einer Landschaft ZIG hunderttausend Kilometer.
00:15:25: Glasfasern liegen einfach üBördisch Und die haben so was wie eine Vespe, so einen Hintern und da wird ne Glasfaserkabel rausgespult.
00:15:35: Da kannst du gar nix jammen!
00:15:36: Weil die einfach kein Funksignal hat.
00:15:38: So... Und es funktioniert am Flughafen ausgerechnet dort am schlechtesten wo man am wenigsten stören darf.
00:15:44: Nämlich in einem Luftraum voller Navigationssignale.
00:15:47: Das ist einfach zu viel los.
00:15:49: Bleibt also nur noch das physische Abfang.
00:15:52: Netze, Abfangdrohnen im Zweifel, eine Drohne die einer andere rammt.
00:15:57: Flugabwehrgeschütze in den Landebahnen wird da ja wohl keiner aufstellen.
00:16:01: Also muss man ehrlich sein, wer soll das bezahlen?
00:16:04: Das klingt doch ne lange Liste an Sachen!
00:16:07: Was kostet das
00:16:07: also?!
00:16:08: Ein deuter Anbieter von Abwähltechnik schätzt dass es rund fünfzehn Millionen Euro kostet einen einzelnen Flughafen drohend sicher zu machen.
00:16:16: So jetzt sind wir mal fünfzehntinzentralen Verkehrsflughefen aus Deutschland.
00:16:20: Da sind wir ganz schnell bei zweieinhalb und zwanzig Millionen Euro.
00:16:23: Okay Zum Vergleich, das deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt schätzt den Gesamtschaden durch Drohnenvorfälle allein im letzten Jahr auf bis zu hundertsechzig Millionen Euro.
00:16:33: Okay!
00:16:33: Wenn man das gegeneinander stellt dann muss man doch jetzt kein Mathe-Genie sein oder?
00:16:37: Also der Schaden durch die Drohnvorfällig jetzt schon ist bei Hundertsechtzig Millionen und dass sicher machen wäre zweieinhalbundzwanzig Millionen?
00:16:44: Äh also das Geld würde ich gerne investieren weil da sind wir doch bei sechzig Differenz, fünfundsechzig.
00:16:51: Verstehe ich nicht.
00:16:52: Das sind Sachen, die ich nicht verstehe.
00:16:53: Vielleicht ist es jetzt zu simpel von mir recherchiert, glaube ich aber nicht weil ich die Sachen ja gelesen habe.
00:16:58: Und das Schlimmste ist natürlich wieder das Kostenproblem ne?
00:17:01: Der Angreifer der Bock auf Schaden hat bezahlt gerade mal ein paar hundert Euro für irgendeine Pizzeldrohne, der Verteidiger, wir sagen wie jetzt in dem Fall, bezahlt dauerhaft Millionen und das zwar an jedem Punkt den er schützen will gleichzeitig rund um die Uhr für immer.
00:17:18: Das ist ja das Absode!
00:17:19: Man muss die Drohne ja nicht mal fliegen lassen, damit das teuer wird.
00:17:22: Es reicht ja, dass jemand glaubt eine gesehen zu haben!
00:17:25: Eine Sperrung dauert in der Regel übrigens dreißig Minuten von dem Flughafen, damit sie kurz ihre Systeme ausfahren können bzw.
00:17:30: Sichtungen vornehmen können.
00:17:32: Also die eigentliche Waffe ist nicht die fliegende Drohle mit Sprengstoff.
00:17:35: Die eigentliche waffe ist die Sichtung, reicht schon.
00:17:37: Man weiß ja nicht ob die Spreengstoff hat.
00:17:41: War es für bekloppte Zeiten?
00:17:42: Also die Antwort auf die Frage von vorhin Kann man einen Flughafendrohnen sicher machen?
00:17:48: Nein, kann man nicht.
00:17:50: Drohnsicher ist eine Traumvorstellung!
00:17:55: Man kann aufrüsten und sich wehren.
00:17:58: Aber drohnsichern sehen wir auch in Russland.
00:18:00: Permanent sehen wir da explodierende Flugzeuge am Flughafen.
00:18:03: Wenn nur genug Drohnen kommen, dann kommen genug Drohn.
00:18:06: So ist es einfach.
00:18:07: Flughafe sind also per Definition ein Loch in der Sicherheitsarchitektur.
00:18:11: Mehrere Quadratkilometer auf ne Fläche?
00:18:14: Wie wird das verteidigen?
00:18:15: Ich glaube, da müssen wir realistisch zu uns sein kann man nicht verteidigen.
00:18:21: Wichtig aber, damit wir nicht alle in Panik verfallen diese Hundertsechsen-Sächsig-Sichtungen die ich anfangs angesprochen habe da ist natürlich alles mit drin ne?
00:18:30: In dieser Zahl sind ja nicht alles potenzielle Anschläge.
00:18:33: Da ist ein Hobbyfilmer dabei der mit seiner Kameradrone vom Baumarkt mal gucken kann wie schnell er und wie nahe an so einen Flughafen rankommt.
00:18:41: da gibt's die Klimaprotestaktion da gibts nen schlecht informierten Tourist der einfach mal hochfliegt und irgendwie im Flugzeug filmen will Dann gibt es einen unbekannten Überflug und theoretisch auch natürlich den Anschlagsversuch.
00:18:52: Also Sichtungsstörungen, Angriffen und Anschlag sind vier völlig verschiedene Dinge aber sie landen alle in der einen Statistik und dann kriegt man ein bisschen Panik.
00:19:00: wenn man ließ was?
00:19:01: Hundertsechsundsechzig am Ende des Tages war vor allem die Leipzig gefährlich Und man muss natürlich aussagen Es gibt Bewegung und die Flughafen versuchen sich mit besonderen System jetzt zu schützen und das macht vor allem der BER.
00:19:14: Der BER ist bundesweiter Spitzenreiter mit achtundzwanzig Sichtungen, habe ich ja gesagt.
00:19:18: Im gesamten Jahr zweitausendfünfundzwandzig waren es grad mal acht!
00:19:21: Das ist natürlich ein Anstieg um mehr als das dreifache in einem halben Jahr.
00:19:25: Das klingt nach Albtraum und Alarm aber die Flugsicherung hat dafür eine Vermutung... Die Bundespolizei hat am BER in diesem Jahr ein neues Detektionssystem installiert.
00:19:34: Dass Drohnen besser und schneller erkennt also erkennen schonmal super.
00:19:39: der gefährlichste Flughafen Also in Anführungsstrichen ist also möglicherweise einfach nur der Flughafen, der am besten hinschaut.
00:19:46: Das ist kein Argument gegen die Aufrüstung ganz im Gegenteil es ist das beste Argument dafür!
00:19:50: Alles was du siehst kannst auch irgendwie abwehren und das finde ich richtig gut.
00:19:54: Also Hundertprozent sicher nein aber wir können etwas machen.
00:19:59: Von den Drohnen kommen wir jetzt zu einer Zahl, die ich erstmal gar nicht fassen kann tatsächlich.
00:20:04: Fünfzigtausend Fünfzigtausend koreanische Nordkoreanische Soldaten, so viele könnten nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Silenski, künftig auf russischem Territorium stationiert werden.
00:20:17: Genau genommen sagt eine Spanne von dreißig bis fünfzigtauend – im Juli war ja noch von dreizigtausende die Rede und wer diese Information stammt hat er leider nicht gesagt.
00:20:26: unabhängig überprüfen lässt sich das auch nicht.
00:20:28: aber die Message erst mal da!
00:20:30: Eine Runde Zahl keine Quelle.
00:20:32: aber wir haben wieder ne Zahl die wir nennen können und die erstmal alarmiert.
00:20:36: Ich sag ja auch, fünfzigtausend.
00:20:38: Das ist jetzt keine Kritik an Kiew oder an der Führung das es einfach eine große Zahl wie man sie in Kriegen immer wieder angeliefert bekommt.
00:20:47: Außerdem ist es ein Message so heißen das Problem wird größer nicht kleiner.
00:20:51: zum vergleich mal was halbwegs belastbar ist wusste ich erst gar nicht.
00:20:55: Nordkorea hat sich schon zwei tausend vierundzwanzig mit geschätzt bis zu fünfzehntausend Soldaten beteiligt eingesetzt.
00:21:03: vor allem bei Kursk heißt es Mindestens zweitausend von ihnen sollen auch gefallen sein.
00:21:07: Auch das offiziell unbestätigt, aber da gibt es so ein paar Queren die das behaupten.
00:21:12: Von fünfzehntausend auf fünfzigtausend wäre aber eine Verdreifahrung mehr als sogar.
00:21:18: und ich stelle mir die Frage was zu Hölle wollen die da?
00:21:22: Warum kämpfen nordkoreanische Soldaten für Russland in der Ukraine in Europa verstehe ich nicht.
00:21:31: interessanterweise nämlich scheint es ein Korea gegen Korea Problem zu werden, in Europa.
00:21:36: Im selben Atemzug hat Zelenski nämlich noch was gesagt und das ist der eigentlich bemerkungswettere Satz.
00:21:42: er hat sich an Südkorea gewandt.
00:21:44: Kiev hätte gerne Luftverteidigung aus Seoul also der Hauptstadt von Südkoria und bietet im Gegenzug Zusammenarbeit bei Drohnen an dem einen Bereich gerade angesprochen indem die Ukraine nach vierenhalb Jahren Krieg wirklich Weltklasse ist.
00:21:58: Das haben sie gelernt.
00:22:00: Und damit hätten wir dann folgende Lage Nordkoreanische Soldaten auf russischer Seite und südkoreanischen Flugabwehr auf ukrainischer Seite.
00:22:09: Also ein Krieg, der in korea neunzehntfünfzig begonnen hat Und bis heute wenn man ehrlich ist formal nicht beendet ist sondern nur mit so einem Waffenstillstand wird Sechsen-Siebzig Jahre später Auf einen Nebenschaubplatz in oster europa weiter gespielt von beiden Seiten gleichzeitig.
00:22:26: Für Pyongyang nordkorea Ist das übrigens kein Freundschaftsdienst Sondern ein Geschäft.
00:22:30: was könnte es anders sein?
00:22:32: Zelenski selbst formuliert es so, Nordkorea sammelt Erfahrung in moderner Kriegsführung und bekommt von Russland Lizenzen und militärischen Mittel.
00:22:41: Übersetzt heißt das ja der Ukraine-Krieg ist für NordkOREA ein bezahltes Trainingslager mit echten Erlebnissen.
00:22:49: Klingt schrecklich ist aber so was da an Wissen entsteht bleibt hinterher im System Nordkorean irgendwie verhaftet.
00:22:56: Toll!
00:22:57: Schnell schreckend.
00:22:57: das ist ja sowas wie ein Austauschsoldat.
00:23:00: Ja, hier küsst unsere Soldaten ob die nun fallen oder nicht weiß ich nicht aber unser System lernt ein bisschen was dazu.
00:23:05: Krieg ist ein Geschäft und das ist schrecklich meine Fresse!
00:23:09: Während man in der Ukraine jetzt für die militärische Zukunft lernt bestellen wir angeblich oder vielleicht aus der Vergangenheit.
00:23:17: Siebenhundert Milliarden Euro stehen bis zum Jahr zwei Tausend Dreißig für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung.
00:23:23: Hier bei uns in Deutschland.
00:23:24: Der Präsident des Killer Instituts für Weltwirtschaft heißt Moritz Schulerich.
00:23:29: Der hat in der süddeutschen Zeitung gerade gesagt, dass dieses Geld weitgehend zu verpuffen droht.
00:23:35: Weil ein Großteil davon im Panzer, Fregatten und andere aus seiner Sicht veralte Technologie fiesst.
00:23:41: Und da habe ich ja mal ein bisschen genauer hingehört.
00:23:44: Sein Argument ist folgendes Wir haben kein militärisches Problem Es ist ein demografisches Problem.
00:23:50: Okay was meint er damit?
00:23:52: Deutschland hat Kapital wir haben industrielles know-how und den Teilbereichen haben wir hoch moderne Technologie.
00:23:57: das haben wir auf der Haben Seite.
00:23:59: Was wir nicht haben, so Schulerik wortwörtlich, seien hunderttausende Menschen die in Panzer steigen und an die Front fahren möchten.
00:24:06: Stimmt?
00:24:07: Ich will auch nicht!
00:24:09: Und junge Menschen, die das ganze Leben noch vor sich haben mit Sicherheit noch ein Tick weniger... Also sagt er müsste man dort wo es geht auf KI, Robotik, Drohnen- und Satellitentechnik setzen, Anstatt auf mehr Soldaten, mehr bemannte Fahrzeuge und mehr Kaserren.
00:24:23: Schulerich sagt auch Statt zweihundert Flugabwehrraketen zu bestellen, müsste man doch eigentlich Produktionskapazität bestellen.
00:24:30: Also sinngemäß, wir kaufen nicht mehr das einzelne Gerät sondern eben gleich die ganze Fabrik!
00:24:34: Wir kaufen nicht ein Glas Milch, wir kaufen die Kuh.
00:24:37: Ich habe zum Vergleich nochmal weil ich das Drohnenthema ja gerade hatte noch eine deutsche Zahl Die Bundeswehr will bis im Jahr und zwanzig rund acht tausend dreihundert Dronensysteme beschaffen Wobei ein System mehrere Drohnen umfassen kann dass man es mal gehört hat.
00:24:51: Die Zahlen sind also nicht direkt vergleichbar.
00:24:53: Aber trotzdem für das Verständnis.
00:24:55: Die Ukraine hat allein im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig rund drei Millionen Drohnen produziert, also mit so einer Brille, dass man damit gucken kann und zweitausendzechsund zwanzig auf mehrere Millionen weiter wachsen will.
00:25:10: Also wir haben achttausenddreihundert und die haben Millionen androhnen.
00:25:15: angeblich gibt es in dem Ukraine Krieg also im Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine Auf der ukrainischen Seite einen täglichen Verbrauch von zuletzt mehr als Zehntausend System pro Tag.
00:25:28: Zehnteusend Drohen pro Tag!
00:25:31: Und wir wollen achttausend dreihundert Systeme kaufen.
00:25:34: Jipp, übrigens also nur mal bevor jetzt bei euch vielleicht ein paar Bundeswehr informierte Menschen sind.
00:25:41: natürlich gibt es gute Gegenargumente Panzer und Fregatten zu bestellen ne?
00:25:45: Also die halten Gelände und Seewege und man ist dann präsent am Boden.
00:25:49: Das kann keine Drohne.
00:25:50: Aber eine Zahlenlogik von so vielen Drohnen ist auch nicht wegzudiskutieren.
00:25:54: und wenn wir so wenig haben, dann fragt man sich was machen wir da eigentlich?
00:26:00: Von der ganzen Politik kommen wir jetzt nochmal zum Stinkeface das Stank Face.
00:26:05: Warum wir hässlich gucken, wenn Musik schön ist?
00:26:08: Das habe ich mich gefragt weil ich selber an mir wieder bemerkt habe Wenn ich Musik richtig gut finde, dann verzieht sich mein Gesicht ohne dass ich es kontrollieren kann folgendes Fünfzig Schlagzeug-Loops, kein Gesang, keine Gitarre, kein Text.
00:26:21: Nur Bassdrums, Snare und Hi-Hat Also eben Schlagzeugloobs.
00:26:26: Jeder Loop, sechzehn Sekunden lang alle im gleichen Tempo, hundertzwanzig Schläge pro Minute.
00:26:31: Ein Forschungsteam aus Oxford und Ahus also aus Dänemark hat Menschen Breaks vorgespielt Die man so kennt die man so hört Und jedem einzelnen Probanden zwei Fragen gestellt Wie sehr willst du dich bewegen?
00:26:44: Und wie viel Vergnügen empfindest du gerade beim Hören?
00:26:47: Das Ergebnis dieser Studie erklärt etwas, was du garantiert schon gemacht hast ohne es zu merken.
00:26:54: Und wofür's im Deutschen kein Wort gibt?
00:26:56: Die Rede ist von diesem einen Gesicht!
00:26:58: Das Gesicht das Du machst wenn Du Musik richtig gut findest Augenbrauen zusammen Nasekraus Oberlippe hoch Kopfschief halten und manchmal noch ein leichtes zurückweichen.
00:27:12: Wenn man´s richtig fühlt Machst Du das
00:27:13: auch?!
00:27:14: Als hätte dir einen alten Joghurt die Nase gehalten, ungefähr so sieht's aus.
00:27:18: Ich mache das!
00:27:19: Wenn ich Musik höre, die ich richtig gut finde, mach' ich ein richtig angewiertes Ekelgesicht.
00:27:25: Das mache ich und ich habe mich gefragt was soll das?
00:27:28: Und es hat die Wissenschaft auch schon.
00:27:30: auf Englisch heißt das Stankface möglich also wortwörtlich das Gestankgesicht.
00:27:36: und die eigentliche Frage ist ja nicht warum wir das machen.
00:27:38: Die eigentliche frage ist warum wir ausgerechnet dieses Gesicht machen.
00:27:42: Warum reagiert der Körper auf das schönste, was er gerade hört mit einem Ausdruck, der eigentlich für verdorbenes Fleisch reserviert ist?
00:27:48: Ist doch spannend!
00:27:50: Fangen wir mal bei den fünftig Breaks an.
00:27:52: Weil diese Studie eigentlich den entscheidenden Mechanismus offenlegt.
00:27:56: Die Forscherinnen und Forscher haben fünfzig Breaks nicht zufällig zusammengestellt.
00:27:59: Vierunddreißig davon sind aus echten Fangplatten abgehört und nachprogrammiert Der Rest ist gezielt nachgebaut Und jeder Break hat einen Wert bekommen.
00:28:09: die nennen dass Synkopierungsgrad.
00:28:12: Klingt ein bisschen komplex, eine Synkope für alle die jetzt nicht so in Musiktheorie aufgepasst haben das ist ne Betonung an der Stelle bei der man sie nicht erwartet.
00:28:21: Eine Synkopo kommt einfach so hoch.
00:28:23: aha also der Schlag der nicht auf den D-Eins fällt sondern kurz davor oder nach Also ein Beat der dich überrascht.
00:28:31: So und jetzt kommt der Punkt.
00:28:32: Man könnte ja denken je verrückter der Rhythmus desto geiler oder umgekehrt Je klarer der Beat destotanzbarer.
00:28:39: Und beides ist falsch.
00:28:41: Was die ganzen Testperson dieser Studie am stärksten bewegt hat, waren die Breaks in der Mitte!
00:28:46: Nicht der brave Marschrhythmus bei dem alles da ist wo es hingehört und auch nicht dieses Free Jazz Chaos bei denen du den Puls verlierst sondern genau die Dosis-Störung bei der dein Gehirn doch weiß wo die eins ist aber ständig knapp daneben greift.
00:29:01: Alles was uns überrascht.
00:29:03: Und der bemerkswerte Teil des Ergebnises Bewegungstrang und Vergnügen liegen fast deckungsgleich.
00:29:09: Die Musik, die dich bewegen will ist die Musik, der sich gut anfühlt.
00:29:13: Warum?
00:29:14: Weil Musikgenuss zu einem großen Teil Erwartungsmanagement ist.
00:29:17: Dein Gehirn ist ja so was wie eine Vorhersagemaschine!
00:29:19: Wir versuchen Muster zu erkennen und es hört den Takt und sagt Ja selbst warbe ich den Musik den Tag habe ich verstanden so gehts jetzt hier weiter Und dann geht's aber nicht so weiter.
00:29:29: und genau dieser Moment also vorhersagen vom Gehirnen aufgestellt vorher sage verletzt Vorher sage dann doch noch eingelöst, ist genau der Moment in dem es in deinem Kopf richtig klingelt.
00:29:40: Da is richtig Remi-Demi!
00:29:43: Und wie starkes Klingelt hat ein Team im Montreal gemessen?
00:29:45: In den Jahren des Jahrhunderts haben Forscherteams gezeigt, dass diese musikalischen Gänsehautmomente mit Aktivität in genau DEN Hirnregionen zusammenfallen, die auch für Essen, Sex und Drogen zuständig sind.
00:29:56: Und im Jahrhundzehn haben sie nochmal richtig herausgefunden beim musikalischem Höhepunkt schüttet das Gehirn Dopamin aus – und zwar in Massen.
00:30:03: Und dabei ist noch was Feindes rausgekommen, dass ich richtig schön finde.
00:30:07: Die Ausschüttung passiert nicht an einer Stelle sondern an zweien Zeit versetzt.
00:30:11: Während du auf den Drop wartest so nennt man diesen einen Moment in dem Song.
00:30:15: was passiert also?
00:30:16: das Warten?
00:30:17: da feuert der Nucleus Caudatus im Kopf und wenn der Drop kommt der NUCLEUS Acumbens.
00:30:24: Ist für dich egal wie man das nennt aber in zwei Momenten kriegen zwei Areale im Kopf Richtig zu tun.
00:30:30: Bleibt die Frage, warum das Gesicht dabei aussieht wie bei verdorbener Milch?
00:30:34: So was sagt denn die Wissenschaft?
00:30:35: der erste ansatz kommt von einem musikwissenschaft aus england Der zwei tausend vierundzwanzig in dem interview eine formulierung geprägt die ich richtig gut finde extertischer angenehmer schmerz nennt er das.
00:30:45: deswegen sollen wir angeblich so gucken seine tese.
00:30:49: wir hören musik nicht rein akustisch Wir hören die mit dem ganzen Körper.
00:30:52: Ein verzerrter Ton, so ein reibender Akkord, so einen schräger Rhythmus... Das sind ja physische Reize und das macht was mit uns!
00:30:58: Und wenn du zu dieser Rauhheit die Dopaminbelohnung bekommst dann sind Erfahrungen gegeneinander und das muss der Körper irgendwie verarbeiten.
00:31:06: Der Reiz ist also so satt und so viel dass er andere Sinne überhäuft und überläuft.
00:31:12: wir hören das da nicht nur wir schmecken fast die Musik Und dann kommt eben das Gesicht, dass zum Schmecken dazugehört.
00:31:18: Irgendwie so... Krass!
00:31:19: Was ist für gute Musik?
00:31:22: So hat er das gesagt.
00:31:22: Der zweite Baustein ist ein bisschen älter, im Jahr two-thausend acht haben Forscher in Toronto untersucht was Äkler und Angstgesichte eigentlich tun.
00:31:31: Nicht was sie bedeuten, sondern mechanisch bewirken.
00:31:33: Das Ergebnis sind die beiden exakte Gegenteile.
00:31:36: Also Angst reißt Augen und Nasenlöcher auf, der Sichtfeld wird größer, die Augenbewegung schneller Das Atemvolumen steigt, weil Angstgesicht ja ein Sensor auf Anschlag ist.
00:31:46: Und Ekel ist exakt das Gegenteil – Nase zu, Augen schmal, Sichtfeld klein und Luft gedrosselt!
00:31:51: Das Ekel-Gesicht ist kein Kommentar, es ist ein Ventil des Zudrehts!
00:31:57: So….
00:31:57: Der dritte Baustein ist der stärkste und kommt aus der Universität Yale.
00:32:08: für das sie einen eigenen Begriff geprägt hat, die Morphe Ausdrücke.
00:32:13: Also zwei gestaltige Ausdrücken im Gesicht!
00:32:16: Der Gedanke dahinter ist verblüffend simpel und erklärt auf Einschlag ziemlich viel.
00:32:21: Ihre Beobachtung?
00:32:21: Wenn ein positives Gefühl richtig intensiv wird produziert der Körper nicht nur den passenden Ausdruck er produziert zusätzlich einen, der eigentlich zur Gegenseite gehört.
00:32:32: also wir weinen bei Hochzeiten Boxer heulen auf dem Siegerpodest.
00:32:36: Das ist ja Hauptbeispiel, wenn wir was sehr Süßes sehen.
00:32:40: Also ein Baby in Welpen!
00:32:42: Dann wollen wir es drücken, dann wollen wir uns kneifen und quetschen... Wir sagen Ja ich könnte dich auffressen!
00:32:49: Kein Mensch meint das wörtlich und trotzdem sagen wir das alle!
00:32:53: So die Psychologin hat das nicht nur beschrieben sondern gemessen.
00:32:56: In einem der Experimente bekamen teilnehmende Luftpolsterfolie in die Hand, weißt ihr?
00:33:01: Die Verpackungsfolie?
00:33:02: Und während sie diese Luftpulzerfolie in der Hand hatten, haben Sie Bilderserien bekommen.
00:33:06: Süße Tiere, lustige Tiere, neutrale Tiere... und sie durften so viele Bläschen zerdrücken wie sie ihm wollten!
00:33:12: Und bei den süßen Bildern haben sie deutlich mehr zerdrückt.
00:33:15: Also sie wollten die Süßen so richtig schön quitschen!
00:33:19: So, ihre These zur Funktion ist der eigentliche Clou.
00:33:22: Der gegenläufige Ausdruck is ein Regler, der dämpft.
00:33:25: also wenn Genfühl zu groß wird schiebt er Körper einen Gegensignal dazwischen damit ihr Sache handhabbar bleibt Damit wir nicht die Kontrolle verlieren, weil unser Körper irgendwie gerade überlastet ist.
00:33:35: Übertragen auf mein Thema jetzt!
00:33:38: Das Stinkelgesicht ist ein Ventil.
00:33:40: Wenn der Bass die Musik zu gut ist das Gefühl überschießt und der Körper einen Gegengewicht braucht dann kommt dieses Gesicht Nicht ums kleinzumachen sondern um es aushalten zu können.
00:33:51: Ich finde den Körper find ich geil.
00:33:53: Heißt also dieses Stinkegesicht dass Tankface kein Ausdruck von Ekel?
00:33:57: natürlich nicht.
00:33:59: Es ist das Gesicht in dem wir Die Außenwelts kurz abschalten quasi.
00:34:04: Und gleichzeitig ein Gegengewicht bauen, um alles aufs Ohr legen zu können vielleicht.
00:34:07: So übersetze ich mir das!
00:34:09: Der Körper zieht die Rollläden runter weil drinnen gerade was viel wichtigeres passiert und in diesem Zusammenhang habe ich nochmal gelesen fangt die Musikrichtung heißt nicht umsonst so fang heisst eigentlich gestank lustig in diesem zusammenhang.
00:34:22: Das Wort fang kommt ja nicht aus der musik es kommt eigentlich aus der nase.
00:34:25: Funky hieß im amerikanischen englisch lange schlicht streng riechend.
00:34:30: Das riecht aber funky, also irgendwie nicht so lecker.
00:34:33: Schweiß abgestandene Luftkörper.
00:34:36: erst im Jazz wird daraus ein Kompliment für Musik die erdig ist, dreckig, körperlich, nicht sauber gebügelt vielleicht so und dieses Muster ist überall!
00:34:46: Im Englischen übrigens das höchste Lob für einen guten Basslauf beim Musikern.
00:34:50: Das klingt sick filthy nasty Also krankdreckig eklig.
00:34:54: Im Deutschen sind wir ja auch nicht besser.
00:34:55: Wir sagen ja brutal krass wahnsinnig boah Wir loben mit dem Vokabular von Abscheu.
00:35:01: Warum?
00:35:02: Weil sie sich superlative abnutzen, also irgendwann ist schön das Wort schön nicht mehr viel wert.
00:35:06: Also brauchen wir eine weitere Grenzüberschreitung und das eke Gesicht ist quasi Das Argument zum Super Sound.
00:35:14: Und abschließend ein Moment der Stille.
00:35:16: Es gibt Menschen die dieses Gesicht nie machen können und das finde ich traurig muss Ich sagen.
00:35:21: es gibt Eine Erscheinung bei Menschen Die spezifische musikalische anhedonie heißt.
00:35:26: Betroffene hören normal Die erkennen auch Melodien, Rhythmen.
00:35:30: Sie können sagen ob ein Stück fröhlich oder traurig klingt.
00:35:32: Und sie haben auch keine Depressionen oder so.
00:35:35: Sie freuen sich über Geld essen und über gute Nachrichten wie alle anderen auch.
00:35:39: Nur Musik löst bei ihnen nichts aus!
00:35:42: Kein Schauer, kein Gänsehaut, kein Bedürfnis den Kopf zu bewegen gar nix.
00:35:46: Spezifisch musikalische Anhedonie.
00:35:50: die Schätzungen liegen bei drei bis fünf Prozent der Bevölkerung.
00:35:53: Drei bis fünf Prozent haben keine Freude am Musik, weil sie es nicht fühlen.
00:35:58: Das tut mir leid!
00:36:00: Das tut mich richtig leid... So jetzt zurück zu meiner Einschicksgeschichte.
00:36:05: Du hättest dir lang genug Gedanken machen können, hättst du das mit dem Pflaster gesagt oder nicht?
00:36:11: Hättest du gewarnt?
00:36:15: In der Auflaufform könnte eine Überraschung warten.
00:36:19: Schreibt doch mal also Stichwort Pflasta.
00:36:23: Ja, ich hätte es gesagt oder nein.
00:36:24: Ich hätte auch versucht das Beste zu hoffen ist ja nicht so weit gekommen.
00:36:28: Vielleicht hätte ich mich umentschieden.
00:36:29: Ich wollte mich nun mal abgleichen.
00:36:32: Das ist der Alltag für heute.
00:36:34: ein bisschen links ein bisschen rechts ein bisschen aktuell ein bisschen einfach nur Interesse und Quatsch.
00:36:38: Aber wir müssen noch wie den Alltag abbilden.
00:36:40: am Freitag geht's hier vor allem um künstliche Intelligenz.
00:36:44: Andreas Oh Loff kommt.
00:36:46: Andreas ist oder Loffi ist Spezialist in KI und nicht von der Wissenschaftsseite.
00:36:52: Und das macht so spannend!
00:36:54: Er ist eine der allerersten in Deutschland gewesen, der KI selber benutzt und sogar selber versucht hat zu programmieren.
00:37:02: Mit einer fantastischen Lebensgeschichte und super viel Insights- und Hintergrundinformation.
00:37:06: werden wir am Freitag jemals über KI sprechen – wie gefährlich es KI, was kann KI?
00:37:11: Was kann sie nicht?
00:37:11: Was muss ich machen damit mich wirklich arbeiten
00:37:14: kann?!
00:37:15: Geht KI wieder weg, Spoiler Alarm geht nie wieder weg.
00:37:18: Wir müssen uns damit auseinandersetzen.
00:37:20: und machen wir in Deutschland eigentlich alles richtig oder sind gerade Chinesen wieder sehr viel besser in dem wie sie mit KI umgehen?
00:37:26: All das und Anekdoten aus der künstlichen Intelligenz dann am Freitag mit Andreas Loffi Olof!
00:37:33: Ich freue mich danke für deine Aufmerksamkeit und ich wünsche wunderschöne Woche.
00:37:37: Und nicht vergessen ne fünf Sterne abonnieren und schreiben Videos mit dem Pflaster gemacht hättest Yo, tschüss!
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